Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Weilimdorf

(TOM) Die Freiwillige Feuerwehr Weilimdorf hat vergangene Woche ihre Jahreshauptversammlung abgehalten. Auf der Tagesordnung standen neben den Berichten auch zahlreiche Beförderungen und Ehrungen, darunter eine ganz Besondere.

Die diesjährige Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Weilimdorf fand wieder live statt. Abteilungskommandant Patrick Schöffner begrüßte die Teilnehmer unter ihnen Dennis Winter von der Branddirektion, Andreas Reeh, stellvertretender Leiter der Feuerwache vier und Bezirksvorsteherin Ulrike Zich.

Eingangs seines Berichts hielt Schöffner fest, dass das Jahr 2022 zu Beginn noch durch die Corona-Pandemie und die daraus resultierenden Einschränkungen im Übungs- und Einsatzdienst geprägt war. Ab April habe man dann schrittweise wieder zur Normalität zurückkehren können.

Die Feuerwehr Weilimdorf habe aktuell 109 Mitglieder, 70 Aktive, 21 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr und 18 Kameraden in der Altersabteilung. Hervorzuheben sei, dass der Frauenanteil in der Jugendfeuerwehr 40 Prozent betrage. Im vergangenen Jahr habe man in der aktiven Wehr vier Neuzugänge verzeichnen können. Drei von ihnen sind nach Weilimdorf gezogen und einer ist als Quereinsteiger zur Feuerwehr gekommen. Verabschieden musste man aufgrund von Wohnortwechseln und aus persönlichen Gründen fünf Kameraden.

Einsätze habe es im vergangenen Jahr exakt 100 gegeben, hielt der Kommandant weiter fest. Bei den Einsätzen sei hervorzuheben, dass die Abteilung zu jeder Zeit – nachts und vor allem auch tagsüber – einsatzbereit ist. Auch der Sonderaufgabe Wachbesetzung komme man motiviert nach und übernehme bei Bedarf auch gerne weitere Sonderaufgaben für das Stadtgebiet. Bei ihren Einsätzen sei die Wehr im vergangenen Jahr mit einem großen Spektrum an Einsatzszenarien konfrontiert worden – von Bränden und Verkehrsunfällen bis zum Gefahrstoffunfall und der medizinischen Erstversorgung. Zum Ausbildungsgeschehen berichtete Schöffner, dass im vergangenen Jahr 25 Mitglieder die verschiedensten Lehrgänge besucht haben. Ein Highlight sei dabei sicher die Heißausbildung in der Rauchgasdurchzündungsanlage gewesen. Insgesamt seien darüber hinaus 39 Übungen für die aktive Abteilung und zahlreiche Fahrerschulungen angeboten worden. Hervorzuheben seien zwei Großübungen mit den Freiwilligen Feuerwehren Stammheim und Botnang sowie dem DRK Feuerbach/Botnang, bei denen ein Brand in einem großen Industriekomplex und ein Tiefgaragenbrand ausgelöst durch ein Elektrofahrzeug auf dem Übungsprogramm standen.

Schöffner erinnerte weiter daran, dass die Jugendfeuerwehr 2022 – wegen Corona mit einem Jahr Verspätung ihr 20-jähriges Jubiläum unter anderem mit einer Stadtrallye mit 150 Teilnehmern, gefeiert hat. An der Stelle dankte Schöffner den Jugendleitern und Jugendbetreuern sowie allen Unterstützern der Jugendabteilung. Die Jugendarbeit sei essentiell wichtig, sichere sie doch den Nachwuchs der aktiven Wehr. Aktuell stammen mehr als 50 Prozent der Mitglieder der aktiven Wehr aus der Jugend.

Ein weiteres Jubiläum, das 2022 gefeiert wurde, war das 10-jährige Jubiläum der Initiative Euro-Notruf 112. Weilimdorf war übrigens die erste Wehr in Europa, bei der ein Fahrzeug mit dem Aufkleber „Notruf 112 europaweit“ versehen wurde.

