„Wir passen die Präsenz an das an, was wir wahrnehmen“

Zur diesjährigen Sitzung des Sicherheitsbeirates konnte Bezirksvorsteher Julian Schahl neben dem Leiter des für Weilimdorf zuständigen Polizeireviers 8, Marius Elz auch die Leiterin des Polizeipostens Weilimdorf Kerstin Richter und den Präventionsbeamten Thomas Schembera begrüßen. Foto: Tommasi

(tom) Im Rahmen der Sitzung des Sicherheitsbeirates in Weilimdorf wird jedes Jahr auch die polizeiliche Unfall- und Kriminalitätsstatistik für dasn Jahr 2025 vorgestellt.

Zur diesjährigen Sitzung des Sicherheitsbeirates konnte Bezirksvorsteher Julian Schahl neben dem Leiter des für Weilimdorf zuständigen Polizeireviers 8, Marius Elz auch die Leiterin des Polizeipostens Weilimdorf Kerstin Richter und den Präventionsbeamten Thomas Schembera begrüßen.

Elz ging gleich eingangs seines Berichtes auf einen Artikel in der Tagespresse ein. In dem Artikel sei der Eindruck erweckt worden, dass es in Weilmdorf bald eine mobile Videoüberwachung zur Verbrechensbekämpfung eingerichtet werde. Elz erklärte, dass Polizeipräsident Markus Eisenbraun im Interview lediglich mitgeteilt habe, dass es möglich sei eine mobile Videoüberwachung einzusetzen. „Das wäre auch in Weilimdorf möglich ist aber nicht so geplant“, erklärt Elz.

Verkehrsunfallstatistik Weilimdorf 2021 bis 2025, © Grafik Polizeipräsidium Stuttgart, keine Weiterverwendung ohne Genehmigung

Zur Statistik erklärte der Revierleiter grundsätzlich, dass neben den Zahlen für Weilimdorf auch die der Gesamtstadt betrachtet würden. Zur Verkehrsunfallstatistik erklärte Elz, dass die Verkehrsunfälle in ganz Stuttgart leicht angestiegen seien. Das gelte auch für Weil­imdorf. Bei den Unfällen habe es in Weilimdorf aber weniger Leicht- und weniger Schwerverletzte gegeben. Leider seien zwei Verkehrstote zu beklagen gewesen. Leicht rückläufig seien auch die Verkehrsunfälle mit Sachschaden. Die Kleinstunfälle hätten zugenommen. Elz konnte weiter berichten, dass die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss und auch die Zahl der Unfallfluchten zurückgegangen sind. Zugenommen hätten hingegen die Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss.

Mit Blick auf die an Unfällen Beteiligten erklärte Elz, dass es hier keine großen Änderungen gegeben habe. Die meisten Unfälle gab es mit Radfahren (18) gefolgt von Pedelecfahrern (12), Motorradfahrern (11) und Fußgängern (9).

Verkehrsunfallhäufigsstellen in Weilimdorf 2021 bis 2025,  © Grafik Polizeipräsidium Stuttgart, keine Weiterverwendung ohne Genehmigung

Unfallhäufungsstellen in Weilimdorf gebe es sieben – die Kreuzung Ditzinger-/Flachter-/Gerlinger Straße, der Kreisverkehr Flachter-/Glemsgaustraße, die Kreuzung Solitude-/Pforzheimer-/Rennstraße, die Einmündung Pforzheimer-/Landauer Straße, die Kreuzung Engelberg-/Giebelstraße/Salamanderweg, den Kreisverkehr Solitude-/Engelbergstraße/Spechtweg und die Bergheimer Steige. Bei allen genannten Unfallhäufungsstellen hätten in den vergangenen fünf Jahren fünf Unfälle mit Personenschaden stattgefunden.

Abschließend teilte Elz mit, dass es in Weilimdorf regelmäßige Verkehrsüberwachungen gebe, bei denen Autofahrer aber auch Radfahrer kontrolliert werden und es würden auch Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Präventionsveranstaltungen gebe es vornehmlich für Kinder und Jugendliche in Schulen, für Senioren und auch für junge Fahrer.

Weilimdorf ist und bleibt bei der Entwicklung der Kriminalitätsentwicklung in der Landeshauptstadt am unteren Rand der Zunahme, © Grafik Polizeipräsidium Stuttgart, keine Weiterverwendung ohne Genehmigung

Zur Kriminalstatistik berichtete der Revierleiter mit Blick auf die Gesamtstadt, dass die Kriminalität insgesamt leicht gesunken sei. Die Aufklärungsquote liege mit 66,9 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Bei den Tatverdächtigen unter 21 Jahren habe die Zahl der Sexual- und Rohheitsdelikten zugenommen, in anderen Bereichen wie zum Beispiel bei den Sachbeschädigungen seien Rückgänge zu verzeichnen gewesen. Die Gewalt gegen Polizeibeamte habe leider erneut zugenommen.

