5. Dezember 1775: Schillers Vater wird der Leiter der Gärten von Schloss Solitude

(SSG) Am 5. Dezember 1775, vor exakt 245 Jahren, trat Johann Caspar Schiller eine neue Arbeitsstelle an: Der Vater des späteren Dichterklassikers betreute als herzoglicher „Gartenintendant“ die weitläufigen Obstplantagen, die einst rings um Schloss Solitude gediehen.

Sein umfassender Leitfaden der Obstbaumzucht, ein eindrucksvolles Buch, hatte noch lange als Standardwerk Bestand. Heute sind die herzoglichen Versuchsanlagen längst verschwunden; in den letzten Jahren angelegte Obstwiesen in der Nähe des Schlosses erinnern an Johann Caspar Schillers Arbeit.

LUSTSCHLOSS MIT LANDBAU_

Der Garten von Schloss Solitude war einst für seine Obstbaumplantagen berühmt. Hier wurden am Ende des 18. Jahrhunderts zahlreiche Obstbäume gezogen, darunter viele Apfelsorten. Johann Caspar Schiller leitete 20 Jahre lang die Gärten der Solitude. Er beschäftigte sich insbesondere mit dem systematischen Obstanbau. Sein Buch „Die Baumzucht im Großen aus Zwanzigjährigen Erfahrungen im Kleinen beurtheilt“ aus dem Jahr 1795 – ein Jahr vor seinem Tod – wurde zum Standardwerk.

OBSTBÄUME ALS WIRTSCHAFTSFAKTOR

Herzog Carl Eugen, bekannt für seine glänzenden Feste, wandelte sich in seinen späten Jahren zum Landesherrn mit Neigung zur Landwirtschaft. In den Gärten seiner Schlösser Solitude und Hohenheim konnte er sich als fürstlicher Landwirt betätigen. Er förderte die Baumzucht und entdeckte Obstbäume als Wirtschaftsfaktor. Carl Eugen betrieb im Hohenheimer Gebiet, auf dem Karlshof und in Klein-Hohenheim, ein landwirtschaftliches Gut. Dies wurde einer der wenigen herzoglichen Betriebe, die rentabel arbeiteten.

DAS LEBEN JOHANN CASPAR SCHILLERS

Johann Caspar Schiller, 1723 in Bittenfeld geboren, stammte aus einer Familie von Weingärtnern und Handwerkern und wuchs im Remstal auf. Er erhielt Lateinunterricht, arbeitete einige Jahre in der Landwirtschaft und kam mit 15 zu einem Barbier und Wundarzt in die Lehre. 1745 wurde er Soldat und Feldscher. 1749 absolvierte er in Marbach das Examen als Wundarzt und trat schließlich in die Dienste des Herzogs Carl Eugen und machte Karriere im württembergischen Heer: 1767 wurde er Hauptmann in Ludwigsburg, 1794 schließlich Obristwachtmeister.

VATER UND SOHN SCHILLER AUF DER SOLITUDE

1775 holte der Herzog Carl Eugen Johann Caspar Schiller als „Gartenintendant“ auf die Solitude. Die Leidenschaft, die der ehemalige Hauptmann zu seinem Beruf machte, war aber weit mehr als reines Interesse am Obstbau: Schiller verband die Obstplantage mit einer gesellschaftlichen Verantwortung nachfolgenden Generationen gegenüber – in den Apfelbäumen sah der Utopist sogar ein wiedergefundenes Paradies. Während der Vater die Obstplantagen des württembergischen Herzogs betreute, vollzog sich beim Sohn Dramatisches: Er floh 1782 aus dem Land, weil ihm die Situation an der herzoglichen Karlsschule und unter der engen und despotischen Herrschaft Carl Eugens unerträglich wurde.

DER GROSSE MENTOR DER OBSTKULTUR

Seine Baumschule am Schloss Solitude war wohl die größte im Süddeutschland des späten 18. Jahrhunderts. Schiller entwickelte den Obstanbau im ganzen Land weiter. Viele bis heute existierende Streuobstbestände im mittleren Neckarraum gehen noch auf seine Tätigkeit zurück. Bleibende Wirkung hatte auch sein umfassendes Buch „Die Baumzucht im Großen“, das bis in die Gegenwart ein Standardwerk im Obstbau blieb. Heute gilt Schiller als Pionier der damals modernen Landwirtschaft. Am Ende seines Lebens war er „Inspekteur“ sämtlicher herzoglicher Gärten und Baumschulen und auch zuständig für die Forstbaumschulen des Landes. Er starb am 7. September 1796 auf der Solitude und wurde im nahen Gerlingen begraben.

ZÜCHTUNGEN AUS DER ZEIT CARL EUGENS, DIE ES HEUTE NOCH GIBT

Ab dem Ende des 18. Jahrhunderts wurden viele neue Apfel- und Birnensorten gezielt gezüchtet, um die Landwirtschaft zu verbessern. Etwa die Französische Renette, die 2014 vom Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e. V. zur Streuobstsorte des Jahres gekürt wurde. Heute lohnt es sich mehr denn je, historische Apfelsorten zu erhalten: Die Artenvielfalt ist längst als ein kostbares Gut erkannt. Oftmals gibt es nur noch vereinzelt Bestände in botanischen Einrichtungen – oder als kostbare Entdeckungen auf Streuobstwiesen. Für die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg ist das Thema der Nachhaltigkeit und der Biodiversität ein zentrales Anliegen. In vielen Schlossgärten sind inzwischen die Rasenflächen in artenreiche Blühwiesen und wertvolle Insektenweiden umgewandelt. In den letzten Jahren wurden auch auf den Wiesen um Schloss Solitude historische Apfelbaumsorten angepflanzt. Dass in diesem Fall auch noch an eine wichtige Entwicklung des Agrarwesens vor über 200 Jahren erinnert werden kann, ist eine württembergische Besonderheit.

