Traditioneller Neujahrsempfang der SPD

Zum Neujahrsempfang der SPD Ortsvereine Weilimdorf sowie Giebel, Bergheim und Hausen konnte Eberhard Keller wieder zahlreiche Gäste im Bezriksrathaus begrüßen. Gastrednerin an dem Abend war Staatssekretärin im Kultusministerium Marion von Wartenberg.

Zum Neujahrsempfang der SPD Ortsvereine Weilimdorf sowie Giebel, Bergheim und Hausen konnte Eberhard Keller wieder zahlreiche Gäste im Bezriksrathaus begrüßen. Gastrednerin an dem Abend war Staatssekretärin im Kultusministerium Marion von Wartenberg.

In seiner kurzen Begrüßung verwies Keller auf die aus Weilimdorfer Sicht durchaus erfolgreich verlaufenen Haushaltsberatungen.
Das Ensemble Altes Rathaus und Altes Schulhaus werde saniert, die SG Weilimdorf bekomme ihren lang ersehenden Kunstrasen und das Kiesbett auf dem Löwen-Platz werde neu gestaltet. Leide gebe es hier nur die kleine Lösung, ohne Kreisverkehr. Keller bat darauf zu achten, dass auch bei der kleinen Lösung, die Bushaltestellen schon mit Hochbords versehen werden.
Ein weiteres Thema das Keller ansprach war die Flüchtlingsproblematik. „Die Menschen die hierher kommen fliehen vor Verfolgung, Krieg, Terror und Gewalt“, so Keller. In Weilimdorf funktioniere die Willkommenskultur für die Menschen sehr gut – dank Bezirksvorsteherin Ulrike Zich und ihrer Mannschaft im Bezirksrathaus und dank des Flüchtlingskreises. Keller mahnte an der Stelle nicht alle Aufgaben auf Ehrenamtliche abzuwälzen. Die SPD fordere eine 24 Stunden Betreuung in den Unterkünften und die Bereitstellung von mehr Gemeinschaftsräumen. Abschließend wünscht Keller allen anwesenden ein gutes und erfolgreiches neues Jahr.

Von Wartenberg ginge in ihrer Ansprache ebenfalls auf die Flüchtlingsproblematik ein und machte deutlich, das die Vorkommnisse von Köln nicht dazu führen dürfen, dass alle Flüchtlinge über einen Kamm geschoren werden. Auch sie hielt fest, das die Menschen vor Verfolgung, Krieg, Terror und Gewalt fliehen. Wichtig sei für die Menschen und ihre Kinder hier aber auch in ihren Heimatländern Perspektiven zu schaffen.

Weiter ging von Wartenberg auf die Arbeit der Landesregierung in der derzeitigen Legislaturperiode ein warb für die Politik der Koalition.

Auch sie wünschte abschließend allen ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr. Im Anschluss hatten die anwesenden Vertreter aus der Politik sowie von den Weilimdorfer Vereinen, Gruppen und Institutionen noch Gelegenheit bei einem kleinen Imbiss ins Gespräch zu kommen.

_Text/Fotos: Tommasi

Volles Haus bei der Kandidatenvorstellung: 22 Kandidaten für die Jugendratswahl

Die Weilimdorfer Kandidatinnen und Kandidaten für die Jugendratswahl haben sich am 15. Januar 2016 im Solitude-Gymnasium vorgestellt. Insgesamt 22 Jugendliche stehen zur Wahl, 13 Mädchen und 9 Jungs. Sieben Kandidaten konnten aus Termingründen leider nicht an der Vorstellung teilnehmen.

Die Weilimdorfer Kandidatinnen und Kandidaten für die Jugendratswahl haben sich am 15. Januar 2016 im Solitude-Gymnasium vorgestellt. Insgesamt 22 Jugendliche stehen zur Wahl, 13 Mädchen und 9 Jungs. Sieben Kandidaten konnten aus Termingründen leider nicht an der Vorstellung teilnehmen.

Es sei schon Tradition, dass die Kandidatenvorstellung in der Aula des Solitude-Gymnasiums stattfindet, erklärte die stellvertretende Bezirksvorsteherin Jutta Dünkel-Mutschler und dankte der Schulleitung für die stets gute Zusammenarbeit.

Roland Kelm, Koordinator der Jugendbeteiligung bei der Stadt Stuttgart wies darauf hin, dass es in Stuttgart bereits seit 20 Jahren Jugendratswahlen gebe. Bisher sei das eine freiwillige Leistung gewesen, jetzt habe die Landesregierung aber ein Gesetz verabschiedet, das Jugendbeteiligung in allen Städten verlangt. Wie schon Dünkel-Mutschler bedankte sich Kelm bei den Kandidatinnen und Kandidaten für ihr Engagement: „Für mich sind sie jetzt schon alle Sieger, denn es bedarf viel Mut für eine solche Wahl zu kandidieren“.

In der Vorstellungsrunde der Jugendlichen wurde deutlich, dass es für viele wichtig ist bestehende Dinge wie den Kinotag, Rock im Busch oder das Café 13 weiter zu verstetigen. Aber auch am Schwimmbad für Weilimdorf halten viele weiterhin fest. Unisono erklärten die Kandidaten, sich für die Belange der Jugendlichen im Stadtteil einsetzen und deren Interessen vertreten zu wollen.

Wahltermine für die Jugendratswahl sind am 18. Januar 2016 von 9 bis 10 Uhr in der Seelachschule und von 11 bis 12.30 Uhr in der Wolfbuschschule, am 19. Januar 2016 von 12 bis 13 Uhr in der Rappachschule, am 21. Januar 2016 von 16 bis 18 Uhr im Bezirksrathaus am 25. Januar 2016 von 9.30 bis 12.30 Uhr in der Realschule Weilimdorf und am 26. Januar 2016 von 10.30 bis 13.30 Uhr im Solitude-Gymnasium. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der Briefwahl.

_Text/Foto: Tommasi

Premiere der Diskutierbar in Weilimdorf: „Wenn Leistung Spaß macht, ist sie in Ordnung“

Vergangene Woche fand in Weilimdorf erstmals die Diskutierbar statt. Thema dieses neuen Diskussionsformates war das Leistungsdenken. Den Einführungsvortrag hielt Anselm Bilgri, ehemaliger Prior im Kloster Andechs (siehe erstes Foto).

Vergangene Woche fand in Weilimdorf erstmals die Diskutierbar statt. Thema dieses neuen Diskussionsformates war das Leistungsdenken. Den Einführungsvortrag hielt Anselm Bilgri, ehemaliger Prior im Kloster Andechs (siehe erstes Foto).

Die Diskutierbar Weilimdorf feierte vergangene Woche Premiere. Das Holiday Inn im Industriegebiet Weilimdorf hatte in Zusammenarbeit mit Medien Marketing Meinsen zu diesem neuen Diskussionsformat eingeladen. Begrüßt wurden die rund 30 Gäs­te der Premierenveranstaltung von Alexan­dra Maierhans, Direktorin des Holiday Inn. „Das Thema der Diskutierbar lautet – Leis­tungsdenken zwischen Zweifel- und Wohlfühlkultur“, erläuterte Maierhans. Die Moderation des Abends werde Bodo Meinsen (siehe zweites Foto rechts) übernehmen. „Ein Mann der es versteht, selbst kontroverse Diskussionen charmant zu führen“. Diskutiert wurde in gemütlicher Atmosphäre in der Scirocco-Bar des Hotels, wobei Meinsen gleich eingangs erklärte, dass es bei der Diskus­sionsbar auch das Publikum zu Wort kommen werde.

Die fünf Diskutanten der Premiere (siehe drittes Foto rechts) waren der frühere Prior des Kloster Andechs und heutige Unternehmensberater Anselm Bilgri, der Unternehmer und Vorsitzende der FDP Bayern Albert Duin, der österreichische Maler Peter Feichter, der Journalist und „Zeitgeistjäger“ Matthias Heitmann sowie Weilimdorfs Bezirksvorsteherin Ulrike Zich. Der Experte für Sportmarketing Prof. Dr. Stefan Chatrath habe wegen Krankheit leider kurzfristig absagen müssen, erklärte Meinsen.