Nicht unerwähnt in seinem Bericht ließ Schöffner auch kameradschaftliche Aktivitäten, wie den Besuch bei der österreichischen Partnerwehr in Amstetten oder die Mithilfe beim Apfelfest des Feuerwehrkameraden Christian Hörnle. Und die Wehr hatte auch kurzfristig Besuch von einer TV-Produktionsfirma, die eine Dokumentationsreihe über die Stuttgarter Feuerwehr drehen möchte. Inzwischen gibt es bereits einen Interessenten für die Reihe, so dass mit den Dreharbeiten auf der Feuerwache 4 und bei der Wehr in Weilimdorf begonnen werden konnte.

Abschließend dankte Schöffner seinen Stellvertretern Heiko Schroff und Tobias Weber für die gute Zusammenarbeit und allen Kameradinnen und Kameraden für ihr Engagement und ihren unermüdlichen Einsatz.

Jugendleiter Matthias Weber berichtete anschließend über die Aktivitäten des Feuerwehrnachwuchses im vergangenen Jahr. Auch erinnerte an die Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr insbesondere an die Stadtrallye, bei der die Teilnehmer an 15 Stationen feuerwehrspezifische Aufgaben zu bewältigen hatten. Dank eines großzügigen Geburtstagsgeschenks aus den Reihen der Aktiven Wehr habe man dann auch noch einen dreitägigen Ausflug in den Schwarzwald machen können. Die 21 Mitglieder des Feuerwehrnachwuchses hätten im vergangenen Jahr 17 Übungen absolviert, darunter eine zusammen mit der aktiven Wehr, berichtete Weber weiter. Für dieses Jahr stehen neben dem Zeltlager der Stadtjugendfeuerwehr auch wieder zahlreiche Übungen auf dem Programm.

Tanja Weichert berichtete von der Arbeit der Brandschutzerziehung, die im vergangenen Jahr drei Kindergärten, eine Schulklasse und zwei Waldheimgruppen bezüglich den Gefahren und dem richtige Verhalten bei einem Brand geschult hat. In diesem Jahr hätten bereits fünf Kindergärten Interesse an der Brandschutzerziehung angemeldet. Zudem steht für das Team ein Treffen der Brandschutzerziehung Stuttgart auf dem Programm. Kommandant Schöffner dankte dem Team für ihr Engagement. Insgesamt 91 Stunden sei die Gruppe Brandschutzerziehung unterwegs gewesen und habe dafür teilweise extra frei genommen. „Wir sind froh, dass wir ein so großes Team haben, das Brandschutzerziehung macht.”

Den Bericht der Altersabteilung verlas der Kommandant, da der Leiter Peter Schwenkkraus beruflich verhindert war. Von den vorgesehenen Aktivitäten hätten noch einige wegen Corona ausfallen müssen, in der zweiten Jahreshälfte habe man sich dann aber zu zwei Stammtischen und zu einer Weihnachtsfeier getroffen. In diesem Jahr seien die Treffen erfreulicherweise wieder uneingeschränkt möglich.

Vom Sportbeauftragte Christian Breuer erfuhren die Anwesenden, dass im vergangenen Jahr zahlreich Kameraden am Lebenslauf in Ditzingen, beim Citylauf in Amstetten und beim Silvesterlauf in Weilimdorf dabei waren und zwei das Sportabzeichen abgelegt haben. Auch in diesem Jahr stehen wieder ähnliche sportliche Aktivitäten auf dem Programm und Breuer lud alle ausdrücklich zum donnerstäglichen Dienstsport oder zum Sportprogramm mit einem professionellen Anbieter ein. Die Mittel dafür seien bereits freigegeben.

Kassierer Jürgen Staiger verwies in seinem Bericht darauf, dass die Feuerwehr inzwischen Umsatzsteuer abführen müsse. Das habe die Kassenführung deutlich verkompliziert, weil jetzt Monatsabschlüsse und ein Jahresabschluss gemacht werden müsse, die jeweils vom Kassier und dem Kommandanten abzuzeichnen sind. An der Stelle bedankte sich Schöffner bei Staiger und seinem Stellvertreter Yannik Staiger. Sie hätten viel Zeit für die Kassenführung investiert. Leider sei die Aufwandspauschale für den Kassier nicht erhöht worden und der Stellvertreter erhalte sogar überhaupt keine Pauschale.

