Volker Blanke und Sabrina Pallas vor dem "Hasastall". Foto: Goede

Weilimdorfs Narren haben nun einen Hasastall!

(RED) Volker Blanke, Vorstandsvorsitzender der Weilimdorfer Narrenzunft „Hörnleshasa“, sah man die stolz geschwillte Hahnenbrust an (soweit einem „Hasa“ die schwellen kann), als er zusammen mit „Presse-Has“ Sabrina Pallas erstmals „Fremdpublikum“ – in diesem Falle für weilimdorf.de – den frisch fertig gestellten „Hasastall“ zeigte.

Lange Zeit mussten die Hörnleshasa ihre schmucken Hasen-Utensilien, die eben der fünften Jahreszeit geschuldet nicht ganzjährig gebraucht werden, in diversen Kellern und Abstellkammern der Mitglieder einlagern. „Wir haben lange nach einem großen Lagerraum gesucht“, so Blanke und Pallas. Selbst im Gewerbegebiet wurden Räumlichkeiten besichtigt, die Quadratmeterpreise waren jedoch jenseits von Faschingsmaske und Hasenfüßen verortet. Als der Vorstand mitbekam, dass sozusagen nur wenige Hoppler von allem entfernt in der Glemsgaustraße Räume frei werden und Dank einer entgegenkommenden Vermieterin auch bezahlbar angehast, Verzeihung, natürlich angemietet werden konnten, war die Entscheidung schnell gefällt.

„Die letzten 3 Monate haben wir hart an der Sanierung und Ausgestaltung der Räume gearbeitet, natürlich pandemiebedingt immer nur in Kleingruppen unter möglichst bester Einhaltung der Abstände“, so Blanke, an dessen Registerfach statt „Vorstand“ allerdings sein hasiger Spitzname „Volle“ einem entgegenglänzt. Und es waren harte Eigenleistungs-Wochen, auch psychisch bedingt: Freitags wie samstags von 10 bis 20 Uhr genagelt, geschraubt, gepinselt und geputzt – eben all die Dinge „verarbeitet“, die „Innenarchitektin“ Sabrina Pallas so unter der Woche von Montag bis Donnerstag bei ebay-Kleinanzeigen teils aus dem Schwarzwald und Weilimdorfs Umgebung, aber auch bei Weilimdorfer Unterstützern aufgetan hat. „Sabrina war unser Einpeitscher-Hasa für die Renovierung und den Einbau, ohne sie wären wir heute nicht hier und könnten sagen ‚habe fertig!‘“, schmunzelt „Volle“. Prunkstück ist im Obergeschoss die bei einer Haushaltsauflösung erstandene selbstgezimmerte, aber massive Bar, deren Ausstattung sich schon jetzt „hochprozentig“ sehen lassen kann.

die "Zunftstube" der Hörnleshasa. Foto: Goede
die “Zunftstube” der Hörnleshasa

Die Räume sind kaum wiederzukennen, der sie vorher schon kannte bzw. gesehen hat. Ursprünglich war hier die Wäscherei Bäuerle beheimatet, dann lange Zeit das DRK Weilimdorf zu finden, das 2020 in seine neuen Räumlichkeiten in der Ludmannstraße umgezogen ist. Die dem neuen „Hasastall“ vorgesetzte Gaststätte „Adler“ war bereits die Vereinsgaststätte der Weilemer Narren – in Zukunft müssen sie nur wenige Meter weiter hoppeln, um den eigenen “Hasastall” genießen zu können.

Über der Eingangstür wurde das DRK-Schild durch den „Hasastall“-Hinweis ersetzt, man hoppelt direkt in die „Zunftstube“, die neben einer großen Sitzgarnitur und hasig-gemütlichen Couchecke auch eine Art „Narrenbaum“ beheimatet, auf dem sich die ersten Hasa-Trophäen sammeln wie z.B. der Schlüssel zum Bezirksamt (ok, der wird zu jedem Rathaussturm in Weilimdorf recycelt….), aber auch ein „echter Hörnleshas“ vom Weilimdorfer Künstler Bruno Witzky. „Es gibt von diesen Kunstwerken nur drei, wir haben nun eines davon. Diese wurden zur 750-Jahr-Feier von Weilimdorf 1993 für einen guten Zweck versteigert. Dieser hier bei uns wurde damals von Peter Heinz ersteigert, dem Herausgeber der damaligen „Grünen Woche“. Wir haben nun dieses Kunstwerk sozusagen geerbt und sind sehr stolz darauf!“, freut sich Blanke.

Ebenso im Erdgeschoss befindet sich eine große vollausgestattete Küche (die die Narren vom DRK übernommen haben), dazu die Toiletten für die Häsinnen und Rammler, das Büro neben der Zunftstube ist neben den vom DRK geerbten Regalen auch Heimat der Vereinskleidung und Technik für Veranstaltungen. Der ganze Hasenstolz sind aber die rund 60 Quadratmeter im Obergeschoss, in das man über eine große Treppe mit umfassender Bildergalerie des berühmt berüchtigten Hörnleshasa-Männerballett gelangt. Der erste Hasa-Halt ist die gut bestückte Bar, bevor die volle Größe des Gemeinschaftsraumes sich einem erschließt, der wohl den Namen „Hasenwiese“ bekommen dürfte. Mehrere Tische und Stühle stehen für Mitgliederversammlungen, Veranstaltungen, Partys und Geburtstagsfeiern bereit – das Deckenlicht lässt sich mehrfarbig wechselnd einstellen, eine alte, aber glasglänzende Diskokugel verteilt die „Farbpartikel“ im Raum. Man bekommt Lust, sich gleich an der Bar zu bedienen und die Faschingsparty steigen zu lassen… schwierig nur in Pandemie-Zeiten für einen Narrenverein, der aktuell immerhin 63 Mitglieder im Alter von „8 bis 88“ hat. „Wenn es wieder los geht und die Beschränkungen aufgehoben sind, werden wir unseren Hasastall mit einem großen Tag der offenen Tür und Eröffnungsfest auch den Weilimdorfer*innen vorstellen!“, kündigt Pressehas Pallas an.

Bis das so weit ist, werden die Hörnleshasa am nahenden Palmsonntag die vom Weilimdorfer Heimatkreis übernommene Arbeit des Schmücken vom Osterbrunnen gegenüber dem „Adler“ bzw. dem „historischen Ensemble“ durchführen. „Die ehemalige Vorsitzende des Heimatkreis, Erika Porten, hat uns hier detailliert in diese Arbeit eingewiesen. Das ist nicht nur ein einfaches Schmücken mit ein paar bunt bemalten Eiern, das ist eine historisch gewachsene Dekorationsaufgabe mit umfassenden Materialvorgaben bis hin zu Farbdetails!“, wissen die Hasa zu erzählen. Am 1. Mai wollen die Hörnleshasa gemeinsam in die Natur, bevor ab dem 11. November den ersten Einladungen zu befreundeten Narrenvereinen Folge geleistet wird. Der erste eigene närrische  Auftritt ist dann traditionell am 6. Januar mit dem „Häs-Masken-Abstauben“ am Brunnen, was in diesem Jahr pandemiebedingt ausfallen musste. Für 2022 steht es aber fest und selbstbewusst im närrischen Kalender.

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