Frühjahrsempfang der Weilimdorfer Grünen mit MdB Dr. Anna Christmann

(BG) Am Mittwochabend, 27. März 2019, lud die Ortsgruppe der Bündnis 90/Grüne zum traditionellen Frühjahrsempfang in das Bezirksamt in Weilimdorf ein, bei dem u.a. MdB Dr. Anna Christmann zu Gast war.

„Wir wollen faire und transparente Digitalisierung und künstliche Intelligenz, die wir zum Wohl von Mensch und Umwelt einsetzen können. Dafür müssen wir aber auch in Europa bei der Entwicklung vorne mit dabei sein“, erklärte die Bundestagsabgeordnete Dr. Anna Christmann beim Frühjahrsempfang der Grünen in Weilimdorf. Die Sprecherin der Bundestagsfraktion für Digitalisierung, Innovation und bürgerschaftliches Engagement verwies auf die große Bedeutung der Europawahl. Es stelle sich die Frage: „Können wir die Kräfte für ein Europa der Demokratie und der sozialen und ökologischen Entwicklung stärken oder wachsen die nationalistischen Kräfte, die dem europäischen Friedensgedankens entgegenstehen?“

Clarissa Seitz, Grünen-Gemeinderätin aus Weilimdorf, forderte von der Gemeinderatsmehrheit Zustimmung zu weiteren Maßnahmen zur Luftreinhaltung, so den Ausbau des Radwegenetzes und von Busspuren, Pförtnerampeln an den Markungsgrenzen, um Staus zu vermeiden und Temporeduktionen. So ließen sich weitere Fahrverbote verhindern.

Die Gestaltung des Areals westlich der Solitudestraße einschließlich des Walz-Areals bewegte alle Gemüter an diesem gut besuchten Abend. Clarissa Seitz bezog klar Stellung für den großen Bedarf an Sportentwicklung in diesem Areal: „Die Sportflächen der Weilimdorfer Vereine platzen aus allen Nähten, es gibt vor allem im Kinder- und Jugendbereich lange Wartelisten. Wir sind der Meinung, dass es für Kinder und Jugendliche unglaublich wichtig ist, dass sie die Sportart betreiben können, die ihnen Freude macht und dafür bedarf es auch Flächen. Sport in der Gruppe ist aber meistens nicht leise. Auch die Belastung mit gleißendem Flutlicht kann für lichtempfindliche Menschen abends sehr störend sein. Deshalb halten wir es für falsch, ein Wohngebiet direkt angrenzend an Sportflächen zu planen. Konflikte sind schon mit der Planung angelegt und wir warnen davor, diese Konflikte, obwohl sie schon auf der Hand liegen, zu erzeugen. Wir wollen, dass die Sportangebote in Weilimdorf entsprechend den Bedürfnissen der Weilimdorfer, zukunftsfähig entwickelt werden können. Seitens der SGW gibt es ja bereits attraktive Vorstellungen, wie z.B. eine abends beleuchtete Laufstrecke.“ Die Grünen werden sich darüber hinaus für die Einrichtung eines Kultur- und Familienzentrums mit dem von vielen lange gewünschten Bürgersaal und für ein Schwimmbad auf diesem Areal stark machen.

Gestärkt vom reichhaltigen Büffet und Getränken entstanden zahlreiche Gespräche mit den Besuchern u.a. aus zahlreichen Weilimdorfer Vereinen und Institutionen sowie etlichen Mitgliedern des Bezirksbeirates.

Foto (v.l.n.r.): Annekathrin Essig, Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Bezirksbeirat, MdB Dr. Anna Christmann, Gemeinderätinnen Gabriele Munk und Clarissa Seitz, Barbara Graf, OV Weilimdorf.

Grünen Landtagsabgeordneter Franz Untersteller zu Besuch in Weilimdorf

(B90G) Anlässlich eines Besuchs im Stadtbezirk Weilimdorf besuchte der Abgeordnete Franz Untersteller die Gemeinschaftsschule Weilimdorf. Rektor Schneider erläuterte, dass es dem Kollegium mit den Möglichkeiten der Gemeinschaftsschule deutlich besser gelinge, mit der gewachsenen Heterogenität der Schülerschaft umzugehen.

