(RED) Im Sitzungssaal des Bezirksamts Weilimdorf wird sonst diskutiert, abgestimmt und protokolliert. Diese Nutzung wollte Bezirksvorsteher Julian Schahl am Abend des 12. Mai 2026 umwidmen in eine Geburtstagslocation. Hatte nur die Stadtverwaltung was dagegen…

Ergo wurde umdisponiert – denn wer in Schwaben 40 wird („A Schwob wird erscht mit 40 gscheit, an annerer net in Ewigkeit“), weiss sich zu helfen und verlegt die Geburtstagsfeier in „neutrale Gefilde“, wie z.B. die Event-Räume von WeilWein in der Pforzheimer Straße – und die Entscheidung war einfach nur „gscheit“!
Rund um 18 Uhr herum füllten sich der Räume mit Besuchern, die nicht wegen einer „Tagesordnung“ gekommen waren, sondern wegen eines Mannes, der in Weilimdorf inzwischen kaum noch vorgestellt werden muss — Bezirksvorsteher Julian Schahl feierte seinen 40. Geburtstag.

Der Jubilar hatte dazu schlicht und herzlich Bezirksbeiräte, Vorstände der Weilimdorfer Vereine und Gewerbetreibende wie Freunde und Bekannte eingeladen: „ein schöner Abend, gute Gespräche, Häppchen und Getränke — und anstelle von Geschenken eine Bitte um Spenden für einen „Defibrillator am Löwen-Platz“. Eine Geste, die viel über den Mann aussagt, dem der Abend gehörte. Ob die Spendensumme fur das lebensrettende Gerät zusammenkam, war am Abend noch nicht bekannt — das Interesse der Gäste war es jedoch zweifelsohne.
Laudatio: Vom Jungspund zum gescheiten Schwaben

Den offiziellen und unterhaltsamsten Teil des Abends bestritt Stephan Gier mit einer Laudatio, die die Lacher ebenso sicher auf seiner Seite hatte wie die ein oder andere nachdenkliche Stille. Er erinnerte daran, wie Julian Schahl im November 2024 als neuer Bezirksvorsteher antrat — für manche zunächst als „Jungspund“ wahrgenommen, einer, bei dem man sich kurz fragte: Wer ist das, und was kommt da auf uns zu?
Die Antwort, so Gier, kam schnell: Schahl lief los. Von Institution zu Organisation, von Termin zu Termin. Während andere in den ersten Monaten Visitenkarten sammelten, sammelte er Gruppenfotos — und erweckte damit den Eindruck, gleich den ganzen Bezirk einsammeln zu wollen. Mit bemerkenswerter Geschwindigkeit habe er sich in die lokalen Themen eingearbeitet, nicht vom Schreibtisch aus, sondern im Gespräch, mit offenen Ohren und einer Haltung, die Menschen zusammenbringt.
Natürlich blieb auch die Realität nicht aus, hielt Gier fest: In der Großstadt lauft manches anders als in der Mittelstadt, wo jeder jeden kennt. Doch Schahl liess sich davon nicht entmutigen, sondern arbeitete umso fokussierter weiter. Er habe vieles angestossen — und, noch wichtiger, Dinge auch umgesetzt. Nicht alles glamourös, vieles Detailarbeit. Aber genau daran, so Gier, erkenne man jemanden, der Verantwortung ernst nimmt.
Besonders hervorgehoben wurde in der Rede eine Eigenschaft, die sich nicht plant, aber jeder spürt: Präzenz. Ob Fest, Sportveranstaltung, Ehrung oder Termin, bei dem man sich fragt, wer da eigentlich freiwillig hingeht — irgendwie sei Schahl immer da. „Das ist nicht selbstverstandlich“, betonte Gier, „und es ist für Vereine, Initiativen und Engagierte ein echtes Signal: Ihr seid wichtig.“
Auch das Privatleben kam nicht zu kurz: Hochzeit und Nachwuchs — nebenbei, wohlgemerkt. Gier fasste es treffend zusammen: „Mit 40 bist du bei dir weniger runder Geburtstag als vielmehr ein Zwischenstand nach einem sehr sportlichen Mehrkampf.“ Und dann war da noch der schwäbische Ehrentitel: Mit 40 ist man offiziell „gscheit“ — nicht perfekt, nicht fertig, aber so gscheit, dass man einem Dinge zutraut. Und gleichzeitig so gscheit, dass man selbst weiss: Da geht noch was – und das sagt ein Saarländer wie Gier. Hat doch was!

Für einen besonderen Moment sorgte am Ende der Laudatio ein Überraschungsgast — der „Lebendige Löwe“ von Weilimdorf, jenes Symbol, das für die Lebendigkeit des Stadtteils steht, die Schahl in seiner bisherigen Amtszeit massgeblich mitgeprägt hat. Ein augenzwinkerndes, warmherziges Finale, das die Gäste sichtlich erfreute.
Kurzer Blick zurück – ein langer nach vorne
Am Ende des Abends blieb ein Bild: ein Bezirksvorsteher, dem aufrichtig gratuliert wurde — nicht weil es sich gehört, sondern weil er es sich erarbeitet hat. Stephan Gier brachte es in seiner Laudatio auf den Punkt: „Kurzer Blick zurück, ein ehrlicher Dank an die Menschen um dich herum — und dann wieder nach vorn.“ Wer Julian Schahl kennt, weiss: Auf das Ausruhen wartet er nicht lange.

Schahl ist übrigens sehr gut bekannt, ein wahrer Fan der Futsal-Mannschaft des TSV Weilimdorf zu sein. TSV-Vorstand Daniel Nötzold, der nicht nur den Abend moderierte, hatte für Schahl ein besonderes Geschenk dabei – ein Trikot der Futsal-Mannschaft mit der Nr. 40. Echt gscheit!

Musikalisch umrahmt wurde der Geburtstagsabend von Guido Dieringer & Fezzmo-Kontrabassist Patrick Böhringer – die ein rockig-fezziges Ständchen am anderen mit den Gästen sangen. Mehr solistischer veranlagt – und dennoch mit einem Kanon das Publikum vereinnahmend war auch eine Abordnung des Wolfbusch-Kinder- und Jugendchor unter der Leitung von Edith Hartmann.

Fotos: Hans-Martin Goede & Andreas Rometsch, Infos zu den Fotos auch per Klick einzusehen


