"Stadtteilzentren konkret" am 9.6.21 im BB Weilimdorf

Lange Rede – kurzer Sinn: Stadtteilzentren konkret in Diskussionsschleife

(RED) Die Landeshauptstadt Stuttgart hat im Jahr 2014 den Arbeitsprozess eines “Strukturkonzept NORD” mit Analysen und Vorentwürfen – auch Weilimdorf betreffend – in die Wege geleitet.

In zäher Diskussion hat der Bezirksbeirat Weilimdorf sich am 9. Juni 2021 neuerlich damit beschäftigt. Seit sechs Jahren befasst sich mittlerweile das “Amt für Stadtplanung und Wohnen”, federführend unter Dr. Hermann-Lambert Oediger, Leiter der Abteilung Stadtentwicklung bei der Landeshauptstadt. Zuletzt hatte sich der Bezirksbeirat mit der Thematik “Stadtteilzentren konkret” auf seiner Sitzung am 18. November 2020 damit befasst (weilimdorf.de berichtete).

Dass das Projekt demnächst ausgereift und umgesetzt sein wird, ist nach der neuerlichen Besprechung jetzt am 9. Juni nicht zu erwarten. Gebetsmühlenartig betonte Oediger gegenüber den Bezirksbeiräten, dass man den “Blick nach vorne” richtet, man “einen gemeinsamen Plan” habe, ein Handlungsprogramm und Leitlinien existiere. Lisa Knotz vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung fügte dem hinzu, dass man nun die Gelder für das Projekt für den öffentlichen Bereich verwenden soll, da die Eigentümer des Löwen-Markt-Zentrum trotz zahlreicher Gespräche und Sitzungen kein Interesse an den Fördermitteln zu Machbarkeitsstudien sowie Plänen zeigten – entsprechend sind wohl auch die Pläne für eine Art “Kulturzentrum” im Löwen-Markt vom Tisch. Stattdessen sind Vorschläge für die nachhaltige Entwicklung des Quartiers angekündigt, sowie wurde die Einsetzung eines Moderators für das gemeinsame Vorhaben vorgeschlagen.

Entsprechend, um den Fortgang der “Stadtteilzentren konkret” sicherzustellen, schlägt nun die Stadtverwaltung der Landeshauptstadt Stuttgart vor, die Projektgelder in Höhe von 800.000 Euro für eine straßenräumliche Umgestaltung des Bereichs der Pforzheimer Straße vom zukünftigen Kreisverkehr mit der Solitudestraße bis zur Mathildenstraße zu verwenden.

In einer langwierigen, mehrstündigen Diskussionsrunde, zeigten sich die Bezirksbeiräte allerdings ähnlich unentschlossen wie die Eigentümer des Löwenmarkt-Zentrum, “wohin die Reise” nun genau gehen solle. Teils verzettelte man sich bereits in Gedankenspiele für Verkehrsströme, wenn die Pforzheimer Straße wie vorgeschlagen gar in eine Tempo-20-Zone umgewandelt werden würde (ähnlich dem erfolgreichen Konzept in der Ditzinger Marktstraße) – oder welche baulichen Maßnahmen überhaupt Sinn machen würden.

Mit 14 Ja-Stimmen bei drei Gegenstimmen wurde am Ende dafür gestimmt, mit rund 800.000 Euro den o.g. Bereich der Pforzheimer Straße als Einkaufs- und Aufenthaltsbereich zu erhalten und zu stärken. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre rund um das “Handlungskonzept Stadtteilzentren konkret” bleibt allerdings abzuwarten, ob dies wirklich umgesetzt werden kann – oder ebenso wie alle anderen Gedankenspiele rund um das Stadtzentrum von Weilimdorf am Ende im Sand verlaufen. Mit “Ruhm bekleckert” haben sich hier bislang erwiesenermaßen weder das Amt für Stadtplanung, die betroffenen Eigentümer, noch der Bezirksbeirat.

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