Die insgesamt 354 Schülerinnen und Schüler der Ge-meinschaftsschule zeigen auch das signifikant gewachsene Interesse von Jugendlichen und Eltern an dieser noch immer neuen Schulart. Beeindruckt zeigte sich die Delegation, zu der auch der Gemeinderat Vittorio Lazaridis und die Bezirksbeiräte Annekathrin Essig, Rudolf Pfleiderer und Barbara Graf gehörten, insbesondere von der Unterrichtsschau. Die Jugendlichen waren mit jeweils dem eigenen Lernstand entsprechenden Aufgaben intensiv beschäftigt und spürbar selbstständiger als in der Lernform des Frontalunterrichts. Die beteiligten Lehrkräfte konnten berichten, dass die Jugendlichen inzwischen ein eigenes Interesse am Bewältigen anspruchsvoller Aufgaben haben und die Lernentwicklungsberichte als großer Gewinn wahrgenommen werden. Franz Untersteller betonte: “Wir wollen nicht, dass immer wieder Kinder aussortiert werden und hinten runterfallen. Bei Ihnen steht offenbar das einzelne Kind im Mittelpunkt. Solchen Lernkonzepten gehört die Zukunft.“ Im Anschluss ging es um die baulichen Bedarfe der Gemeinschaftsschule. Der Bau einer Mensa ist beschlossen, weitere Sanierungen und Raumumgestaltungen werden nach dem Auslaufen der Engelbergschule folgen. Die Grünen im Gemeinderat und im Bezirksbeirat nahmen für ihr Aufgabenpaket mit, dass ein Baubeginn des 1. Bauabschnitts wie geplant 2020 für die weitere Arbeit der GMS dringend ist. Außerdem wollen sie sich stark dafür machen, dass es in Stuttgart eine zweite GMS mit dem Angebot einer Sekundarstufe II gibt, denn erst die Aussicht auf eine durchgängige Beschulung bis zum Abitur wird diese Schulart für viele Eltern richtig attraktiv machen. Dank der fast durchgehenden Vierzügigkeit der GMS und des ausgefeilten pädagogischen Konzepts wäre die GMS Weilimdorf prädestiniert für eine Oberstufe.

Im Anschluss stand eine Begehung des Geländes westlich der Solitudestraße auf dem Programm. Der Landtagsabgeordnete und Umweltminister Franz Untersteller suchte dabei auch das Gespräch mit dem Vorstand der SG Weilimdorf, vertreten durch Herrn Diercks, Frau Daranzsky-Klein und Herrn Chandrabalu. Die Vorsitzende der Grünen Bezirksbeiratsfraktion A. Essig drängte darauf, dass das Stadtplanungsamt den kommunalen Gremien endlich ein städtebauliches Entwicklungskonzept für das Areal ab Jugendhaus bis einschließlich „Walz-Gelände“ vorlegen solle. Die Grünen unterstützen eindeutig den Bedarf an einem Bürgersaal für Weilimdorf und einer dauerhaft zu nutzenden Kindertagesstätte ebenso wie Bedarfe für sportliche Belange, repräsentiert durch das breite Angebot der SG Weilimdorf. Der Wunsch nach Wohnbebauung auf diesem Gelände müsse sorgfältig durch Lärmgutachten geprüft werden, da auf keinen Fall eine Einschränkung der Nutzung der Sportgelände stattfinden dürfe. Der Vorstand der SG Weilimdorf berichtete, dass das Sportamt Ausgleichsflächen zugesagt habe für die entzogenen Flächen, auf denen das frühere Blick Solitude und Teile der jetzigen Flüchtlingsunterkünfte angesiedelt wurden. Dringend not-wendig sei eine Halle für Gewichtheber und die Ringer, die in der Oberliga aktiv sind. Allein in den letzten zwei Jahren habe der Verein 200 Absagen erteilen müssen, weil nicht genügend Trainingsflächen vorhanden seien. Zusätzlich suche der Stuttgarter Kricket-Club dringend einen neuen Platz, der Großteil der 400 Sporttreibenden in dieser Sportart wohne in Weilimdorf und Feuerbach.

