Bürgerempfang in Weilimdorf – Großes Dankeschön an das Ehrenamt

(tom) Jedes Jahr findet in Weilimdorf ein Bürgerempfang statt. Auch in diesem Jahr hatten Bezirksbeirat und Bezirksamt ehrenamtlich Engagierte und zu dieser Feier eingeladen und es gab auch wieder einige besondere Ehrungen.

„Ich freue mich, Sie alle heute hier begrüßen zu können”, hieß Bezirksvorsteherin Ulrike Zich die Gäste des diesjährigen Bürgerempfangs im Holiday In Willkommen. Der üblicherweise im Oktober stattfindende Bürgerempfang sei etwas vorverlegt worden. In den letzten beiden Jahren konnte der Empfang nur unter Einhaltung der Corona-Auflagen durchgeführt werden. Dies wollte man dieses Jahr umgehen. Um auf der sicheren Seite zu sein, habe man aber nicht wie früher üblich, 50 ehrenamlich Aktive mit Begleitung eingeladen, sondern nur etwas mehr als 30 Ehrenamtliche.

Die Mischung der Gäste war auch 2022 wieder bunt. Eingeladen waren Ehrenamtliche aus dem Flüchtlingskreis, von Chloroplast, von der Feuerwehr, vom Fami­lienzentrum Giebel und aus vielen weiteren Weilimdorfer Vereinen und auch wieder einige Wahlhelfer. „Und wir haben auch zwei Menschen aus Hausen eingeladen, die zwar hauptamtlich tätig waren, aber sich weit über ihre hauptamtliche Tätigkeit für den Stadtbezirk eingesetzt haben“, so Ulrike Zich. Volker Rösch „das Urgestein” des Jugendhauses Hausen, der im vergangenen Jahr in den Ruhestand verabschiedet wurde und Angelika Müller-Zastrau, die langjährige Schulleiterin der Maria-Montessori-Grundschule Hausen, die dieses Jahr in Ruhestand gegangen ist. „Beide haben es verdient, dass sie für ihre Arbeit insbesondere für Kinder und Jugendliche im Stadtbezirk heute eingeladen sind“, hielt die Bezirksvorsteherin fest.

Anwesend seien beim Empfang auch wieder zahlreiche Stadträte und Bezirksbeiräte. Ihre Anwesenheit sei ein Zeichen der Wertschätzung für das Ehrenamt. Und sie seien heute alle auch als Gesprächspartner da. „Nutzen Sie den Abend, um mit der Politik ins Gespräch zu kommen, aber auch dazu, neue Kontakte zu knüpfen.“

Wie immer gab es im Rahmen des Bürgerempfangs auch einige besondere Ehrungen. Unterstützt wurde Ulrike Zich dabei von den beiden neuen Praktikanten im Freiwilligen Sozialen Jahr Nick Fölker und Bastian Frech.
Ausgezeichnet wurden zunächst drei Giebler Bürgerinnen und Bürger. Der Giebel verfüge seit dem 50-jährigen Jubiläum über eine eigene Ehrenmünze, erläuterte Bezirksvorsteherin Zich. Diese Münze werde seitdem Menschen verliehen, die sich im Stadtteil besonders engagieren.

Giebelmünze
In diesem Jahr war dies zum einen Gerhard Reith, der seit Gründung Mitglied im Bürgerverein Giebel und Bergheim ist und als dessen ehrenamtlicher Schatzmeister fungiert. Darüber hinaus war Reith im Rahmen der „Sozialen Stadt Giebel“ in der Themengruppe soziales und kulturelles Miteinander aktiv und er ist auch schon sehr lange als Wahlhelfer tätig.

