Waldheim mit so viel Normalität wie möglich

(TOM) Dieses Jahr fanden im evangelischen Waldheim im Lindental wieder zwei Waldheimfreizeiten statt. Insgesamt 220 Kinder haben an den beiden Freizeiten teilgenommen.

Weilimdorf. Dieses Jahr fanden im evangelischen Waldheim im Lindental wieder zwei Waldheimfreizeiten statt. Insgesamt 220 Kinder haben an den beiden Freizeiten teilgenommen.

Nachdem die Organisatoren das Waldheim im vergangenen Jahr schweren Herzens absagen mussten und nur für einige wenige Kinder zwei Sommer-Action-Wochen anbieten konnten, fanden dieses Jahr wieder zwei Waldheimfreizeiten statt. Mit dabei in den zwei Wochen waren insgesamt 220 Kinder.

„In den Jahren vor Corona haben an den Freizeiten immer rund 550 Kinder teilgenommen“, erklärt Waldheimleiter Guido Dieringer. „Die Corona-Verordnung hat vorgegeben, dass in diesem Jahr maximal 36 Teilnehmenden in einer „Kohorte“ zusammengefasst werden durften.“ Die OTs würden dabei mitgezählt. Im Waldheim Lindental gab es insgesamt fünf Kohorten, wobei in einer das Leitungs- und Küchenteam zusammengefasst war.

In feste Gruppen eingeteilt
Eine Kohorte bestehe aus zwei Gruppen mit je 18 Teilnehmenden, die sehr eng zusammenarbeiten, erklärt Dieringer weiter. In der Kohorte habe man sich ohne Maske bewegen dürfen. Gemischte Angebote für Kinder aus verschiedenen Kohorten seien nicht möglich gewesen. Bei den Laufgruppen, mit denen die Kinder morgens und abends ins Waldheim kamen, herrschte deshalb Maskenpflicht. „Die Vorschriften wurden von den Kindern super eingehalten“, freut sich Sarah Killguß vom Leitungsteam. Vielen sei das Thema schon aus dem Training im Verein bekannt gewesen, berichtet sie weiter.

Dieringer ergänzt, dass jede Woche zwei Corona-Schnelltests durchgeführt wurden. Wie in der Schule immer Dienstag und Donnerstag. Die Eltern seien alle damit absolut einverstanden gewesen. „Die Erwachsenen wurden auch alle getestet, auch die Geimpften“, so Dieringer. Auch Geimpfte könnten schließlich Virusträger sein. Die Test seien an vier Stationen – je Kohorte eine – durchgeführt worden und sehr diszipliniert abgelaufen. Die Mitarbeiter, die die Tests durchgeführt haben, seien alle zertifiziert. „Während der beiden Freizeiten hatten wir keinen einzigen Krankheitsfall“, freut sich das Leitungsteam.

Testkids gespendet
Die gesamten Testkids seien dem Waldheim von den Kliniken Ludwigsburg zur Verfügung gestellt worden, erzählt Dieringer. Ein Drogeriemarkt habe großzügigerweise auch angeboten Tests zu spenden. Diese Spucktests seien aber leider ungeeignet gewesen, weil sie viel zu lange gedauert haben. Eine Kundin vor Ort im Drogeriemarkt, die im Krankenhaus Ludwigsburg arbeitet, hatte das mitbekommen. Sie habe den Kontakt zum Krankenhaus hergestellt und kurze Zeit später seien die Tests dann da gewesen. „Dafür sind wir sehr dankbar“, erklärt das Leitungsteam unisono.

Zum Ablauf im Waldheim selbst berichtet Killguß, dass insgesamt alles weitgehend normal abgelaufen ist. Nur die Neigungsgruppen habe man weggelassen, um eine Durchmischung der Gruppen zu vermeiden. Deshalb sei der Waldheimtag letztlich um zwei Tage verkürzt gewesen. Die Laufgruppen zum Waldheim (siehe Foto) hätten sich um 7.30 Uhr getroffen, um dann ins Lindental zu laufen. Programm war dann von 8 bis 16 Uhr und um 16.30 Uhr waren die Kinder schließlich wieder zuhause.

Viele Aktivitäten
Die Kohorten hatten jeweils eigene Aufenthaltsbereiche, in denen verschiedene Aktivitäten abgelaufen sind. Batiken sei dieses Jahr hoch im Kurs gewesen, aber auch Stadtspiele, Spiele im Wald und auf Burg Dischingen oder auch Stockbrotbacken. Auch verschiedene Ausflüge standen auf dem Programm – etwa ins Freibad. Hier wurden die Gruppen vorab mit Teilnehmerlisten angemeldet. Eine schöne Aktion sei auch der „Drecksautag“ gewesen, meint Killguß lachend. An dem Tag durften sich alle mal so richtig dreckig machen – auf der Matsch-Rutsche am Hasenbrünnele oder beim Malen mit Fingerfarben. An dem Tag hätten auch alle mit den Fingern essen dürfen. Am Ende gab es dann eine Wasserschlacht als krönenden Abschluss.

In den einzelnen Kohorten seien auch ganz tolle Ideen entwickelt worden, erzählt Björn Eich. Die D-Gruppe etwa hatte eine Baugrube eingerichtet, für die bei Waldheimleiter Dieringer ganz offiziell eine Baugenehmigung eingeholt worden war. Es gab eine Bauleitung, Poliere, die aufgepasst haben, dass nichts passiert und natürlich verschiedene Bautrupps. „Die Absperrkette für die Baugrube haben die Kinder selbst mitgebracht“, ergänzt Dieringer.

Tolle Küchencrew
Ein großes Lob sprach das Leitungsteam auch der Küchencrew aus. Die Crew bestand in der Regel aus fünf bis sechs Personen und wurde, wenn nötig, durch weitere Helfer aufgestockt. Das sei problemlos möglich gewesen, weil Leitungs- und Küchenteam, wie bereits erwähnt, eine eigene Kohorte waren, erläutert Dieringer. Auf der Speisekarte standen Waldheimklassiker wie Spaghetti mit Tomatensoße oder Fleischküchle mit Kartoffelsalat. Gegessen wurde übrigens immer in den Aufenthaltsbereichen der Kohorten und bei Ausflügen wurde das Essen zum Ausflugsort geliefert.


Das Fazit des Leitungsteams zu den diesjährigen Waldheimfreizeiten fiel sehr positiv aus. Alles habe bestens geklappt und auch die Kinder hätten die Freizeiten sehr genossen. Nach Wochen im Online-Unterricht endlich mal wieder mit anderen zusammen sein zu dürfen, hätten alle sichtlich genossen. Weil weniger Kinder am Waldheim teilnehmen durften, hätte es natürlich auch „mehr Waldheim pro Kind“ gegeben. Auf der einen Seite toll, auf der anderen Seite hat das allen immer wieder vor Augen geführt, dass sonst im Waldheim mehr los ist. Kein Wunder also, dass sich OTs und Leitungsteam für das kommende Jahr wünschen wieder ein Waldheim in gewohnter Form anbieten zu können – mit allem drum und dran und wieder mit 550 Kindern in den beiden Freizeiten .

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