Seit 20 Jahren aktiv – Jugendfeuerwehr in Weilimdorf

(tom) Die Jugendfeuerwehr Weilimdorf wurde vor inzwischen 20 Jahren gegründet. Zum Jubiläum hat der Feuerwehrnachwuchs zusammen mit seinen Betreuern und Maskottchen Helmi einen Film gedreht.

Feueralarm für den Weilimdorfer Feuerwehrnachwuchs. Jetzt muss alles schnell gehen. Mit Blaulicht und Martinshorn geht es zum Einsatzort. Dort finden die Jugendlichen ein Gebäude im Vollbrand vor. Bei einem mustergültigen Löschangriff wird zunächst die Wasserversorgung hergestellt und dann heißt es „Wasser marsch“. Schon nach wenigen Minuten ist das Feuer unter Kontrolle, die Gefahr gebannt. Die Jugendlichen haben ihre Aufgabe mit Bravour gelöst. Immer mit dabei bei diesem im Film zum 20-jährigen Jubiläum festgehaltenen Einsatz ist Helmi, das Maskottchen der Jugendfeuerwehren in ganz Stuttgart. Er und die Nachwuchs-Floriansjünger wünschen im Film – quasi nebenbei – dem Jubilar alles gute zum runden Geburtstag.

2001 gegründet
Gegründet wurde die Jugendfeuerwehr Weilimdorf am 27. Juni 2001. Überlegungen, eine Jugendfeuerwehr zu gründen, habe es schon länger gegeben, erzählt Dietmar Weber, der bei der Gründung frisch zum Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Weilimdorf gewählt worden war. Mit dem Spielmannszug habe es schon ab 1977 eine Art Jugendfeuerwehr gegeben, erzählt der stellvertretende Kommandant Heiko Schroff. Der Spielmannszug wurde 1991 aber aufgelöst, da die Aufwendungen für die Musikerschulung immer größer wurden. Die Kinder der Aktiven Kameraden haben sich natürlich weiterhin getroffen. Und es gab auch immer wieder Anfragen von Jugendlichen aus Weilimdorf, die gerne zur Feuerwehr kommen wollten. Einer von diesen Jugendlichen war übrigens der vor wenigen Tagen gewählte neue Kommandant, Patrick Schöffner. Sein erstes Jahr bei der Jugendfeuerwehr hat er allerdings in Gerlingen absolviert und wechselte dann nach Weil­imdorf.

Die Gründung sei von seinem Vorgänger Reinhold Gehring schon in die Wege geleitet worden, erzählt Weber weiter. Das Führungstrio der Weilimdorfer Wehr bestand im Gründungsjahr 2001, wie schon erwähnt, aus Weber und seinen beiden Stellvertretern Heiko Schroff und Peter Schwenkkraus. Der erste Jugendleiter war Oliver Benzinger. Bei der Gründung vor Ort in Weilimdorf war der damalige Sicherheitsbürgermeister Dr. Jürgen Beck.

Start mit 16 Jugendlichen
„Wir waren damals die vorletzten in Stuttgart, die eine Jugendfeuerwehr gegründet haben“, erinnert sich Weber. Gestartet sei man damals mit 16 Jugendlichen in zwei Gruppen. In Spitzenzeiten habe die Jugendfeuerwehr auch einmal 29 Mitglieder gezählt. Die große Mitgliederzahl gab es kurz vor der Novellierung des Feuerwehrgesetzes 2010. Seit der Novellierung ist es möglich 17-Jährige in eine Art Anwärterstatus zu versetzen. Das heißt: Sie dürfen noch in Jugenduniform an den Übungen der Aktiven Wehr teilnehmen. „Dadurch konnten wir damals weitere Jugendliche aufnehmen“, erinnert sich Weber. Aktuell zählt die Jugendfeuerwehr 21 Mitglieder, darunter sieben Mädchen.

Bisher vier Jugendleiter
In den Jahren seit der Gründung gab es nur drei Wechsel in der Leitung der Jugendfeuerwehr. Auf Benzinger folgte schon 2002 Michael Bantel. Er war bis 2008 Jugendleiter in Weilimdorf und übernahm dann das Amt des Stadtjugendwarts. Sein Nachfolger wurde Patrick Schöffner, der das Amt 2016 an Matthias Weber weitergab. Über die Jugendleiter hinaus sind in der Jugendfeuerwehr zahlreiche Betreuer aktiv. Über die Jahre seien das inzwischen rund 30 Mitglieder der Aktiven Wehr gewesen, so Matthias Weber. Wechsel bei den Betreuerinnen und Betreuern gebe es in der Regel immer nur dann, wenn sie ein anderes Amt in der Feuerwehr übernehmen oder den Wohnort wechseln. Die Arbeit in der Jugendfeuerwehr bedeute für alle eine Doppelbelas­tung, denn alle seien auch in der Einsatzabteilung aktiv.