Bilgri hielt in seinem Einführungsvortrag fest, dass der Generation der Babyboomer und der sogenannten Generation x nun die Generation y gefolgt sei – eine Generation junger Menschen für die die Balance zwischen leben und arbeiten hohe Priorität hat. Die Generation y sei deshalb auch bereit, finanzielle Abstriche hinzunehmen. „Muse ist der Angelpunkt, um den sich alles dreht. Überall da, wo Muse nicht möglich ist, herrscht Tyrannei“, zitierte Bilgri an der Stelle den griechischen Philosophen Aristoteles. Mit Blick auf das Thema des Abends, das Leistungsdenken, hielt Bilgri fest, dass Leistung heute meist mit dem Arbeitsverhältnis in Verbindung stehe, um dann auf die moderne Informationstechnologie zu verweisen. Durch sie sei alles schneller geworden, auch das Leistungstempo habe sich beschleunigt. „Die Entschleunigung wird deshalb eine der wichtigsten Aufgaben der Zukunft sein“, so Bilgis Fazit.

Bezirksvorsteherin Zich hielt in ihrem Statement fest, dass Leistung viele Ausprägungen hat – Leistung im Beruf, im Wettkampf oder auch im Ehrenamt. „Wenn Leistung Spaß macht, ist sie in Ordnung“, stellte Ulrike Zich fest.

Albert Duin wehrte sich mit Nachdruck dagegen, dass Leistung im Beruf schlecht geredet wird. Menschen, die sich in ihrem Beruf wohlfühlen, würden auch gerne Leistung bringen. In mittelständischen Unternehmen, wo der Chef die Mitarbeiter noch persönlich kennt, sei das in der Regel der Fall. Ein Dorn im Auge sind Duin die immer weiter wachsenden Vorschriften, die im Berufsleben immer mehr die Oberhand gewinnen würden. Im Gegenzug würden sich die Mitarbeiter vermehrt in immer gefährlichere Freizeitaktivitäten stürzen. „Der Mensch braucht die Adrenalinausschüttung“, so Duins Credo. Und er forderte, dass die Mitarbeiter mehr Freiheiten bei ihrer Zeiteinteilung bekommen müssen. „Wenn jemand länger arbeiten möchte, weil er sich beispielsweise ein neues Auto anschaffen möchte, muss das möglich sein“, hält Duin fest. „Leistung muss erlaubt sein und Arbeit muss Spaß machen“, fasste der Unternehmer zusammen.

Heitmann meinte, der Mensch bewege sich in einem Spannungsfeld zwischen Risikobereitschaft und Sicherheitsdenken, Durchstarten oder Abbremsen, Fortschritt und Stillstand. „Ich habe das Gefühl, der Zeitgeist orientiert sich heute immer mehr in Richtung abbremsen“, so Heitmann. „‘Wir schaffen das’ ist deshalb zum schlimmsten Satz geworden“. Solche Sätze dürfe man heute nur noch im Leistungssport sagen, ansonsten seien sie out. Spreche jemand von Fortschritt erhalte er ein„ ja aber“ als Antwort. Wer Begriffe wie Entschleunigung oder Mäßigung in den Mund nehme, ernte hingegen kein „aber“. „Wir leben heute in einer Kultur des Misstrauens“, so Heitmann. Dabei handle es sich um ein Misstrauen, das sich gegen den Menschen an sich wende. „Wir verwenden heute mehr Energie darauf zu begrenzen anstatt neue auszuloten“, so Heitmann weiter. Die heutige Gesellschaft zweifle an allem und lasse sich Zukunftsangst injizieren. „Unsere Kinder haben mehr verdient als die Sparvariante der Gegenwart“, so Heitmanns Fazit.

Feichter hielt fest, dass es ohne Leistung nicht gehe. Die Frage sei, ob man seinen Job gerne macht oder nicht. „Junge Menschen bringen ihre Leistung gerne, wenn sie frei entscheiden können“, ist Feichter überzeugt.

An der Stelle hielt Bilgri fest, dass in seinem heutigen Job als Unternehmensberater die Unternehmenskultur immer eine wichtige Rolle spiele. „Es ist wichtig, dass Menschen so miteinander umgehen, dass sie Freude an der Leisung haben“. Mit Blick auf die Ausführungen von Heitmann hielt Bilgri fest: „Wir müssen weg von der pessimistischen Sicht und optimistisch nach vorne schauen“.

Moderator Meinsen brachte eine Studie zur Sprache, wonach die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen in den vergangenen Jahren stark angestiegen ist. Laut der Studie hat sich die Zahl der Fehltage aufgrund von Depressionen seit den 90er Jahren verdreifacht. In den 20er Jahren habe es eine Parallele gegeben, erklärt dazu Heitmann. Damals sei die Krankheit Neurasthenie verstärkt aufgetreten, heute sei es das Burn-out Syndrom. Für Heitmann ist das ein Problem der Wahrnehmung der Gesellschaft. „Heute wird immer gefragt, was machst du durch“, hält der Autor fest. Bezirksvorsteherin Zich meinte, Depressionen oder auch Burn Out würden diejenigen bekommen, die keinen Sinn in ihrer Arbeit sehen. Aktuell seien durch die Flüchtlingsströme alle im Bezirksamt verstärkt eingespannt. Alle seien aber auch sehr zufrieden mit ihrer Arbeit. Feichter warf ein, dass beispielsweise Friseusen sehr viel arbeiten müssten, davon aber nicht leben könnten, zumal wenn sie auch noch alleinerziehend seien. „Wenn solche Menschen, die nachts nicht schlafen können, weil sie nicht wissen wie es weitergehen soll, ein Burn Out bekommen, ist das schon nachvollziehbar“, so Feichter.

Gleich mehrfach wurden auch die Gäste per Umfrage in die Diskussion einbezogen. Die beantworteten die Frage, ob Leis­tungsstreben gut und menschlich ist, fast durchweg mit „ja“ und zwar sowohl vor wie nach der Diskussion. Und auch ganz persönlich kamen die Gäste zu Wort. Zurm Leistungsbegriff etwa meinte einer der Zuschauer, dass man sich bewusst machen müsse, dass es bei der Leistungsbereitschaft große Unterschiede zwischen den Menschen gebe. „Es gibt Menschen, die Lust auf Leistung haben und solche, die keine Lust darauf haben und dazwischen eine große Mehrheit, die nicht so genau wisse, was sie wolle. „Fakt sei aber auch, dass viele Menschen unter ihren Möglichkeiten bleiben“, meinte ein anderer. Deshalb brauche es eine andere Einstellung zum Thema Leistung. Die abschließende Frage ans Publikum lautete, ob die Diskutierbar gefallen hat. Über 80 Prozent antworteten darauf mit „ja“.

_Text/Fotos: Tommasi

Wieder Apfelfest in Giebel mit mehr als 200 Besuchern

Das Apfelfest an der Naturbeobachtungsstelle Rappach hat in Giebel schon eine lange Tradition. Bei dem Fest konnten sich die Organisatoren wieder über Besucher freuen.

Das Apfelfest an der Naturbeobachtungsstelle Rappach hat in Giebel schon eine lange Tradition. Bei dem Fest konnten sich die Organisatoren wieder über Besucher freuen.

Die Themengruppe „Kinder und Jugendliche“ der Sozialen Stadt Giebel hat wieder zum Apfelfest bei der Naturbeobachtungsstelle Rappach eingeladen. Noch am Morgen hatte das Info­-Eck Giebel einen Aufruf gestartet, dass für das Fest noch Apfelspenden be­nö­tigt würden. Pünktlich zum Beginn des Festes standen dann kistenweise Äpfel be­reit. Privatpersonen hätten wieder Äpfel vorbeigebracht, erzählt Christian Knau­er von der Themengruppe. Der Großteil der Äpfel stamme aber aus dem Garten der Mobilen Jugendarbeit. Und Äpfel von den Apfelbäumen bei der Naturbeobachtungsstelle wurden auch zu Saft verarbeitet. „Mit meinem Sohn habe ich einige Äpfel aufgesammelt“, so Knauer. „Da könn­te man aber noch mehr machen“. Tatsächlich hing der eine oder andere Baum noch voll mit Äpfeln. Die können jetzt die Kinder essen, die in nächster Zeit zur Naturbeobachtungsstelle zum Spielen kommen.

Die Zusammenarbeit aller beim Apfelfest Beteiligten habe wie in den Vorjahren hervorragend geklappt, berichtet Knauer. Das nötige Equipment – wie zum Beispiel die Apfelpresse – habe man wieder vom Obst- und Gartenbauverein geliehen bekommen. Das Gartenbauamt habe die Wiese rechtzeitig vorher gemäht und das Kinder- und Jugendhaus Giebel sowie die Mobile Jugendarbeit Weilimdorf wieder tatkräftig mit angepackt.

