Maria 2.0: Thesen an der Kirchentür von St. Theresia angeschlagen

(tom). Vergangenes Wochenende haben die Frauen der Maria 2.0-Gruppe aus Stuttgart Nordwest an der Kirchentür von St. Theresia in Weilimdorf sieben Thesen angeschlagen.

Lange Jahre schlummerte das Schmuckstück auf dem Dachboden

(tom). Das Puppenhaus von Irmela Laib ist kein ganz alltägliches Spielhaus. Tatsächlich ist es die exak­te Nachbildung des Hauses, das ihr Vater eigentlich für die Familie bauen wollte.

Else Weber sammelt Weihnachtskarten und Adventskalender

(TOM) Die Sammelleidenschaft der Menschen hat viele Facetten. Der eine sammelt Modellautos, die andere Fingerhüte und wieder eine andere Kaffeekannen. Die Weilimdorferin Else Weber sammelt Adventskalender und Weihnachtskarten.

Weihnachtsbaum in Giebel aufgestellt – Lichterglanz auf dem Ernst-Reuter-Platz

(tom) Seit dem Wochenende steht auch in Giebel ein Weihnachtsbaum. In diesem Jahr hat das Haus der Begegnung die Aufgabe übernommen ihn zu aufzustellen.

Model gibt es nicht nur mit weihnachtlichen Motiven

(tom) Wer kennt ihn nicht, den Stand mit den Wachsmodeln auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt, direkt gegenüber dem Alten Schloss. Was viele nicht wissen, die Betreiberin dieses Standes ist die Weilimdorferin Irmgard Tinz.

Der Weilimdorfer Heimatkreis hatte für dieses Jahr im Dezember eine Weihnachtsausstellung in der Stadtteilbücherei geplant. Bisher konnte die Ausstellung wegen der derzeit gültigen Corona-Verordnungen noch nicht eröffnet werden. Die dafür gedachten Vitrinen sind aber alle schon länger bestückt. In einer dieser Vitrinen finden sich Model aus Holz und Wachs sowie Springerle, die mit Hilfe der Model gebacken werden. Die Ausstellungsstücke stammen alle von Irmgard Tinz. Tinz ist in Altötting in Bayern geboren und hat nach der Schule eine Ausbildung als Wachszieherin gemacht. „In Altötting hat es sehr viele Wachsgeschäfte gegeben”, erzählt sie.

Vor über 50 Jahren kam Tinz nach Stuttgart – der Liebe we­gen. In ihrem erlernten Beruf, zu dem auch eine Ausbildung als Wachsbildnerin gehörte, hat sie in Stuttgart keinen Job bekommen. Deshalb hat Tinz eine Umschulung zur Bürokauffrau gemacht. Der Beruf sei für sie aber nichts gewesen.

Als dann Nachwuchs kam, hat Tinz zuhause angefangen, Wachsmodel zu machen. 1974 war sie dann erstmals auf dem Flohmarkt in Stuttgart. Der sei damals noch ein Kunstgewerbemarkt gewesen, erinnert sie sich. Ihre damalige Standnachbarin habe ihr geraten, sich für einen Stand beim Stuttgarter Weihnachtsmarkt zu bewerben. Die Bewerbung war erfolgreich, denn noch im selben Jahr hatte Tinz mit ihren Wachsmodeln auch erstmals einen Stand beim weihnachtlichen Budenzauber in der Innenstadt.

Eine Wachszieherin stellt Kerzen her, eine Wachsbildnerin gießt Figuren und verziert Kerzen“, erläutert Tinz. Wachsbildner und Holzmodelmacher hätten früher eng zusammengearbeitet, denn die Holzmodel wurden auch zum Gießen der Wachsfiguren genutzt. Tinz hat für ihre Wachsmodel teilweise auch alte Holzmodel als Vorlagen genutzt.

Model wurden früher zu allen Festtagen und auch zu Festen und Feiern geschnitten“, erläutert Tinz. Dementsprechend gibt es auch bei ihr nicht nur weihnachtliche Motive, sondern auch Motive zu Ostern, Berufs- und Jahreszeitbilder, Hochzeitsmotive und vieles mehr. Tatsächlich gebe es sogar mehr Motive für die Themen über das Jahr wie weihnachtliche Motive.

Tatsächlich gab es Model schon vor Christi Geburt Im nordindischen Industal etwa haben Archäologen aus Ton gebrannte Modelformen gefunden. Auch bei Ausgrabungen in der alten Königsstadt Mari wurden Modelformen gefunden. Diese Formen, die rund 2000 Jahren vor Christi entstanden sind, zeigen meist religiöse Motive. Bei den Ägyptern wurden bereits zu Zeiten des Pharaos Ramses III (1198 bis 1166 vor Chris­ti) bei Festen Model zur Verschönerung von Speisen eingesetzt. Ebenso reichten Griechen und Römer solche Gebäckstücke zu festlichen Höhepunkten im Jahresverlauf. Der genaue Zeitpunkt, wann das Bildgebäck erfunden wurde, ist laut Experten nicht bekannt. Mindestens seit dem Mittelalter aber gibt es Model aus Stein, Metall, Keramik oder Holz, um Gebäckstücke mit Bildern zu versehen.

Ihre Model seien ursprünglich als reiner Wandschmuck gedacht gewesen, erzählt Tinz weiter. Erst eine Kundin habe sie darauf aufmerksam gemacht, dass die Wachsmodel auch hervorragend für schwäbische Springerle backen genutzt werden können. Seither backt Tinz Springerle, die der Schwabe als „wie gmolt’ bezeichnen würde. Wer es selbst einmal ausprobieren möchte, findet das Springerle-Rezept von Tinz auf ihrer Webseite www.wachsmodel.de. Mit den Wachsmodel lassen sich darüber auch Papier-Reliefs herstellen. Das Rezept für die dafür benötigte Papiermasse findet man auch auf der Webseite.

Und wer bisher noch keine Model hat – auch kein Problem. Es gibt in diesem Jahr zwar keinen Stuttgarter Weihnachtsmarkt, aber Irmgard Tinz ist trotzdem mit einem Stand in Stuttgart vertreten. Statt dem Weihnachtsmarkt gibt es nämlich den Adventszauber mit insgesamt 33 Ständen, die Montag bis Samstag von 10 Uhr bis 21 Uhr geöffnet haben. Der Stand mit den Wachsmodeln befindet sich in der Unteren Königsstraße gegenüber der Einmündung der Kronenstraße. Einfach mal vorbeischauen, Irmgard Tinz findet bestimmt Zeit, den einen oder anderen Tipp zu geben.

Coronavirus: In Stuttgart gelten Landesregeln

(LHS) Die Landeshauptstadt Stuttgart passt ihre Maßnahmen an, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Sie orientiert sich dabei an der jetzt gültigen, verschärften Coronaverordnung des Landes Baden-Württemberg. Verfügt am 19. Oktober 2020.

Die meisten Regeln, die die Stadt aufgestellt hat, nämlich

– zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen in der Öffentlichkeit,
– zur Begrenzung der Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen oder privaten Feiern gelten nun aufgrund der Coronaverordnung landesweit.

Darüber hinaus hält die Stadt unverändert fest

– an einem Verbot von Alkoholkonsum und -verkauf an bestimmten Plätzen zu bestimmten Zeiten und
– am Tragen von Masken bei Veranstaltungen.

Das geht aus der neuerlichen Allgemeinverfügungen hervor, die das Amt für öffentliche Ordnung am Montag, 19. Oktober, veröffentlicht hat. Die Regeln gelten von Mittwoch, 21. Oktober, bis zunächst einschließlich Sonntag, 8. November 2020. Die Verfügung ersetzt die Allgemeinverfügung von vergangener Woche. Die Vorgaben für einen späteren Schulbeginn ab der 8. Klasse sowie das Tragen von Masken von Grundschullehrerinnen und -lehrern bleiben unverändert, auch sie gehen über die Landesregelungen hinaus.