_BILD: Vorder- und Rückseite eines Blatts im Format 10 x 13 cm, der Apfel ist näher beschrieben: „Rhother HerbstCalvil von d. Solitude 1794 gepflanzt. Zum erstenmahl erdeutlich tragend 1805. Das charakteristische Kennzeichen ist oben an der Blume die dichten Fältchen oder das kröpfichte Wesen. Die Blume sitzt hoch u. ein Blättchen guckt heraus.“ Die Abbildung stammt aus: Johann Caspar Schiller, Die Baumzucht im Grossen aus Zwanzigjährigen Erfahrungen im Kleinen in Rücksicht auf ihre Behandlung, Kosten, Nutzen und Ertrag beurtheilt. Hrsg. Gottfried Stolle, Württembergische Bibliotheksgesellschaft, Stuttgart, 1993.

Ab dem Wochenende gibt es am Schloss Solitude Geschichten zum Mitnehmen

(SSG) Auch wenn das Schloss derzeit nicht für Führungen und Besuche geöffnet ist: Die Solitude, das Lust- und Jagdschloss des württembergischen Herzogs Carl Eugen, steckt voller Geschichten. Ab sofort gibt es immer an den Wochenenden diese Geschichten zum Mitnehmen und Nachlesen.

Das Solitude-Team schenkt allen, die Lust haben, auch während der Corona-Zeit etwas über Schloss Solitude zu erfahren, kurze Anekdoten, Wissenswertes und kleine Aha-Momente rund um das außergewöhnliche Monument. Die ersten Geschichten zum Mitnehmen gibt es jetzt am Wochenende vom 14. und 15. November – passend zur Grundsteinlegung vor 257 Jahren.

BEGINN AN DIESEM WOCHENENDE_

Die Idee ist simpel: Von den vielen Geschichten und Geschichtchen aus über 250 Jahren Solitude wählt das Team der Schlossverwaltung immer eine pro Wochenende aus und erzählt sie. Und weil derzeit wegen der Corona-Schließung keine Führungen und Rundgänge möglich sind, schreiben die versierten Führerinnen die Geschichten auf und stecken sie in Briefumschläge. Jetzt am Wochenende geht es darum, wie die Schlossanlage entstand und wie alles anfing – passend zum Termin, denn am 15. November vor 257 Jahren wurde wohl der Grundstein für die Solitude gelegt.

__BRIEFUMSCHLÄGE AN DER LEINE__

Viele Menschen erleben die Solitude auf Spaziergängen und Wanderungen – und wer jetzt beim Vorbeigehen oder bei der Rast auf der Solitude Lust auf eine Geschichte hat, kann sich einen Briefumschlag mitnehmen. Sie hängen, leicht erreichbar und gut sichtbar, auf einer Leine vor dem Schlosseingang. Nach dem Start am Samstag soll es, solange das Monument geschlossen ist, jedes Wochenende einen neuen Briefumschlag zum Mitnehmen geben. Der Bogen wird sich von der herzoglichen Jagd über barocke Rezeptideen bis zu Berichten über die Menschen spannen, die einst im Schloss wohnten.

__LUSTSCHLOSS MITTEN IM FREIZEITGEBIET__

Die Solitude in ihrer herausragenden Lage über dem Land ist vermutlich das beeindruckendste der Bauprojekte des Herzogs Carl Eugen. Geradezu unwirklich liegt sie in einzigartiger Aussichtslage in der waldigen Gegend südwestlich der Landeshauptstadt. Die weiten Wälder der Umgebung, einst bevorzugtes Jagdrevier des Herrschers, sind heute ein beliebtes Ausflugsgebiet für Spaziergänger und Wanderer. Viele Menschen nutzen daher das Schloss mit seiner guten Anbindung an das Busnetz der Stadt als Ausgangs- und Zielpunkt für Freizeitunternehmungen. Aktuell ist das Schloss wie alle Monumente, Kultur- und Freizeiteinrichtungen wegen der Corona-Situation geschlossen.

__SERVICE UND INFORMATION__

Wie alle Monumente der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg ist Schloss Solitude bis mindestens 30. November 2020 geschlossen.

Für den Besuch der Außenanlagen gelten die Vorgaben der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg: Im öffentlichen Raum muss ein Mindestabstand zu anderen Personen von 1,5 Metern eingehalten werden.

_INFORMATIONEN SCHLOSS SOLITUDE
Schloss Solitude
70197 Stuttgart
Telefon +49(0)7 11.351 47 72
info@schloss-solitude.de

Spätherbst auf der Solitude: fürstliche „Einsamkeit“ und weite Sicht

Vor gut 250 Jahren als Lust- und Jagdschloss errichtet, liegt Schloss Solitude in herrlicher Lage über der Landeshauptstadt. Von hier aus genießt man bei schönem Wetter einen weiten Blick ins Land.

Im Spätherbst, wenn die letzten Blätter wie Farbtupfer an den Laubbäumen hängen, und das Schloss morgens allmählich aus dem Nebel auftaucht, strahlt das Monument eine stilvolle, abgeschiedene Ruhe aus. Damit macht es seinem Namen alle Ehre: Der Name, das französische Wort „Solitude“, bedeutet übersetzt Einsamkeit. Die weiten Wäldern rings um das Schloss waren ein bevorzugtes Jagdgebiet ihres Erbauers Herzog Carl Eugen. Heute laden sie zu ausgedehnten Spaziergängen und Wanderungen ein.

DAS HERZOGLICHE JAGDSCHLOSS UND SEINE UMGEBUNG

Ursprünglich war Schloss Solitude von einem einzigartigen Barockgarten umgeben, der ab 1770 stückweise aufgegeben wurde. Wie weitläufig und raffiniert diese Gartenanlagen waren, zeigt eine Tafel: Man findet sie, wenn man im Zentrum des Schlosses den Weg durch die Streuobstwiese zum Waldrand nimmt. Und wer aufmerksam durch die Wälder rings um die Solitude wandert, findet immer wieder die Spuren der herzoglichen Zeit, etwa jahrhundertealte Bäume entlang der Alleen oder die sternförmigen Weganlagen. Wie viele württembergische Herrscher ging Herzog Carl Eugen gerne auf die Jagd – Grund genug, das luxuriöse Schloss zu bauen. Heute führt ein ausgebautes Wegenetz durch das weitläufige Waldgebiet auf der Anhöhe westlich von Stuttgart.