Anpacken hieß es auch für die über 200 Besucher, darunter rund 160 Kinder, die zum Apfelfest gekommen waren, um selbst gepressten Apfelsaft zu probieren. In diesem Jahr seien vier Schulklassen und zahlreiche Kinder aus den umliegenden Kindergärten zum Apfelfest gekommen, weiß Jasmin Zedler von der Mobilen Jugendarbeit. Viele Giebler Kinder sind auch alleine oder in Begleitung ihrer Eltern zur Naturbeobachtungsstelle gekommen. „Einige der Kinder sind schon seit dem ersten Mal dabei und kommen jedes Jahr wieder, um mitzumachen“, freut sich Knauer, der selbst ebenfalls von Beginn an bei der Organisation des Apfelfestes mit von der Partie ist.

„Die Äpfel müssen zuerst kleingeschnitten, dann in einer Maschine gemahlen und schließlich ausgepresst werden“, erklärte Knauer den kleinen Helfern die einzelnen Arbeitsschritte. Mit Feuereifer machten sich die Kinder ans Werk, unterstützt von Eltern, Erziehern sowie den Mitarbeitern des Jugendhauses und der Mobilen Jugendarbeit.

Text/Foto: Uwe Tommasi

Zirkusprojekt auf der Jugendfarm Weilimdorf: Zauberer, Dompteure, Clowns und Akrobaten

Die Ferienangebote auf der Jugendfarm Weilimdorf waren auch dieses Jahr wieder sehr gefragt. Beim Zirkusprojekt, das während der beiden letzten Ferienwochen stattfand, nahmen wieder 40 Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren teil.

Die Ferienangebote auf der Jugendfarm Weilimdorf waren auch dieses Jahr wieder sehr gefragt. Beim Zirkusprojekt, das während der beiden letzten Ferienwochen stattfand, nahmen wieder 40 Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren teil.

Das zweiwöchige Zirkusprojekt auf der Jugendfarm erfreut sich jedes Jahr großer Beliebtheit. Insgesamt 40 Kinder waren in diesem Jahr mit von der Partie. Sie wurden von den zwei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen Julia Steffen und Petra Pauling, einem Praktikanten und acht ehrenamtlichen Helfern betreut.

Los ging das Projekt für alle Teilnehmer jeden Tag um zehn Uhr mit einer kurzen Besprechung. Davor wurde bereits ab acht Uhr eine Frühbetreuung angeboten. Nach der Besprechung wurde bis zwölf Uhr in verschiedenen Workshops geübt. Die Teilnehmer hatten die Wahl zwischen Zaubern, Akrobatik und Tierakrobatik oder auch Jonglage. Clowns gab es natürlich auch, denn ohne die wäre ein Zirkus nur ein halber Zirkus.

In der Gruppe der Zauberer etwa lernten die Teilnehmer, wie man mit einem einfachen Trick einen Knoten in eine Schnur machen und auch problemlos wieder öffnen kann. Die Akrobaten übten gewagte Menschenpyramiden sowie verschiedene Kunststücke auf dem Schwebebalken und die Jongleure zeigten ihr Können mit Tüchern, Bällen und Diabolos. Eine besondere Attraktion waren die „Carmellos“ – eine Mischung aus Mensch und verschiedenen Tieren – die unter anderem auf Stelzen unterwegs waren.

Geübt wurden auch verschiedene Kunststücke mit den Farmtieren. So war zum Beispiel bei den Akrobaten auch eine Nummer eingebaut, bei der eines der Kinder mit zwei Hühnern auf den ausgestreckten Armen über den Schwebebalken ging. Ein anderes Huhn zeigte selbst sein Können auf dem Schwebebalken. Eines der Farmponys entpuppte sich in der Show als regelrechter Rechenkünstler und der Hund von Julia Steffen bewies im Zirkus „Halli-Galli“ ausgezeichnete Tischmanieren.

Nach der ersten Trainingseinheit gab es Mittagessen, das die Mitarbeiter selbst zubereitet haben. Der Speiseplan reichte vom Kartoffelpuffer mit Apfelmus bis zu Spaghetti. Am Nachmittag ab 13 Uhr wurde dann nochmals geübt und ab 14 Uhr konnten die vielen Spielmöglichkeiten auf der Farm frei genutzt werden.

Das Zirkusprojekt gipfelte auch in diesem Jahr wieder in einem Farm-Fest mit großer Zirkusaufführung, die wie gewohnt viele Besucher anlockte. Das nächste große Event auf der Jugendfarm ist der Flohmarkt am kommenden Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Angeboten werden Kindersachen und Spielzeug. Für das leibliche Wohl der Besucher ist mit Kaffee und Kuchen auch bestens gesorgt.

Weiterhin Betreuung im Rahmen der verlässlichen Grundschule

Auf Nachfrage erklärt Julia Steffen, dass es auf der Jugendfarm auch zukünftig eine Betreuung im Rahmen der verlässlichen Grundschule geben wird. Im Rahmen der verlässlichen Grundschule würden zukünftig nicht mehr 50, sondern nur noch 25 Kinder betreut. Weitere 25 Plätze werde die Jugendfarm mit eigenen Projekten abdecken. Dies deshalb, weil die Jugendfarm bestimmte Betreuungszahlen erreichen müsse, um die benötigten Zuschüsse zu erhalten, erläutert Steffen „Kinder, die im Rahmen der verlässlichen Grundschule betreut werden, dürfen da nicht dazugezählt werden“. Da in der Farmküche nur 50 Essen zubereitet werden dürfen, könnten insgesamt nicht mehr als 50 Kinder betreut werden.

Die 25 Kinder, die im Rahmen der verlässlichen Grundschule betreut werden, würden vom selben Team wie bisher betreut. Das von den Jugendfarm-Mitarbeitern durchgeführte Angebot sei auch dazu da, um den Bedarf aufzufangen. Für die Zweit- bis Viertklässler müsse es auf jeden Fall noch ein Betreuungsangebot im Rahmen der verlässlichen Grundschule geben, denn die seien bisher noch nicht in der Ganztagesschule, verdeutlicht Steffen.

Steffen erläutert weiter, dass auf der Jugendfarm aktuell 25 Kinder einen Mittagstisch mit anschließender Hausaufgabenbetreuung erhalten. Dieses Angebot sei variabel buchbar. Direkt im Anschluss könnten die Kinder dann am normalen Angebot der Jugendfarm teilnehmen.

_Text/Fotos: Tommasi

Highland-Games locken die Massen ins Waldheim: Ein Stück Hochland im Lindental

Im Waldheim Lindental fanden am Wochenende erstmals Highland-Games statt. Die Besucher erwartete ein außergewöhnliches Spektakel mit sportlichen Wettkämpfen, Musik und verschiedenen Aufführungen.

Im Waldheim Lindental fanden am Wochenende erstmals Highland-Games statt. Die Besucher erwartete ein außergewöhnliches Spektakel mit sportlichen Wettkämpfen, Musik und verschiedenen Aufführungen.

Wer vergangenes Wochenende im Waldheim Lindental vorbeigeschaut hat, kam sich ein bisschen so vor als sei er in den Schottischen Highlands. Auf dem Waldheimgelände der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Weilimdorf hatten die Highland-Games Station gemacht. Am Samstag maßen sich insgesamt 40 Männer in der Klasse Masters – also den über 40-Jährigen – beim Baumstammüberschlag, Gewichtshochwurf, Steinstoßen, Gewichtsweitwurf und Hammerwurf, um den Deutschen Meister auszumachen. Sieger wurde Gunnar Pfingsten aus Bad Rappenau vor Andreas Single aus Großbettlingen. Bei den Frauen errang Michae­la Pennekamp aus Recklinghausen den obersten Platz auf dem Podest und den Wettkampf der Jugendlichen gewann Moritz Röske vom ASV Ludwigsburg-Oßweil.

Die Highland-Games seien in Deutschland noch ein sehr junger Sport, erklärt Alexander Pusch, Vorstand des Vereins Kulturschock, der das Spektakel in Weilimdorf organisiert hat. Seit rund 20 Jahren werde der Sport betrieben und seit etwa acht Jahren richte der Verband Meisterschaften aus.

