Feuerwehr und Mobile Jugendarbeit berichten im Sicherheitsbeirat

(tom) Im Rahmen der Sitzung des Sicherheitsbeirates in Weilimdorf berichteten am 20. Mai 2026 in diesem Jahr auch die Feuerwehr und die Mobile Jugendarbeit über ihre Arbeit.

In der Sitzung des Sicherheitsbeirates in Weilimdorf standen neben dem Bericht der Polizei (weilimdorf.de berichtete) auch die der Freiwilligen  Feuerwehr Abteilung Weilimdorf und der Mobilen Jugendarbeit auf der Tagesordnung.

Den Bericht der Feuerwehr übernahmen Kommandant Patrick Schöffner und sein zweiter Stellvertreter Tobias Weber. Stellvertreter Heiko Schroff konnte bei der Sitzung nicht dabei sein.

Insgesamt zähle die Weilimdorfer Wehr derzeit 105 Mitglieder, davon 70 bei den Aktiven, 14 in der Alterswehr und 21 in der Jugendfeuerwehr. Die Jugendfeuerwehr sei sehr wichtig für die Nachwuchsgewinnung der Feuerwehr. Inzwischen würden bereits über 50 Prozent der Aktiven aus der Jugendfeuerwehr kommen, betont Schöffner. Eine weitere wichtige Gruppe sei die Brandschutzerziehung, die ehrenamtlich in den Kindergärten tätig sind. Weilimdorf habe inzwischen auch die Leitung der Brandschutzerziehung in ganz Stuttgart übernommen. Mit Blick auf das Einsatzgeschehen im vergangenen Jahr erläuterte der Kommandant zunächst, dass der Löschbezirk der Feuerwehr ganz Weilimdorf und Teile von Feuerbach umfasse. Im Löschbezirk befinde sich das zweitgrößte Industriegebiet in Stuttgart mit 10.000 Arbeitsplätzen, ein sogenannter Störfallbetrieb, sechs Hochhäuser, die Bundesstraße und unterirdisch Verkehrsanlagen, Alten- und Pflegeheime und auch Kulturdenkmäler. Zudem habe die Weilimdorfer Wehr auch Sonderaufgaben zu bewältigen, zu denen die Wachbesetzung der Berufsfeuerwehrwachen zähle, wenn dort die Berufsfeuerwehr ausgerückt ist – und sie sei in ganz Stuttgart für die Löschwasserrückhaltung zuständig.

Alarmiert wurden die Weilimdorfer Floriansjünger im vergangenen Jahr 2025 zu insgesamt 121 Brandeinsätzen, 27 technischen Hilfeleistungen, zehn Wachbesetzungen, acht medizinischen Erstversorgungen und fünf weiteren Einsätzen. In diesem Jahr gab es auch bereits 39 Brandeinsätze und acht Technische Hilfeleistungen.

Präsentation der Feuerwehr Weilimdorf im Sicherheitsbeirat Weilimdorf am 20. Mai 2026, Foto Tommasi

Ein weiteres Thema, das Schöffner ansprach waren die sogenannten „Notfall-Leuchttürme“ und „Notfall-Treffpunkte“. Ein Notfall-Leuchtturm ist Anlaufstelle wenn die Kommunikationsinfrastruktur ausgefallen ist. Sie leitet dann Notrufe und Erste Hilfe Gesuche weiter und hält den Kontakt zu Polizei. Notfall-Leuchtturm in Weilimdorf ist das Feuerwehrhaus und wird von der Feuerwehr geleitet. Notfall-Treffpunkte werden aktiviert bei länger andauernde Krisen (Naturkatastrophen, Terroranschläge, Stromausfall). Im Notfall-Treffpunkt werden ebenfalls Notrufe weitergeleitet, dort wird auch Erste Hilfe geleistet, es gibt Verpflegung für die Bevölkerung und Informationen werden weitergeleitet. Notfall-Treffpunkte in Weilimdorf sind die Lindenbachhalle und die Turnhalle der Rappachschule. Geleitet werden sie vom Bezirksamt. Das Konzept der Notfall-Leuchttürme – und Treffpunkte werde sukzessive erweitert.

Die Bezirksbeiräte dankten in der anschließenden Diskussion allen der Feuerwehr für ihren Einsatz für die Weilimdorfer Bürger. „Wir haben großes Glück, dass Weilimdorf eine sch schlagkräftige Truppe hat“, hielt Stephan Gier (CDU) fest. Eckhardt Binder (FW) dankte den Feuerwehrleuten auch für ihre Unterstützung für die Weilmdorfer Vereine.