Die Giebelmünze erhielt auch Christiana Rothaug, ebenfalls Mitglied im Vorstand des Bürgervereins und hauptverantwortliche Organisatorin des Bürgercafés, das jeden Donnerstag im Giebelhaus stattfindet. Frau Rothaug organisiere gemeinsam mit den jungen Frauen vom FaZ-Team den Brunch und auch die Kaffeehausmusik sei von ihr ins Leben gerufen worden. Insbesondere die Zusammenarbeit mit den jungen Frauen mache ihr sehr viel Freude, hielt Ulrike Zich fest. Besonders bemerkenswert sei, dass das Bürgercafé in den zwei vergangenen Jahren trotz den schwierigen Bedingungen soweit möglich immer geöffnet hatte und damit ein wichtiger Beitrag für die Senioren des Stadtteils geleistet wurde.

Die dritte, die die Giebelmünze erhielt, war Marion Goß, seit 2007 Geschäftsführerin und seit 2010 auch erste Vorsitzende des Hauses der Begegnung. „Heute geht es aber nicht um ihre Funkionen im Haus der Begegnung – dafür wurde sie bereit 2017 mit der Ehrenmünze der Landeshauptstadt ausgezeichnet – sondern darum, was sie als Mensch ausmacht“, erklärte die Bezirksvorsteherin. Geehrt werde sie heute für ihre wunderbare Idee Corona zum Trotz, mit einem kleinen Team von Gleichgesinnten und der Unterstützung des Bauhofs und des Bezirksbeirats in Giebel auf dem Ernst-Reuter-Platz in den vergangenen zwei Jahren einen Weihnachtsbaum aufzustellen. „Das war eine super Geste! Vielen Dank dafür!“

Ehrenmünze der Stadt
Mit der Ehrenmünze der Landeshauptstadt Stuttgart ausgezeichnet wurde in diesem Jahr Andreas Zeger, der unter anderem zu den Gründern der Wagenhallen gehört und auch den Verein Chloroplast in Weilimdorf mit seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern ins Leben gerufen hat. Ziele von Chloroplast seien die Kulturförderung und auch Urban Gardening. Mit seinen rund 80 Mitgliedern hat der Verein auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Walz schon zahlreiche Aktionen durchgeführt. Zudem werde die Anlage wieder von Hobbygärtnern genutzt und es werden auch neue Technologien wie Aquaponik- oder Wurm-Terraponik-Anlagen erprobt, erläutert die Bezirksvorsteherin. Chloroplast hat auch schon einige Aktionen mit dem Flüchtlingskreis durchgeführt. Unter anderem das Projekt „Augenblicke meines Lebens“ oder die regelmäßig angebotenen Cafés, bei denen der Austausch im Vordergrund steht. Chloroplast pflegt auch Kooperationen mit den Universitäten Stuttgart und Hohenheim, der Akademie Schloss Solitude, dem Württembergischen Kunstverein und dem Theater Rampe. Konkret wurden im Rahmen der Kooperationen beispielsweise von Studierenden eine Mobile Küche gebaut, es entstand ein Bienenforschungsprojekt und vieles mehr. Andreas Zeger sei als Spiritus rector zum einen der unermüdliche Netzwerker, für den Verein, der immer wieder Kontakt zu neuen Kooperationspartner aufnehme und neue Projekte entwickle, zum anderen der große Kümmerer auf dem Gelände, der so den Zusammenhalt im Verein fördert und Interessierte ermutigt, sich mit eigenen Ideen auf dem Gelände einzubringen. 2018 sei der Verein vom Umweltministerium als offizielles Projekt der UN-Dekade biologische Vielfalt und 2019 mit dem Umweltpreis der Stadt Stuttgart ausgezeichnet worden. „Andreas Zeger hat von sich selbst einmal gesagt, er sei ein Trüffelschwein, in dem Sinne, dass er immer wieder neue Locations aufspürt, die ein Zugewinn für das Gemeinwesen sein können“, schloss die Bezirksvorsteherin ihre Laudatio und wünschte Zeger weiterhin viel Erfolg.

