Aufwertung der Pforzheimer Straße: Bezirksbeirat zufrieden mit Änderungsplanungen

Pforzheimer Straße Umgestaltung Planung 2025, Foto GOEDE

(RED) Auch wenn die Folien auf der Leinwand nur den Stand des Vorjahres widerspiegelten, die Rainer Wallisch und Carmen Thome vom Amt für Stadtplanung und Wohnen, so hatten Sie dennoch neue Planungsinfos im „verbalen Portfolio“ bereit, die der Bezirksbeirat wohlwollend zur Kenntnis nahm.

Dass für die Pforzheimer Straße seit Jahrzehnten nach neuen Gestaltungsmöglichkeiten gesucht wird, ist im Stadtbezirk hinreichend bekannt (weilimdorf.de berichtete mehrfach seit 2009, zuletzt am 15. November 2024). Nun wurden dem Bezirksbeirat die auf Basis der 2024 durchgeführten Verkehrserhebung die aktuellen Planungen vorgestellt.

Insgesamt sind bereits rund 1,4 Millionen Euro für die Umgestaltung der Pforzheimer Straße im Haushalt vorreserviert – aus verschiedenen Töpfen. Die neuesten Kostenvoranschläge (unter Einbindung der avisierten Kreisverkehre der Pforzheimer Straße mit der Solitudestraße und Glemsgaustraße) jedoch gehen bereits in Richtung 3 Millionen Euro, weshalb nun für den kommenden Haushalt der Landeshauptstadt neue Mittel angefordert werden sollen: Entsprechend ist vor 2030 mit keinem Baubeginn zu rechnen.

Im Zuge der Verkehrserhebung und entsprechendem Gutachten, sehen die Planungen derzeit eine Tempo-30-Abschnitt zwischen Mathildenstraße und Solitudestraße vor, die Verlagerung des Radverkehrs auf die Straße, die Anhebung der Stellplätze für KFZ um ca. drei Zentimeter auf Höhe der Gehsteige, die Zahl der Bäume soll von 43 auf 60 „wachsen“ – und in der Summe sollen vier Kurzzeitparkplätze sowie zwei Taxi-Parkplätze am Löwen-Markt (drei statt fünf) entfallen. Insgesamt verblieben am Ende für den Autoverkehr 42 Kurzzeitparkplätze verfügbar, sowie zwei Behinderten-Parkplätze wie zwei E-Ladestationen und eben drei Taxi-Plätze.

Um den Wegfall von vier Kurzzeitparkplätze zu kompensieren, was ein großer Kritikpunkt der Gewerbetreibenden und Händler wie Geschäfte von Weilimdorf ist (siehe Petition von WeilAktiv Aktionsgemeinschaft, weilimdorf.de berichtete), schlug das Gremium den Stadtplanern nun vor, die Umgestaltung nicht in mehreren Abschnitten durchzuführen, sondern alle Arbeiten – inkl. des Bau der Kreisverkehre – zusammenzuführen. So könnten die Bushaltestellen in der Glemsgaustraße und an der Solitudestraße durch neue Kurzzeitparkplätze ersetzt werden, ja die Zahl dieser sogar evtl. erhöht werden.

Die Verkehrserhebung hatte ergeben, dass 66 Prozent des Autoverkehrs im Stadtzentrum von Weilimdorf „zielführend“ sind, also zum Zwecke des Besuchs von Dienstleistern wie Praxen und Geschäften dient, sowie nur 18 Prozent reiner Durchgangsverkehr sind. Die übrigen 16 Prozent dienten sonstigen lokalen Fahrten.

Der Teerbelag der Pforzheimer Straße solle durch einen hellen ersetzt werden, um die Rückstrahlung in den Sommermonaten zu erhöhen, 17 neue Bäume sollen Schatten spenden können. Auch fehle bislang ein Konzept, wie die Zufahrt zur Tiefgarage im Löwen-Markt aufgewertet werden könne.

Mit den vorgesehenen Arbeiten könne die Aufenthaltsqualität im Stadtzentrum von Weilimdorf deutlich erhöht werden und neue Außengastronomie könne sich ansiedeln, befanden die Bezirksbeiräte der GRÜNEN.

Kritisiert wurde, dass die Bauzeit evtl. gut ein Jahr dauern könne – hier bestehe dringender (zeitlicher) Optimierungsbedarf: Wenn mehr als ein Jahr der Autoverkehr im Stadtzentrum gehemmt oder umgeleitet werden müsse, wäre dies der „Tod“ für so manche Praxis oder Geschäft, so die Lokalpolitiker. Wallisch wies jedoch darauf hin, dass dafür das Tiefbauamt zuständig sei – seine Abteilung lediglich die (gestalterischen) Planungen aufsetze.

Nach langer Diskussion stimmten neun Bezirksbeiräte für die aktuelle Vorplanung, zwei dagegen – und fünf enthielten sich. Mit dem Beschluss zur Vorplanung kann die weitere Planung an den Tiefbauausschuss der Stadtverwaltung übergeben und fortgeführt werden.


Aufwertung der Pforzheimer Straße im Rahmen des Handlungsprogramms „Stadtteilzentren konkret“, Stellungnahme von Weil Aktiv:

„Wir fordern als Vertretung einer großen Anzahl an Gewerbetreibenden den Erhalt der Kurzzeit-Parkplätze in der Pforzheimer Straße!“

1. Die Beschlussvorlage der Stadt für die Umgestaltung der Pforzheimer Straße wird von uns weiter abgelehnt – es darf kein einziger weiterer Kurzzeitparkplatz vernichtet werden!

2. Die Gewerbetreibenden setzen sich für den Erhalt aller Parkplätze ein und haben die Petition unterschrieben. Es gibt immer mehr Beschwerden und Reaktionen zum geplanten Wegfall der Parkplätze. Erste Gewerbetreibende verlängern ihre Mietverträge nicht mehr. Die Postagentur klagt über den Standort und die Parkplatzsituation. Die Entscheidung für den Wegfall von Parkplätzen ist eine Entscheidung gegen die Nahversorgung der Weilimdorfer Kunden.

3. Wir wünschen keine Entscheidung gegen Handel und Gewerbe.

4. Wie die Bürger-Petition mit ihrer hohen Anzahl an Unterschriften zeigt, ist auch eine große Anzahl der Bürger gegen den Wegfall von Kurzzeit-Parkplätzen.

5. Laut aktueller Studie kommen 60% der Besucher Weilimdorfs aus dem Umland. Diese Besucher kommen nicht zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem ÖPNV, sondern mit dem PKW. Der Anteil aus dem Strohgäu ist besonders hoch. Darauf sind wir wirtschaftlich angewiesen.

6. Statt des Wegfalls von Parkplätzen fordern wir dringend die Verbesserung der Aufenthaltsqualität auf den drei vorhandenen Plätzen mit Begrünung (Bäume).

a) Bürger wollen nicht an der Straße in Außengastronomie sitzen. Es sind schöne Plätze vorhanden.

b) Es finden sich wiederholt keine Betreiber für Außengastronomie in Weilimdorf.

Unser gemeinsames Ziel sollte es sein, für die Umgestaltung der Pforzheimer Straße eine Lösung zu finden, die den Bedürfnissen aller Bürgerinnen und Bürger, Gewerbetreibenden sowie Besucherinnen und Besucher Weilimdorfs gerecht wird – daran möchten wir als Gewerbetreibende konstruktiv und gemeinsam mit allen Beteiligten weiterarbeiten.

der Vorstand von WeilAktiv Aktionsgemeinschaft
Stuttgart, den 19.05.2025

Ähnliche Beiträge