(LHS) Die Landeshauptstadt Stuttgart hat am Mittwoch, 22. April, ihr neues Beteiligungsportal „Stuttgart – meine Stadt“ online geschaltet und damit ihre digitale Bürgerbeteiligung grundlegend modernisiert.
Mit dem Relaunch schafft die Verwaltung einen zeitgemäßen, barrierearmen und intuitiven Zugang, über den sich Einwohnerinnen und Einwohner aktiv an der Entwicklung ihrer Stadt beteiligen können.
Seit 2015 ist das Beteiligungsportal ein wichtiges Instrument für den Austausch zwischen Verwaltung und Stadtgesellschaft. Das bisherige Portal entspricht jedoch nicht mehr den heutigen technischen Standards und Erwartungen an die Nutzerfreundlichkeit. Mit dem Relaunch entwickelt die Stadt das Angebot weiter. Das Portal ist konsequent für die Nutzung auf dem Smartphone optimiert und ermöglicht Beteiligung im Alltag – einfach und ohne zusätzliche Hürden.
Eine zentrale Neuerung ist der vereinfachte Zugang: An den meisten Beteiligungsverfahren kann jetzt direkt teilgenommen werden – ohne vorherige Registrierung. Das erleichtert die Teilnahme deutlich. Für einzelne Beteiligungsformate – etwa Einwohnerversammlungen – bleibt eine Registrierung weiterhin erforderlich. Gleichzeitig profitieren registrierte Nutzerinnen und Nutzer von zusätzlichen Funktionen wie Benachrichtigungen zu neuen Projekten und aktuellen Entwicklungen.
Erster Bürgermeister Dr. Fabian Mayer, zuständig für Digitalisierung innerhalb der Landeshauptstadt: „Mit ‚Stuttgart – meine Stadt‘ schlagen wir ein neues Kapitel der digitalen Beteiligung auf. Unser Anspruch war es, technisch innovative Lösungen einzusetzen und bestehende Hürden abzubauen – bei der Barrierefreiheit, beim Zugang und bei der Bedienbarkeit. Das Ergebnis ist ein Portal, das sich einfach und intuitiv nutzen lässt. Besonders wichtig ist uns der niedrigschwellige Zugang: Einwohnerinnen und Einwohner können sich künftig auch ohne Registrierung beteiligen und ihre Perspektiven direkt vom Smartphone aus einbringen.“
Künstliche Intelligenz für mehr Verständlichkeit und effiziente Auswertung
Die Stadt Stuttgart setzt mit dem Relaunch verstärkt auf digitale Barrierefreiheit. Die KI-basierte Software „SUMM AI“ ermöglicht es, Inhalte per Klick in Leichte Sprache zu übertragen. So werden auch komplexe städtische Vorhaben für mehr Menschen nachvollziehbar. Mit dem ebenfalls KI-gestützten Übersetzungstool DeepL können die Nutzerinnen und Nutzer zudem zwölf unterschiedliche Sprachen auswählen.
Auch bei der Auswertung und Aufbereitung von Beiträgen der Stuttgarterinnen und Stuttgarter setzt die Stadt auf den Einsatz künstlicher Intelligenz. Sie hilft den Fachämtern dabei, Inhalte zu bündeln, Kernaussagen herauszuarbeiten und thematisch zu strukturieren. Zudem wird auch die Moderation unterstützt, indem mögliche Verstöße gegen die Netiquette frühzeitig erkannt und die Prüfung der Beiträge erleichtert wird.
Mayer weiter: „Durch den Einsatz moderner KI-Technologien, wie der automatisierten Übersetzung in Leichte Sprache, stellen wir sicher, dass auch komplexe Vorhaben für alle verständlich und zugänglich sind. Gleichzeitig nutzen wir künstliche Intelligenz, um die wertvollen Rückmeldungen der Einwohnerschaft effizienter auszuwerten und transparent in den Planungsprozess zurückzukoppeln. Damit stärken wir die Beteiligung und schaffen eine wichtige Grundlage für eine lebendige Stadtgesellschaft.“
Klare Struktur und neue Beteiligungsformate
Herzstück des Portals bleibt die Vorhabenliste, die in der 2017 vom Gemeinderat beschlossenen Leitlinie für informelle Bürgerbeteiligung verankert ist. Sie informiert über Projekte der Stadtverwaltung und zeigt, wo und wie Beteiligung möglich ist. Durch ein neuentwickeltes Design und eine optimierte Nutzerführung lässt sich auf dem Portal leicht erkennen, bei welchem Projekt aktuell eine Beteiligung möglich ist.
Jede Projektseite folgt künftig einer klaren Struktur:
- Information: verständlich aufbereitete Informationen zu den Vorhaben
- Beteiligung: direkter Zugang zu Online-Formaten sowie Hinweise zu Veranstaltungen vor Ort
- Ergebnisse: transparente Rückkopplung darüber, wie die Anregungen in die Projektentwicklung einfließen
Darüber hinaus bietet das System vielfältige interaktive Formate, von der Markierung von Punkten auf digitalen Karten über die Bewertung von Planungsvarianten bis hin zu Umfragen und Abstimmungen. Bei bestimmten Beteiligungsformaten können auch 3D-Modelle („Digitaler Zwilling“) eingesetzt werden.
Beteiligungsangebote für Kinder und Jugendliche als nächster Ausbauschritt
Das Portal wird künftig um Angebote für die Kinder- und Jugendbeteiligung erweitert. Während Informationen für Kinder über die Eltern vermittelt werden, erhält die Jugendbeteiligung ein eigenständiges Design und eine zielgruppengerechte Ansprache.
Die Einführung dieser Bereiche erfolgt in einem weiteren Ausbauschritt nach dem heutigen Start des Portals. In diesem Zuge werden auch bestehende Inhalte in ein neues Archiv überführt, das vergangene Beteiligungsverfahren und Ergebnisse transparent zugänglich macht.
Start mit Radverkehrskonzept
Das erste Beteiligungsprojekt auf der neuen Plattform ist die Fortschreibung des Radverkehrskonzepts, das am Donnerstag, 30. April, startet.
Das neue Beteiligungsportal basiert auf einer webbasierten Softwarelösung (SaaS) und wurde in Zusammenarbeit mit dem Anbieter CrowdInsights GmbH umgesetzt, der auf digitale Lösungen von Beteiligungsprozessen spezialisiert ist.
Weitere Informationen: www.stuttgart-meine-stadt.de.