Die Allgemeinverfügung um Wortlaut:_

Das Amt für öffentliche Ordnung der Landeshauptstadt Stuttgart erlässt auf Grundlage von §§ 28 Abs.1, 16 Abs.1 Infektionsschutzgesetz (IfSG), 49 ff. des Polizeigesetzes Baden- Württemberg (PolG) und § 20 der Rechtsverordnung über infektionsschützende Maß- nahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus des Landes Baden-Württemberg (Corona-Verordnung) folgende Verfügung:

1. Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bei Veranstaltungen
a) Bei öffentlichen Veranstaltungen im Sinne des § 10 Abs. 6 der Rechtsverordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus des Landes Baden-Württemberg (Corona-Verordnung) ist im gesamten Stadtgebiet durchgängig eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.
b) Mund-Nasen-Bedeckung im Sinne der Ziffer 2 ist jede Bedeckung vor Mund und Nase, die aufgrund ihrer Beschaffenheit unabhängig von einer Kennzeichnung oder zertifizierten Schutzkategorie geeignet ist, eine Ausbreitung von übertragungsfähigen Tröpfchenpartikeln oder Aerosolen durch Husten, Niesen oder Aussprache zu verringern. Schutzschilde, Kinnvisiere o.ä. sind ausdrücklich keine geeigneten Mund-Nasen-Bedeckungen.
c) Die Ausnahmen nach § 3 Abs. 2 der Rechtsverordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus des Landes Baden-Württemberg bleiben unberührt.
2. Beschränkung von Alkoholkonsum und -verkauf
a) Abweichend von § 7 GastG dürfen in Gaststätten und in gastgewerblichen Einrichtungen im Sinne des § 25 GastG an Donnerstagen, Freitagen und Samstagen in der Zeit von 21:00 Uhr bis 6:00 Uhr des Folgetags keine alkoholischen Getränke zum alsbaldigen Verzehr über die Straße (sog. „Gassenschank“) abgegeben werden.
b) In Verkaufsstellen dürfen an Donnerstagen, Freitagen und Samstagen in der Zeit von 21:00 Uhr bis 6:00 Uhr des Folgetags keine alkoholischen Getränke abgegeben werden.
c) Auf öffentlichen Straßen, Wegen, Plätzen und in Anlagen dürfen an Donnerstagen, Freitagen und Samstagen in der Zeit von 23:00 Uhr bis 6:00 Uhr des Folgetags keine alkoholischen Getränke konsumiert werden.
d) Ziff. 2 a bis c gelten für die nachfolgend benannten Bereiche:
– Innenstadtbereich innerhalb des Cityrings, der von folgenden Straßen und Plätzen
begrenzt wird: Theodor-Heuss-Straße, Rotebühlplatz (einschließlich City Plaza und Rotebühlpassage unterirdisch), Paulinenstraße, Rupert-Mayer-Platz, Vorplatz der Kir- che St. Maria, Feinstraße, Österreichischen Platz, Hauptstätter Straße, Charlottenplatz (einschließlich Charlotten-Passage unterirdisch), Konrad-Adenauer-Straße, Gebhard- Müller-Platz, Schillerstraße.
– Mittlerer und Unterer Schlossgarten
– Wilhelmsplatz (Stuttgart-Mitte)
– Feuersee (Anlage einschließlich der umgrenzenden Straßen Feuerseeplatz, Gutenbergstraße und Rotebühlstraße)
– Weißenburgpark
– Marienplatz
– Erwin-Schoettle-Platz
– Karlshöhe
– Bismarckplatz
– Berliner Platz einschließlich Bosch-Areal
– Stadtgarten
– Pariser Platz
– Mailänder Platz
– Höhenpark Killesberg
– Parkanlage Villa Berg
– Wilhelmsplatz (Stuttgart-Bad Cannstatt)
– Bahnhofsvorplatz (Stuttgart-Bad Cannstatt zwischen Bahnhofstraße und Bahnhofsgebäude)
– Kurpark Stuttgart-Bad Cannstatt

Es werden jeweils beide Seiten der genannten Straßen und alle Seiten der genannten Plätze erfasst.

3. Ausnahmen von den Regelungen der Ziff. 1 und 2 erteilt das Amt für öffentliche Ordnung aus wichtigem Grund im Einzelfall.
4. Für die Nichtbefolgung der Ziffern 1 und 2 dieser Verfügung wird die Festsetzung eines Zwangsgeldes von EUR 100,00 angedroht.
5. Diese Allgemeinverfügung tritt mit Ablauf des 8. November 2020 außer Kraft.
6. Die vom Amt für öffentliche Ordnung der Landeshauptstadt Stuttgart erllassene Allgemeinverfügung vom 12.10.2020 (Infektionsschutzrechtliche Maß- nahmen zur Verhinderung der weiteren Verbreitung des Virus SARS-CoV-2) wird aufgehoben.
Diese Allgemeinverfügung gilt gemäß § 41 Abs. 4 Satz 4 Landesverwaltungsverfahrensgesetz (LVwVfG) am Tag nach der öffentlichen Bekanntmachung als bekanntgegeben.

Die Allgemeinverfügung mit der ausführlichen Begründung kann beim Amt für öffentliche Ordnung, Dienstelle „Allgemeine Sicherheits- und Ordnungsangelegenheiten“, Eberhardstraße 35, 70173 Stuttgart, Zimmer 155 während der üblichen Öffnungszeiten eingesehen werden.

_Rechtsbehelfsbelehrung:

Gegen diese Allgemeinverfügung kann innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Widerspruch bei der Landeshauptstadt Stuttgart mit Sitz in Stuttgart erhoben werden.

Hinweise: Widerspruch und Anfechtungsklage gegen diese Allgemeinverfügung haben gemäß § 28 Abs. 3 und § 16 Abs. 8 IfSG keine aufschiebende Wirkung. Verstöße gegen diese Allgemeinverfügung können mit einem Bußgeld geahndet werden.

Skiclub Weilimdorf hat Boule-Bahn eingeweiht

(tom) Der Skiclub Weilimdorf hat im Juli mit dem einer Boule-Bahn auf dem Vereinsgelände begonnen. Inzwischen ist die Bahn eingeweiht und wird von den Mitgliedern auch schon kräftig genutzt.

Auf dem Gelände des Skiclub Weilimdorf im Lindental wurde den ganzen Sommer über kräftig gewerkelt. Auf dem Gelände ist eine rund 100 Quadratmetern große Boule-Bahn entstanden. Zur Einweihung konnte der Vorsitzende des Vereins, Jürgen Zeeb, zahlreiche Mitglieder begrüßen. „Die Fertigstellung der Bahn ist ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Skiclubs”.

Meilensteine in der Vereinsgeschichte des Skiclubs gab es in der Tat schon einige: „Das Clubhaus ist in den 70 Jahren gebaut worden“, erinnerte Zeeb. Über die Jahre habe es verschiedene Umbauarbeiten im Haus und auf dem Gelände gegeben. Zuletzt wurde im Clubhaus eine Akkustikdecke eingebaut worden, um die Lautstärke etwas zu dämpfen und der Parkettboden wurde abschliffen und neu versiegelt.

Im Zuge des Baus der Boule-Bahn wurden auf dem Außengelände noch weitere Arbeiten vorgenommen. Direkt vor der Wetterschutzhütte ist eine befestigte Sommerterrasse entstanden, die Zuwege zum Clubhaus wurden verbreitert und barrierefrei gestaltet. Darüber hinaus wurde die Fläche vor der Garage neu gepflastert. Mit der neuen Boule-Bahn habe man nun ein altersgerechtes Angebot für die Mitglieder, so Zeeb weiter. Und es seien noch weitere Angebote auf dem Gelände denkbar. Brigitte Höschele habe angeregt, einen Fläche für Kubb, auch bekannt als Wikinger-Schach auszuweisen, auch der Bau eines Beachvolleyball-Feldes sei noch denkbar.

Zeeb bedankte sich bei allen Mitgliedern, die an der Umfrage im Vorfeld der Umbauarbeiten teilgenommen und den Umbau befürwortet haben. Die Bauarbeiten seien von der Weilimdorfer Firma Pfister durchgeführt worden. Alles sei wie geplant abgelaufen.