Die Highland-Games hätten in der Vergangenheit schon mehrfach auf dem Gelände des ASV Ludwigsburg-Oßweil stattgefunden, erzählt Pusch. Für den sportlichen Teil sei auch in Weilimdorf der ASV verantwortlich. „Wir machen his­torische Veranstaltungen“, so Pusch. Ein Fest zum Thema Schottland habe der Verein schon einmal organisiert. „Wir wollten aber einmal so ein richtiges historisches Schottenfest machen“. Auf der Suche nach einem geeigneten Platz sei man auf das Waldheim Lindental gestoßen. Die Anfrage, ob das Fest hier stattfinden könne, sei von den Verantwortlichen vom Waldheim und bei der Gesamtkirchengemeinde sofort positiv aufgenommen worden. Etwas schwieriger sei es hingegen gewesen, die nötigen Genehmigungen zu bekommen. Aber auch die habe man – nachdem alle Vorgaben und Auflagen erfüllt waren – bekommen.

An den beiden Festtagen in Weilimdorf fanden neben den bereits erwähnten Einzelwettkämpfen auch Mannschaftswettbewerbe statt. Bei den Team-Wettkämpfen für Damen- und Herren-Teams standen Disziplinen wie „Log Slalom“ (Baumstammslalom), „Scottisch Pushcart“ (Schottisches Schubkarrenrennen), „Tug of War“ (Tauziehen), „Rolling the Barrel“ (Fassrollen), „Horseshoe Throwing“ (Hufeisenwerfen) oder „Farmers Walk“ (Gewichtswettlauf) statt. „Bei den Team-Wettbewerben steht der Spaß im Vordergrund“, erzählt Pusch. Er selbst habe bei einer Reise durch Schottland auch einmal bei einem solchen Wettkampf mitgemacht, denn auch dort dürfe jeder der Lust habe, bei den Teamspielen mitmachen. Für ihn sei der Spaß, den er bei den Highland-Games in Schottland hatte, letztlich auch der Auslöser gewesen, so etwas in Deutschland zu machen.

Kinder hatten an beiden Tagen übrigens auch die Möglichkeit, sich in verschiedenen Disziplinen auszuprobieren. Außerdem konnten sich die kleinen Besucher bei der Strohsackschlacht auf dem Haubalken messen oder sich als Bogenschütze versuchen.

Und auch auf andere Weise war bei dem Fest für allerlei Kurzweil gesorgt. Bei den beiden Clans, die auf dem Gelände ihr Lager aufgeschlagen hatten, konnten die Besucher sozusagen live erleben, wie das Leben in den schottischen Highlands im Mittelalter ausgesehen hat. Gelebt wurde in Zelten, gekocht auf offenem Feuer und gekämpft mit riesigen, schweren geschmiedeten Schwerten, Lanzen und Holzstöcken. Eine solche Kampf­szene stellte der Clan der Lechfeld Highlander im Rahmen eines kleinen Rollenspiels vor, bei dem es darum ging, eine etwas zickige Prinzessin, die in tiefen Schlaf verfallen war, zu befreien. Der Prinz, der die Prinzessin befreien wollte, gewann die Schlacht, nahm statt ihrer dann aber doch lieber eine Dame aus dem Publikum zur Liebsten – die weniger zickig war. Eine nicht ganz ernst gemeinte Aufführung, die vom Publikum mit viel Heiterkeit und Beifall begleitet wurde.

Sehr interessant für die Besucher waren auch die Schäfervorführungen auf der großen Waldheimwiese. Wolfgang Henle und seine Frau zeigten den Gästen, wie Border Collies eine kleine Herde schottischer Schafe im Zaum hält. Auf Kommando umlief der flinke Collie die Schafherde in weitem Bogen und trieb sie auf den Schäfer zu. Beim Hüten gehe der Hund sehr niedrig und habe den Schwanz eingezogen, erklärt Henle. Wenn der Hund den Schwanz einziehe, sei das ein Zeichen für Konzentration. „Hunde, die beim Hüten ihren Schwanz hochstellen, sind in Schottland verpönt“, weiß Henle. Mit hochgestelltem Schwanz dürfe der Hund nur beim Spielen unterwegs sein. Unter den drei Hunden, die das Ehepaar dabei hatte, war auch ein Neuling. Die Hunde würden an der langen Leine ausgebildet, erklärt Henle dem interessierten Publikum. So lerne er die Befehle richtig auszuführen und die Herde zusammenzuhalten. Die Ausbildung daure in etwa vier Jahre. Vor einem gut ausgebildeten Hund hätten die Schafe ordentlich Respekt, weiß der Hüter. Tatsächlich war bei der Vorführung deutlich zu erkennen, dass der „Neuling“ auf die Herde recht wenig Eindruck machte. „Die Hüter haben alle mehrere Hunde“, erklärt Henle. Nach einer halben Stunde Arbeit seien die Tiere erschöpft, weil sie, um die Herde in Zaum zu halten, sehr weite Wege laufen müssten.

Musikalisch war bei dem zweitägigen Event auch einiges geboten. An beiden Tagen spielten unter den Arkaden vor dem Waldheim die „Caverhill Guardians Pipes and Drums“. Die sechsköpfige Band spielte auf dem Dudelsack traditionelle schottische Songs, aber auch den bekannten Titel von Paul McCartney „Mull of Kintyre“. Die beiden Vereine „Tamburin Stuttgart“ und „Rechberg Scottisch Dancers“ präsentierten ebenfalls an beiden Tagen auf dem Gelände traditionelle schottische Tänze und Squaredance.

Am Samstagabend sorgte die Band „Tanglefoot“ für Unterhaltung. Die fünfköpfige Band trägt nicht umsonst den Namen „Tanglefoot“ (übersetzt: verwickelte Füße). Das rasante Tempo, mit dem die Band über die Bühne fetzt, geht quasi direkt in die Beine der rund 500 Gäste, die am Abend noch im Lindental zu Gast waren. Die Band verstand es bestens, aus traditionell irisch-keltischem Liedgut ihren eigenen mitreißenden Sound zu stricken.

Für das leibliche Wohl der Gäste war während dem zweitägigen Fest natürlich auch bestens gesorgt. Auf der Speisekarte standen „Bannocks“ – Haferfladen mit Sauerrahm, Speck und Käse“, Fleisch vom Grill, Fish’n’Chips und das schottische Nationalgericht „Haggis“. Haggis ist, wie Pusch erklärt, Schafsmagen gefüllt mit den Innereien von Schaf und Lamm gemischt mit Hafermehl und Gewürzen. Für die durstigen Gäste gab es Kaffee, Säfte, Wasser, Met oder auch Kirschbier. Und natürlich durfte bei einem schottischen Fest auch der schottische Single Malt Whisky nicht fehlen.

Das Fest sei ein Versuch, hatte Pusch am Samstagnachmittag erklärt. „Wir hoffen auf rund 2.000 Besucher“, so der Veranstalter. Die hatte das Fest schon am Samstag angelockt und am Sonntag kamen nochmal rund 1.400 Neugierige ins Lindental. Ein gelungener Versuch also, der im kommenden Jahr durchaus wiederholt werden könnte.

_Text/Fotos: Tommasi

25 Jahre Karl-Ludmann Turnier: Weilimdorferinnen siegen souverän

In den Sommerferien gab es beim BKSV Stuttgart Nord etwas zu feiern. Seit 25 Jahren wird zu Ehren des Gründers Karl Ludmann das Karl-Ludmann Gedächtnisturnier ausgetragen und zu diesem Anlass waren alle Clubs des BKSV Stuttgart Nord eingeladen, an diesem Jubiläumsturnier teilzunehmen.

In den Sommerferien gab es beim BKSV Stuttgart Nord etwas zu feiern. Seit 25 Jahren wird zu Ehren des Gründers Karl Ludmann das Karl-Ludmann Gedächtnisturnier ausgetragen und zu diesem Anlass waren alle Clubs des BKSV Stuttgart Nord eingeladen, an diesem Jubiläumsturnier teilzunehmen.

Trotz der Urlaubszeit hatten viele ihre Teilnahme angekündigt. Auch die Jugendabteilung des BKSV stellte eine Mannschaft und befreundete Vereine wie die Allianz Stuttgart folgten ebenfalls der Einladung und brachten eine Damen- und eine Herrenmannschaft mit.

Die Herren wurden in zwei Kategorien eingeteilt: Bundesliga, Württembergliga und Oberliga bildeten die Gruppe eins und Landesliga, Bezirksliga und Kreisklasse die Gruppe zwei. Bei den Damen gab es keine Einteilung. Der Spielmodus war einfach: In einer Vierer-Mannschaft spielte man zweimal drei Spiele. Das Team mit den meistens Pins gewann das Turnier.