Dieter Benz (SPD) fragte nach ob es bezüglich der Notfall-Leuchttürme auch Übungen gebe und meinte, die Bevölkerung müsse diesbezüglich auch informiert werden. Außerdem wollte Benz wissen ob es bezüglich der Erneuerung der Leitstelle schon neues gebe.

Mark V. Dürr (AfD) wollte wissen, wie man die Notfall-Leuchttürme denn erreichen könne, wenn der Strom ausgefallen ist.

Miriam Gegler (Bündnis 90/Die Grünen) wollte wissen, ob das THW in Sachen Notfall-Leuchtturm/-Treffpunkt auch involviert sei. Und sie wollte wissen, ob die Feuerwehr bei den Einsätzen immer gut durchkommt.

Schöffner erklärte, dass die Notfall-Leuchttürme und -Treffpunkte im Krisenfall nur fußläufig zu erreichen seien. Das THW sei bei dem Thema eingebunden und es würden auch gemeinsame Übungen angestrebt. Im Stadtbezirk wolle man auch Übungen anbieten. Bezüglich der Leitstelle meinte der Kommandant, dass der Neubau kommen werde. Auf die Frage ob man bei den Einsätzen immer gut durchkomme meinte Weber, es gebe Gebiete etwa im Bereich der Neustädter Straße oder in Giebel wo das Durchkommen relativ schwierig ist. Das sei ein Problem im ganzen Stadtgebiet. Mit dem Amt für öffentliche Ordnung habe schon eine Befahrung stattgefunden. Bei den Einsätzen sei man bisher aber immer durchgekommen, so Weger.

Bericht der Mobilen Jugendarbeit

Oliver Wieland und Mascha Kavunska von der MJA im Sicherheitsbeirat 2026, Foto Uwe Tommasi

Über die Mobile Jugendarbeit berichteten Oliver Wieland und und Mascha Kavunska. Sie hielten eingangs fest, dass sie mit Jugendlichen arbeiten, die sozial benachteiligt sind. Bei diesen Jugendlichen steige die Unsicherheit, wenn sie in die Zukunft schauen. Sie würden sich oft perspektiv- und hilflos fühlen und dann sei der Weg in die Gewalt of nicht weit. Ein ganz großer Teil der Jugendlichen in Weilimdorf fühle sich allerdings sicher.

Insbesondere die Gefährdeten Jugendliche würden Erwachsene brauchen, die ihnen zuhören. Auch stabile Beziehungen seien für sie wichtig. „Beim  Streetwork sind wir Gäste bei den Jugendlichen“, so Wieland. Es sei wichtig, dass sie freiwillig zur mobilen Jugendarbeit kommen. Das schaffe Möglichkeiten für intensive Gespräche und Diskussionen. „Wir verstehen uns als Brückenbauer, schenken den Jugendlichen Gehör und zeigen Interesse“, hält Wieland zusammenfassen fest. Und er wies hin, dass man seit kurzem das neue Angebot „verweilendes Streetwork“ auf dem Löwen-Markt anbiete, das gut angenommen werde und bei dem man auch gerne mit Erwachsenen ins Gespräch komme. Ferner habe man sich im Gottesdienst von  St. Theresia vorgestellt. Das sei für alle eine neue Erfahrung gewesen. „Wir brauchen unsere jungen Menschen, sie sind Teil unserer Gesellschaft“, schlossen die beiden ihren Bericht.

Die Bezirksbeiräte lobten auch die Arbeit der Mobilen Jugendarbeit. Barbara Graf (Bündnis 90, die Grünen wollte wissen, ob es auch aufsuchende Jugendarbeit in Giebel gebe. Dort gebe es Gruppen, mit denen sich die Anwohner schwer tun.

Mark V. Dürr (AfD) fragte nach, ob es auch eine Zusammenarbeit mit dem Jugendrat gebe. Dazu erklärte Jugendrätin Anni Ziegler dass man schon mehrfach zusammengearbeitet habe. Und auch sie dankte der Mobilien Jugendarbeit. „Die Kommunikation mit euch ist sehr entspannt.“ Wieland erklärte zudem, dass man vermehrt auch im Giebel unterwegs sei. Es sei bekannt, dass dort einiges los ist. Man sei dort und in ganz Weilimdorf inzwischen auch am Wochenende unterwegs.

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