Weilimdorfer Apotheker mit Protestaktion zufrieden

Apo-Protest Resümee Copyright Andreas Rometsch

(ARO) Am vergangenen Mittwoch fand ein flächendeckender Protesttag der deutschen Apotheken gegen die chronische Unterfinanzierung durch nicht deckende Honorarbeträge statt.

Aufgerufen dazu hatte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V., kurz ABDA. Wie die ABDA am Donnerstag mitteilte, fand der Aktionstag bundesweite Aufmerksamkeit sowohl bei der Bevölkerung als auch der Presse.

Auch die Weilimdorfer Apotheker zeigten sich mit dem „Versorgungsblackout-Tag“ und der Resonanz unter der Bevölkerung sehr zufrieden.

Apo-Protest Resümee Copyright Andreas RometschHans Jürgen Wöhrle, der Besitzer der Stadtapotheke Weilimdorf – und auch WeilAktiv Aktionsgemeinschaft Mitglied, wie auch sein Team waren, wie Herr Wöhrle mitteilte, sofort bereit die Aktion der ABDA tatkräftig und publikumswirksam zu unterstützen. Mit einem abgedunkelten Verkaufsraum, nur erleuchtet durch Grabkerzen, und prägnanten Flyern machte die Stadtapotheke auf die prekäre Lage vieler Apotheken aufmerksam.

Nach Angaben von Hans Jürgen Wöhrle verringerte sich seit dem Jahr 2008 die Zahl der deutschen Apotheken um rund 20 Prozent, Tendenz steigend. Wie Herr Wöhrle weiter ausführte, wurde die im Koalitionsvertrag vereinbarte Zusage der Erhöhung der Apothekenhonorare, diese sind seit 13(!) Jahren unverändert, auf den „Sankt-Nimmerleins-Tag“ verschoben.

Apo-Protest Resümee Copyright Andreas RometschEr dankte den Kundinnen und Kunden der Stadtapotheke für Ihre Unterstützung und ihr Verständnis für die Nöte der Apotheken.

Auch Christoph Gulde, Eigentümer der Solitude-Apotheke und wie Wöhrle Mitglied in der Aktionsgemeinschaft, zeigte sich erfreut über die Reaktion der Kundschaft, welche für das Anliegen der Apotheker Zustimmung und Verständnis zeigte.

Apo-Protest Resümee Copyright Andreas RometschGulde erinnerte daran, dass es zwei Jahre her sei, seit die Apotheken aus Baden-Württemberg auf dem Schloßplatz in Stuttgart protestierten und auf ihre immer schwierigere Situation aufmerksam gemacht haben. Viele Landespolitiker hatten damals die Apotheker in ihrem Protest bestärkt. Christoph Guldes Resümee der damaligen Protestaktion: „Verbesserungen seither für die Apotheken? – Fehlanzeige“.

Wie Christoph Gulde weiter mitteilte verschwänden jeden Tag zwei Apotheken, zwei wichtige Anlaufstellen für die Menschen in unserer Gesellschaft.

Die Wege zu den einzelnen Apotheken würden weiter und die Notdienste dünner. Das Apotheken-Sterben würde in der Stadt noch einigermaßen unauffällig und lautlos passieren, wer genau hinschaute, sähe aber auch hier die Lücken.

Apo-Protest Resümee Copyright Andreas RometschAuf dem Land ist die Lage diesbezüglich noch deutlich prekärer, hier liegen durchaus 20-30 Kilometer zwischen einzelnen Apotheken, insbesondere zu Notdienstzeiten eine enorme Entfernung für Patienten, die dringend Medikamente benötigen.

Der Besitzer der Solitude-Apotheke wies eindringlich auf den dringenden Hilferuf und die erneute Forderung der Apotheker an die Bundesregierung hin: „Stehen Sie zu Ihrem Koalitionsvertrag und das nicht nur mit freundlichen Worten. Unterstützen Sie uns im Landesparlament, wenn Ihnen eine Versorgung in der Fläche wichtig ist. Stehen Sie messbar zu dem Heilberuf Apotheker, der in Krisenzeiten bewiesen hat, dass er zu Lösungen unter schwierigen Umständen in der Lage ist und der mehr denn je gesellschaftlich gebraucht wird“, so Christoph Gulde.

Apo-Protest Weilimdorf Copyright Andreas RometschNicole Heckel-Freund von der Uhland-Apotheke freute sich ebenfalls über die Reaktion ihrer Kundschaft, die ebenso wie in den anderen Offizinen positiv auf die Forderungen der Apotheker reagierten.

Sie wies daraufhin hin, dass ein wichtiger Aspekt eine wettbewerbsfähige Bezahlung des pharmazeutischen Fachpersonals sei. Dies wäre unter den aktuellen Honorarsätzen nur sehr schwer möglich.

Es sei ein deutlicher Trend zur Abwanderung in Wirtschaft und Forschung feststellbar, da dort höhere Gehälter gezahlt würden. Um weiterhin eine umfassende und adäquate Beratung der Kunden zu gewährleisten, bräuchten die Apotheken aber weiterhin genügend qualifiziertes Personal, welches nur bei dementsprechender Entlohnung zur Verfügung stände.

Bilder: Andreas Rometsch

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