(ARO) Viele heiße Öfen und eine kühle Wanne bildeten die Hauptattraktionen beim diesjährigen Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Weilimdorf am vergangenen Wochenende.
Das Festwochenende startete am Samstag um 15 Uhr mit einer Vorführung der Rettungshundestaffel des DRK Stuttgart. Die vierbeinigen Suchmaschinen und ihre zweibeinigen Führer zeigten ihr Können an verschiedenen Stationen und begeisterten damit besonders die kleinen Besucher.
Für diese war auch ansonsten gut gesorgt, denn die Jugendfeuerwehr hatte an beiden Tagen ein spannendes Kinderprogramm mit Hüpfburg und Zielspritzen mit dem D-Schlauch bereitgestellt.
Doch auch die erwachsenen Besucher kamen auf ihre Kosten. Vor und in der Fahrzeughalle standen ausreichend Garnituren bereit, um in Ruhe Hunger und Durst mit dem umfangreichen Essens- und Getränkeangebot stillen zu können.
Um 19 Uhr startete dann die Party-Nacht mit der Eröffnung der Bar. Punkt 20 Uhr trat die Partyband TWINCATS auf die Bühne und rockte die Fahrzeughalle. Seit über 15 Jahren begeistert die Truppe aus dem pfälzischen Insheim mit ihrem umfangreichen Repertoire bei unzähligen Auftritten das Publikum.
In Weilimdorf waren sie zum zweiten Mal in Folge und sorgten wieder für eine unvergessliche Stimmung in der bis auf den letzten Platz gefüllten Halle der Weilemer Feuerwehr. Bis tief in die Nacht sorgte die Mischung aus aktuellen Chart-Hits, Klassikern oder Partykrachern für Begeisterung bei den Weilimdorfern.
Am nächsten Morgen ging es, nach einer für manchen Feuerwehrangehörigen sehr kurzen Nacht, gegen 10 Uhr mit den Vorbereitungen für den Festbeginn um 11 Uhr weiter.
Zu diesem Zweck wurde als erste Maßnahme die Glemsgaustraße für den kompletten Verkehr gesperrt. Der Platz wurde benötigt, um die Exponate der umfangreichen Fahrzeugshow in Stellung bringen zu können.
Neben dem alten Weilimdorfer Tanklöschfahrzeug konnte als weiteres museales Fahrzeug ein Mercedes-Benz G bestaunt werden, von dem rund 10 Exemplare bei der Stuttgarter Feuerwehr als Einsatzleitwagen und Notarztzubringer eingesetzt wurden.
Auch die beiden neuesten hochgeländegängigen Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr Stuttgart, ein Ineos Grenadier als Kommandowagen und der Rüstwagen der Abteilung Degerloch auf dem schweren Unimog U5023, standen zur Besichtigung bereit.
Aber auch die Nachbarfeuerwehren aus dem benachbarten Landkreis Ludwigsburg beteiligten sich an der Einsatzfahrzeugpräsentation.
Die Gerlinger Feuerwehr hatte ihr Löschgruppenfahrzeug LF 10, die Ditzinger Wehr ihr Mittleres Löschfahrzeug MLF mitgebracht. Beide Fahrzeuge wurden erst vor wenigen Wochen ausgeliefert, sind also, im wahrsten Sinne des Wortes, brandneu.
Brandneu war auch das Design des Großtanklöschfahrzeugs GTLF aus Stammheim. Die Stuttgarter Feuerwehr stellte Mitte Mai das zukünftige Erscheinungsbild der Stuttgarter Feuerwehrfahrzeuge vor. Das GTLF aus dem Nachbarstadtteil wurde bereits im neuen Design foliert und trug somit stolz das Rössle auf seinen Aufbauflanken.
Die beiden letzten Fahrzeuge in der Reihe stachen optisch aus der hell- und dunkelroten Fahrzeugparade heraus, handelte es sich dabei doch um den Kipper und den Teleskoplader des Technischen Hilfswerks des Ortverbandes Stuttgart.