Abschließend wurde die Arbeit des Vereins Chloroplast e.V. auf dem ehemaligen Walz-Gelände besichtigt. Andreas Zeger stellte das Projekt als kreative Mischung aus Urban Gardening, Flüchtlingskooperation, Kreativität und Kultur vor. Zahlreiche Kooperationen mit Instituten von Universitäten haben eine breite Vernetzung ermöglicht und im Bereich von Bestäuberpflanzen für Wildbienen wurde auf diesem Areal die höchste Diversität in Stuttgart festgestellt. Der Abgeordnete Untersteller regte an: „Bei der Internationalen Bauausstellung in Stuttgart 2027 sollten unbedingt Projekte des Urban Gardening beteiligt sein. In New York ist die highline, die Gartenlandschaft auf einer ehemaligen Hochbahntrasse, inzwischen ein bedeutender Besuchermagnet.“ Die Bezirksbeiräte der Grünen sicherten zu, dass Chloroplast e.V. aktiver Part einer notwendigen Bürgerbeteiligung für die Planungen des Gebietes westlich der Solitudestraße werden sollten, um für dieses Gelände von Anfang an eine attraktive Grüngestaltung mitzudenken.

_Foto (privat) oben: MdL Franz Untersteller im Gespräch mit Rektor Schneider, Gemeinschaftsschule Weilimdorf._
_Foto (privat) mittig: MdL Franz Untersteller im Gespräch mit A. Essig, Fraktionsvorsitzende Bezirksbeirat, und J. Dierks, Vorstand der SGWeilimdorf.

Umweltminister Untersteller in Weilimdorf unterwegs

Grünen-Landtagsabgeordneter Franz Untersteller war Ende Juli in seinem Stuttgarter Landtagswahlkreis unterwegs: In der Bildungsakademie der Handwerkskammer in Weilimdorf ließ er sich die innovative Ausbildungskonzeption erläutern und von Dr. B. Stockburger, dem Geschäftsführer „Berufliche Bildung“, die aktuelle Ausbildungssituation im Handwerk darlegen.

Bei einem Rundgang durch die überbetrieblichen Ausbildungsräume gab es Gelegenheit sich mit den Ausbildern über Ausbildungsinhalte zu auszutauschen. Der Schwerpunkt lag bei der effizienten Nutzung von Energie. Ein optimiert eingestellter Ölbrenner verbraucht bis zu 20% weniger Brennstoff, gegenüber einem, der die Grenzwerte nur knapp einhält. Der Austausch einer alten Heizungsumwälzpumpe durch ein modernes energieeffizientes Modell macht sich schon nach wenigen Jahren bezahlt. Zusätzlich gibt es auch noch Fördergelder von der KfW. Eine weitere Möglichkeit bei einer alten Heizung Energie zu sparen ist ein hydraulischer Abgleich. Auch diese Maßnahme, mit einer Armortisationszeit von wenigen Jahren, kann von der KfW gefördert werden. Die Auszubildenden lernen hier an einer Demonstrationswand mit vielen Heizkörpern die perfekte hydraulische Einstellung einer Heizungsanlage. Im Ausbildungsereich der KfZ-Mechatroniker hat der Ausbilder über das Einfließen neuer Antriebskonzepte (E-Auto, Brennstoffzellen, Wasserstoffantrieb) in die überbetriebliche Ausbildung informiert. Nach diesem Rundgang wurde das Gebäudeenergiekonzept seit der Sanierung in 2008/09 dargestellt. Mit Geothermie wird im Winter geheizt und im Sommer gekühlt. Das Warmwasser wird mit einer kleinen thermischen Solaranlage auf dem Dach erzeugt. Diese Anlage wird auch zur Demonstration für die Auszubildenden genutzt. Herr Minister Untersteller hat auf die Wirtschaftlichkeit aktueller PV-Anlagen hingewiesen, deren Eigennutzungsquote mit Batteriespeichern noch deutlich erhöht werden kann. Um die Verbreitung von Batteriespeichern zu unterstützen hat das Umweltministerium-BW ein Förderprogramm aufgelegt, welches zusätzlich zu einer KfW-Förderung abgerufen werden kann.