Mit Engagement gingen die Mannschaften in ihren jeweiligen Gruppen ans Werk. Bei den Damen legten die Weilimdorfer Mädels (siehe Foto) los wie die Feuerwehr. Für sie war das schon mal ein erstes Einwerfen für die kommende Bundesligasaison. Mit 776, 728, 750 Pins dominierten sie schon nach den ersten drei Spielen das Feld und gaben auch am Nachmittag das Heft nicht mehr aus der Hand. Insgesamt erreichten sie 4.406 Pins, das ergibt einen Mannschaftsschnitt von 183,5. Damit wurden die Weilimdorferinnen souveräner Turniersieger bei den Damen. Natascha Kögler präsentierte sich schon in einer tollen Form und war mit ihren 1.284 nicht nur die Beste bei den Frauen, sondern konnte auch mit dem Besten bei den Herren, Patrick Fellenberg, gleichziehen.

In der Gruppe eins bei den Herren gab es ebenfalls einen Favoritensieg. Blau-Weiss Stuttgart setzte sich mit 4.589 /191,2 klar vor die anderen Mannschaften und konnte den Wanderpokal zum zweiten Mal entgegennehmen. Und auch in der zweiten Gruppe der Herren gab es durch den 1.KC Feuerbach einen deutlichen Sieger. Durch ein einheitliches Mannschaftsergebnis holten sie sich den Sieg mit 4.426/184,4 Pins.

Der Nachwuchs bereitete viel Freude mit tollen Einzelergebnissen, wobei Tim Leon Skacel mit 198 Pins das höchste Spiel erzielte. Nach Beendigung des Jubiläumsturniers wurde bis zur Auswertung noch ein Spaßturnier ausgespielt. Jeder spielte einen Ball und die höchsten Anwürfe kamen weiter. Das ging solange bis Platz eins bis drei feststanden. Für die gab es Gutscheine aus dem Pro Shop Drillingszone und dem Arena Res­taurant. Außerdem wurden noch unter allen Teilnehmern zehn weitere Gutscheine verlost.

Nachdem dann noch die Ehrungen für die Turniersieger und die Spieler mit dem höchsten Einzelergebnis durchgeführt worden war, beendete man das 25. Jubiläumsturnier mit einem kräftigen „Gut Holz“.

Text: Tommasi Fotos: privat

S-Camp im Jugendhaus Weilimdorf: Trend-Sportler machen Station auf dem Bike-Park

Im Rahmen des S-Camp stand in diesen Sommerferien im Jugendhaus Weilimdorf Biken auf dem Programm. Die Teilnehmer der Bike-Woche erwartete ein abwechslungsreiches Programm Grundlagentraining im Bike-Park des Jugendhauses sowie Ausflügen in die nähere und weitere Umgebung. Aber auch die Trend-Sportler machten Station auf dem Bike-Park.

Im Rahmen des S-Camp stand in diesen Sommerferien im Jugendhaus Weilimdorf Biken auf dem Programm. Die Teilnehmer der Bike-Woche erwartete ein abwechslungsreiches Programm Grundlagentraining im Bike-Park des Jugendhauses sowie Ausflügen in die nähere und weitere Umgebung. Aber auch die Trend-Sportler machten Station auf dem Bike-Park.

Die Stuttgarter Jugendhaus gGmbH hat in den Sommerferien zum wiederholten Mal das Programm S-Camp aufgelegt. Das S-Camp umfasst ein vielfältiges Angebot mit actionreichen Kursen aus den verschiedensten Themengebieten. Angeboten wurden in diesem Jahr Kurse aus den Bereichen Fashion, Film, Musik, Theater und Technik sowie Tanz, Adven- ture, Parkour, Biken, etc. Durchgeführt wurden die verschiedenen Kurse in den Stuttgarter Jugendhäusern. Ein besonderes Angebot war der Kurs „Trendsport“, der von Fabian Wolbert geleitet wurde. Die Teilnehmer lernten während der Woche die verschiedensten Trendsportarten kennen.

„Zum Start am Montag gab es einen Kennenlerntag im Park“, erklärt Wolbert, der schon seit vier Jahren beim S-Camp als externer Coach dabei ist. Der Kurs „Trendsport“ sei der erste, den er verantwortlich leite, verrät der Sporttherapeut und Personal-Trainer, der sich im Bereich Life-Kinetik spezialisiert hat. Life-Kinetik fließe im Tagesablauf auch immer wieder ein, so Wolbert. Life-Kinetik sei eine Trainingsform, bei der Wahrnehmung, Gehirnjogging und Bewegung gemeinsam geschult werden. „Dadurch wird die Leis­tungsfähigkeit gesteigert und verschiedenen Gehirnareale werden trainiert“, erläutert Wolbert.

Auf dem Sportprogramm am Montag stand außerdem Stabfechten, eine Mischung aus Stockkampf und Säbelfechten mit einem Stab von 115 Zentimetern Länge. Am zweiten Tag ging es zu verschiedenen Wassersportarten auf die Enz bei Bietigheim-Bissingen. Stand-up Paddeln (Paddeln im Stehen auf einer Art Surfbrett mit einem Stechpaddel), Kajak- und Kanufahren standen hier auf dem Programm.

Am Mittwoch waren die Trendsportler bei den „Silver Arrows“ und konnten sich mit American Football vertraut machen. Zunächst stand dort Werfen und Fangen des Footballs an, danach wurden verschiedene Spielzüge gelernt. Highlight war sicher ein Flag-Football-Matsch – sozusagen Football light ohne Tackling. Den Jungs und Mädels hat es offensichtlich viel Spaß gemacht, denn beim Besuch im Jugendhaus hatten sie einen Football dabei, um auf dem Kunstrasen eine kleine Partie zu spielen.

Am Donnerstagvormittag stand die israelische Selbstverteidigungstechnik Krav Maga auf dem Programm und am Nachmittag Biken mit Felix Schmidt _(im Bild rechts)_. Schmidt, der selbst schon seit 2003 Downhill-Rennen fährt und vor zwei Jahren bei den Deutschen Meisterschaften am Start war, gehört seit einigen Jahren zum Betreuerpool des Weilimdorfer Jugendhauses. Ziel des Kurses im Jugendhaus sei es, das Interesse der Jugendlichen für den Bike-Sport zu wecken.

Nach einer kurzen Einführung, bei der Schmidt mit Nachdruck deutlich machte, dass der Pump-Track beim Jugendhaus Weilimdorf ohne Helm nicht befahren werden darf, ging es auf die Strecke. Schon nach kurzem hatten die Trend­sportler den Dreh raus und drehten ihre Runden.

Pump-Tracks gebe es nicht nur in Weilimdorf, weiß Schmidt. Ganz in der Nähe, in Gerlingen (ebenfalls beim Jugendhaus) und in Botnang auf dem Sportgelände der SKG Botnang im Himmerreich gibt es weitere Strecken. Diejenigen, die gerne Downhill fahren, müssen sich – wenn sie in Stuttgart bleiben wollen – voraussichtlich noch bis Mitte Oktober gedulden. Dann soll die Downhill-Strecke von Degerloch in den Stuttgarter Süden fertig sein. Bis es soweit ist, müssen Down­hiller noch auf weiter entfernte Strecken ausweichen. In Bad Wildbad und in Todtnah gebe es sehr anspruchsvolle Strecken, weiß Schmidt. Und auch sein Heimatverein, der SC Korb betreibt eine Strecke am Hanweiler Sattel. Die Radsportabteilung des SC Korb sei von Downhillern gegründet worden, weiß Schmidt. „Sie wollten eine legale Strecke bauen und haben dafür den Wald zur Verfügung gestellt bekommen“, erläutert Schmidt. Auf der Strecke am Hanweiler Sattel würden jedes Jahr die Vereinsmeis­terschaften ausgetragen. Einmal pro Woche würden sich die Biker zum gemeinsamen Training treffen und natürlich kümmere man sich auch um die Pflege der Strecke.

Wie bereits erwähnt, war das Jugendhaus Weilimdorf auch der tägliche Startpunkt für die Teilnehmer der Bike-Woche. Sie waren auf den Bike-Parks in der Umgebung und auch im Wald rund um Weilimdorf unterwegs. Sowohl Trendsportler als auch Biker haben das Gelernte dann bei der Abschlussveranstaltung im und um das Theaterhaus präsentiert.