An dieser Stelle bedankte sich der Vorsitzende bei den Spendern, die das Vorhaben finanziell unterstützt haben, darunter auch einige Weilimdorfer Unternehmen. Finanziell unterstützt worden sei das Projekt auch vom Amt für Sport und Bewegung der Stadt Stuttgart, von der Stuttgarter Volksbank und von der Jürgen-Zeeb Stiftung. Und es habe auch Sachspenden in Form von Sonnenschirmen, Getränken, Obst und auch Boule-Kugeln gegeben. Alle Spender seien auf einer Spendentafel verewigt, erklärte der Vereinsvorsitzende. Und diese Liste könne man auch noch verlängern.

Tatsächlich sei der Umbau etwas teurer geworden wie ursprünglich geplant. Dies deshalb, weil der Untergrund unter dem alten Plattenbelag, nicht fachgerecht aufgebaut war. Da die Platten seinerzeit einfach in den Dreck gelegt worden waren, habe man zunächst den Untergrund vorbereiten müssen. Das habe die Sache etwas teurer gemacht. „Mit weiteren Spenden bekommen wir das aber sicher hin.“

“Die Boule-Bahn wird zukünftig von einem Boule-Team betreut”, so Zeeb weiter. Walter Germut, Klaus Riederer und Rolf Ludmann werden dafür sorgen, dass der Spielbetrieb reibungslos abläuft. Abschließend teilte Zeeb den anwesenden Mitgliedern mit, dass es in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie wohl keine Clubabende mehr geben wird. Die Jahreshauptversammlung sei am 26. November 2020 in der Lindenbachhalle.

Nach dem offiziellen Teil wurde die neue Bahn dann mit einem kleinen Spiel eingeweiht. Die erste Kugel spielte Kassiererin Ursula Schmidt. Inzwischen wird die Anlage von den Mitgliedern schon kräftig genutzt.

Bürgerempfang im Holiday Inn: „Sie helfen mit, dass Weilimdorf, Stuttgart und das Land funktionieren“

(tom) Jedes Jahr im Oktober findet in Weilimdorf ein Bürgerempfang statt. Auch in diesem Jahr hatten Bezirksbeirat und Bezirksamt ehrenamtlich Engagierte und zu dieser Feier eingeladen – dieses Mal allerdings unter ganz besonderen Bedingungen.

„Ich bin sehr froh, sie alle heute hier begrüßen zu können”, hieß Bezirksvorsteherin Ulrike Zich die Gäste des diesjährigen Bürgerempfangs im Holiday in Willkommen. Es sei in Zeiten der Pandemie nicht immer einfach zu entscheiden, wo man hingeht und wo nicht. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte in einer Ansprache die kurz vor Beginn des Empfangs in den Medien ausgestrahlt wurde noch einmal mit Nachdruck appelliert, sich an die Vorgaben zum Infektionsschutz zu halten. Entsprechend den Vorgaben waren in diesem Jahr deutlich weniger ehrenamtlich Engagierte eingeladen worden – und die saßen beim Empfang auf Abstand. „Wir haben auch ein Hygienekonzept, das den Regularien der Landeshauptstadt entspricht“, betonte die Bezirksvorsteherin.

Alle, die zum Bürgerempfang eingeladen werden, würden sich für Kinder, Jugendliche, Senioren und auch anderen im Stadtbezirk engagieren“, so Ulrike Zich weiter. „Sie sind das Rückgrat des Gemeinwesens und helfen mit, dass Weilimdorf, Stuttgart und das Land funktionieren.“

Wie jedes Jahr seien engagierte aus verschiedenen Vereinen, Organisationen und Institutionen und auch einige Wahlhelfer eingeladen. „Wir haben in diesem Jahr wegen den vielen Kandidaten bei der Oberbürgermeisterwahl voraussichtlich zwei Wahlen“, so die Bezirksvorsteherin. Sie freue sich all diejenigen Wahlhelfer ehren zu können, die schon mindestens fünf Mal bei einer Wahl dabei waren. Geehrt werden konnten in diesem Jahr insgesamt 13 Wahlhelfer*innen.

Leider nicht anwesend war auch Maximilian Heinzmann. Er sei der Liebe wegen aus Weilimdorf weggezogen. Heinzmann sei seit Einführung des Stuttgarter Bürgerhaushalts als ehrenamtlicher Multiplikator für den Stadtbezirk tätig gewesen. Ferner sei er Sprecher der Themengruppe IV in der Sozialen Stadt Giebel und Organisator des jährlichen Weinumtrunks gewesen. Bereits 2019 sei Heinzmann mit der Ehrenmünze der Landeshauptstadt und 2020 mit der Giebelmünze ausgezeichnet worden. „Wir werden Herr Heinzmann beim Bürgerhaushalt sehr vermissen“, so die Bezirksvorsteherin. „Wir hoffen, dass wir für Ihn einen Nachfolger finden. Bei der Sozialen Stadt haben wir ihn schon gefunden.“

Besondere Ehrungen

Wie immer gab es im Rahmen des Bürgerempfangs auch einige besondere Ehrungen. Geehrt wurde als erster Christoph Schmid, der von 2003 bis 2018 Delegierter des Stadtseniorenrates Weilimdorf war und sich in dieser Funktion für die Belange der Senioren im Stadtbezirk einsetzte. Der Stadtseniorenrat in Weilimdorf habe sich leider aufgelöst. Die Sprechstunden und ehrenamtlichen Beratungen, die Schmidt ab 2017 angeboten hat, könnten inzwischen mit Schmid erfreulicherweise wieder angeboten werden. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Stadtseniorenrat hatte sich Schmid darüber hinaus die Vor- und Nachbereitung der Theaterstücke der Kriminalprävention mit übernommen, Schulungen für die Nutzung der Fahrkartenautomaten des OPNV angeboten und sich an der Umfrage zur Verkehrssituation in Weilimdorf beteiligt. Darüber hinaus ist Schmid für den Weilimdorfer Heimatkreis als Schriftführer aktiv und hat auch schon die Durchführung mehrer Literarischer Spaziergänge in Weilimdorf übernommen. Schmid wurde für sein Engagement mit der Ehrenmünze der Landeshauptstadt Stuttgart ausgezeichnet.

Die Ehrenmünze der Landeshauptstadt Stuttgart konnte Bezirksvorsteherin Ulrike Zich auch Marlis Bossert überreichen. Frau Bossert habe sei 1970 regelmäßig für die Freizeiten der Eichenkreuz-Sportgruppe Weilimdorf mit je 30 bis 50 Teilnehmern gekocht. Ebenso sei sie in der Waldheimküche im Lindental aktiv, wo über mehrere Wochen für 300 Kinder gekocht wird. „Von Oktober 2015 bis Dezember 2018 hat Frau Bossert Verantwortung für die Kleiderkammer des Flüchtlingskreise im Alten Rathaus übernommen“, so Bezirksvorsteherin Zich. Das sei eine große Herausforderung gewesen. Die gespendeten Kleider seien nicht einfach ausgegeben, sondern gegen einen geringen Betrag verkauf worden. Die Einnahmen seien für die Flüchtlingsarbeit genutzt worden. „Nach groben Schätzungen sind in dem Zeitraum über 10.000 Artikel verkauft worden. Marlies Bossert hat den Personaleinsatz für das Sortieren und den Verkauf organisiert und zudem Geflüchtete in den Verkauf eingearbeitet um ihn eigenverantwortlich zu organisieren. „Ein gelungenes Beispiel für die Integration und die Hilfe zur Selbsthilfe“, hielt Bezirksvorsteherin Zich fest. Im Alten Rathaus wurde auf Initiative von Marlies Bossert auch ein Möbellager eingerichtet dank dem Geflüchtete, die eine Wohnung bekommen haben, kostenlos mit einer Erstausstattung versorgt werden könnten. Bis zu heutigen Tag betreue Frau Bossert zusammen mit ihrem Mann Werner Bossert zahlreiche Geflüchtete im Alltag. Werner Bossert sei schon im vergangenen Jahr für sein Engagement geehrt worden. „Familie Bossert hat bei der Arbeit für Geflüchtete eine unschätzbare Leistung erbracht, mit Herzblut und als Vorbild für andere. An der Stelle dankte Ulrike Zich auch noch einmal Werner Bossert, der sein Amt als Sprecher des Flüchtlingskreis im September abgegeben hat.