Nach dem anschließenden Bericht der Kassenprüfer wurde der Kassier von der Versammlung einstimmig entlastet und Florian Vajda anschließend als neuer Kassenprüfer gewählt. Die In­teres­sen der Weilimdorfer Wehr im Stadtfeuerwehrverband vertreten weiterhin Patrick Schöffner und Tobias Weber.

Beförderungen bei der Wehr

Befördert wurden in diesem Jahr zum Feuerwehrmann Giulian Maccarone, zum Oberfeuerwehrmann Simon Schindler, zur Oberlöschmeisterin Birgit Unger, und zum Hauptbrandmeister Patrick Schöffner. Die Beförderung von Schöffner nahm Denis Winter in Vertretung von Amtsleiter Dr. Georg Belge vor.

Ehrungen durch Stadt und Land

Ehrungen gab es in diesem Jahr natürlich auch einige und zwar sowohl durch die Stadt als auch durch das Land. Für zehn Jahre Mitgliedschaft in der Aktiven Wehr erhielten Pascal Raub, Patrick Stemmer und Tanja Weichert die Floriansmedaille der Stadt in Bronze, für 20 Jahre Mitgliedschaft in der Aktiven Wehr Christian Breuer,  Patrick Schöffner und Tobias Weber die Flo­riansmedaille in Silber sowie für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Aktiven Wehr Jürgen Vielhauer und Michael Voigt die Floriansmedaille in Gold in besonderer Ausführung. Mit dem Feuerwehrehrenzeichen des Landes wurden für 15 Jahre Zugehörigkeit zur Feuerwehr Nic Albrecht, Martin Tränkle, Birgit Unger, Tanja Weichert und Fabian Westenberg und für 25 Jahre mit dem Feuerwehrehrenabzeichen in Silber Christian Hörnle und Jens Kamischke ausgezeichnet.

Besondere Ehrungen

Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurde Egon Bäuerle von der Weilimdorfer Wehr ausgezeichnet und sage und schreibe 70 Jahre Mitglied ist Fritz Dachtler. Dachtler ist 1952 in die Weilimdorfer Wehr eingetreten und war schon 1960 beim Umzug der Wehr von der Scheune in der Ditzinger Straße in das Feuerwehrhaus in der Kimmichstraße dabei. Von 1966 bis 1987, also 21 Jahre lang war er Kommandant. In seine Zeit fällt der Ersatzkauf für das defekte Tanklöschfahrzeug aus dem Jahr 1942, weil die Stadt mittelfristig kein Ersatzfahrzeug stellen konnte. Die Weilimdorfer haben damals kurzerhand ein dreitägiges Fest organisiert und mit dem Erlös ein Unfallfahrzeug gekauft, das selbst restauriert wurde und dann von 1972 bis 2001 in Dienst war. Damals wurde der Begriff vom gallischen Dorf – Weilimdorf geprägt. 1975 erfolgte dann die Erweiterung der Fahrzeughalle in der Kimmichstraße und die Gründung des Spielmannszugs. Besondere Einsätze in der Zeit von Dachtler als Kommandant waren beim Erdbeben 1978 in Albstadt und beim S-Bahn-Unglück 1979 zwischen Weilimdorf und Ditzingen, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen und 17 verletzt wurden. 1987 wurde Dachtler zum Ehrenkommandanten ernannt und ist seither in der Altersabteilung aktiv.

Dank an Bezirksvorsteherin Ulrike Zich

Ein großes Dankeschön gab es von Seiten der Feuerwehr auch noch für Bezirksvorsteherin Ulrike Zich, die zum letzten Mal bei der Hauptversammlung dabei war. „Sie haben viel für uns getan und uns immer unterstützt“, bedankte sich Schöffner und nannte insbesondere den Neubau des Feuerwehrhauses als Beispiel. Er wünschte Ulrike Zich alles Gute und lud sie ein, bei ihrer Feuerwehr immer mal wieder vorbeizuschauen.