_Text/Fotos: Tommasi

Neues Auto für die Wohnanlage am Lindenbachsee: Flotter Kleinwagen für den Fahrdienst

Der Förderkreis der Wohnanlage am Lindenbachsee hat kürzlich einen von der Volksbank Baden-Württemberg gespendeten VW-up dem Team der Wohnanlage zur Nutzung übergeben. Drei Jahre lang wird dieses Leasing-Fahrzeug der Wohnanlage für Fahrten aller Art zur Verfügung stehen.

Der Förderkreis der Wohnanlage am Lindenbachsee hat kürzlich einen von der Volksbank Baden-Württemberg gespendeten VW-up dem Team der Wohnanlage zur Nutzung übergeben. Drei Jahre lang wird dieses Leasing-Fahrzeug der Wohnanlage für Fahrten aller Art zur Verfügung stehen.

Geplant ist unter anderem, dass das Fahrzeug für Fahrdienste benutzt wird, etwa um Besucher zu verschiedenen Veranstaltungen in der Begegnungsstätte abzuholen, wenn diese sonst keine Möglichkeit haben, in die Wohnanlage zu kommen. Auch der Fahrdienst für die Betreuungsgruppe kann – wenn nicht zu viele mitfahren wollen – künftig mit dem kleinen flotten Pkw durchgeführt werden. Der Technische Dienst und die Hauswirtschaft müssen oft Einkäufe, Erledigungen oder Besorgungen machen. Die Mitarbeiter freuen sich darüber, dass sie dafür zukünftig nicht mehr einen sperrigen Bus nehmen müssen. Und auch die Pflege wird den neuen VW-up für Erledigungen nutzen, etwa wenn „mal gschwind“ etwas aus der Apotheke geholt werden muss.

Darüber hinaus können Dank dem Pkw bei kleinen Ausflugsfahrten der Bewohner der Wohnanlage zukünftig ein paar Personen mehr teilnehmen.

Die Volksbank hat in diesem Jahr insgesamt weit über 100 Fahrzeuge vom Typ VW-up an soziale Einrichtungen gespendet beziehungsweise auf Leasingbasis für drei Jahre zur Verfügung gestellt. Diese Aktion, die die Volksbank inzwischen schon seit 2008 durchführt, ist nur möglich, weil viele Kunden der Volksbanken und Raiffeisenbanken im Ländle jeden Monat bei ihrer Bank Gewinnsparlose erwerben. Von den zehn Euro, die die Gewinnsparlose kosten, kommen acht Euro auf das Sparkonto der Kunden, zwei Euro bilden den Spieleinsatz, von dem wiederum 50 Cent in die Spendensumme fließen, der dann an wohltätige Einrichtungen vor Ort geht.

Übergeben wurde der VW-up an das Team der Wohnanlage am Lindenbachsee von Marc Benzinger, Vorsitzender des Förderkreises und seiner Stellvertreterin Waltraud Illner. Martin Adel (Vorstand der Evangelischen Altenheimat) und Martin Hermann (Leiter des technischen Dienstes der Wohnanlage am Lindenbachsee) freuten sich bei der Schlüsselübergabe über diese vielfältig einsetzbare Ergänzung des Fuhrparks.

Text:  Tommasi, Foto: privat

Tag der offenen Tür an der Wolfbuschschule: Schon seit über zehn Jahren Comenius-Partnerschule

Die Wolfbuschschule in Weilimdorf hat vergangene Woche zu ihrem Tag der offenen Tür eingeladen. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, um das Angebot der Grund- und Werkrealschule kennenzulernen.

Der Tag der offenen Tür in der Wolfbuschschule lockte wieder zahlreiche Besucher an. Es ist ein Tag zum Schnuppern, Schauen, Kennenlernen und Ausprobieren für die neuen Grundschüler, aber auch die neuen Werkrealschüler sind eingeladen, sich die Schule in aller Ruhe anzuschauen. Sie alle erwartete ein abwechslungsreiches und interessantes Programm. So konnten sich die angehenden Grundschüler im Neubau Buchstabenketten basteln, individuelle Lernmethoden kennenlernen oder auch in der bilingualen Klasse erste Schritte in Sachen Italienisch machen. Auch im Altbau waren viele interessante Dinge zu entdecken. Im Druckraum im Kellergeschoss der Schule konnten die Besucher erfahren, was alles in der Druck AG gemacht wird. In den Technikräumen konnte gefilzt und genäht oder Schlüsselanhänger hergestellt werden, in einem Klassenraum wurden elektrische Experimente durchgeführt und im Chemiesaal durften die Besucher selbst verschiedene chemische Experimente durchführen. In der alten Turnhalle wurde das Sportprofil vorgestellt und die Streitschlichter informierten im Raum der Schülermitverwaltung über ihre Arbeit.

Im Musiksaal der Wolfbuschschule stellte sich in diesem Jahr der Chor der Schule im Rahmen einer öffentlichen Chorprobe vor. Sie präsentierten den Besuchern ein vielfältiges musikalisches Potpourri. In einem weiteren Klassenzimmer wurden unter der Überschrift „Märchen in der Schule“ vorgelesen und die Theater AG zeigte im Neubau ihr Können.

Ebenfalls im Neubau präsentierte sich der Schulverein der Wolfbuschschule. Der Stand, an dem sich die Eltern über die verschiedenen Aktivitäten des Schulvereins informieren konnten, fand ebenfalls großes Interesse. Nicht umsonst, hat der Schulverein unter anderem doch schon ergonomische Möbel für die Schüler mit finanziert oder auch die zahlreichen Comenius-Projekte an der Schule auf vielfältige Weise unterstützt.

Viel Interessantes gab es auch zum aktuellen Comenius-Projekt zu erfahren. „Comenius-Projekte gibt es schon seit über zehn Jahren in der Schule, erzählt Eva Hawkes, die das aktuelle Projekt als Kontaktlehrerin betreut. Insgesamt seien sechs Schulen aus sechs europäischen Ländern an dem Projekt beteiligt – die „Schule Nr. 14“ aus Gdyna in Polen, die „Barker’s Lane Grundschule“ aus Wrexham in Wales, die „Konak Mustafa Rahmi Balaban Grundschule“ aus Izmir in der Türkei, die „Tytyri Schule“ aus Lohja in Finnland, die Staatliche internationale Schule aus Turin in Italien sowie die Wolfbuschschule.

Das neue Schuljahr wird der Wolfbuschschule neben zahlreichen neuen Schülern – eine weitere Veränderung mit sich bringen. „Das ist mein letztes Halbjahr“, erzählt Schulleiter Siegfried Siewert. Dennoch blickt er mit Spannung in die Zukunft. Er gehe davon aus, dass es wieder vier bis fünf neue Grundschulklassen geben werde, so Siewert. Auch im kommenden Schuljahr werde es wieder eine bilinguale Klasse geben. Die Nachfrage nach dem zweisprachigen Unterricht in Deutsch und Italienisch sei weiterhin gut.

Ferner geht der Schulleiter davon aus, dass es auch wieder eine fünfte Klasse in der Werkrealschule geben wird. Tatsächlich sei die Zahl der Werkrealschüler seit Wegfall der verpflichtenden Grundschulempfehlung drastisch zurückgegangen. In ganz Stuttgart seien im letzten Jahr nur noch 7,8 Prozent aller Schüler nach Klasse vier in die Werkrealschule übergewechselt. Zwei Jahre davor seien es noch 20 Prozent gewesen. Zu der Frage, wie es mit der Werkrealschule überhaupt weitergeht, hat Siewert eher düstere Prognosen. „Ich geh davon aus, dass es in Weilimdorf in der Werkrealschule in zwei bis drei Jahren keine fünfte Klasse mehr geben wird.

Text/Foto: Uwe Tommasi

Parkinson Selbsthilfegruppe zu Gast bei Glotz

Unter dem Dach des Förderkreises Haus am Lindenbachsee trifft sich alle zwei Monate eine Parkinson Selbsthilfegruppe. Beim jüngsten Treffen war die Gruppe zu Gast im Vital-Zentrum Glotz in Gerlingen. Auf dem Programm stand eine Betriebsbesichtigung sowie eine Firmenpräsentation, in deren Rahmen die Teilnehmer unter anderem erfuhren, welche Hilfsmittel es für Menschen mit Parkinson gibt.