Helmut Heisig konnte die Bezirksvorsteherin im Rahmen des Empfangs mit dem Verdienstabzeichen des Städtetags Baden-Württemberg in Gold auszeichnen. Verliehen wurde Heisig das Verdienstabzeichen für 30 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit im Weilimdorfer Bezirksbeirat von März 1990 bis Oktober 2009 war Heisig ordentliches Mitglied im Gremium, von Oktober 2009 bis Oktober 2019 stellvertretendes Mitglied und seit Oktober 2019 wieder ordentliches Mitglied für die CDU Bezirksbeiratsfraktion. Darüber hinaus ist Heisig schon seit vielen Jahren als Wahlhelfer im Stadtbezirk tätig.

Eine besondere Ehrung wurde auch Kurt Maier-Haag zuteil. „Als wir die Kiste aufgemacht haben, wussten wir nicht was drin ist“, meinte Ulrike Zich lachend. Kurt Maier-Haag sei in Weilimdorf ehrenamtlich aktiv, wohne aber nicht im Ortsteil und das habe es recht schwer gemacht, zu recherchieren, wo er überall aktiv ist. Tatsächlich habe man bei einer Stelle sogar überhaupt keine Auskunft erhalten. Dies mit der Begründung, dass aus Datenschutzgründen der zu Ehrende sein Einverständnis geben müsse. Da solche Ehrungen für den zu Ehrenden immer bis zuletzt geheim bleiben sollen, war das natürlich keine Option. „Selbst als wir mitgeteilt haben, dass die Anfrage von Amts wegen erfolgt sind wir nicht weitergekommen“, so Ulrike Zich. Schließlich hat das Bezirksamt doch noch die nötigen Informationen erhalten. „Wir waren in der Tat überrascht, was dieser bescheidene Mann im Ehrenamt alles macht beziehungsweise gemacht hat.“ Kurt Maier-Haag war 30 Jahre Vorsitzender Prüfer für Versicherungskaufleute (1971 bis 2010) und 28 Jahre Vorsitzender Prüfer für die Fachwirte Versicherungen und Finanzen (1983 bis heute) bei der IHK Stuttgart und ist seit 2001 Mitglied beim DIHK im Ausschuss Aufgabenstellung Fortbildungsprüfung zum Fachwirt für Versicherungen und Finanzen. Beim TSV Georgii-Allianz ist Maier-Haag sei 1965 ehrenamtlicher Schiedsrichter. Für seine Schiedsrichtertätigkeit wurde er schon mehrfach ausgezeichnet. In Weilimdorf ist er beim Kleingartenverein Fasanengarten aktiv. Von 1984 bis 2001 war er Kassierer und seither ist er Kassenprüfer. Bei der “Weilimdorfer Bürger und Organisationen” (WBO) ist er Gründungsmitglied. Seit der Gründung bis heute ist er Kassierer und Mitglied im Vorstand. In diesen Funktionen hat er auch schon zahlreiche Feste in Weilimdorf mit organisiert. Und schließlich ist Maier-Haag seit 2012 auch noch als ehrenamtlicher Bewährungshelfer tätig. Für sein Engagement wurde er mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Zum Schluss dankte Ulrike Zich noch einmal allen Ehrenamtlichen, die sich für den Stadtbezirk einsetzen, aber auch all denjenigen, die zum Gelingen des Bürgerempfangs beigetragen haben.

Im Anschluss waren alle eingeladen, sich am schwäbischen Büfett zu bedienen. Die Direktorin des Holiday Inn, Alexandra Meierhans, wünschte allen einen guten Appetit und bedankte sich gleichzeitig bei Bezirksvorsteherin Zich dass sie diesen Abend ermöglicht hat. „Das ist in Pandemie-Zeiten nicht selbstverständlich und vorbildlich.“ Für die musikalische Umrahmung sorgte übrigens auch ehrenamtlich eine Musikgruppe der Musikschule Eberhard aus Weilimdorf.

Verschiedenes aus dem Bezirksbeirat

(tom) In der Oktobersitzung des Weilimdorfer Bezirksbeirats standen einige Anträge auf der Tagesordnung. Darüber hinaus informierte Bezirksvorsteherin Zich über eine Anfrage, die Sitzungen des Gremiums an einen anderen Ort zu verlegen.

Weitere “Fahrradabstellanlagen” auf nächste Sitzung verschoben_

In der jüngsten Sitzung des Weilimdorfer Bezirksbeirates am 7. Oktober 2020 stand auch erneut das Thema “Fahrradabstellanlagen” auf der Tagesordnung. Ein Punkt aus dem gemeinsamen Antrag von Bündnis 90/Grüne, PULS, SPD und die FrAKTION konnte in der vorangegangenen Sitzung aus Zeitgründen nicht mehr behandelt werden. Den Antrag lautet auf Höhe der Gebäude Glemsgaustraße 23 und 14 Fahrradabstellanlagen zu installieren. In dem Bereich wo es zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte gibt, seien bisher noch keine Radabstellplätze vorhanden. Da es für die Standorte der Radabstellanlagen neue Vorschläge gibt, wurde der Antrag auf Vorschlag von Dr. Jörg Grunert (SPD) erneut vertagt.

__Unfallschwerpunkt B295__

Ein weiterer Antrag von Bündnis 90/Grüne wurde ebenfalls einstimmig verabschiedet. „Die Kreuzung der B295 mit der Flachter Straße/Gerlinger Straße ist trotz der in den vergangenen Jahren durchgeführten Maßnahmen nach wie vor ein Unfallschwerpunkt, wie sich aus dem Unfallatlas der statistischen Ämter des Bundes und der Länder ergibt“, heißt es im Antrag. Auch 2019 sind auf der Kreuzung fünf Menschen bei Unfällen verletzt worden. Beantragt wurde die Installation einer kombinierten Rotlicht- und Geschwindigkeitsüberwachungsanlage oder den Einsatz eines sogenannten “Enforcement Trailers” – ein Anhänger zur Verkehrsüberwachung – im Bereich der Lichtsignalanlage auf der B295. Die bisher an der Kreuzung umgesetzten Maßnahmen hätten nicht den erwarteten Erfolg gebracht, heißt es in der Begründung.

__Gestaltung der Verkehrsinsel an der Engelberg-Solitudestraße__

Die Fraktionsgemeinschaft PULS hat beantragt, zur Gestaltung der Verkehrsinsel an der Engelberg-Solitudestraße einen Wettbewerb durchzuführen. Zur Teilnahme an dem Gestaltungswettbewerb eingeladen werden die Weilimdorfer Schulen und auch die Stipendiat/innen der Akademie Schloss Solitude. Dies verbunden mit der Vorgabe dass die von den Stipendiat/innen eingereichten Vorschläge in kreativer Zusammenarbeit mit Weilimdorfer Schulen, Vereinen oder sonstigen Gruppen entstehen müssen. Im Antrag heißt es weiter dass die Gestaltungsvorschläge auf der Bürgerbeteiligungswebseite der Stadt vorgestellt werden sollen, so dass die Bürger online darüber abstimmen können. Eine Jury bestehend aus Mitarbeiter/innen der Verwaltung, der Akademie Schloss Solitude und Mitgliedern des Bezirksbeirates sollen das Gewinnerkonzept dann letztlich auswählen. Für den Wettbewerb und für die Umsetzung der Gewinneridee sollen Mittel aus dem Bezirksbudget bereitgestellt werden.

Dr Jörg Grunert (SPD) befürwortete den Antrag schlug aber vor, die Siegervorschläge vor Ort in Weilimdorf auszustellen und auch eine Abstimmung in Weilimdorf durchzuführen. „So könnten sich auch Menschen beteiligen, die kein Internet haben“, stellte Bezirksvorsteherin Ulrike Zich dazu fest.

Stephan Gier (CDU) befürwortete den Vorschlag ebenfalls. Wichtig sei allerdings, den Wettbewerbsteilnehmern die Vorgaben für die Gestaltung von Kreisverkehren mitzugeben. Den Schulen seien diese Vorgaben bereits zugegangen, erklärte die Bezirksvorsteherin.