Im Anschluss gab es im Naturschutzgebiet Greutterwald einen von hochkarätigen Fachleuten gestalteten Rundgang, an dem neben Gerhard Pfeifer, dem Regionalgeschäftsführer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland(BUND), auch Peter Berg von der Initiative Greutterwald und Mitglieder der Grünen-Fraktion im Bezirksbeirat teilnahmen. Für das Naturschutzreferat des Regierungspräsidiums Stuttgart erläuterten Herr Waldmann und Herr Schelkle die Funktion der Obstwiesen und Wälder im Greutterwald als besonders wertvolles Naturschutzgebiet auf Stuttgarter Gemarkung. Vom städtischen Amt für Umweltschutz berichtete Frau Geismar, dass die Stadt seit Neustem einen Acker, auf dem eine spezielle Blumenmischungen für Wildbienen ausgebracht wurden, gepachtet habe. Seit kurzem finden Spaziergänger an der Verlängerung der Greutterwaldstraße eine Hinweistafel zu den Vorort vorkommenden Wildbienenarten.

Ins Zentrum der Beratungen stellte Minister Untersteller die Notwendigkeit, Belange der Landwirtschaft künftig direkter mit denen des Naturschutzes zu verzahnen. Landwirte könnten sich verstärkt als Landschaftswirte verstehen und dank gemeinsamer Beratungen der Fachleute zu Artenschützern werden. Das Umweltministerium kann einen hohen Aufwuchs von Geldern aus dem Landesetat auf jährlich 80 Mio. € vorweisen, wodurch die unteren Naturschutzbehörden 225 neue Stellen im Land einrichten konnten.

Für Gerhard Pfeifer vom BUND sind die Streuobstwiesen am Greutterwald einer der hot Spots im Stuttgarter Naturschutzbereich, weil es hier einen direkten Übergang in den angrenzenden Wald gäbe. Der seltene Steinkauz sei hier zu finden, ebenso der auf der Roten Liste stehende Wendehals, der als Höhlenbrüter stehendes Totholz benötige, was in den alten Apfel- und Birnbäumen reichlich zu finden sei.

Die Vertreter des Regierungspräsidiums erläuterten, dass ein wichtiger Schwerpunkt gegenwärtig der europäische Naturschutz entsprechend der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union sei. Im Zuge von Natura 2000 wird gegenwärtig ein Managementplan erstellt. Die dafür notwendigen Kartierungen hätten ergeben, dass gegenüber 2004 im Bereich Greutterwald ein nur geringer Quantitätsverlust zu verzeichnen sei. Ziele seien die Flachlandmähwiesen zu erhalten und möglichst eine Höherbewertung der Flächen in Bezug auf Artenvielfalt nach Abstimmungen mit der bewirtschaftenden Korntaler Brüdergemeinde zu erreichen. Dazu sollte die Wiesen später gemäht und weniger gedüngt werden.

Minister Untersteller verwies abschließend darauf, dass es bezüglich der Natura 2000 – Managementpläne besonders frühzeitige öffentliche Beteiligungsverfahren gegeben habe und nun die Karten über das Internet bereitgestellt werden. Diese Partizipation sei eines der wesentlichen Anliegen grünen Regierungshandelns.

Annekathrin Essig, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bezirksbeirat, erläuterte, dass Verbraucher und Kleingärtner selbst auch aktiv werden können: Viele Nahrungspflanzen für Wildbienen können wir in den Gärten durch entsprechende Pflanzenwahl, wie z.B. Glockenblumen und Efeu als Fassadenbegrünung, ermöglichen.. Außerdem sollten wir darauf achten, dass wir regionale Produkte kaufen, z.B. das Lammfleisch von der Alb, damit sich die Beweidung artenreicher Wiesen wieder lohnt.