FOTOMOTIV FÜR HOBBYFOTOGRAFEN

Die fein gegliederten Schlossgebäude und der Blick über die bewaldeten Höhen bis über Ludwigsburg hinaus liefern Hobbyfotografinnen und Hobbyfotografen ein mehr als dankbares Motiv ‒ bei fast jedem Wetter. Vor allem jetzt im Spätherbst mit seinem Wechsel zwischen mystischen Nebelstimmungen und strahlend klarem, warmen Licht ist die Solitude ein attraktiver Bildgegenstand. Und das bunt gefärbte Herbstlaub der alten Bäume rings um die Schlossanlage macht die Bilder noch eindrucksvoller.

SERVICE UND INFORMATION

Wie alle Monumente der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg ist Schloss Solitude bis mindestens 30. November 2020 geschlossen.

Für den Besuch der Außenanlagen gelten die Vorgaben der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg: Im öffentlichen Raum muss ein Mindestabstand zu anderen Personen von 1,5 Metern eingehalten werden.

INFORMATIONEN SCHLOSS SOLITUDE

Schloss Solitude
Solitude 1
70197 Stuttgart
Telefon +49(0)7 11.351 47 72
info@schloss-solitude.de
www.schloss-solitude.de

_Foto © Redaktion weilimdorf.de

18. September 1820: Die wissenschaftliche Vermessung des Königreichs beginnt

(SSG) Schon gewusst? Am 18. September 1820, vor genau 200 Jahren, begann Johann Gottlieb Friedrich von Bohnenberger mit der wissenschaftlichen Vermessung Württembergs am Schloss Soltitude oberhalb von Weilimdorf.

Im Beisein König Wilhelms I. von Württemberg bestimmte er die Länge der sogenannten „Basislinie Solitude-Allee“. Die Solitude eignete sich besonders für das innovative, moderne Vorhaben der Landesvermessung: 1764 bis 1768 hatte Herzog Carl Eugen von dort bis zum Residenzschloss Ludwigsburg eine schnurgerade Allee errichten lassen. Noch heute erinnert eine Gedenktafel auf Schloss Solitude an das Mammutprojekt der Landesvermessung vor exakt 200 Jahren.

DIE MODERNISIERUNG EINES KÖNIGREICHS_

Vor genau 200 Jahren, am 18. September 1820, begann Professor Johann Gottlieb Friedrich von Bohnenberger mit der exakten Vermessung einer „Basislinie“ bei Schloss Solitude. Für die Landesvermessung brauchte der Tübinger Gelehrte eine schnurgerade Linie mit freier Sicht. Die Solitude-Allee bot hierfür die besten Bedingungen im ganzen Land. Auf direktem Weg führt die 1764 bis 1768 angelegte Allee vom Lustschloss zum Residenzschloss Ludwigsburg. Das Vorhaben der Landesvermessung ging auf niemand Geringes als den König selbst zurück. Wilhelm I. von Württemberg war der „Reformer auf dem Königsthron“. Wie kein Zweiter steht er für den Aufbruch Württembergs in die Moderne. Seine Maßnahmen und Reformen waren wegweisend und veränderten sein Land. Ein Meilenstein war die Landesvermessung.

__DIE VERMESSUNG WÜRTTEMBERGS GILT BIS HEUTE__

In der Folge der Politik Napoleons hatte sich die Fläche Württembergs innerhalb weniger Jahre mehr als verdoppelt. Anstelle der vielen unterschiedlichen Grundstücksverzeichnisse sollte nach dem Willen König Wilhelms I. ein einheitliches „Kataster“ für ganz Württemberg geschaffen werden. Am 25. Mai 1818 ordnete er daher an, das Königreich nach den modernsten wissenschaftlichen Methoden der Zeit zu vermessen. Die Landesvermessung war ein wahres Mammutprojekt: Bis 1840 – insgesamt 22 Jahre – dauerten die Arbeiten, die zusammen rund 40% eines damaligen Jahreshaushalts des Königreichs Württemberg kosteten. Doch die Arbeit zahlte sich aus: Auf der Grundlage der Landesvermessung konnte sowohl sinnvoll als auch transparent die Grundsteuer erhoben werden. Bis heute basiert das Liegenschaftskataster-Informationssystem auf den damals erhobenen Daten.

__EIN TÜBINGER GELEHRTER__

Mit der wissenschaftlichen Leitung des Großprojekts wurde ein württembergischer Gelehrter beauftragt, der Tübinger Professor Bohnenberger. 1765 in Simmozheim geboren, studierte er wie sein Vater Theologie. Seine Leidenschaft waren jedoch die Naturwissenschaften. 1798 wurde er Professor der Mathematik an der Tübinger Universität. 1803 richtete man ihm im Schloss Hohentübingen eine Wohnung ein. Von hier aus forschte er und leitete die württembergische Landesvermessung. Bohnenberger starb 1831 in Tübingen.

__DIE BASISLINIE__

Der Ausgangspunkt der Landesvermessung sollte bei Stuttgart sein. Die schnurgerade Solitude-Allee zwischen dem Schloss Solitude und Ludwigsburg schien hierfür ideal. Ihr Anfang in der Höhenlage der Solitude trug dazu bei, dass sich die Vermesser bei der erstmaligen Erfassung und genauen Beschreibung aller Flurstücke, Gebäude und topografischen Objekte an der Chaussee orientierten. Um die Messung international vergleichbar zu machen, bestellte Bohnenberger 1818 eine Kopie der „Toise du Pérou“ in Paris. Diese war ein exakt geeichter Eisenstab, der für die bahnbrechende französische Erdmessung in Peru verwendet worden war. Doch die Lieferung des bestellten Eichgerätes verzögerte sich. Um die Landesvermessung jedoch nicht weiter aufzuschieben, wurde statt der Solitude-Allee nun zunächst eine „Hilfsbasislinie“ bei Tübingen gemessen.