Die Bezirksvorsteherin zeigte sich sichtlich gerührt. Die Feuerwehr sei für sie von Anfang an etwas Besonderes gewesen, erklärte sie. Besonders war wohl auch die Bleibe der Wehr im ehemaligen Wannenbad in der Kimmichstraße, das aus allen Nähten platzte. Man sei nicht müde geworden, für das neue Feuerwehrhaus zu werben und Anträge zu stellen. „Ich habe damals auch dazu geraten, Frauen in die Feuerwehr zu holen, weil der Verbleib im alten Magazin, dann wegen der Geschlechtertrennung nicht mehr möglich gewesen wäre“, erinnerte sich Ulrike Zich. Und auch der Aufbau der Jugendfeuerwehr sei dort kaum möglich gewesen. Der damalige Abteilungskommandant sei heute in der Altersabteilung und die Jugend von damals sei heute bei den Aktiven. Die Einweihung des neuen Feuerwehrhauses habe man mit einem großen Fest begangen. Und am Haus sei auch schon viel nachgebessert worden, erinnerte Zich. Hier sei nur die nachträglich eingebaute Abgas-Absauganlage erwähnt.

All diejenigen, die im Rahmen der Versammlung befördert und geehrt worden waren, beglückwünschte die Bezirksvorsteherin dazu. „Ihre Erfahrung ist Garant für unsere Sicherheit in Weil­imdorf.“ Das gelte für den Brandfall genauso wie für Unfälle oder andere Einsätze. Wer bei der Feuerwehr sei, sei top qualifiziert und ausgebildet und wisse, was im Einsatzfall zu tun ist. Darüber hinaus engagiere sich die Wehr auch auf vielfältige Weise für das Gemeinwesen und bringe sich dabei mit ihrem Know-how ein. „In all den Jahren ist in Weilimdorf viel gegangen und das macht mich stolz und glücklich“, hielt Bezirksvorsteherin Zich abschließend fest und wünschte allen, dass sie immer gesund von ihren Einsätzen zurückkommen.

Winter erinnerte in seinem Grußwort daran, dass man in der Pandemie-Zeit über 3.200 Einsätze abgearbeitet habe. Die Bürger seien immer gesichert gewesen. Dafür dankte Winter den Einsatzkräften, aber auch deren Familien und den Arbeitgebern.

Ein weiteres Thema, das Winter ansprach, war die Feuerwehrbedarfsplanung. Die Maßnahmen würden langsam anlaufen. Ak­tuell gebe es eine Einstellungsoffensive, in deren Rahmen in den nächsten drei Jahren 120 neue Kolleginnen und Kollegen eingestellt werden sollen. Und es gebe auch eine Bauoffensive, in deren Rahmen vieles gebaut beziehungsweise fertiggestellt werden soll. Zahlen, bis wann einzelne Bauvorhaben fertiggestellt sein werden, konnte Winter nicht nennen. Bei der Wache 5 sei die Übergabe eigentlich für Mai geplant gewesen. Bis dahin werde man aber sicher nicht fertig. Bei der Wache 1 hätte es 2022 eigentlich los gehen sollen. Die externen Unternehmen hätten ihre Aufgaben auch alle erledigt, die Verträge seien bis heute aber vom Baurechtsamt noch nicht unterzeichnet. Ähnlich sei es bei der Wache 4. Bei der Wache 2 könne die Tankstelle nicht in Betrieb genommen werden, weil dort Boden entsorgt werden muss und sich Hoch- und Tiefbauamt nicht einigen können, wer die Maßnahme bezahlen muss. Die Politik stehe hinter der Feuerwehr, aber bei den Ämtern bleibe vieles aus unterschiedlichsten Gründen hängen, so Winter. Positiv vermelden konnte er, dass die Gelder für nötige Fahrzeugbeschaffung freigegeben sind. Bei der Aus- und Fortbildung hoffe er, dass alle Ausbildungen auch durchgeführt werden können. Dort gebe es aktuell noch ein Platzproblem. Auch Winter dankte allen für ihr Engagement und wünschte ihnen, dass sie stets gesund von den Einsätzen nach Hause kommen.

Bleibt noch zu erwähnen, dass es in diesem Jahr bei der Weilimdorfer Wehr wieder Tage der offenen Tür geben wird und zwar am 24. und 25. Juni 2023. Im September besuchen die Weilimdorfer dann die Kameraden in Amstetten bei deren Tag der offenen Tür und am 8. Oktober sind sie beim Weilimdorfer Herbst aktiv.

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