Kriminalitätsentwicklung Weilimdorf 2021 bis 2025, © Grafik Polizeipräsidium Stuttgart, keine Weiterverwendung ohne Genehmigung

Auch in Weilimdorf sei die Zahl der Straftaten leicht angestiegen, wobei Weilimdorf einer der Stadtteile ist in denen die Kriminalitätsrate im Verhältnis zur Bevölkerungszahl sehr niedrig ist. Mit Blick auf die verschiedenen Deliktsbereiche hielt Elz fest, dass hier eine ähnliche Entwicklung zu beobachten sei wie in der Gesamtstadt: Zugenommen habe die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von 26 im Jahr 2024 auf 41 im Jahr 2025. Zugenommen hat auch die Zahl der Rohheitsdelikte von 303 auf 357. Zu den Rohheitsdelikten zählen auch die Körperverletzungen bei denen ein Anstieg von 202 auf 221 Fälle zu verzeichnen war. Im Deliktfeld Diebstahl waren mehr Ladendiebstähle, Wohnungseinbrüche und Taschendiebstähle zu verzeichnen, die Fahrraddiebstähle und der schwere Diebstahl aus Kraftfahrzeugen sind zurückgegangen. Ebenfalls eine Zunahme gab es bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten wobei die Zahlen beim Waren- und Kreditkartenbetrug rückläufig waren. Deutlich zugenommen haben die Sachbeschädigungen von 169 auf 227, die Zahl der Rauschgiftdelikte ging in Weilimdorf dagegen zurück ebenso wie die Gewalt gegen Polizeibeamte.

Kriminalitätsanteile der Stadttteile in Weilmdorf, © Grafik Polizeipräsidium Stuttgart, keine Weiterverwendung ohne Genehmigung

Betrachte man die Weilimdorfer Ortsteile sei festzustellen, dass die Straftagen in Weilimdorf Mitte und Nord abgenommen haben, in Bergheim, Giebel, Hausen und Wolfbusch sei eine Zunahme zu verzeichnen gewesen.

Zusammenfassend hielt Elz fest, dass sich die Straftaten in Weilimdorf ähnlich wie im gesamten Stadtgebiet entwickelt hätten. Zu dem Vorfall mit Schusswaffengebrauch im Dezember vergangenen Jahres, der das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung stark beeinträchtigt habe erklärte Elz, dass man dem in der täglichen Arbeit Rechnung getragen haben. „Wir schauen nach wie vor genau hin, zeigen mehr Präsenz und nehmen die Ängste und Nöte der Menschen ernst.“

In der anschließenden Diskussion hielt Barbara Graf (Bündnis 90/Die Grünen) fest, dass das Thema Sicherheitsgefühl der Bürger bei ihr im Fokus sei. Nach der Schießerei bei der Lindenbachhalle im Dezember habe sie verstärkt Fußstreifen wahrgenommen. Sie wollte wissen, ob auch bei der Polizei angekommen sei, dass die Unsicherheit wieder gestiegen ist, als die Fußstreifen weg waren. Ferner wollte Graf wissen, ob die Polizei etwas über die Beteiligten an der Schießerei sagen kann und ob es Erkenntnisse bezüglich der Einbrüche in den den Schulen gebe. Außerdem fragte sich noch nach, ob es auffällige Straftaten im Bereich der Flüchtlingsunterkunft im Holderäcker gebe. Und zuletzt wollte sie noch wissen, welche der wegen der Schießerei am Spielplatz vereinbarten Maßnahmen für die Anwohner ergriffen worden seien.

Dieter Benz (SPD) sprach ebenfalls die Schießerei und die Einbrüche in den Schulen an und wollte dazu näheres wissen. Ebenso Stefan Gier (CDU). Er hielt fest, dass die Präsenz der Polizei Wirkung gezeigt habe. Aktuell gebe es immer noch hohe Präsenz durch Polizeifahrzeuge. Er bat darum die Fußstreifen wieder aufzunehmen, auch um damit vorbeugend einzuwirken.

Ralf Böpple (FDP) fragte nach welche Kriterien es gibt, dass ein Fall in die Statistik aufgenommen wird.

Zu Beginn der Antwortrunde hielt Bezirksvorsteher Schahl fest, dass der Spielplatz inzwischen mit LED-Beleuchtung ausgestattet und die Büsche für bessere Sichtbarkeit zurückgeschnitten wurden. Einen Austausch mit den Anwohnern gebe es in Form eines runden Tisches.

„Wir passen die Präsenz an das an, was wir wahrnehmen“, erklärt Elz. Bei nahezu allen Kontrollen habe man nur wenige Personen angetroffen und habe keine Straftaten festgestellt. Insgesamt müsse man auch berücksichtigen, dass Jugendliche Orte brauchen um sich zu treffen. Weiter hielt der Revierleiter fest, dass man mit der Präsenz nie aufgehört habe und dass man die Kontrollergebnisse genau im Blick habe. Zu den Tätern erklärte er, dass es sich um eine Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen gehandelt habe. Zwei Tatverdächtige seien festgenommen worden und in Haft gegangen. Bezüglich der Einbrüche habe man auch zwei Tatverdächtige festnehmen können. Die Ermittlungen müssten nun zeigen ob es zu einer Verurteilung kommt. Seit der Festnahme hätten die Taten jedenfalls abgenommen.

Zur Frage von Böpple erklärte Elz, dass die Tat dort in die Statistik eingeht, wo sie stattgefunden hat. Rufe ein Täter beispielsweise aus dem Ausland an, komme die Tat bei uns nicht in die Statistik.

Zur Frage von Mark Dürr (AfD) ob Elz auch etwas über die Straftaten in diesem Jahr sagen könne erklärte der Revierleiter, dass er keine Zahlen aus dem laufenden Jahr nennen dürfe. Der Trend für Weilimdorf sei momentan aber etwas rückläufig. Das sei aber tatsächlich nur eine Momentaufnahme.

Jugendrat Tim Brauchle hielt fest, dass die Maßnahmen der Polizei – es gebe immer noch Kontrollen – von den Jugendlichen positiv aufgenommen würden.

Bezirksvorsteher Julian Schahl bedankte sich abschließend wie schon zuvor die Bezirksbeiräte bei der Polizei für die Ausführungen und die sehr gute Zusammenarbeit und bat den Dank an die Kollegen weiterzugeben.

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