Jürgen Raiser (FW) erinnerte daran, dass die Freie Wähler Gemeinderatsfraktion beantragt habe bei der Gestaltung des Kreisverkehrs Bezug auf die dort verlaufende Basislinie der Landesvermessung von Baden-Württemberg hinzuweisen. Der Vorschlag sei von Oberbürgermeister Kuhn auch befürwortet worden. Raiser sprach sie dafür aus, eine entsprechende Vorgabe im Wettbewerb zu verankern.

Barbara Graf (Bündnis 90/Grüne) hielt fest, dass die Schulen bekanntlich bereits Interesse bekundet hätten an dem Wettbewerb teilzunehmen. Der Vorschlag der Freien Wähler sei gut, sollte ihrer Meinung nach aber nicht als Thema festgelegt werden um die Teilnehmer nicht durch Vorgaben einzuengen. „Wir sollten den Schülern auch den Gedanken mitgeben, dass sie Ihre Ideen dann auch unter fachlicher Betreuung umsetzen können.

Der Antrag wurde schließlich einstimmig verabschiedet. Bezirksvorsteherin Ulrike Zich erinnerte nach der Abstimmung daran, dass man sich wegen der Finanzierung noch Gedanken machen müsse.

__Einrichtung einer Querungshilfe in der Goslarer Straße__

Schon häufiger im Gremium diskutiert wurde die Einrichtung einer Querungshilfe in der Goslarer Straße im Bereich der Reisachstaffel. Für die Gestaltung liegt nun ein neuer Vorschlag vor, der vorsieht auf der Seite des Lindenbachsees einen ebenerdigen Zugang zu belassen und diesen links und rechts mit erhöhten Gehwegnasen, sogenannten Flexinseln, abzusichern. „Der Vorteil daran ist, dass es sich um eine Maßnahme handelt, die auch die Fahrgeschwindigkeit verringern würde, weil kein Begegnungsverkehr mehr möglich ist“, hielt Bezirksvorteherin Zich fest.

_Sitzungen des Bezirksbeirates bleiben in der Lindenbachhalle

Zu den Sitzungen des Bezirksbeirates in der Lindenbachhalle war ein Schreiben eingegangen, in dem darauf hingewiesen wurde, dass die Sitzungen mit dem Kinderturnen kollidieren, Dies verbunden mit der Bitte, die Lindenbachhalle zukünftig zu Zeiten des Kinderturnens nicht mehr zu nutzen. Es gebe sicher auch andere Räume in Weilimdorf um die Sitzungen abzuhalten oder die Möglichkeit den Termin nach hinten zu verschieben. Bezirksvorsteherin Zich erklärte, dass die Bezirksbeiratssitzungen auch weiterhin in der Lindenbachhalle stattfinden werden. Die Entscheidung liege nicht beim Bezirksbeirat. „Wenn wir in den Sitzungen Öffentlichkeit herstellen wollen gibt es keine Alternative“. In der Lindenbachhalle könnten gemäß den Vorgaben der Stadt Stuttgart für Sitzungen 45 Personen eingelassen werden. In der Aula des Solitude-Gymnasiums, die von Barbara Graf als Alternative vorgeschlagen wurde, dürften laut städtischer Vorgabe nur 25 Personen. Ulrike Zich erklärte, dass sie wegen der Überschneidung schon mit der betroffenen Übungsleiterin gesprochen habe und auch mit der Dame, die die Hallenvermietung macht. Eine mögliche Alternative für das Kinderturnen sei der Gymnastikraum im Untergeschoss der Lindenbachhalle. Sie warte aber noch auf eine Antwort ob das möglich ist. Weitere Alternativen würden gesucht. Den Termin nach hinten zu verschieben sei wegen dem Hausmeister und dem Putztrupp nicht möglich. Die Bezirksvorsteherin schlug vor, im kommenden Jahr keine fakultativen Sitzungen mehr anzubieten und die Sitzungszeit weiterhin zu begrenzen. Der Vorschlag auf einen anderen Tag wie Mittwoch auszuweichen, sei ebenfalls nicht umsetzbar, weil die Sitzungstage mit allen Stuttgarter Bezirksbeiräten abgestimmt seien.

Bericht des Flüchtlingskreises im Bezirksbeirat: Neuer vierköpfiger Sprecherkreis gewählt

(tom) Ursprünglich war ein Bericht des Weilimdorfer Flüchtlingskreises schon für Anfang des Jahres geplant. Aufgrund der Corona-Pandemie musste er verschoben werden. In der Oktobersitzung war Werner Bossert nun im Gremium zu Gast.

In der Oktobersitzung des Weil­imdorfer Bezirksbeirates am 7. Oktober 2020 stellte Werner Bossert die Arbeit des Flüchtlingskreises vor, der 2015 ins Leben gerufen worden war. „Bezirksvorseherin Ulrike Zich habe die Arbeit des Flüchtlingskreises damals hervorragend vorbereitet“, hielt Bossert eingangs seines Berichtes fest. Im Oktober 2015 seien die ersten Flüchtlinge in der Turnhalle des Solitude-Gymnasiums untergebracht worden, so Bossert weiter „Jetzt betreuen wir Geflüchtete in den Unterkünften in der Solitudestraße in der Steinröhre und in privaten Wohnungen.“ Inzwischen sei es gelungen durch private Kontakte 40 Wohnungen zu vermitteln.

Im Flüchtlingskreis seien derzeit 120 ehrenamtliche Helfer aktiv – einige von ihnen zwei mal pro Woche, andere ein Mal im halben Jahr. Weitere ehrenamtliche Helfer seien immer herzlich willkommen. Wer mitmachen möchte kann sich direkt beim Flüchtlingskreis oder beim Bezirksamt melden.

Alle Ausgaben würden durch Spenden von Firmen und Privatspenden finanziert. Derzeit habe man noch ein kleines Polster zur Verfügung, freue sich aber natürlich immer über weitere Spenden. An der Stelle sprach Bossert dem Kassier des Flüchtlingskreises, Stephan Gier und auch der evangelischen Kirche einen besonderen Dank aus. Dank der Kirche sei es möglich, dass der Flüchtlingskreis Spendenbescheinigungen ausstellt.

In den vergangenen fünf Jahren habe der Flüchtlingskreis verschiedene Aktionen und Veranstaltungen durchgeführt. Besonders in Erinnerung seien die beiden großen Begegnungsfeste mit Kultur, Musik und Darbietungen, die beide sehr viele Besucher anlockten. Dankbar sei der Flüchtlingskreis dafür, dass er im Alten Rathaus eine Kleiderkammer und ein Möbellager einrichten konnte. Dank dem Möbellager sei es möglich gewesen den Geflüchteten eine Erstausstattung von Möbeln zur Verfügung zu stellen. Die Bekleidung aus der Kleiderkammer sei nicht verschenkt sondern zu einem geringen Preis verkauft worden. Die Einnahmen habe man für die Flüchtlingsarbeit verwendet. Ebenso sei man mit den Einnahmen aus dem Verkauf der Fahrräder der Fahrradwerkstatt verfahren. In der Fahrradwerkstatt seien insgesamt über 160 Fahrräder repariert und dann verkauft worden. Die Räume für die Kleiderkammer habe die Stadt dem Flüchtlingskreis kostenlos zur Verfügung gestellt, für die Räume der Radwerkstatt müsse der Flüchtlingskreis lediglich Strom- und Heizkosten bezahlen. Miete verlange die SWSG für die Räume nicht. Dafür sei man der Stadt und dem Wohnungsbauunternehmen sehr dankbar.

Nicht unerwähnt ließ Bossert auch die Teilnahme des Flüchtlingskreises mit einem Stand beim Weihnachtsmarkt, die Fahrradkurse und Ausflüge für Frauen und die vom Jugendrat organisierten Bowling-Aktionen. „Wir hoffen, dass diese Treffen auch vom neuen Jugendrat fortgesetzt werden”. Die Lego-Tage seien ebenfalls immer sehr gut angekommen. Eine ganz besondere Aktion sei der Bau des Spielplatzes in der Steinröhre gewesen. 40 Mitarbeiter der Firma Daimler-Benz hatten zusammen mit den Geflüchteten den Spielplatz in ehrenamtlicher Arbeit aufgebaut und mit einem kleinen Fest eingeweiht.