Die Parkinson Selbsthilfegruppe hatte vergangene Woche zu einer Betriebsbesichtigung beim Vital-Zentrum Glotz eingeladen. Der Organisator der Selbsthilfegruppe, Dietfried Deike, konnte zu der Veranstaltung rund 20 Teilnehmer begrüßen. Der Förderkreis Haus am Lindenbachsee pflege schon sehr lange gute Kontakte zum Sanitätshaus Glotz, erklärte Deike. So habe der Förderkreis dank der Unterstützung von Firmeninhaber Joachim Glotz günstig höhenverstellbare Pflegebetten für die Altenwohnanlage am Lindenbachsee anschaffen können. Joachim Glotz sei auch Mitglied im Förderkreis.

Begrüßt wurden die Gäste im Vital-Zentrum in Gerlingen vom Leiter der Marketingabteilung Helmut Lange. Auf dem Programm des Nachmittags stehe eine Betriebsbesichtigung mit an – schließender Firmenpräsentation und einem gemütlichen Stehempfang, der auch Gelegenheit zu Gesprächen gebe. Begleitet wurde die Gruppe bei ihrem Rundgang durch das Haus außerdem von Geschäftsführer Christian Weyhofen, dem Leiter des Bereichs technische Orthopädie Jochen Weigel, und Monika Zeh, Spezialistin für alle Fragen rund um das Thema Hilfsmittel.

Weyhofen bedankte sich für das Interesse der Teilnehmer. „Wir werden Ihnen heute verschiedene Dinge zeigen, die für Sie sicher hilfreich sein können“, so der Geschäftsführer. Erste Station auf dem Rundgang war die sogenannte „Reha-Ausstellung“. „Unter dem Begriff Rehabilitationshilfsmittel sind alle Mobilitätshilfsmittel zusammengefasst“, erläuterte Weigel. Rollatoren oder Rollstühle zählen genauso dazu wie Bewegungstrainer. Die Bewegungstrainer könnten auch für Parkinsonpatienten sehr hilfreich sein, hielt Zeh fest. Ebenso wie ein Rollator. Beide Hilfsmittel könnten über den Kostenträger abgerechnet werden. Allerdings müsse dazu der Arzt das Hilfsmittel empfehlen. „Ein Bewegungstrainer kann bei uns auch gemietet werden“, so Zeh weiter. Sogar eine Finanzierung sei möglich.

Ein großes Problem sei, dass viele Betroffene überhaupt nicht wissen, welche Hilfsmittel es gibt, ergänzte Weyhofen. Tatsächlich gebe es sehr viele Hilfsmittel durch die ein kostenaufwendiger Hausumbau vermieden werden könne. Hilfreich ist hier unter umständen eine Wohnraumberatung vor Ort, bei der festgestellt wird, was gemacht werden muss und in welchem Bereich es Zuschüsse vom Kostenträger gibt. „Dazu gehört zum Beispiel auch eine Beratung, wie die Wohnung rollstuhlgerecht gemacht werden kann“, erläuterte Lange.

Einen großen Raum nimmt bei Glotz auch die Orthopädietechnik ein und hier insbesondere die Sonderanfertigungen im Bereich der Prothetik. „Mit der heutigen Technik ist es problemlos möglich auch Oberschenkel-Orthesen herzustellen, die mechanisch oder elektronisch im Schrittzyklus gesteuert werden“, berichtete Weigel. Glotz mache aber nicht nur Bein-, sondern auch Handbeziehungsweise Armprothesen. Unterstützt werde die Arbeit durch ein eigenes Bewegungsanalysezentrum und eine eigene Gehschule. Als das Unternehmen 1938 gegründet wurde, sei die Prothetik vor allem bei Kriegsverletzungen ein Thema gewesen, erläuterte Weyhofen. Heute seien die Patienten häufig Unfallopfer oder Menschen mit Diabetes.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die orthopädische Schuhtechnik. Mittels digitaler Messverfahren wie der Fußdruckmessung und videogestützter Bewegungsanalyse können laut Weigel für alle Aufgabenstellungen im Bereich des Fußes individuelle Lösungen entwickelt werden. Weyhofen riet in dem Zusammenhang grundsätzlich dazu, beim Kauf von Schuhen darauf zu achten, dass die Einlagen herausgenommen werden können. Nur so könnten individuelle Einlagen problemlos eingesetzt werden. „Ansonsten wird der Schuh zu eng“, so der Geschäftsführer.

Ein ganz besonderes Hilfsmittel präsentierte Weigel den interessierten Besuchern. Segways seien erstmals mit Schlaganfallpatienten getestet worden, erzählte der Orthopädietechniker. Der Test sei sehr positiv verlaufen. Auch für Parkinsonpatienten seien diese elektrisch angetriebenen Segways ein geeignetes Fortbewegungsmittel. Die Geräte seien selbstbalancierend und würden nur durch Verlagerung des Körpergewichts beziehungsweise durch Druck oder Zug auf die Lenkstange gesteuert.

Bei Parkinsonpatienten, die ein Segway rund zwanzig Minuten nutzen, gehe der Tremor deutlich zurück, so Weigel. Wie einfach die Handhabung dieses Ein-Personen-Transportmittels ist, konnten die Mitglieder der Selbsthilfegruppe vor Ort ausprobieren. Tatsächlich beherrschten all diejenigen, die sich zu einem Test entschlossen hatten, das Gerät schon nach wenigen Versuchen. Beim Rundgang erfuhren die Besucher schließlich noch einiges über die diversen Hilfsmittel für das Bad, zu denen die verschiedensten Griffe und Einstiegshilfen gehören, über die sogenannten Elektroscooter und vieles mehr.

Abschließend ging Weyhofen in seinen Ausführungen noch kurz auf die Geschichte des Unternehmens ein, das 1938 in der Rosenbergstraße in Stuttgart gegründet wurde. Es folgten mehrere Umzüge in Stuttgart. 2004 sei dann zunächst die Medizintechnik nach Gerlingen ausgelagert worden. „Damals hätten wir nie geglaubt, dass wir die Räume hier voll bekommen“, so Weyhofen. 2005 folgte der Umzug der Reha-Technik und 2008 zogen auch die übrigen Geschäftsbereiche in die Dieselstraße um. Neben dem Vital-Zentrum in Gerlingen betreibe Glotz insgesamt sechs Filialen und beschäftige heute 250 Mitarbeiter. An der Stelle wies der Geschäftsführer darauf hin, dass das Unternehmen in sechs Berufen ausbildet. Leider hätten viele überhaupt keine Ahnung, welche Berufe es im Bereich der Gesundheitstechnik gibt. „Sanitätshaus wird gerne mal mit Sanitärhaus verwechselt“, so Weyhofen. Die Gelegenheit, nach dem Rundgang Fragen zu stellen, nutzten die Teilnehmer sehr gerne. Nachfragen gab es vor allem dahingehend, welche Hilfsmittel und Leistungen denn von den Kassen übernommen werden.

_Text und Fotos: © Pressebüro Tommasi. Den kompletten Bericht gibt es in „in und um Weilimdorf“ zu lesen.

Wolfbuschkirche feiert 75 jähriges Jubiläum: Kein Haus nur für den Sonntag




Die Wolfbuschkirche feiert in diesem Jahr 75. Geburtstag der mit zahlreichen Veranstaltungen begangen wird. Beim Jubiläumsgottesdienst erwiesen zahlreiche Redner „der alten Dame“ die Ehre und ließen die 75jährige Geschichte des Gotteshauses noch einmal aufleben.

Zum Jubiläumsgottesdienst anlässlich des 75. Geburtstages der Wolfbuschkirche konnte Pfarrerin Guntrun Müller-Enßlin zahlreiche Gäste begrüßen. Unter den Besuchern weilte auch Bezirksvorsteherin Ulrike Zich, Dekan Klaus Käpplinger, die langjährige Pfarrerin der Gemeinde Heide Kast, sowie zahlreiche Gemeindeglieder. „Viele von ihnen haben sicher ganz persönliche Erinnerungen an die Jubilarin“, hielt Müller-Enßlin fest. Erinnerungen zum Beispiel an die eigene Konfirmation oder die der Kinder beziehungsweise Enkel, an die eigene Hochzeit oder auch an eine Trauerfeier. In dem dreiviertel Jahrhundert seit dem Bau der Kirche habe sie vielen Generationen Raum zur Besinnung und zum Verweilen gegeben. In den 75 Jahren hätten sich auch viele Menschen immer wieder für den Erhalt der Kirche eingesetzt. Ihnen allen gebühre dafür großer Dank.