__DER BEGINN DER EXAKTEN MESSUNG__

Am 18. September 1820 – die „Toise du Pérou“ war nun endlich eingetroffen – begann Bohnenberger die Messung im Beisein von König Wilhelm I. Knapp drei Wochen später, am 12. Oktober, erreichte er den Endpunkt in Ludwigsburg. Doch zu seiner Überraschung gab es ein schwerwiegendes Problem. Die tatsächlich gemessene Gerade war wenige Meter kürzer als die vorab errechnete Länge. Bohnenberger kombinierte rasch: Bei der Messung der „Hilfsbasis“ bei Tübingen hatte man mit falsch geeichten Instrumenten gearbeitet; seine schlimmsten Befürchtungen bestätigten sich. Alle bis dahin vorgenommenen Messpunkte hätten nun neu bestimmt werden müssen – doch der Tübinger Gelehrte wusste sich zu helfen. Bohnenberger führte kurzerhand eine neue Maßeinheit, den „Landesvermessungsschuh“, ein. Durch mathematische Kniffe gelang es ihm, die bis dahin erhobenen Daten weiterverwenden zu können. Eine spätere Gegenkontrolle verlief dann zur vollen Zufriedenheit – nur eine kleine Ungenauigkeit von wenigen Zentimetern verblieb. Die Fachwelt bewunderte die Präzision der Messung.

__DER BLICK VON DER SOLITUDE

Die Spuren der damaligen Landesvermessung lassen sich noch heute an Schloss Solitude und in Ludwigsburg entdecken. An den jeweiligen Enden der genau 13.032,14 Meter langen Gerade – unter dem Hauptbau der Solitude und an der Ecke Solitudeallee und Köhlstraße in Ludwigsburg – findet man Denkmäler, die an die bahnbrechende württembergische Landesvermessung erinnern. Von der Gedenktafel der Solitude aus kann man den Blick nach Ludwigsburg schweifen lassen – wie Professor Bohnenberger vor exakt 200 Jahren.

_BILDNACHWEIS: Gedenktafel für die württembergische Landesvermessung 1820 an der Solitude. Fotorechte: Wikimedia, Creative Commons Aufnahme: Nutzer „MSeses“.

11. September 1770: Die Fürsten von Thurn und Taxis verlassen Schloss Solitude

(SSG) Vor genau 250 Jahren, am 11. September 1770, verließen der regierende Fürst Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis, seine dritte Ehefrau, Maria Henriette Josepha von Fürstenberg-Stühlingen, und ihre gemeinsame Tochter Theresia Schloss Solitude nach einem dreiwöchigen Besuch.

Das „Schloss in der Einsamkeit“ war das neue Prestigeobjekt des baulustigen Herzogs Carl Eugen von Württemberg – und er unterhielt seine Gäste während ihrer Anwesenheit pompös.

HOHER BESUCH AUF DER SOLITUDE_

Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis war der dritte Fürst seines Adelsgeschlechts und schon 66 Jahre alt, als er der Einladung Carl Eugens folgte und nach Württemberg reiste. Seine Vorfahren hatten 1490 das europaweite Postwesen begründet und seitdem betrieb die Familie die Kaiserliche Reichspost als Generalpostmeister. Am 22. August 1770 erreichten sie das Schloss hoch über Stuttgart. Sie wurden von vier Chor-Trompetern und Paukern begrüßt und höchstpersönlich von Herzog Carl Eugen in den Blauen Saal geleitet, wo ihnen Kaffee serviert wurde. Nach einer kleinen Pause in den für sie hergerichteten Appartements im Kavaliersbau erwartete die Gäste ein Konzert im Großen Saal mit anschließendem Dinner.

__HISTORISCHES JOURNAL HÄLT ALLES FEST__

Woher weiß man das alles? Ein vertrauter Begleiter des Herzogs hat über alle Aktivitäten am Hof Carl Eugens ein Tagebuch geführt. Alexander Freiherr von Bouwinghausen-Wallmerode verfasste ein „Journal über Serenissimi Land-Reyssen, 23. September 1767 bis 10. Mai 1773“. Er notierte die Geschehnisse um den Besuch der Familie von Thurn und Taxis – getreulich und mit vielen Details. Sie sollten bis zum 11. September, der Erbprinz und die Erbprinzessin bis zum 12. September 1770, bleiben und in dieser Zeit viel über den württembergischen Hof erfahren. So ging Herzog Carl Eugen mit ihnen jagen, zeigte ihnen seine Ländereien und weitere Schlösser und ließ für sie so gut wie jeden Abend ein Stück im Theater aufführen.

__PRÄGUNG DURCH CARL EUGEN?__

Erbprinz Karl Anselm sollte 1773, nur drei Jahre nach seinem Besuch auf der Solitude, nach dem Tod seines Vaters die Stelle des Generalpostmeisters antreten. Während seiner Regierungszeit förderte er die Hofmusik stark. Bereits sein Vater hatte aus Repräsentationsgründen das Musikerensemble am Hof ausgebaut. Karl Anselm engagierte berühmte Musiker und Komponisten und nach heutigem Stand war seine Hofkapelle wohl eine der bedeutendsten und qualitätsvollsten seiner Zeit im süddeutschen Raum. Was für Carl Eugen das Theater war, das war für Karl Anselm die Musik.

__DAS ENDE DES LUSTSCHLOSSES

Nur wenige Jahre hielt die Begeisterung des Herzogs für sein Lustschloss an. Bereits fünf Jahre nach dem Besuch des Fürsten von Thurn und Taxis hatte Carl Eugen seinen Aktionsschwerpunkt in den Süden von Stuttgart verlegt: Schloss und Garten Hohenheim waren die neuen Projekte. Die riesigen Gärten auf der Solitude mit ihren vielen Bauwerken sind schon lange verloren. Was sich bis heute erhalten hat, ist die Eleganz des Schlosses und seiner Nebengebäude – und die spektakuläre Aussicht, die „unvergleichbare Vue vom Schloss aus“.

