(RED) Im März 2025 waren Studenten der „Schule für Farbe und Gestaltung“ aus Feuerbach in Auftrag der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt und von WeilAktiv Aktionsgemeinschaft in Weilimdorf unterwegs und haben sich mit der gestalterischen Entwicklung des Stadtbezirks beschäftigt (weilimdorf.de berichtete).
Die Ergebnisse wurden nun durch den Vorstand von WeilAktiv, Marcus Mannsdörfer und Kris Dujmic, am Mittwochabend, 18. März 2026, dem Bezirksbeirat Weilimdorf vorgestellt.
Im Rahmen dieses „MEO-Programms“ wurde dabei deutlich: Weilimdorf soll sich nicht nur weiterentwickeln – sondern dies aktiv, „gemeinsam“ und mit klarer Ausrichtung tun. Im Fokus der Präsentation stand weniger ein einzelnes Großprojekt als vielmehr ein ganzheitlicher Ansatz für den Einzelhandel und das Stadtbild. Die Entwicklung des Stadtbezirks „soll übergreifend gedacht werden – von der Gestaltung öffentlicher Räume über infrastrukturelle Fragen bis hin zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts“. Ziel sei es, Weilimdorf langfristig als attraktiven, lebendigen und zukunftsfähigen Stadtteil zu positionieren, so Mannsdörfer und Dujmic.
Ein besonderer Fokus lag auf der Analyse der bestehenden Landsituation in Weilimdorf, nahezu alle Mitgliedsgeschäfte von WeilAktiv wurden dokumentiert wie analysiert, bewertet – und vielfach sogar mit individuellen Gestaltungsvorchlägen ergänzt.
Die Umfrage durch die Studenten unter den befragten Passanten ergab zudem, dass mehr als 60 Prozent der Menschen aus Feuerbach, Ditzingen, Korntal-Münchingen und Gerlingen kamen, teils sogar aus noch weiter entfernt liegenden Umlandgemeinden. „Während die Feuerbacher und Gerlinger mit Sicherheit mit der U-Bahn zu uns kamen, war der ÖPNV für die Korntaler wie Ditzinger schon schwieriger zu nutzen, noch weiter entfernte Passanten sind mit dem Auto nach Weilimdorf gekommen“, so Mannsdörfer. Besondere Stärke sei in Weilimdorf der Wochenmarkt (dies vor allem am Freitag), aber auch der Einzelhandel – wenngleich dieser im Stadtbezirk ebenso immer mehr Fachgeschäfte verliert wie im bundesweiten Trend. Positiv hervorgehoben wurde von den Befragten auch die hohe Wohnqualität vor allem für junge Familien, das aktive Vereinsleben wie auch die vielen Veranstaltungen. Als besondere Schwäche erwies sich allerdings ein „altbekanntes Problem“, der Schmutz und Müll, ebenso der zunehmende Leerstand von Ladenflächen und fehlende Sitzmöglichkeiten. Bemängelt wurde auch fehlendes Grün wie Schattenspender an heißen Sommertagen. Größter Wunsch sind allerdings Cafés und hochwertigere Gastronomie, auch solle das kulturelle Angebot weiter ausgebaut werden.
Immerhin: So manches Schaufenster wird in Weilimdorf derzeit neu gestaltet: WeilAktiv hat einen Wettbewerb bei seinen Mitgliedern ausgelobt: „Wer hat das schönste Schaufenster?“ Es wird sich bis Ende März 2026 zeigen, wie kreativ und mit welchen Gestaltungsideen sich hier die Händler „ins Zeug legen“. Wenngleich viele Mitglieder von WeilAktiv inzwischen Dienstleister seien und immer weniger Fachgeschäfte.
Die Bezirksbeiräte merkten abschließend an, dass die Arbeit der Studenten „eine gute Orientierung bietet, was in Weilimdorf fehlt“, vieles was befürchtet wurde, sei benannt worden – so Miriam Gegler (GRÜNE). Mark V. Dürr (AfD) merkte an, dass z.B. beim Thema Müll auch die Abholung der Gelben Säcke in Weilimdorf wiederholt nicht funktioniere und diese durch Wind und Wetter immer wieder „verteilt“ würden. Insbesondere bemängelte er, dass das Handelssortiment in Weilimdorf geschrumpft sei: „Man bekommt z.B. keine Schuhe mehr“. Hier merkte Marcus Mannsdörfer an, dass der Handel dorthin gehe, wo er Chance sehe: Wenn ein Neubau mit Geschäftsfläche wie in der Glemsgaustraße hochgezogen wird, dann aber weder für Kunden noch Anlieferung Parkplätze zur Verfügung stehen, würden die Fläche entweder nicht belegt – oder nur von Dienstleistern genutzt. „Beim Müll frage ich mich, warum es ein Budget für die Ermittlung von Falschparkern gibt. Müll auf die Straße zu werfen ist ebenso strafbar, wird aber nicht verfolgt, weil es niemand kontrolliert“, kritisierte Mannsdörfer.