„Alles was Odem hat lobe den Herrn“. Dieses Zitat aus dem Psalm 150 das die Empore der Wolfbuschkirche ziert sei das Motto der Gemeinde, hielt Müller-Enßlin fest. „Das wollen wir nie vergessen“. Und noch ein weiterer Bibelspruch ist in der Kirche zu finden: „Gott ist der rechte Vater über alles was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden“. In Anbetracht der Tatsache, dass der Bau der Kirche von den Machthaber 1937 nicht unbedingt erwünscht gewesen ist, sei es ein mutiges Zeichen des Kirchengemeinderates gewesen, diesen Spruch auszuwählen.

Als sie vor sieben Jahren erstmals in die Kirche gekommen sei, habe sie sich sofort wohlgefühlt, so Müller-Enßlin. Damals sei ihr noch nicht klar gewesen, dass sie einmal den Festgottesdienst zum 75. Geburtstag der Kirche abhalten würde. Inzwischen habe sie sich viel darüber erfahren, was in den 75 Jahren seit der Einweihung der Wolfbuschkirche alles passiert ist.

Der erste Spatenstich erfolgte im Juni 1937 am Rand der Siedlung und nicht wie von der Gemeinde gewünscht in der Mitte des Ortsteils. Die politisch Verantwortlichen hatten den Bau der Kirche im Zentrum der Siedlung abgelehnt, übrigens ebenso wie die Eröffnung eines konfessionellen Kindergartens. Die Gemeinde habe aber das Ziel einen Kindergarten zu bauen weiter verfolgt und schließlich beschlossen, dass in dem neuen Kirchenbauwerk auch in Kindergarten untergebracht werden soll. „Der Bau war ein hin und her“, so die Pfarrerin. Zwischenzeitlich gab es sogar einen Baustopp. Am 20. März 1938 konnte die Kirche schließlich eingeweiht werden. Die Weihe übernahm Landesbischof Theophil Wurm. Im Juli desselben Jahres wurde dann der Kindergarten eröffnet.

Damals hätte sicher noch niemand daran gedacht, was der Kirche noch alles bevorstehen würde, so Müller-Enßlin weiter. In den Kriegsjahren 1944 und 1945 wurde das Gotteshaus mehrfach von Fliegerbomben getroffen. Bei einem Angriff wurden das Dach und die Orgel zerstört. Der Gottesdienst konnte daraufhin nur noch in einem Nebenraum abgehalten werden. Nach Kriegsende hat die Gemeinde wie schon beim Bau der Kirche tatkräftig angepackt und die Bombenschäden beseitigt. Im April 1946 hat der Kindergarten seine Arbeit aufgenommen und am 26. Oktober 1947 wurde die Kirche wieder eingeweiht. Die ersten Gruppen und Kreise fanden ab 1949 unter dem Dach der Wolfbuschkirche statt.

Über die Jahre habe sich die Gemeinde immer wieder bemüht die Kirche in Stand zu halten – alles im Ehrenamt, erinnerte die Pfarrerin weiter. „Die Wolfbuschler wissen was sie an ihrer Kirche haben und wollen sie erhalten“. „Die Wolfbuschkirche ist kein Haus nur für den Sonntag“, schreibt Müller-Enßlin in ihrer „Hommage an die Jubilarin“ in der Festschrift. Fünf Tage in der Woche sei sie voller Leben und Kinderlachen. Unter dem Dach der Kirche finden neben den Gottesdiensten auch noch viele weitere Veranstaltungen wie Vorträge, Lesungen oder auch Konzerte statt. Die Wolfbuschkirche sei ein wichtiges Zentrum kirchlichen Lebens in der Gemeinde. „Wir sagen danke für alles was du warst, bist und sein wirst“, so die Pfarrerin an die Adresse der Jubilarin.

Dekan Käpplinger erinnerte in seinem Grußwort ebenfalls daran, dass die Wolfbuschler mit ihrem Wunsch nach einer eigenen Kirche keine offenen Türen bei den damaligen Machthabern eingerannt hätten. Die Nationalsozialisten hätte auch sehr genau gewusst, warum sie gegen den Bau der Kirche waren, denn Kirche sei mehr als ein Haus. Mit dem von Müller-Enßlin bereits erwähnten Spruch “Gott ist der rechte Vater…“ hätten die Wolfbuschler deutlich gemacht, dass sie Gott mehr verbunden sind als dem Herrn Hitler. Vor 75 Jahren hätten sich die Menschen sicher noch nicht träumen lassen, dass sie einmal in einem solchen Wohlstand leben würden wie heute, so Käpplinger weiter. Es würden aber auch Zahlen durch die Welt geistern, die Angst machen. Milliardenzuschüsse für Banken zum Beispiel oder auch die Kostenexplosion beim Bau von öffentlichen Gebäuden. Aufgabe der Kirche sei es Themen wie Glaube, Hoffnung und Liebe in die öffentliche Debatte einzubringen. Käpplinger ging in seinen Ausführungen auch auf die Fusion von Wolfbusch- und Oswaldgemeinde ein. Beide Gemeinden hätten früher schon einmal zusammengehört und seien nun wieder zusammengekommen, damit die Kirche erhalten werden kann. „Wir stellen uns damit der Verantwortung der Zukunft“, so Käpplinger.

Bezirksvorsteherin Ulrike Zich überbrachte die Grüße der weltlichen Gemeinde. Die Wolfbuschler hätten ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein, stellte die Bezirksvorsteherin fest. Dass sie so sehr auf eine eigene Kirche bestanden hätten sei nur ein Beispiel dafür. Die Wolfbuschler hätten auch schon immer gewusst was sie wollen – Heimat, gute Nachbarschaft aber auch Zeit für das was Ruhe braucht und einen Ort in sich zu gehen. Noch vor kurzem habe der Wolfbusch an der Schwelle gestanden zu überaltern. Inzwischen sei ein neues Wohngebiet dazugekommen und damit auch viele Familien mit Kindern. Sie alle seien von den Siedlern herzlich willkommen geheißen worden. Das sei schön in einer Zeit in der es immer wichtiger werde gute Nachbarschaft zu pflegen und sich gegenseitig zu helfen. Der Wolfbuschkirche wünschte die Bezirksvorseherin abschließend alles Gute für die Zukunft.

Pfarrer Häcker erinnerte in seinen Ausführungen daran, dass die Kirche ein Symbol für das Glaubensbekenntnis ist. Nicht umsonst hätten Kirchen in der Regel einen Turm der nach oben zeigt. Kirchen seien auch für Menschen die nicht regelmäßig zum Gottesdienst gehen eine wichtige Bedeutung. „Es ist schön, dass diese Kirche im Wolfbusch gebaut wurde“. so Häcker. Die besten Wünsche für die „alte Dame“ gab es auch von Pfarrerin Dorothea Kik und der Kirchengemeinderatsvorsitzenden der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Helga Grieb. Zwischen den Gemeinden gebe es gute Beziehungen die auch weiterhin gepflegt würden.

Das Schlusswort hatte wieder Pfarrerin Müller-Enßlin und die nützte die Gelegenheit die Festschrift zum Jubiläum kurz vorzustellen und allen, die an dem Werk mitgearbeitet haben zu danken. Gleichzeitig wies sie auf die weiteren Veranstaltungen im Rahmen des Jubiläums hin. Am 7. April um 17 Uhr findet ein Konzert mit dem Organisten Daniel Landvogt unter dem Titel „Stadt, Land … Bach“ statt, gefolgt von einer „Jazz Klezz – Collage2 am 21. April um 18 Uhr mit Hildegard Bauer (Akkordeon) und Schèron Schöpf (Blockflöte). Am 3. Mai ab 19 Uhr eröffnet die „Wunder-Bar“ mit Entertainerin Sylvia Ernst und am 8. Juni ab 19 Uhr gibt’s ein Konzert mit dem Trio Alakazam (Nadja Gantert, Gesang, Bernd Gantert, Saxophon und Daniel Sissenich, Piano) unter dem Titel „You know dhe song but not the sound“.Am 30. Juni wird dann ein große Kichenfest mit buntem Programm in den Räumen des Kindergartens, in der Kirche und im Kirchgarten gefeiert. Das Fest beginnt um 10 Uhr mit einem Familiengottesdienst.

Text: Tommasi, Fotos: Privat