(tom) Der Bezirksbeirat Weilimdorf hatte in seiner jüngsten Sitzung am 17. September 2025 neben der Vorstellung der neuen Praktikanten im Freiwilligen Sozialen Jahr auch über zahlreiche Budgetmittelanträge zu entscheiden.
Zur jüngsten Sitzung des Weilmdorfer Bezirksbeirates wurde das Gremium von der Stellvertretenden Bezirksvorsteherin Vanessa Theiß begrüßt. Bezirksvorsteher Julian Schahl befand sich zum Zeitpunkt der Sitzung in Elternzeit. Die Protokollführung hatte der Leiter des Standesamtes in Weilimdorf, Fabian Fritscher übernommen.
Neue Praktikanten im Freiwilligen Sozialen Jahr
Erster Punkt auf der Tagesordnung war die Vorstellung der beiden neuen Praktikanten im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), Luca Bahmer und Jan Emhardt. Der 18jährige Emhardt hat sein Betur im Gymnasium Rutesheim gemacht. Eine seiner Aufgaben ist die Betreuung des Jugendrates. Der 16jährige Bahmer die Mittlere Reife an der Realschule
Ditzingen erworben. Er wünscht sich Einblicke in die Arbeit der Verwaltung zu bekommen, auch um zu sehen, was er nach dem FSJ macht. Beiden ist es wichtig den Menschen in Weilimdorf in ihren Arbeitsgebieten helfen zu können.
Theiß wünschte beiden viele interessante Einblicke und viel Spaß bei der Arbeit in Weilimdorf.
Fortschreibung des Einzelhandel- und Zentrenkonzepts
Nächster Punkt war die Fortschreibung des Einzelhandel- und Zentrenkonzepts 2024. Dazu hatte es im Juli 2025 eine gemeinsame Sitzung mehrere Bezirksbeiräte gegeben, bei der das Amt für Stadtplanung das Konzept vorstellte. Rückfragen seien bis Ende August möglich gewesen, erklärte Theiß. Aus Weilimdorf habe es keine Anfragen gegeben.
Der Bezirksbeirat war aufgefordert die Fortschreibung zustimmend zur Kenntnis zu nehmen. Die Nachfrage von Stephan Gier (CDU) ob man zustimmend zur Kenntnis nehmen müsse verneinte die stellvertretend Bezirksvorsteherin. Das Gremium nahm die Fortschreibung dann auch „nur“ zur Kenntnis.
Antrag zum Walz-Areal
Nächster Punkt war ein fraktionsübergreifender Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, FDP, FW, Die Linke und SPD zur Machbarkeitsstudie für das Areal westlich der Solitudestraße, auch bekannt als Walz-Areal. Die Fraktionen beantragen, dass die Machbarkeitsstudie zum Areal westlich der Solitudestraße dem Bezirksbeirat und den zuständigen Gremien des Gemeinderats unmittelbar nach Fertigstellung im Herbst 2025 vorgestellt wird. Außerdemn wird beantragt, dass für die weiteren Planungen bis zur zur Baureife im nächsten Doppelhaushalt Planungsmittel in Höhe von 3,5 Millionen Euro aufgenommen werden.
Barbara Graf (Bündnis 90 die Grünen) hielt fest, dass man sich nun schon zehn Jahre um die Machbarkeitsstudie ringe. „Die Stadt hat ewig gebraucht, bis sie Geld für die Machbarkeitsstudie hatte. Jetzt erreicht und die Nachricht, dass die Studie nicht vor dem nächsten Doppelhaushalt vorgestellt wird.“ Da müsse man sich als Bezirk ausgebremst vorkommen. Es sei ein Problem, wenn die Vorstellung erst nach dem Doppelhaushalt erfolge, weil man die Planungsmittel für den Doppelhaushalt beantragen müsse.
Dieter Benz (SPD) betonte, dass die SPD schon 1978 erstmals ein Bürgerhaus für Weilimdorf gefordert habe. Das sei nun schon über 40 Jahre her. Es sei traurig, dass die Sache jetzt so verschleppt wird.
Stephan Gier (CDU) hielt fest, dass Weilimdorf des Bürgerhaus und die Entwicklung des Areals dringend brauche. „Die Verwaltung möchte die Machbarkeitsstudie offenbar jetzt nicht vorstellen.“ Auch Gier betonte, dass die Vorstellung der Studie wichtig sei, dass man gegebenenfalls noch Dinge dazu im Doppelhaushalt einbringen kann. „Wir werden immer an der langen Leine gehalten und es passiert nichts. Womöglich will man verzögern und nichts einstellen dafür im Haushalt.“
Mit zwei Enthaltungen seitens der AfD wurde der Antrag dann mehrheitlich verabschiedet.
Budgetmittelanträge
Auf der Tagesordnung standen dann noch insgesamt sechs Budgetmittelanträge.
Zum Antrag von Chloroplast über 1.110 Euro zur Jubiläumsfeier meinte Stephan Gier (CDU) es sei schön, dass Chloroplast zehnjähriges Jubiläum feiern könne. Befremdlich sei allerdings, dass bereits ein Antrag über Förderung in Höhe von 4.500 Euro gestellt wurde. „Wir wollen keine Doppelförderung. Deshalb werden wir den Antrag ablehnen“, so Gier.
Dieter Benz (SPD) bemängelte auch die Doppelförderung und schlug vor 600 Euro aus dem Bezirksbudget zu bewilligen.
Barara Graf (Bündnis 90/Die Grünen) meinte, dass es ihres Wissen eine Rücksprache wegen der Beantragung von Mittel beim Kulturamt und beim Bezirksbeirat gegeben habe. Diese Möglichkeit sei bestätigt worden. Deshalb spreche sie sich für eine Unterstützung in der beantragten Höhe aus.