SERVICE UND INFORMATION – ÖFFNUNGSZEITEN: Fr–So, Feiertage 11.00 – 16.00 Uhr
PREIS: Erwachsene 4,00 €, Ermäßigte 2,00 €, Familien 10,00 €

INFORMATIONEN
Schloss Solitude
Solitude 1
70197 Stuttgart
Telefon +49(0)7 141.18 64 00
info@schloss-solitude.de
WWW.SCHLOSS-SOLITUDE.DE
WWW.SCHLOESSER-UND-GAERTEN.DE

_Foto: SSG, Nicole Görner

„Wunschtrauort“ lädt Brautpaare zur Besichtigung ein

(SSG) Einer der beliebtesten „Wunschtrauorte“ in der Region Stuttgart bietet am 13. September 2020 den nächsten Informationstermin für Paare, die auf der Suche nach dem perfekten Ort für ihre Traumhochzeit sind: das Schloss Solitude.

Schloss Solitude kann so viel Nachfrage verzeichnen, dass bereits ein Zusatztermin um 16.45 Uhr aufs Programm genommen wurde. Die Anmeldung zu den Infoterminen nehmen die jeweiligen Verwaltungen entgegen: auf Schloss Solitude unter Telefon 07 11. 35 14 772 und auf der Grabkapelle unter Telefon 07 11.33 71 49. Die maximale Teilnehmerzahl beträgt jeweils 20 Personen.

SCHLOSS SOLITUDE ALS „TRAUMLOCATION“_

Groß ist die Nachfrage nach den Führungen für Brautpaare durch das einstige Lustschloss des württembergischen Herzogs Carl Eugens: Der 16-Uhr-Termin ist bereits ausgebucht. Daher bietet das Service-Team direkt im Anschluss einen zweiten Rundgang an. Um 16.45 Uhr können interessierte Paare die „Traumlocation“ Schloss Solitude besichtigen. Der Weiße Saal, ein Meisterwerk der spätbarocken Architektur, ist das Herzstück des Schlosses und Schauplatz der standesamtlichen Trauungen. Mit seiner kostbaren Ausstattung und dem eindrucksvollen Deckengemälde zählt er zu den schönsten Sälen des Landes. Bei Brautpaaren beliebt sind auch die geschwungenen Treppen und die Aussichtsterrasse des Schlosses: Sie bieten die perfekte Kulisse für romantische Hochzeitsfotos.

SERVICE UND INFORMATION, TERMIN DER INFORMATIONSVERANSTALTUNG
Informationsveranstaltung für Brautpaare
Sonntag, 13. September 2020
16.45 Uhr Schloss Solitude
Treffpunkt: Kasse

Die maximale Teilnehmerzahl beträgt 20 Personen. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich. Das Tragen einer Mund- und Nasenbedeckung ist Pflicht.

__SCHLOSS SOLITUDE TRAUTERMINE 2021__

Alle verfügbaren Trautermine für 2021 sind auf dem Onlineportal des Standesamtes Stuttgart veröffentlicht und dort buchbar: traukalender.stuttgart.de.

__INFORMATIONEN UND ANMELDUNG
Schloss Solitude
Solitude 1
70197 Stuttgart
Telefon +49(0)711.351 47 72
info@schloss-solitude.de

_Foto: SSG, Sabine Füssinger

Schloss Solitude öffnet am 15. Mai wieder seine Tore

Das Schloss Solitude öffnet am 15. Mai 2020 wieder für seine Gäste – nach acht stillen Wochen während der Corona-Epidemie. Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg starten jetzt in vielen Monumenten wieder den Besucherbetrieb.

Voraussetzung ist allerdings, dass beim Besuch die Einhaltung der geltenden Corona-Verordnung möglich ist. Im Lustschloss von Herzog Carl Eugen wird es daher einen freien Rundgang ohne Führung durch die prachtvollen Räume geben.

SCHLOSS SOLITUDE FREITAG BIS SONNTAG ZUGÄNGLICH_

Schloss Solitude und seine Umgebung sind für viele Menschen aus der weiten Umgebung der Landeshauptstadt eines der beliebtesten Spaziergangziele. Zum Wochenende öffnet das Meisterwerk spätbarocker Schlossbaukunst wieder seine Tore. Ab Freitag kann man das Lustschloss des württembergischen Herzogs Carl Eugen bei einem freien Rundgang erkunden. Führungen bietet die Schlossverwaltung wegen der aktuell gültigen Hygieneregeln nicht an; allerdings wird es zwei Audiostationen in den Schlossräumen geben, an denen man sich Informationen zur Geschichte der Solitude anhören kann. In den Räumen besteht Maskenpflicht. Geöffnet ist ab sofort immer freitags bis sonntags von 11 bis 16 Uhr.

__AUCH SCHLOSSGASTRONOMIE ÖFFNET WIEDER__

Mit einer Eisdiele, mit dem „Kleinen Café“ und mit dem Restaurant ist auch die Schloss Solitude Gastronomie wieder präsent. Im Rahmen der aktuellen Corona-Verordnung wird es vorerst nur den Verkauf außer Haus geben: Eis, feine Kuchen, Waffeln, Kaffee und Getränke und außerdem Deftiges wie Bratwurst und Currywurst. Für den Juni plant Schlossgastronom Jörg Mink bereits, das Angebot um Picknickkörbe zu erweitern, dazu anbieten, Wolldecken und kleine Schirme zum leihen. Die Eisdiele wird immer bei schönem Wetter von 11.00 bis 19.00 Uhr geöffnet sein, das „Kleine Café“ von Donnerstag bis Sonntag von 11.30 bis 19.00 Uhr und das Restaurant von Dienstag bis Sonntag von 11.30 bis 22.00 Uhr. „Schloss Solitude bietet ab diesem Freitag wieder ein richtig rundes Erlebnis“, sagt Stephan Hurst, der Leiter der Schlossverwaltung Ludwigsburg. „Bei hoffentlich gutem Wetter und mit dem entsprechenden Abstand kann man ab dem Wochenende Kulinarisches, Landschaft und natürlich das Schlosserlebnis genießen.“

__ÖFFNUNG DER MONUMENTE UNTER VORBEHALT__

Für alle Monumente der Staatlichen Schlösser und Gärten gilt: Die Wiedereröffnung bezieht sich ausschließlich auf Individualbesucherinnen und –besucher. Führungen sind derzeit wegen des Distanzgebotes noch nicht möglich – und ebenso wenig Gruppenbuchungen. Im Zentrum stehen überall die Forderungen der aktuellen Hygienestandards und die geltende Abstandsregelung. In einer ersten Phase wird jetzt in allen Monumenten getestet, wie der Betrieb unter Corona-Bedingungen funktionieren kann. Für die meisten der historischen Bauwerke mussten individuelle Lösungen für den Besuch entwickelt werden, die die Einhaltung der Corona-Regeln garantieren. In den nächsten Wochen wird getestet, ob die Lösungen funktionieren.