Bis März diesen Jahres habe man auch verschiedene regelmäßige Angebote machen können. Aufgrund von Corona sei dann aber alles ausgesetzt worden. Angeboten wurde die Lernzeit, eine Hausaufgabenbetreuung für die Flüchtlingskinder. Ferner gab es Sprachkurse am Abend, die bereits erwähnte Fahrradwerkstatt und das Kaffee Kunterbunt, das sich schnell zu einem Ort des Austauschs entwickelt habe. Dank der großzügigen Spende einer Weilimdorfer Firma habe man auch PC-Kurse anbieten können. Dank der acht Ehrenamtlichen, die in dem Projekt aktiv waren, sei es gelungen, 40 Geflüchtete im Umgang mit dem PC zu qualifizieren. Auch ein MINT Projekt habe es gegeben in dessen Rahmen Kinder einen Kleincomputer zusammenbauen konnten und programmieren gelernt haben. „Auch dafür haben wir eine Spende erhalten“, so Bossert.

Aktuell unterstütze der Flüchtlingskreis die Geflüchteten bei der Wohnungssuche und leiste im Bedarfsfall auch Umzugshilfe. Ferner unterstütze man die Geflüchteten bei der Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche. In diesem Jahr sei es gelungen fünf Jugendlichen einen Ausbildungsplatz zu vermitteln. Außerdem begleite man die Menschen aus den Unterkünften bei Gängen zum Sozialamt, ins Jobcenter oder zur Ausländerbehörde.

Ein wichtiger Aufgabenbereich ist laut Bossert auch die Betreuung der Familien außerhalb der Gemeinschaftsunterkünfte. Die hauptamtlichen Mitarbeiter dürften diejenigen, die eine Wohnung gefunden haben, nur noch für eine gewisse Übergangszeit betreuen. Danach seien sie auf sich alleine gestellt. Die Betreuung übernehme dann der Flüchtlingskreis. Bossert berichtete weiter, dass der Flüchtlingskreis alle Kinder zur Einschulung mit einem Schulranzen samt Ausstattung und Sportkleidung ausgestattet hat und dass es gelungen sei zehn Kinder für einen Schwimmkurs bei der Sportvereinigung Feuerbach anzumelden.

Aktuell sei man dabei zu ermitteln, welche Angebote die Geflüchteten derzeit benötigen. Ferner mache sich der Flüchtlingskreis Gedanken darüber wie die neuen Bewohner zu erreichen sind. Auch die Wohnsituation in den Gemeinschaftsunterkünften sei ein Thema ebenso wie die Bereitstellung von W-Lan Anschlüssen. Letzteres sei insbesondere für die Kinder beim Homeschooling extrem wichtig.

„Ich habe mich im September aus der Arbeit im Flüchtlingskreis aus persönlichen Gründen zurückgezogen”, gab Bossert am Ende seiner Ausführungen bekannt. Die Mitglieder des neu gewählten Sprecherkreis sind Ralf Horndasch, Klaudia Kowohl, Achmad Jaber und Stephan Gier. Abschließend bedankte sich Bossert beim Bezirksbeirat und beim Bezirksamt für die stets gute Unterstützung.

In der anschließenden Fragerunde wollte Peter Hanle (FrAKTION) noch einmal wissen, wie die Geflüchteten an eine Wohnung kommen können. „Wir haben eine afghanische Familie in einer kleinen Wohnung aufgenommen. Das sind sehr angenehme und freundliche Mieter“, so Hanle. Bossert erklärte, dass Geflüchtete aus seiner Sicht nur auf privatem Weg an eine Wohnung kommen können. Der Flüchtlingskreis spreche mit potentiellen Vermietern und erkläre ihnen, dass die Miete gesichert ist. „Wo wir mit privaten Vermietern ins Gespräch komme haben wir auch gute Erfolge zu verzeichnen“. Ihm sei nicht bekannt, dass eine Familie über die Stadt oder eine Wohnbaugesellschaft eine Wohnung vermittelt bekommen habe. Auch privat übers Internet an eine Wohnung zu kommen sei nicht möglich.

Wie Barbara Graf (Bündnis 90/Grüne) hatte auch Hanle zuvor den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer in der Flüchtlingsarbeit gelobt. „Was die Ehrenamtlichen geleistet haben und leisten mussten, weil es unser Staat nicht geschafft hat, entsprechende professionelle Strukturen aufzubauen ist gewaltig“, so Graf. Sie sei selbst in der Lernzeit engagiert und habe festgestellt dass die Zusammenarbeit zwischen den Hauptamtlichen und den Ehrenamtlichen optimierbar sei. Sie regte an mit den Hauptamtlichen der evangelischen Gesellschaft (eva) in einem Gespräch zu klären, wie die Zusammenarbeit verbessert werden kann und das Ehrenamt eine größere Wertschätzung erfährt. “In Deutschland sei vieles ohne Ehrenamt nicht möglich”, erwiderte Bossert. „Es ist schön und gut, dass es so viele ehrenamtlich engagierte Menschen in Weilimdorf gibt”. Den Dank gebe er an die Helfer des Flüchtlingskreises gerne weiter. Zum Thema Zusammenarbeit meinte Bossert: „Es gibt nichts, was nicht besser werden könnte“. Das gelte auch für die Zusammenarbeit mit der eva. Es sei eine der Aufgaben für den neuen Sprecherkreis mit der eva neue Wege der Kommunikation und Zusammenarbeit zu finden.

Lob für die Arbeit der Ehrenamtlichen im Flüchtlingskreis kam auch von Jürgen Raiser (FW) Der Flüchtlingskreis leiste hervorragende Arbeit. „Ihr seid für die Geflüchteten Stütze in allen Lebenslagen. Die Arbeit, die ihr für unsere Gesellschaft leistet ist unbezahlbar.“

Dr Jörg Grunert (SPD) schloss sich den Dankesworten an. Er wollte ferner wissen, wie viele Menschen derzeit in den Unterkünften wohnen. “Die Belegung ergebe sich aus den Vergaben”, erläuterte Bezirksvorsteherin Ulrike Zich. Die Wohnfläche werde den Geflüchteten berechnet. Die Hoffnung, dass durch die Einführung der 7,5 Quadratmeter-Regel in den Unterkünften mehr Platz entsteht habe sich nicht erfüllt, erklärte Bossert. In den Unterkünften in Weilimdorf würden noch immer sehr viele auf fünf Quadratmetern leben. „Wir hoffen, dass der Gemeinderat eine Lösung findet, die es möglich macht, dass alle 7,5 Quadratmeter Wohnraum zu Verfügung bekommen“.

„Ich hoffe, dass viele durch ihr Vorbild inspiriert werden, sich ehrenamtlich zu engagieren”, erklärte Suzanna Lipovac (CDU). Man könne den ehrenamtlich engagierten nicht genug danken. Sie wollte wissen was die Geflüchteten benötigen und wie die Helfer an die neu hinzugekommen Menschen herankommen. Bossert erklärte, dass jetzt vor allem Einzelpersonen aus afrikanischen Ländern in die Unterkünfte kommen. Zu diesen einzelnen Personen einen Zugang zu bekommen sei deutlich schwieriger wie am Anfang der Arbeit, als man es vorwiegend mit Familien zu tun hatte. Vor Corona habe man ein Konzept erarbeitet, dass dann aber nicht umgesetzt werden konnte. Das müsse man nun wieder angehen.

„Ich denke wir können uns glücklich schätzen, dass Werner Bossert vor fünf Jahren die Aufgabe des Sprechers übernommen hat. Es liegt nicht nur im Machen sondern vor allem in der persönlichen Haltung und am persönlichen Einsatz. Sie Herr Bossert sind ein Glücksfall”, so Bezirksvorsteherin Ulrike Zich abschließend.