Ebenfalls die Ehrenmünze der Stadt erhielt Rudolf Pfleiderer, der sich bereits seit den 1970er Jahren in verschiedenen Umweltverbänden und -initiativen für den Umweltschutz engagiert. Pfleiderer war 1977 Gründungsmitglied des BUND-Kreisverbands Stuttgart, und war unter anderem BUND-Kreisvorsitzender. Seit 1995 ist Pfleiderer stellvertretender Sprecher des Landesnaturschutzverbandes Arbeitskreis Stuttgart. Und Pfleiderer war und ist nach wie vor an der Erabeitung zahlreicher Stellungnahmen der Umweltverbände zu Fragen der Stadtplanung, Verkehrsplanung und des Naturschutzes beteiligt. Pfleiderer holte 1979 die Sonnenenergie- und Umweltschutzausstellung des BUND nach Weilimdorf, die von 20.000 Menschen besucht wurde. Er überzeugte die Straßenplaner beim Bau der B295, die Bundesstraße mit einem Krötenzaun auszustatten und im Lindental ein Gewässer anzulegen, das nach kurzer Zeit von Kröten und Fröschen angenommen wurde. Pfleiderer, der sich als Verkehrswissenschaftler bezeichnet, kritisiert seit 1995 in Stellungnahmen und Fachveröffentlichungen die Straßenplanung und speziell die Bundesverkehrswegeplanung und wird nicht müde darauf hinzuweisen, dass durch Straßenbau der Autoverkehr signifikant zunimmt. Als in Weilimdorf die Kita auf dem Parkplatz der Grünanlage an der Thaerstraße geplant wurde, habe Pfleiderer ein Parkkonzept vorgeschlagen, das einen Bau der Kita ohne Verlust an öffentlichen Stellplätzen ermöglichte. Und er war von 2009 bis 2019 Mitglied im Weilimdorfer Bezirksbeirat und in dieser Eigenschaft an zahlreichen Anträgen und Anfragen zu Themen der Stadt- und Verkehrsplanung beteiligt.

Ehrennadel des Landes
Eine besondere Ehrung wurde Christin Kern zuteil. Sie betreibt seit vielen Jahren eine ehrenamtlich geführte Auffangstation für Landschildkröten. Inzwischen umfasst ihre Auffangstation 15 Gehege, in denen aktuell rund 70 Landschildkröten betreut werden. In der Regel kommen die Schildkröten durch das Tierheim in die Auffangstation. Viele der Tiere müssten aufgrund falscher Haltung erst einmal zu Kräften kommen, erläutert die Bezirksvorsteherin. Kern vermittelt auch nach eingehender Beratung und Besuchen bei den zukünftigen Haltern gerne ihre Schildkröten an vertrauenswürdige Menschen. Sei 2015 ist Kern Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde. Sie erhielt 2015 den Landestierschutzpreis und gibt ihre langjährige Erfahrung gerne weiter. Sie gibt einen Newsletter heraus, bietet in der rein ehrenamtlich betriebenen Station Führungen nach Voranmeldung an, ist auf Messen mit Infoständen vertreten, hält Vorträge und bietet Stammtische für Interessierte an. „Christin Kern ist auch unser Weilimdorfer Fernsehstar”, meinte die Bezirksvorsteherin lachend. Sie sei nicht nur immer wieder in Zeitungen mit Berichten präsent, auch im Fernsehen werde immer wieder über sie berichtet, hielt Ulrike Zich abschließend fest und überreichte Kern die von Ministerpräsident Winfried Kretschmann unterzeichnete Urkunde sowie die Ehrennadel.

Zum Schluss dankte Ulrike Zich noch einmal allen Ehrenamtlichen, die sich für den Stadtbezirk einsetzen, aber auch all denjenigen, die zum Gelingen des Bürgerempfangs beigetragen haben. Im Anschluss waren alle eingeladen, sich am schwäbischen Büfett zu bedienen. Die Direktorin des Holiday Inn, Alexandra Meierhans wünschte allen einen guten Appetit und bedankte sich bei Bezirksvorsteherin Zich, dass sie diesen Abend wieder ermöglicht hat. Für die musikalische Umrahmung sorgte übrigens auch ehrenamtlich eine Musikgruppe der Musikschule Eberhard.

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