_SERVICE UND INFORMATION

Schloss Solitude geöffnet ab: Freitag, 15. Mai 2020
Fr – So und Feiertag 11.00 bis 16.00 Uhr

Besondere Hinweise:
kein Führungsangebot, freier Rundgang möglich
PREISE: Erwachsene 4,00 €, ermäßigt 2,00 €, Familien 10,00 €.

Schloss Solitude Gastronomie
Eisdiele (bei schönem Wetter) 11.00 bis 19.00 Uhr
„Kleines Café“ Donnerstag bis Sonntag 11.30 bis 19.00 Uhr
Restaurant Dienstag bis Sonntag 11.30 bis 22.00 Uhr

INFORMATIONEN SCHLOSS SOLITUDE
Schloss Solitude
Solitude 1
70197 Stuttgart
Telefon +49(0) 7141 . 18 64 00
info@schloss-solitude.de
WWW.SCHLOSS-SOLITUDE.DE

Valentinsaktion auf Schloss Solitude: Auch 2020 “Küss mich! Im Schloss”

(SSG) “Küss mich! Im Schloss”: Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg laden auch in diesem Jahr wieder zu ihrer Valentinstags-Aktion. In Schloss Solitude erhalten vom 11. bis 16. Februar 2020, in der Woche um den Valentinstag, alle Paare, die sich an der Kasse einen Kuss geben, freien Eintritt.

In diesem Jahr gibt es noch ein Extra: Alle Paare erhalten an der Schlosskasse einen Gutschein der Schlossgastronomie für zwei Gläser Sekt. Und auch diesmal gilt wieder: Wer sein Foto vor Schloss Solitude oder einem der anderen teilnehmenden Schlösser bis zum 18. Februar unter #KüssmichimSchloss hochlädt, nimmt an einer Verlosung teil.

Viele fröhliche Paare und Extra-Führungstermine mitten im Februar 2019: Mit 590 küssenden Paaren eroberte sich Schloss Solitude im vergangenen Jahr einen der Spitzenplätze unter den Schlössern, die bei der Valentinstag-Aktion „Küss mich! Im Schloss“ mit dabei waren. Im ganzen Land waren es an die 7.000 Paare, die an die Schlosskassen kamen und per Kuss bezahlten.

MIT SELFIE GEWINNEN

Alle Pärchen, die ihr Selfie vor dem Schloss bis Dienstag, 18. Februar 2020, mit dem Hashtag #KüssmichimSchloss auf ihrer eigenen Facebook- oder Instagram-Seite posten, können zwei Tickets für die Soirée Royale im Residenzschloss Ludwigsburg oder für ein Open-Air-Konzert in einem der Monumente der Staatlichen Schlösser und Gärten gewinnen. Alle Infos zur Aktion, zum Gewinn und zu den Teilnahmebedingungen finden die Besucher unter www.küssmichimschloss.de. Wer gewinnen will, muss sein Paarfoto posten, auf dem das Schloss deutlich erkennbar sein muss. Letzter Termin zum Posten ist der 18. Februar.

AKTIONSZEITRAUM “Küss mich! Im Schloss”

Freier Eintritt in der Valentins-Woche: Montag, 10. Februar bis Sonntag, 16. Februar 2020 – Schloss Solitude: ab Dienstag, 11. Februar. Posten der Selfies: bis Dienstag, 18. Februar 2020 möglich.

DAS UMFASST DER FREIE EINTRITT
Schloss Solitude: Eintritt inklusive Führung. Di, Mi, Do, Fr, Sa 13.30 – 15.30 stündlich; So, Feiertag 10.30 – 15.30 stündlich. Schloss Solitude ist montags geschlossen.

Generationenwechsel auf Schloss Solitude

(SSGBW) Ein neues Gesicht auf Schloss Solitude: Jasmin-Patricia Hofmann ist die neue Schlossverwalterin der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg auf dem einstigen Lustschloss von Herzog Carl Eugen. Die junge Frau, aufgewachsen in der Region, hat jetzt die Nachfolge von Gabriele Kuhn angetreten, die nach vielen Jahren im Sommer in den Ruhestand gegangen ist.

NEUE VERWALTERIN IM HERZOGLICHEN LUSTSCHLOSS_

Angefangen hat sie schon im September und sich erste Orientierung in der neuen Aufgabe verschafft: Jasmin-Patricia Hofmann ist die neue Verwalterin der Schlossanlage mit der berühmten Aussicht und freut sich darauf. „Es ist vor allem die Vielfalt und Vielseitigkeit der Aufgaben, die Arbeit mit einem Team, aber auch, danach zu schauen was das Schloss braucht“, erklärt sie. Die junge Frau hat ein Faible für historische Bauwerke, es sei etwas Besonderes, in einem solchen Baudenkmal täglich arbeiten zu dürfen. Jasmin-Patricia Hofmann hat Anglistik und Italianistik in Berlin und England studiert und bringt unterschiedliche Erfahrungen mit, etwa aus der Arbeit an Theatern.

