SPD Herbstempfang 2025: Kindern und Jugendliche eine Chance geben

SPD Herbstempfang 2025 Weilimdorf, Foto Niklas Oehler

(JV) „Kindern und Jugendliche eine Chance geben“ – so oder ähnlich ließe sich das Ergebnis einer Podiumsdiskussion beim diesjährigen Herbstempfang des SPD Ortsvereins Weilimdorf im Bezirksamt zusammenfassen.

Zu dem Hauptthema: „Ausbildung für eine erfolgreiche Zukunft – Weilimdorfer Jugend im Blick“ waren Vertreter aus Schulen und Betrieben gekommen. Nikolaus Arnd, Rektor der Gemeinschaftsschule, Frank Dietrich von der Firma ELDI, Luca Götz Schulsozialarbeit mit dem Projekt AnSchuB ( Anschluss Schule Beruf ) und Laura Streitbürger von der AWO Stabstelle Sozialpolitik mit Fokus auf Kinder -und Jugendhilfe und zugleich Landtagskandidatin der SPD im Wahlkreis III.

SPD Herbstempfang, Begrüßung durch Roland Berger, Foto OehlerNach der Begrüßung durch den Ortsvereinsvorsitzenden Roland Berger vor einem gut besuchten Sitzungsaal des Bezirksrathauses mit Dank an den Hausherrn Bezirksvorsteher Julian Schahl konnte die Moderatorin Ruth Weckenmann – ehemalige Stabsstellenleitung bei der Bundesagentur für Arbeit – die Teilnehmenden befragen. Auch Tarik Ammar, schon Gast beim letzten Empfang 2024 , an dem es über „gute Beispiele gelungener Integration“ ging, konnte inzwischen auf einen Abschluss als Industriemechaniker zurückblicken und hat nun eine Festanstellung bei der Firma Mahle.

Ruth Weckenmann beim SPD Herbstempfang, Foto Niklas OehlerVereint waren alle bei dem Willen den Jugendlichen eine gute Ausbildung zuteil werden zu lassen und notwendigen Fachkräfte für die Zukunft aufzubauen: „Inzwischen gibt es eine Schieflage. Denn nur 88 Bewerberinnen und Bewerber kommen auf 100 Ausbildungsstellen“, so Ruth Weckenmann. Viele Jugendliche sind nicht gut auf den Übergang hin zu einem Ausbildungsplatz vorbereitet. Sie haben sich nicht informiert oder haben unrealistische Vorstellungen, welchen Beruf sie mit welchem Abschluss ausüben können. Oft hapert es an den Sprachfähigkeiten und fehlender Motivation. Auch „Mathe“ ist ein weiterer Schwachpunkt.

Für Nikolaus Arndt ist die gute Zusammenarbeit mit den Betrieben in Weilimdorf ein Erfolgsmodell, das wächst und ausgebaut wird. Schülerinnen und Schüler können über Praktikas in den Firmen schnuppern und eine Ahnung erhalten, was die Ausbildung alles bedeutet. Obwohl es über 400 Ausbildungsberufe gibt, kennen Jugendliche meist nur eine Handvoll und zudem noch sehr geschlechtsspezifisch. Aus dem Publikum kam die Anregung einen Praktikumsplatz doch immer mit zwei Mädchen zu besetzen, damit diese sich eher trauen. Herr Luca Götz betonte, dass einige Jugendliche erst einmal geweckt werden müssen, da Ihnen nicht bewusst sei, was ein Berufsabschluss für ihre Zukunft bedeutet. In ihrer alltäglichen Arbeit stellt Laura Streitbürger fest, dass Jugendliche nicht unbedingt fertig seien, sondern erhöhten Unterstützungsbedarf im Übergang von der Schule in den Beruf brauchen würden. Deshalb gäbe es ja direkte Begleitung über das bundesweite Startchancenprogramm und das Projekt „AnSchuB“. Offen zeigten sich alle von einem Vorschlag, Personen in der Rente könnten einen Auszubildenden ehrenamtlich begleiten und fördern.

Die mangelnde Beteiligung der Eltern bei der Berufssuche ihrer Kinder schockierte Herrn Frank Dietrich, als er erst vor Kurzem bei einem Berufsinfotag in der Gemeinschaftsschule mit anderen Betrieben ihre Ausbildungsberufe vorstellten. Kaum ein Kind wurde von seinen Eltern begleitet: „Hier haben die Eltern doch eine besondere Verantwortung, die sie auch ausfüllen sollten“, so Dietrich.

Am Beispiel von Tarik Ammar wird deutlich, dass mit Willen und Durchhaltevermögen viel erreichbar ist, auch wenn er anfangs Probleme mit der Sprache hatte. Andere haben ihm gern geholfen und ihn unterstützt. Dafür sei er sehr dankbar.

SPD Herbstempfang 2025: Kindern und Jugendliche eine Chance geben, Foto Niklas OehlerInzwischen zählt eine Ausbildung gesellschaftlich wieder mehr und ist auch KI unabhängig. Ein Klemptner oder Elektriker wird kaum ersetzbar sein. Das bedeutet, dass sich inzwischen gut Ausgebildete mit gymnasialen und Realschulabschluss bewerben. Die Gefahr, dass Kinder mit Hauptschulabschluss auf der Strecke bleiben, ist leider gegeben. Noch immer haben Eltern für ihre Kinder im Kopf, dass nur das Abitur was gilt. „Dabei kann man mit einer Ausbildung immer weiter machen und alle Türen stehen offen“, so Herr Dietrich. Laura Streitbürger sieht auch ihre Verantwortung als zukünftige Landespolitikerin, dass Unternehmen aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Lage und trotz steigender Ausbildendenzahlen landesweite Unterstützung brauchen und auch die Schule mit Projekten im Übergang gestärkt werden müssen.

Pitt Cajon an der Gitarre beim SPD Herbstempfang, Foto Niklas OehlerAuch andere Personen von anderen Firmen diskutierten aktiv mit. Judith Vowinkel für den SPD Vorstand stellt in ihrer Abschlussrede fest, dass alle in Weilimdorf an einem Strang ziehen, wenn es um die Zukunft unserer Kinder geht. Pitt Cajon an der Gitarre begleitete den Abend musikalisch. Beim anschließenden Imbiss wurden Gespräche vertieft, Meinungen ausgetauscht und Kooperationpartner gefunden.

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