Krieg in der Ukraine: Überwältigende Hilfsbereitschaft in Weilimdorf

Krieg in der Ukraine: Überwältigende Hilfsbereitschaft in Weilimdorf

(RED) Der Aufruf des des Flüchtlingskreis Weilimdorf und von Chloroplast Stuttgart e.V. am 1. März, am 6. März 2022 auf dem Walz-Areal die Aktion „Helfen statt Hamstern“ für die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine zu spenden war kaum verhallt, da schlug die Hilfsbereitschaft schon vorab durch.

Krieg in der Ukraine: Überwältigende Hilfsbereitschaft in Weilimdorf„Die ganzen Tage zuvor kamen bereits Spenden bei uns auf dem Gelände bei Chloroplast an, so dass wir am Freitag bereits darauf hinweisen mussten, ab sofort keine Kleiderspenden und Schuhe mehr annehmen zu können“, so Andreas Zeger, Vorstand von Chloroplast Stuttgart e.V..

Die Sammelaktion  wurde im Vorgang von Hilfsangeboten für das Sortieren und Verpacken der Hilfsgüter regelrecht überschwemmt, so dass am Sonntag Dank vieler ehrenamtlicher Helfer, u.a. vom Flüchtlingskreis Weilimdorf, der nicht endende Strom an Menschen, die Babynahrung, Windeln, Konserven, haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel, Decken, Isomatten, Bettwäsche, Ladegeräte, Powerbanks, Taschenlampen mit Batterien und Wasser vorbei brachten, strukturiert „abgearbeitet“ werden konnte.

Krieg in der Ukraine: Überwältigende Hilfsbereitschaft in WeilimdorfEine Spedition hatte bereits im Vorfeld Kartons gespendet – zusätzlich zu den bereits im Vorfeld gesammelten Kartons für das Verpacken. Der Hof vor dem Hauptgewächshaus von Chloroplast war nicht von Kindern bunt bemalt, sondern mit Kreide waren Flächen markiert für jede Art von Hilfsgütern, damit sie thematisch am Abend von den Hilfstransportern auch abgeholt werden konnten.

Krieg in der Ukraine: Überwältigende Hilfsbereitschaft in WeilimdorfDer Ursprung für die Sammelaktion der Hilfsgüter in Weilimdorf basierte darauf, dass Stelp e.V. (stelp.eu) bereits durch die Spendenbereitschaft der Stuttgarter „vollgelaufen“ war. So kamen die HelferInnen und Ehrenamtlichen mit den Partnerorganisationen Jugendbürgerstiftung und der Ukraine-Hilfe Sindelfingen überein, dass die Spenden der Weilemer der Aktion „Helfen statt Hamstern“ zugetragen werden, da Sindelfingen über eine Städtepartnerschaft mit der polnischen Stadt Chelm nahe der ukrainischen Grenze verfügt. Dort kommen derzeit täglich tausende Flüchtlingen aus der Ukraine an. 

Krieg in der Ukraine: Überwältigende Hilfsbereitschaft in Weilimdorf„Ein LKW kann nicht bei uns auf dem Gelände die Spendenkartons abholen, dafür fehlt hier der Platz“, so Zeger. Deshalb kommen Transporter und holen die Hilfsgüter ab, in Sindelfingen werden sie umgeladen. Ein Teil der Spenden, meist die Kleidung, wurde bereits am Samstag, 5. März abgeholt. „Die Aktion hat von Amazon einen Sattelschlepper zur Verfügung gestellt bekommen, mit dem werden die Güter nach Polen gebracht“, weiss Zeger zu berichten. Mehr kann aber vorerst nicht mehr gesammelt werden – die Transport-Kapazitäten sind voll.

Krieg in der Ukraine: Überwältigende Hilfsbereitschaft in WeilimdorfZeger ist sehr besorgt um die Entwicklung im Osten Europas: „Ich befürchte, dass viele weitere Millionen Menschen die Ukraine verlassen werden, wohl am Ende mehr als 10 Millionen.“ Denn wer in der Ukraine das Leben in einer freien Demokratie haben will, in Zukunft nicht unter russischer Diktatur leben möchte – und dessen Haus zerbombt ist, wird kaum mehr zurückkehren wollen. „Mein Pazifismus gerät hier an eine Grenze. Es ist unerträglich, was dort vor sich geht!“ so Zeger angespannt – und weiter: “Wir machen uns daher bereits Gedanken, wie wir in Weilimdorf Flüchtlinge aus der Ukraine aufnehmen können. Das Gärtnerei Areal bietet verschiedene Optionen und Infrastruktur.” Für diesen Sommer bestehe daher die Möglichkeit, dass auf dem Gelände von Chloroplast Menschen aus der Ukraine aufgenommen werden können.

Dieser Konflikt ist auch ein fossiler Krieg

Frustriert merkt Zeger zur Energiekrise an: „Wir haben seit der ersten Ölkrise 1973 wohl nichts dazu gelernt, dass wir eine unabhängige Energieversorgung brauchen. Nun kommt der Boomerang. Wir sind träge geworden und im Luxus gefangen.“ Um so wichtiger erachtet er, dass in Stuttgart endlich ein rasches Umdenken einsetzt, jedes verfügbare Dach für Photovoltaik und Solaranlagen genutzt wird, das „Urban Gardening“ voran getrieben wird – aber nicht nur deshalb, weil nun in der Stadt jeder sein Gemüsen selber anbauen müsse, sondern um die Stadt mehr zu begrünen um dem Klimawandel abmildern zu können. „Leider hat sich die Stadtverwaltung hier in den letzten Jahrzehnten trotz der Bemühungen eines grünen Oberbürgermeister nicht mit Ruhm bekleckert. Bekannten von mir wurde die Dachbegrünung wie Photovoltaikanlage auf dem Dach verweigert, weil dies der Bebauungsplan nicht vorsieht, weil das Dach dadurch erhöht werden würde. Da kommt man sich doch vor wie im falschen Film!“

Viel weiter konnte Zeger nach diesen Worten nicht mehr ins Detail gehen – von der Solitudestraße drängte eine wahre Karawane an Autos auf das Chloroplast-Gelände. Ein Verkehrschaos drohte, so dass nun Helfer die Autofahrer anleiten mussten, bei der Abfahrt statt der Ausfahrt über die Straßenbahnschienen den Flurweg nach Giebel zu nutzen.

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