__AUS DER REGION MIT NEUEN IDEEN__

Die Solitude kannte sie, da sie in der Region aufgewachsen ist: „Ich bin schon als Kind öfter hier gewesen und habe als Glücksbringer beim Vorstellungsgespräch ein Foto von mir damals an der Solitude mitgenommen“, sagt Hofmann. Und sie bringt auch schon neue Pläne mit – etwa die Idee einer Kostümführung mit Königin Olga, die im 19. Jahrhundert mit ihrer vornehmen russischen Verwandtschaft das Schloss wiederentdeckte. Auf die Frage, wen sie lieber kennen gelernt hätte, den lebenslustigen Schlosserbauer Herzog Carl Eugen oder seine zweite Frau Franziska von Hohenheim, kommt die Antwort schnell: „Franziska natürlich, sie hat verstanden, was Bildung bedeutet. Mir ihr hätte ich mich gern unterhalten!“

__GENERATIONENWECHSEL IM SCHLOSS__

Stephan Hurst, als Leiter der Schlossverwaltung Ludwigsburg zuständig für Schloss Solitude, spricht von einem Generationenwechsel. Er nennt voller Respekt die Leistung von Gabriele Kuhn, die den Besucherbetrieb auf Schloss Solitude mit ihrem kleinen Team über Jahre betreut hat. Sie ist in diesem Sommer in den Ruhestand gegangen. Mit Jasmin-Patricia Hofmann hat nun die nächste Generation die Leitung des Teams übernommen. Einen Lieblingsplatz hat die junge Nachfolgerin auch schon: „Die Treppenanlage mit dem Blick in Richtung Ludwigsburg – die Aussicht ist unschlagbar.“ Und die erste Bewährungsprobe hat sie auch schon hinter sich: Den „Herzoglichen Apfeltag“, der Ende September gut 3.000 Menschen auf die Solitude gezogen hat.

__RÜCKZUGSORT FÜR DEN HERRSCHER__

Schloss Solitude entstand als eines der zahlreichen Schlossprojekte des württembergischen Herzogs Carl Eugen. Errichtet wurde es in kurzer Zeit in den 1760er Jahren auf einer Höhe am Rande von Stuttgart in einem der bevorzugten Jagdreviere des Herrschers. Das Schloss, an der Schwelle vom späten Barock zum frühen Klassizismus errichtet und ausgestattet, versammelt um das zentrale Hauptgebäude mit seiner markanten Kuppel einen Halbkreis von Kavaliersbauten. Das Schloss birgt kostbar ausgestattete Räume, die zum Besten gehören, was in Südwestdeutschland im späten 18. Jahrhundert geschaffen wurde. Gut 40.000 Menschen besuchten es im letzten Jahr bei Führungen und Veranstaltungen der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Weitaus mehr Menschen genießen das Schloss als Ausgangspunkt oder Ziel für Spaziergänge oder einfach nur wegen der grandiosen Aussicht ins Unterland in Richtung Ludwigsburg. Schloss Solitude beherbergt außerdem die bekannte Akademie Schloss Solitude und die Schloss Solitude Gastronomie. Das Schloss ist gut mit den Buslinien der VVS erreichbar.

_SERVICE

ÖFFNUNGSZEITEN SCHLOSS SOLITUDE
Ab 1. April: Di – Sa 10.00 – 12.00 Uhr u. 13.30 – 17.00 Uhr.
So u. Feiertage 10.00 – 17.00 Uhr

INFORMATION UND ANMELDUNG
Schloss Solitude
Solitude 1
70197 Stuttgart
Telefon +49(0)7141. 18 64 00
info@schloss-solitude.de
WWW.SCHLOSS-SOLITUDE.DE

Schloss Solitude erleben beim internationalen Museumstag

(SSG) Viele Führungen, eine Kinderrallye mit spannenden Fragen und Fechtunterricht wie am Hof des Herzogs –und bei stabilem Wetter die Besteigung der Schlosskuppel mit ihrer berühmten Aussicht: Das ist das Programm der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg am Internationalen Museumstag in Schloss Solitude.

DER MUSEUMSTAG IN SCHLOSS SOLITUDE_
Bereits zum 42. Mal findet dieses Jahr der Internationale Museumstag statt. Mehr als 6.500 Museen in Deutschland leisten ihren Beitrag zur Erhaltung des Kulturgutes – das wird in diesem Jahr am 19. Mai in zahlreichen Museen gefeiert. Mit Schloss Solitude beteiligen sich die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg traditionell am Museumstag.

__KINDERRALLYE UND FEUDALE FECHTSTUNDE__
Von 11 bis 17 Uhr finden Führungen im Lieblingsschloss des Herzogs Carl Eugen statt – und besonders für Kinder und Familien ist einiges geboten: Eine Wissensrallye leitet die Kinder an, das Schloss und sein Gelände zu entdecken. Ab acht Jahren eignet sich diese Rallye – und natürlich dürfen die Eltern mithelfen. Im Anschluss an die Fragen geht es in die Fechtstunde: Wer am Hof des Herzogs etwas gelten wollte, musste elegant fechten können!

__FÜRSTLICHER AUSBLICK WEIT INS LAND__
Der Blick von der hohen Schlosskuppel ist berühmt: Herzog Carl Eugen ließ nicht zuletzt wegen der Eins-A-Aussichtslage sein Lustschloss auf dieser waldigen Anhöhe errichten. Der Blick reicht weit ins Land – ein eindrucksvolles Erlebnis. Der Internationale Museumstag bietet eine der seltenen Gelegenheiten, diesen fürstlichen Ausblick zu genießen – allerdings nur bei stabilem Wetter. Der Aufstieg zur Kuppel ist steil und kann daher nur bei trockenem schönem Wetter geöffnet werden.

__INTERNATIONALER MUSEUMSTAG AM 19. MAI 2019__
Beim Internationalen Museumstag stehen die Schwerpunkte der Museumsarbeit im Vordergrund. Jedes Jahr steht der Aktionstag unter einem anderen Motto. In Deutschland lautet das Motto 2019 „Museen – Zukunft lebendiger Traditionen”. Mit dem Aktionstag am Sonntag, 19. Mai feiern viele Museen ihre Schätze und laden Besucher zu abwechslungsreichem Programm und spannenden Führungen ein.

