(RED) Mit viel Humor, lautem Applaus und einer gehörigen Portion sportlichem Ehrgeiz haben die „Narrenzunft Weilemer Hörnleshasa“ am Altweiberdonnerstag, 12. Februar 2026, bereits zum 20. Mal das Bezirksrathaus Weilimdorf gestürmt.
Auf dem voll besetzten Löwen-Markt entwickelte sich dabei ein wortgewaltiges wie unterhaltsames Kräftemessen zwischen den Narren „unten“ und Bezirksvorsteher Julian Schahl „oben“ n– mit dem erwarteten Ausgang: Der Rathausschlüssel wechselte erneut die Hände.
Schon der Einmarsch ließ keinen Zweifel am Motto des Tages: Unter dem musikalischen Auftakt von DJ Micha („Es lebe der Sport“) wurde die geballte anwesende „Sportelite Weilimdorfs“ von Hasa-Moderator Volker Blanke aufgezählt: Angeführt vom TSV Weilimdorf, mittlerweile vierfacher Deutscher Meister im FUTSAL sowie Championsleague-Teilnehmer, den Ringern der SG Weilimdorf, erstmals Bundesligaaufsteiger und dessen größtes Weilemer Talent wie Olympia-Teilnehmer Lucas Lazogianis, sowie den Hörnleshasa selbst, die bei den „Olympischen Hasaspielen“ mit Goldmedaillen glänzten – unter anderem beim 4x 20 Meter „Staffelhoppeln“ oder im 50 Meter „Marathonhoppeln“ und last but not least in der Königsdisziplin, dem „Hasapupsen“. Zunfthase Volker Blanke brachte es augenzwinkernd auf den Punkt: „Das ist Sportgeschichte, die hier geschrieben wird“.
Der sportliche Stolz diente jedoch nur als Aufwärmprogramm für das eigentliche Ziel des Tages: die Forderung nach einer neuen, großen „Supermultifunktionssporthalle“ für Weilimdorf. Mit spitzer Zunge und närrischem Ernst argumentierten die Hasa Volker Blanke und Silvia Rosenauer, dass Spitzenleistungen Platz brauchen – mit Tribünen, Parkmöglichkeiten und Zukunftsperspektive für Vereine und Stadtteil.
Bezirksvorsteher Julian Schahl zeigte sich zunächst unbeeindruckt. In seiner Rolle als Verteidiger des Rathauses hielt er mit trockenem Humor dagegen und verwies auf die allseits bekannte „Beamtenolympiade“: Ausdauer der Verwaltung, Bürgerbüro-Marathons, trainiert in langen Sitzungen, Aktenbergen und endlosen Diskussionen („länger als jede Verlängerung im Finale“). Doch gegen die Übermacht aus Futsalmeistern, Ringern, olympischen Hasen und lautstarkem Publikum auf dem Löwen-Markt waren auch diese amtlichen Durchhalteparolen wie Paragrafenreiterei letztlich nur sportlich hilfloses Aufbäumen: was zählt schon lokale behördliche Ausdauer wie Leidensfähigkeit, Kugelschreiberweitwurf und Linealhanteltraining gegen „echte Sportler“ mit zigfacher Muskelkraft!
Nach mehreren Wortgefechten auch rund um das Thema „Umgestaltung der Pforzheimer Straße und Parkplatznöten, musikalischen Einlagen und närrischen Drohkulissen („Wir brauchen eine zweispurige Zu- und Abfahrtsstrasse zur neuen Supermultifunktionssporthalle mit Tempo 100 und keinen Tempo 20 Schleichweg durch Weil!“ sowie der Gefahr, dass die Fußballer beginnen sich auf die Fenster des Bezirksamtes einzuschießen, gab Schahl schließlich nach: Auch Paragrafen haben an Altweiberfasnet ihre Grenzen.
Unter großem Jubel übergab er den Rathausschlüssel traditionsgemäß an die Hörnleshasa, die damit bis Aschermittwoch die Regentschaft im Bezirksrathaus übernehmen. Das Banner wurden vom Fenster des Sitzungssaales ausgerollt, der Bezirksvorsteher von Hasa-Bauer und Kinderhasa abgeholt und symbolisch aus dem Rathaus geführt.
Doch damit nicht genug: Es folgte das Narrengericht für den Bezirksvorsteher mit sportlichen Prüfungen, bei der Schahl gegen die „Best-Of“ Sportler des TSV, der SG Ringer wie Hasa antreten musste mit Torschießen, Hasahoppeln und Ringer-Aufwärmen (denn wenn jemand an diesem Tag unsportlich war, dann war es das wechselhafte wie windig-nasse Wetter, weshalb keine Sportmatten auf den Löwen-Markt ausgebracht werden konnten).
„Last but not least“ gab es als krönenden Abschluss die traditionelle Polonaise über den Löwen-Markt – sowie Dankesworte an alle Helfer des Rathaussturms und das Rathausteam. Ein besonderer Applaus galt dabei auch Julian Schahl, der den närrischen Widerstand mit Humor und Haltung bis zum Schluss ausgekostet hatte.
Der 20. Rathaussturm zeigte einmal mehr: In Weilimdorf regieren an der Fasnet nicht Akten und Verordnungen, sondern Gemeinschaft, Tradition – und ein dreifach kräftiges „Hörnles – Hasa“!


