(ARO) Ein brennender LKW-Auflieger im Engelbergtunnel verursachte am Dienstagnachmittag einen Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst mit mehreren hundert Einsatzkräften.
Die dadurch bedingte Tunnelsperrung hatte massive Auswirkungen auf den Verkehr in den umliegenden Städten und Gemeinden, teilweise drehte sich dort kein Rad mehr.
Gegen 14:20 Uhr befuhr ein Sattelzug die A81 von Heilbronn kommend in Richtung Leonberg.
Unmittelbar nach dem Tunnelportal geriet aus bisher unbekannter Ursache der Auflieger des LKW in Brand.
Der Fahrer stoppte den Sattelzug knapp 100 Meter im Inneren des Tunnels und kuppelte geistesgegenwärtig noch die Sattelzugmaschine ab und brachte diese in Sicherheit.
Auf Grund der dramatischen Notrufe lösten die Integrierten Leitstellen in Böblingen und Ludwigsburg Großalarm für die Feuerwehr und Rettungsdienst in beiden Landkreisen aus.
Die Anfahrt konnte für einen Großteil der alarmierten Einheiten auf Sicht erfolgen, über dem Tunnelbauwerk stand eine riesige schwarze Rauchwolke.
Nach Presseinformationen waren rund 400 Einsatzkräfte mit knapp 60 Einsatzfahrzeugen an dem Einsatz beteiligt.
Dabei spielten sich in der Anfangsphase dramatische Szenen ab. Zwei Personen, die sich noch im Tunnel aufhielten, mussten von Atemschutzgeräteträgern mit Fluchthauben ins Freie gerettet werden, dort wurden sie vom Rettungsdienst versorgt.
Kräfte des Bevölkerungsschutzes errichteten auf einer Wiese im Zufahrtsbereich einen Behandlungsplatz mit einem Zelt.
Währenddessen startete die Feuerwehr einen massiven Löschangriff mit mehreren Rohren auf das brennende Nutzfahrzeug, erschwert wurden die Löscharbeiten durch die massive Rauchentwicklung und die große Hitze in der engen Tunnelröhre.
Nach Polizeiangaben konnte der Brand nach rund zwei Stunden gelöscht werden.
Die Aufräumarbeiten dauerten bis in die Nacht hinein an, da das Ladegut des LKW, „weiße Ware“ aufwendig geborgen werden musste.
Erst danach konnte der völlig zerstörte Auflieger von einem Bergeunternehmen aufgeladen und abgeschleppt werden.
Beide Tunnelröhre wurden unmittelbar nach den ersten Notrufen beziehungsweise dem Auflaufen der Brandmeldeanlage komplett gesperrt.
Innerhalb kürzester Zeit verursachte dies chaotische Verkehrsverhältnisse in allen umliegenden Ortschaften.
Auch Weilimdorf war davon betroffen, insbesondere auf der Solitude- und der Glemsgaustraße drehte sich teilweise kein Rad mehr. Ein Redaktionsmitglied von Weilimdorf.de benötigte von Cannstatt nach Giebel weit über eine Stunde, da weder in Feuerbach noch in Weilimdorf ein Durchkommen war.
Wie lange die Sperrung des Tunnels bestehen bleibt war am Abend noch ungewiss. Laut Angaben der Autobahn GmbH kann erst nach der Bergung des Aufliegers der konkrete Schaden von Fachleuten beurteilt werden.
Danach wird entschieden ob und wann eine oder beide Röhren freigegeben werden können.
Bilder: Andreas Rometsch