__SERVICE UND INFORMATION INTERNATIONALER MUSEUMSTAG
Aktionstag am 19. Mai 2019, 10.30 bis 17.00 Uhr

11.00 bis 17.00 Uhr
Führungen durch das Schloss

11.00 bis 16.00 Uhr
Kinderrallye und feudale Fechtstunde

Öffnung der Kuppelterrasse (nur bei guten Wetter)

Sonntag, 19.05.2019, 15. 30 Uhr
„Sind wir denn in Frankreich?“
Im Schloss unterwegs mit Alexander von Buwinghausen-Walmerode
Für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Sonderführung mit Judith Szulczynski-Bajorat M. A.

_Foto: Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Schloss Solitde: Unterwegs auf unbekannten Wegen und französischen Spuren

(SSG) Am Freitag, den 3. Mai 2019, geht es „auf unbekannten Wegen durch das Schloss und auf die Kuppel“ – die spannenden Blicke hinter die Kulissen des Lustschlosses und eine grandiose Aussicht sollte man sich nicht entgehen lassen. Am Samstag, den 4. Mai, können die Besucherinnen und Besucher passend zum Themenjahr der Staatlichen Schlösser und Gärten den französischen Einfluss auf der Solitude nachempfinden. Für die Sonderführungen ist eine Anmeldung unter Tel. 07 141. 18 64 00 (Schlossverwaltung Ludwigsburg) erforderlich.

VERBORGENE WEGE UND EIN WEITER BLICK
„Auf unbekannten Wegen durch das Schloss und auf die Kuppel“ geht es am Freitagnachmittag, 3. Mai, um 16 Uhr. Die „Solitude“, französisch für Einsamkeit, diente Herzog Carl Eugen als Ort für ein geselliges Hofleben fernab vom Zeremoniell. Beim Blick hinter die Kulissen erfährt man, wie die Hofgesellschaft bedient wurde, raffiniert verborgen und fast unsichtbar. Die Wege der Dienerschaft sind heute noch erhalten. Den Höhepunkt bei dem Rundgang „Solitude exklusiv“ bildet – bei gutem Wetter – der Aufstieg zur Kuppel.

À LA FRANÇAISE
Vom „Souterrain“ durch die „Beletage“ bis ins „Appartement“ des Herzogs – viele Begriffe, die bei diesem Rundgang auf den Spuren Frankreichs zu hören sind, kennt man auch heute noch. Wie alle Herrscher seiner Zeit ließ sich der „duc de Wurtemberg“, Herzog Carl-Eugen, von der Kunst und Kultur des Nachbarlandes inspirieren. Wie sehr, fällt beim Blick aufs „Interieur“ des Schlosses ganz „en passant“ bei der Sonderführung am 4. Mai auf.

SERVICE UND INFORMATION
Freitag, 3.05.2019, 16.00 Uhr
Solitude exklusiv
Auf unbekannten Wegen durch das Schloss und auf die Kuppel
Sonderführung mit Hermann Mack

Samstag, 4.05.2019, 15.30 Uhr
À la française
Das französische auf der Solitude
Sonderführung mit Daniela Nensel-Maier

PREIS
Erwachsene 9,00 €, ermäßigt 4,50 €, Familien 22,50 €

HINWEIS
festes Schuhwerk und Schwindelfreiheit erforderlich

KONTAKT UND ANMELDUNG (ERFORDERLICH)
Schloss Solitude
Telefon +49(0)7 141. 18.64 00
info@schloss-solitude.de

ÖFFNUNGSZEITEN SCHLOSS SOLITUDE
Ab 1. April: Di – Sa 10.00 – 12.00 Uhr u. 13.30 – 17.00 Uhr.
So u. Feiertage 10.00 – 17.00 Uhr

WWW.SCHLOSS-SOLITUDE.DE
WWW.SCHLOESSER-UND-GAERTEN.DE

Feuerwerksverbot am Schloss Solitude

(SSGBW) Herausragende historische Orte sind wie gemacht dafür, den Beginn des neuen Jahres zu erleben: das Schloss Solitude. Es bietet den weiten Blick vom Lustschloss ins Unterland bis nach Ludwigsburg. Kein Wunder also, dass viele Menschen diesen Ort in der Silvesternacht aufsuchen. Allerdings: In der Umgebung von Schloss Solitude ist Feuerwerk verboten.

Darauf weisen die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg jetzt hin. Die Einhaltung des Verbots wird in der Silvesternacht kontrolliert werden.

KEIN FEUERWERK AN HISTORISCHEN ORTEN_

Mit seiner großartigen Aussicht ist das Schloss Solitude eine der Top-Adressen in der Stuttgarter Region zum Jahreswechsel. So verständlich die Begeisterung ist: Bei manchen nächtlichen Besuchern auf der Anhöhe der Solitude entwickelt sich die Feierlaune an Silvester in die falsche Richtung. Immer wieder passiert es, dass von der Aussichtsterrasse und von den Treppenstufen der historischen Anlagen Feuerwerkskörper abgefeuert werden. Erlaubt ist das nicht. Darauf weisen die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, zuständig für die Betreuung der historischen Monumente des Landes, jetzt hin.

__GEFÄHRDUNG DER BESUCHER UND BESCHÄDIGUNGEN

„Natürlich sind alle willkommen, die die tolle Aussicht an Silvester genießen wollen“; erklärt Stephan Hurst, als Leiter der Schlossverwaltung Ludwigsburg für das Monument zuständig. Das Verbot ist nicht neu: Es besteht schon seit vielen Jahren. Kontrolliert wird es durch Sicherheitspersonal, das in der Nacht des 31. Dezember auf dem Gelände wacht. Besonders die Gefährdung der weiter unten stehenden Silvestergäste ist ein Grund für das Verbot der Feuerwerkskörper. Aber auch die historischen Mauern werden durch die brennenden Geschosse beschädigt: Daher ist überall, wo historische Monumente stehen, Feuerwerk verboten. Die Staatlichen Schlösser und Gärten nennen als Beispiel auch die historischen Innenstädte etwa von Tübingen und Rottweil, wo nach Bränden ein generelles Verbot von Feuerwerkskörpern gilt.

_© Foto www.schloesser-und-gaerten.de