Rund 1,5 Millionen Euro für die Sanierung von Spielplätzen und Grünanlagen

(tom) Das Garten-Friedhofs- und Forstamt hat in der jüngsten Sitzung des Weilimdorfer Bezirksbeirates seinen Jahresbericht vorgestellt.

Zur Sitzung des Weilimdorfer Bezirksbeirates am 7. Oktober 2020, der aufgrund der Corona-Pandemie wieder in der Lindenbachhalle stattfand, konnte Bezirksvorsteherin Ulrike Zich Andreas Hellmann und Anja Schuster begrüßen. Wie jedes Jahr berichteten die beiden Vertreter des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes über die durchgeführten und anstehenden Maßnahmen im Bereich der Spielflächen und Grünanlagen.

„Wir waren im Mai 2019 zum letzten Mal hier“, hielt Hellmann fest. Seit der Zeit habe man in Weilimdorf einiges gemacht. Schuster, die für Weilimdorf zuständig ist berichtete dass man für Kleinmaßnahmen auf Spielplätzen insgesamt 12.500 Euro investiert haben. Die Zaunanlage am Spielplatz Widdumhofstraße sei erneuert worden, am Spielplatz Thaerstraße habe man den Kleinkinderspielturm erneuert und auf den Ernst-Reuter-Platz sei das Trampolin zum wiederholten Mal repariert worden. Ferner seien in Weilimdorf, Giebel und Wolfbusch sowie im Industriegebiet insgesamt 68 Bäume gepflanzt worden. Kosten rund 96.500 Euro. Von den neugepflanzten Bäumen seien drei leider eingegangen, zwei weitere würden Streßsymptome zeigen. Im Molchweg sei beim Weg durch die Grünanlage der Belag erneuert worden (3.600 Euro), so Schuster weiter. Außerdem werde an allen Spielplätzen die Beschilderung erneuert. Bei einem Teil seien die neuen Schilder bereits angebracht. „Bis Ende des Jahren wollen wir alle Schilder ausgetauscht haben“.

Ein großes Projekt sei die Sanierung des Schulsportplatzes der Seelachschule in der Grünanlage Beim Esel gewesen, so Schuster Weiter. Der Sportplatz habe einen neuen Kunststoffbelag erhalten. Außerdem sei der Platz mit einem schallmindernden Ballfangzaun ausgestattet und es seien auch neue Tore aufgestellt worden. Die Weitsprunganlage sei ebenfalls saniert worden. Die Gesamtkosten für das Projekt beliefen sich auf rund 322.500 Euro.

Im Laufe des vergangenen Jahres seien außerdem die Außenanlagen von zwölf Kindertageseinrichtungen für unter drei-jährige in Weilimdorf umgebaut worden. Der Umbau sei nötig gewesen, weil die Außenanlagen nicht den sicherheitstechnischen Anforderungen für unter drei-jährige entsprochen haben. „Wir haben das Außengelände der Kindergärten auch mit Altersgerechten Spielgeräten für die unter drei-jährigen ausgestattet.

Ein weiteres Großprojekt das Schuster Ansprach ist die Sanierung des Lindenbachsees und der Reisachstaffel (Kosten rund 250.000 Euro) die noch in diesem Jahr erfolgen soll. Der erste Bauabschnitt auf der Seite der Lindenbachstraße sei abgeschlossen. Im zweiten Zug gehe man nun das Ufer auf der Seite der Goslarer Straße an, in dessen Rahmen auch der Sitzplatz neu gestaltet werden soll. Man befinde sich hier derzeit in der Abstimmung mit dem Tiefbauamt und dem Umweltamt, so Schuster. „Wir wollen den Weg etwas höher legen, um zukünftig Überschwemmungen zu vermeiden“. In der Vergangenheit sei der Weg und auch der Sitzplatz häufig überschwemmt worden. Geplant sei auch neue Bäume zu pflanzen. Starten werde man die Arbeiten zunächst mit einem Gehölzrückschnitt. Im Zuge dieser Arbeiten werde auch die Reisachstaffel in Angriff genommen. Dort gebe es schon provisorische Einbauten, die das Befahren der Staffel mit dem Rad verhindern sollen. Das Provisorium werde durch feste Einbauten ersetzt.

Die größte Maßnahme ist sicher die Schulhofsanierung des Solitude-Gymnasiums (Kosten insgesamt 1,03 Millionen Euro). Mit der Neugestaltung der Fläche habe man im August begonnen. Im Zuge der Arbeiten würden im unteren und oberen Schulhof die Aufenthaltsbereiche neu gestaltet und es werden neue Spiel und Pausenangebote installiert. Außerdem erhält der Bolzplatz hinter der Turnhalle einen Neuen Belag. Mit den Vorarbeiten wolle man bis Ende des Jahres fertig sein, so dass im Frühjahr dann die Spielgeräte aufgestellt und Baumpflanzungen erfolgen können. Die Fertigstellung der Arbeiten sei bis Ende März 2021 geplant.

Auf der Agenda für das laufende Jahr steht beim Garten-, Friedhofs- und Forstamt auch die Neugestaltung des Schulcampus der Gemeinschaftsschule Weilimdorf. Hier sei man derzeit dabei den Bauantrag einschließlich Freiflächenplan zu erarbeiten, erklärt Schuster.

Und es tut sich noch einiges mehr bei den Weilimdorfer Schulen. Beim Erweiterungsbau mit Mensa an der Maria-Montessori Grundschule in Hausen, ist das Gartenbauamt ebenfalls an der nötigen Umgestaltung der Außenanlage beteiligt. Beim Neubau der Mensa der Rappachschule mit entsprechender Umgestaltung der Außenanlage liegt wie Schuster mitteilte die Baugenehmigung vor. Der Baustart sei im kommenden Jahr geplant. Und noch in diesem Jahr beginne man mit dem Umbau der Außenanlage an der Wolfbuschschule ebenfalls im Rahmen des Mensa Neubaus.

Für das kommende Jahr vorgesehen ist der Ersatz einer Spielanlage am Spielplatz Waldhornweg (15.800 Euro), die Sanierung des Zauns und der Bau eines neuen Spielgeräts am Spielplatz Dischinger Weg (7.500 Euro), die Sanierung des Ballfangzauns am Bolzplatz Weiliemer Pfad (8.000 Euro), die Sanierung des Jugendtreffs beim Spielplatz Mittenfeldstraße sowie der Ersatz der Drehscheibe und der Neubau einer Wegerampe auf dem Spielplatz Beim Esel.

Zum Naturschutzgebiet Greutterwald und hier insbesondere zu den Greutterwiesen führte Schuster aus, das das Gartenamt dort nur einige wenige Flächen betreue. Andere Flächen würden über das Liegenschaftsamt betreut und andere Flächen seien in Privatbesitz. Der Bezirksbeirat hatte vor geraumer Zeit angefragt, was man tun könne, dass die Streuobstbestände nicht verschwinden. „Wir haben mit dem Liegenschaftsamt Kontakt aufgenommen und angeboten auch auf deren Flächen etwas zu tun, so Schuster. Sie könne sich auch ein Treffen vor Ort, mit Umweltverbänden, Vereinen, den Ämtern und den Bezirksbeiräten vorstellen um eine Bestandsaufnahme zu machen und zu erörtern, was man mit den Nachbarflächen machen kann.

Ferner erklärte Schuster, dass sie von der Bezirksbeiratsfraktion von Bündnis 90/Grüne angesprochen worden sei, ob das Gartenamt auch mit Budgetmittel des Bezirksbeirates arbeiten darf um Dinge, die zurückgestellt werden mussten, zu realisieren. Beim Wormser Platz, bei Spielplatz Stedinger Straße und bei der Grünanlage Thaerstraße sei dies der Fall gewesen. Budgetmittel könnten dafür verwendet werden.

Dr Jörg Grunert (SPD) hielt in der anschließenden Diskussion fest, dass beim Bolzplatz Weilemer im Grunde kein Rasen mehr vorhanden sei. Zudem sei dort an den Rändern des Platzes Erosion festzustellen. Schuster erklärte, das auf dem Bolzplatz immer wieder Rasen nachgesäht werde. Der Erfolg sei allerdings eher mäßig. Eigentlich müsse man nach der Aussaht den Platz für ein halbes Jahr sperren, das sei wegen dem Nutzungsdruck aber nicht möglich. „Ein Kunststoff oder Teerfeld wollen wir dort bewußt nicht“.