Jürgen Raiser (FW) schlug vor noch einmal nachzufragen, ob eine solche Doppelförderung möglich ist. Seiner Meinung nach stehe in den Richtlinien, dass dies nicht möglich ist.
Die Stellvertretende Bezirksvorsteherin erklärte man habe diesbezüglich nachgefragt. Eine Doppelförderung sei möglich. Sogar eine Förderung ohne Eigenanteil sei nicht grundsätzlich unmöglich. Die beantragten Fördermittel in Höhe von 1.110 Euro wurde mehrheitlich abgelehnt. Die von Dieter Benz vorgeschlagenen 600 Euro erhielten mehrheitlich Zustimmung.
Der Bürgerverein Giebel und Bergheim hatte 480 Euro für das Adventssingen auf dem Ernst-Reuter-Platz und 1.895 Euro für den Weihnachtsmarkt und 800 Euro für den Weihnachtsbaum beantragt.
„Wir finden das Engagement des Bürgervereins gut“, hielt Stephan Gier (CDU) fest. Bei den Anträgen sei aber aufgefallen, dass bei den Veranstaltungen keine eigenen Einnahmen etwa durch Standmieten o.ä. generiert werden. Beim Adventssingen auf dem Löwen-Markt werde beispielsweise eine Spendenkasse aufgestellt. Gier bat darum über solche Dinge noch einmal nachzudenken um zu sehen ob nicht Eigenmittel generiert werden können. Der Weihnachtsbaum in Giebel sei seines Wissen seither von den Baugenossenschaften gespendet worden.
Barbara Graf (Bündnis 90/Die Grünen) meinte sie könne sich an viele Diskussionen im Bezirksbeirat erinnern wie wichtig es sei den Stadtteil mit Aktionen zu beleben. Die Aktivitäten die man jetzt dankt dem Bürgerverein habe seien beeindruckend. Ihre Fraktion unterstütze die Anträge jetzt in voller Höhe, gebe der Vorsitzenden des Bürgervereins, Christiana Rothaug aber mit, dass nächstes Jahr nicht mehr so entschieden werden könne.
Dieter Benz (SPD) meinte auch seine Fraktion könne sich eine Unterstützung der Anträge vorstellen. Er bitte aber darum dass man versucht, dass die Stände beim Weihnachtsmarkt einen Anteil durch eine Standgebühr leisten.
Stefan Gier (CDU) beantragte schließlich eine Vertagung was mehrheitlich befürwortet wurde.
Das Kammerorcheseter arcata stuttgart hat für ein Konzert für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in der Altenwohnanlage am Lindenbachsee einen Zuschuss von 910 Euro beantragt.
Dazu hielt Stephan Gier (CDU) fest, dass es eine Förderverein der Altenwohnanlage gebe, der über Mittel verfüge, die er für solche Veranstaltungen gerne ausgebe. Er wisse nicht ob der Förderverein gefragt wurde.
Eine Vertreterin des Kammerorchesters erläuterte dass die Altenwohnanlage auf das Orchester zugekommen wäre mit dem Wunsch das Konzert dort zu speilen. Das Konzert sei eine besondere Veranstaltung. Das Haus am Lindenbachsee gebe dem Orchester eine Aufwandsentschädigung und die Mittel würden vom Förderverein kommen. Deshalb sei man in Absprache mit dem Haus am Lindenbachsee auf den Bezirksbeirat zugegangen.
Ralf Böpple (FDP) meinte er habe nachgefragt. Das Haus der Begegnung steuere 625 Euro bei.
Gier meinte das Orchester solle die Fördermöglichkeit doch direkt mit dem Förderverein abstimmen. Dadurch könnten Mittel wieder freiwerden, die anderweitig genutzt werden können.
Mit der Vorgabe beim Förderverein nachzufragen wurde der Beantragte Zuschuss einstimmig bewilligt.
Der sechste Antrag stammte vom Arbeitskreis Brandschutzerziehung im Stadtfeuerwehrverband Stuttgart. Beantragt wurden 1.300 Euro Zuschuss für Bastelbogen, die bei der Brandschutzerziehung Verwendung finden. Die Bastelbogen könnten nicht aus Mitteln der Branddirektion finanziert werden, erklärte die stellvertretende Bezirksvorsteherin Vanessa Theiß eingangs.
Stephan Gier meinte, das Brandschutzerziehung richtig und wichtig sei. Die Veranstaltung werde in allen Bezirken gemach nur fünf davon würden aber Fördergelder beisteuern. Er wollte wissen, was mit den anderen Bezirken ist. Würde man die Kosten auf alle Bezirke aufteilen würde es für alle nur 300 Euro kosten.
Jürgen Raiser (FW) hielt fest, dass man schon letztes Jahr einen Zuschuss für einen Bastelbogen gewährt habe. Da habe es sich um ein anderes Auto gehandelt. Damals habe es geheißen, dass so viele Bastelbogen bestellt würde, dass es für vier Jahre reicht.
Kommandant Patrick Schöffner meinte die Argumendte seien verständlich. Mit dem jetzigen Bastelbogen stehe dem Arbeitskreis Brandschutzerziehung dann ein ganzer Löschzug zur Verfügung. Bei der Beantragung der Mittel habe man die größten Bezirke ausgewählt, sonst sei der Aufwand riesig. Die Arbeit der Brandschutzerziehung komme allen zugute.
Der Zuschuss wurde schließlich einstimmig gewährt.