Direkt im Anschluss an die Fahrzeugausstellung wartete an beiden Tagen eine der Hauptattraktionen des Feuerwehrfestes auf die Besucher, die „Heißen Öfen“. Die Initiative „Glückliche Kinderherzen“ stand mit ihren Quads und Buggys auch dieses Jahr bereit, um mit begeisterten Kindern Rundfahrten in Weilimdorf durchzuführen.
Das eigentliche Ziel der Initiative ist es, kranken und sozial benachteiligten Kindern aus dem Stuttgarter Raum, bei einer Ausfahrt mit Quads und Buggys, ihren teilweise beschwerlichen Alltag vergessen zu lassen.
Beim Tag der offenen Tür der Feuerwehr waren die Fahrten zwar kostenpflichtig, allerdings werden die Einnahmen an Paulinchen e.V. gespendet, ein Verein, der sich um brandverletzte Kinder und ihre Angehörigen kümmert und sorgt.
Ganz am anderen Ende der Aktionsfläche, auf dem Parkplatz des Gerätehauses, stand die zweite Hauptattraktion des Festes, die „kühle Wanne“ in Form des Abrollbehälter-Wasser der Feuerwehr Kehl. Die Feuerwehr Kehl besitzt seit rund fünf Jahren diesen „Container“ mit einem Fassungsvermögen von rund 33.000 Liter.
Primärer Einsatzzweck sind die Löschwasserpufferung und die Kühlung von E-Fahrzeugen. Um ihn möglichst multifunktional einsetzen zu können, bekam der Abrollbehälter drei große Sichtfenster und dient auch als Übungsbecken für die Kehler Feuerwehrtaucher.
Da die Kehler Wehr dankenswerterweise den Abrollbehälter zur Verfügung stellte, konnten die Taucher der Berufsfeuerwehr aus Bad Cannstatt ihr Können dem Publikum präsentieren.
Insbesondere die Kinder konnten kaum zum Weitergehen bewegt werden, solange die Taucher „blubbernd“ an den Fenstern vorbeizogen und Späßchen mit dem Publikum auf der „trockenen Seite“ des Behälters machten.
Gegen 14 Uhr wurde es vor dem Abrollbehälter jedoch leerer, stand jetzt doch die Löschübung der Jugendfeuerwehr auf dem Programm.
Mit Blaulicht und Martinhorn kam das Löschgruppenfahrzeug die Glemsgaustraße herunter, um den, durch eine Nebelmaschine simulierten, Brand zu löschen.
Mit geübten Griffen rollten die Jungen und Mädchen der Weilimdorfer Jugendfeuerwehr die Schläuche aus, schlossen Strahlrohre an und sicherten die Einsatzstelle ab. Innerhalb kürzester Zeit schoss aus zwei C-Rohren Wasser, um das Feuer zu bekämpfen während parallel dazu eine Wasserversorgung hergestellt wurde. Begleitet vom begeisterten und verdienten Applaus der zahlreichen Zuschauer konnte „Feuer aus“ gegeben und der Übungseinsatz beendet werden.
Wer noch einen Nachtisch wollte, der konnte sich diesen im Café Florian besorgen. Hier warteten über 40 Kuchen auf heißhungrige Besucher, die so zahlreich kamen, dass am Ende des Festes kein Krümel mehr übrig war. Organisiert und „bestückt“ wurde das Café wieder in bewährter Weise von den Frauen der Feuerwehrmänner.
Insgesamt zählte die Weilimdorfer Feuerwehr rund 3000 Besucher an den beiden Festtagen. Die weiteste Anfahrt dürften dabei die Angehörigen der Partnerwehr aus niederösterreichischen Amstetten gehabt haben, mit denen im Rahmen der Partnerschaft Gastgeschenke ausgetauscht wurden.
In zwei Jahren öffnen sich die Tore des Weilimdorfer Feuerwehrgerätehauses zum nächsten Tag der offenen Tür.
Bilder: Andreas Rometsch