Barbara Graf (Bündnis 90/Grü­ne) fragte nach, ob bei den Planungen für den Schulhof des Solitudegymnasiums auch Schüler und Eltern einbezogen wurden. Einige Eltern hätten das nicht mitbekommen. Ferner wollte sie Wissen, ob der Durchgang durch die Wolfbuschschule in absehbarer Zeit wieder genutzt werden kann. Schuster erklärte, dass bei den Planungen Lehrer, Schüler und Elternbeirat beteiligt waren. Das sei von der Schule organisiert worden. Bei den Planungen habe man alle im Vorfeld geäußerten Wünsche berücksichtigen können. Der Durchgang bei der Wolfbuschschule bleibe geschlossen solange der Belag neu gemacht wird. Ab dem Frühjahr 2021 werde der Weg wieder nutzbar sein.

Zum den Greutterwiesen erklärte Peter Hanle (Die FrAKTION), dass sich der Bezirksbeirat schon mehrfach mit dem Thema auseinandergesetzt habe. Das Gremium habe darum gebeten, die alten Obstbäume dort zu retten. Es habe auch schon Antrag gegeben. Flächen der Stadt würden dort nicht mehr von einem Landwirt gemäht, „weil die Stadt dafür Geld verlangt und weil man nicht durchkommt, weil die Bäume nicht zurückgeschnitten werden“. Eine konzertierte Aktion, wie von Schuster vorgeschlagen, könne eine Lösung bringen. Ein Beschluss des Bezirksbeirates, der eine solche konzertierte Aktion einfordert sei sicher hilfreich. Schuster erklärte, dass das Gartenamt für eine solche konzertierte Aktion gerne zur Verfügung stehe. Die konzertierte Aktion müsse in eine Machbarkeitsstudie münden. „Ich würde dafür gerne ein Büro beauftragen um zu sehen, wie sich die Fläche entwickeln kann”, ergänzte Hellmann.

Dr. Erik Hoffmann (PULS) fragte nach ob die Wasserqualität des Lindenbachsees nicht mit einer Fontäne verbessert werden könne. Außerdem wies er darauf hin, dass es im Wald immer wieder Probleme mit Montainbike-Trails zum Beispiel bei der Dischinger Burg gebe. „Kann man da nicht zusammen mit den Mountainbikern an einer Lösung arbeiten?” Die Wasserqualität am Lindenbachsee sei nicht besonders gut, räumte Schuster ein. Für den See, der eigentlich ein Regenrückhaltebecken sei, sei das Tiefbauamt zuständig. Die Problematik mit den Mountainbike-Trails werde man an die Forstabteilung weitergeben.

Stefan Gier (CDU) fragte nach warum das Trampolin am Ernst-Reuter-Platz schon mehrfach repariert werden musste. „Handelt es sich da um mutwillige Zerstörung?“ Schuster erwiderte, dass man mit Vandalismus glücklicherweise kaum Probleme habe. „Auf die Sprungmatte ist anscheinen immer wieder jemand reingefahren“. Man überlege dort Poller nachzurüsten, das sei aber keine schöne Variante.

Abschließend stimmte das Gremium noch einstimmig für den Antrag von Peter Hanle (Die FrAKTION), bezüglich der Greuterwiesen eine konzertierte Aktion mit den beteiligten Ämtern, wenn möglich den Eigentümern, Vereinen, Naturschutz- und Umweltverbänden sowie dem Bezirksbeirat und dem Jugendrat durchzuführen mit dem Ziel, eine Bestandsaufnahme zu machen und eine Machbarkeitsstudie zur nachhaltigen Baumpflege durchzuführen.

„L’art pour l’art“ im Gewächshaus

(tom) Der Weil­im­dorfer Künstler Bruno Witzky hat im ehemaligen Gewächshaus der Gärtnerei Häusermann Skulpturen und Bilder ausgestellt. Zahlreiche Gäste waren zu der Ausstellung ins Lindental gekommen.

„Das wäre auch ein tolles Atelier“, meint Bruno Witzky, nach der Begrüßung im ehemaligen Gewächshaus der Gärtnerei Häusermann im Lindental. Leider seien die Räume nach seiner Ausstellung schon wieder anderweitig vermietet. Witzky hatte das Gewächshaus aber auch in einen tollen Ausstellungsraum verwandelt. In den lichtdurchfluteten Räumen kamen seine Arbeiten sehr gut zur Geltung.

Witzky arbeitet mit den unterschiedlichsten Materialien, denn Witzky experimentiert, wie er selbst sagt, sehr gerne. Die Ausstellung „L’art pour l’art“ ist eine Werkschau – ein Querschnitt durch sein Schaffen. Zu sehen sind Bilder auf Leinwand und auf Kunststoff-Folie, Figurinen aus Gipsbinden und Stoff, aus Bronze, Holz und Edelstahl.

„Das Festlegen auf eine bestimmte Richtung behindert meine Intuition“, erläutert Witzky, der unter anderem bei Prof. HAP Grieshaber ein Zeichenstudium absolviert hat. Er beobachte seine Umwelt, verarbeite die Eindrücke innerlich, beschreibt er den Entstehungsprozess seiner Arbeiten, mit denen er die Fantasie des Betrachters zu einer persönlichen Deutung anregen möchte.

Bronze mit Patina_

Seine Bronzen lässt Witzky bei der Gießerei Strassacker in Süßen gießen. Das Gießen sei inzwischen sehr teuer geworden, erzählt der Künstler. Wohl nicht zuletzt deshalb, weil es immer weniger Kunstgießereien gibt. Nach dem Gießen erhält die Bronze eine Patina. „Für die Patina hat jede Gießerei ein eigenes Rezept.“ Die Patina werde heiß auf die Figur aufgebracht. Eine ganz besondere Bronze ist die „Frau im Blätterkleid“. Hier hat der gelernte Kartograf zunächst die Frauenfigur als Gießform geschaffen und diese anschließend mit Blättern verkleidet. Das Ergebnis ist verblüffend.

Unter den Arbeiten sind auch viele Plastiken aus Gips und Stoff zu finden, die Witzky anschließend bronziert hat. So zum Beispiel die Frau in der Badewanne. Das Holzstück habe er im Wald gefunden berichtet, der Künstler. Es habe ihn sofort an eine Badewanne erinnert. Daraufhin sei die Figur entstanden. Bei der Skulptur „Der große Schritt“ war ein Wiegemesser der Auslöser zu der Arbeit.

Viele von Witzkys Plastiken gibt es auch als Skizzen und Bilder. Die drei Tänzerinnen sind dafür ein schönes Beispiel, aber auch dafür das Witzky sehr gerne Personen in Bewegung darstellt. Die Damen zeigte der Künstler in der Ausstellung sowohl als Holzschnitt als auch als Plastik.

_Acryl- und Druckfarbe

Bei seinen Bildern arbeitet Witzky zum einen mit Acrylfarben, zu anderen mit Druckfarbe, auch hier teilweise gepaart mit Stoff. Besondere Effekte ergeben sich bei den Bildern auch durch die verwendeten Untergründe. Wird Druckfarbe auf Kunststoff-Folie aufgebracht, entsteht ein Hochglanzeffekt, der an ein von der Sonne beschienenes Kirchenfenster erinnert.

Wer keine Gelegenheit hatte bei der Ausstellung im Lindental vorbeizuschauen, kann übrigens gerne mit Bruno Witzky Kontakt aufnehmen. Er ist gerne bereit mit Kunstinteressierten einen Termin auszumachen und seine Arbeiten zu erläutern. Zu erreichen ist Bruno Witzky unter der Rufnummer 0711/88 60 83 oder auch per E-Mail: Bruno.Witz­ky@­gmx.de. Einen ersten Eindruck von seinen Arbeiten kann sich jeder auch auf der Webseite des Künstlers http://www.bruno-witzky.de/ verschaffen.