Das Interesse an der Jugendfeuerwehr war von Anfang an sehr groß. Schon kurz nach der Gründung musste eine Warteliste eingerichtet werden. Groß war auch von Anfang an der Eifer des Nachwuchses. Schon sechs Wochen nach der Gründung haben die Jungs und Mädchen am traditionellen Tag der offenen Tür der Feuerwehr Weilimdorf eine Schauübung dargeboten. Sei den Anfängen hat eine große Zahl an Jungen und Mädchen die Jugendfeuerwehr durchlaufen. „Tatsächlich sind heute 51 Prozent der Mitglieder in der Aktiven Wehr ehemalige Mitglieder der Jugendfeuerwehr”, freut sich Kommandant Patrick Schöffner.

Vielfältiges Programm
Auf dem Dienstplan der Jugendfeuerwehr steht das Erlernen der feuerwehrtechnischen Grundlagen. Jugendleiter und Betreuer lassen sich dafür immer ein abwechslungsreiches Übungsprogramm einfallen. Regelmäßig durchgeführt werden in den Sommerferien auch Übungen mit der Aktiven Wehr. Und es gibt auch jedes Jahr eine 24-Stunden-Übung, bei dem die Jugendlichen sozusagen den Tagesablauf der Berufsfeuerwehr miterleben können. An dem Tag stehen fürdie Teilnehmer verschiedene Einsätze und Übungen an, es wird gemeinsam gegessen, Dienstsport gemacht und gemeinsam übernachtet. Auch bei der Brandwache am Fackelzug des Waldheims im Lindental ist der Feuerwehrnachwuchs dabei. Highlights seien sicher die sogenannten Herbstabschlussübungen gewesen, an denen alle Stuttgarter Jugendfeuerwehren teilgenommen habe. Michael Bantel hatte in seiner Funktion als Stadtjugendwart unter anderem Übungen beim Müllheizkraftwerk und bei Bosch organisiert.

Fest zum „Dienstplan“ der Jugendfeuerwehr gehört ferner die Mitarbeit beim Schmücken des Maibaums, sowie die Teilnahme an den Tagen der offenen Tür mit einer Spielstraße und einer eigenen Schauübung. Ein Highlight war hier sicher der Flashmob bei den Tagen der offenen Tür im Jahr 2014. „Wir haben auch schon einen Lehrfilm für Schulen gedreht“, erzählt Weber. In dem Film geht es darum, wie man sich im Brandfall richtig verhält. Und die Weilimdorfer Nachwuchs-Feuerwehrleute stan­den auch schon als „Schauspieler“ im Abschlussprojekt eines Auszubildenden des SWR vor der Kamera. Der Film war übrigens für den Nachwuchsfilmpreis nominiert.

Spaß und Kameradschaft
Neben den feuerwehrtechnischen Inhalten steht natürlich auch der Spaß und die Kameradschaft im Vordergrund. Jedes Jahr finden Ausflüge statt. Auf dem Programm standen dabei schon Besuche bei der Flughafenfeuerwehr, in der Integrierten Einsatzzentrale, aber auch Ausflüge ins Erlebnisbad Aquatoll oder nach Tripsdrill. Auch bei der Maiwanderung der Weilimdorfer Feuerwehr sind die Jugendlichen immer mit von der Partie. Alle zwei Jahre sind die Jugendlichen auch beim Stadtjugendzeltlager dabei. Das wird im kommenden Jahr übrigens im unterfränkischen Immenreuth stattfinden, wie Matthias Weber bei der Feuerwehrhauptversammlung bekanntgegeben hat. Und im kommenden Jahr wird zudem die Stadtrallye nachgeholt, die eigentlich für das Jubi­läumsjahr geplant war. Dazu sind dann alle Stuttgarter Jugendfeuerwehren eingeladen.

Maskottchen Helmi
Doch zurück zum Jubiläumsfilm und zu Helmi. Das Maskottchen sei nach einer Übung auf dem Schlossplatz entstanden, erinnert sich Dietmar Weber. Die Einsatzleitung habe damals per Funk durchgegeben, dass alles für die Rettung eines Elefanten vorbereitet werden müsse. Der Elefant kam dann in Form des Maskottchens, das übrigens seit 2009 auf den Namen Helmi hört, auf einem Radlader angefahren. „Das war damals ein riesen Spaß für alle Beteiligten“, so Weber. Der Jubiläumsfilm mit Helmi, der von einem Weilimdorfer Unternehmen komplett gesponsert wurde, kann im Internet hier angesehen werden:

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