(RED) Es waren ernüchternde Zahlen, die Peter Drausnigg, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart GmbH, und Friederike Gairing, Key Account Managerin Urbane Energiesysteme der Stadtwerke Stuttgart, dem Bezirksbeirat zum Stand des Energiekonzepts „Quartier Weilimdorf Süd“ vorstellten. Noch im Frühjahr 2021 war das Projekt „energetische Sanierung Weilimdorf Süd“ (weilimdorf.de berichtete, https://www.weilimdorf.de/nachricht/projekt-energetische-sanierung-weilimdorf-sued-gestartet/) euphorisch gestartet - nun kamen der Krieg von Russland gegen die Ukraine und die Energiekrise samt der Inflation dazwischen. Der Allheilträger „billiges russisches Gas“ als Lösung, den extremen Energiebedarfs des Stadtviertel „Weilimdorf Süd“ zu bändigen, ist abhanden gekommen. Die Untersuchung des Amt für Umweltschutz, Nahwärme bzw Erdgas für Weilimdorf-Süd als Teil des integrierten Quartierskonzepts 2019 mittel Kraft-Wärme-Kopplung aus Erdgas anzuwenden, ist in 2022 „krachend gescheitert“. Nun gilt es neue Wege zu denken und zu finden, so Drausnigg und Gairing vor den Bezirksbeiräten am 26. Oktober 2022. Der Wärmebedarf der Häuser zwischen Solitudestraße und Pfaffenäcker, zwischen Pforzheimer Straße und B295 ist gigantisch: 42,2 Gigawatt, pro Jahr. Erschwerend kommt hinzu, dass einige Straßen im zentralen Bereich sogar gar keinen Anschluss an ein Leitungsnetz haben sondern noch mit Ölheizungen ausgestattet sind. Da eine Wärmewende heutzutage nur noch mit erneuerbaren Energien durchgeführt werden kann, aber zur Deckung von einem Bedarf über 42,2 Gigawatt mit z.B. Sonnenkollektoren 70 Fußballfelder, also rund 500.000 Quadratmeter, benötigt werden, deren Umsetzung und Bau gemeinhin mehr als 10 Jahre bräuchte und Stand heute rund 30 Millionen Euro kosten würde, andere Energiegewinnung noch mehr Fläche bräuchte (wie Biogas z.B. mit einer Bedarfsfläche von 1.000 Fußballfeldern), muss nun „alles zurück auf Null“. „wir beginnen sprichwörtlich von vorne“, so Drausnigg. Da derzeit Photovoltaikanlagen wie Solaranlagen kostentechnisch explodieren sowie Lieferzeiten von teils mehreren Jahren haben, wird den Hausbesitzern, die bislang auf eine zuverlässige Studie und Unterstützung seitens der Stadt und Stadtwerke gewartet haben, nur eines übrig bleiben: Sanieren, sanieren - und sanieren mittels Wand- und Dachdämmung wie Austausch von Fensterflächen und Haustüren. Je nach Alter der Häuser sind hier Energieeinsparungen von rund 50 Prozent oder sogar mehr möglich. Dies ist Stand heute aber der aktuell einzig machbare Weg, um den Energiebedarf von über 42 Gigawatt im Jahr deutlich zu senken wenn nicht gar zu halbieren. Mit dem dann niedrigeren Bedarf könnte wieder über Luft-Wärme-Pumpen, Photovoltaik und Solarwärme nachgedacht werden. Erdgas soll zwar mittelfristig durch „grünen Wasserstoff“ ersetzt werden, doch damit ist frühestens ab dem Jahr 2030 zu rechnen, so die nüchterne Einschätzung von Friederike Gairing und Peter Drausnigg. Während die Reaktionen der Bezirkbeiräte grundsätzlich nur das Wort „ernüchternde Fakten“ und „ziemlich frustrierend“ enthielten, kritisierte Torsten Tusche von der Energieoffensive Weilimdorf (EOW) die Stadtwerke Stuttgart deutlich: „Sie sind ein Energiedienstleister. Ich vermisse die Dienstleistung bei ihnen. Auch einfach zu sagen, dass man Wärmepumpen einsetzen könne, ist zu kurz gedacht. Die gesetzlichen Bestimmungen sehen einen Mindestabstand von sieben Metern zum Nachbargrundstück vor. Dies ist im Quartier Weilimdorf Süd so gut wie nirgends gegeben!“ Peter Drausnigg sicherte der EOW wie dem Bezirksbeirat zu: „Wir bleiben dran!“. BB 26.10.2022, Foto GOEDE

„Energiewende“ für Weilimdorf-Süd muss neu gedacht werden

(RED) Es waren ernüchternde Zahlen, die Peter Drausnigg, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart GmbH, und Friederike Gairing, Key Account Managerin Urbane Energiesysteme der Stadtwerke Stuttgart, dem Bezirksbeirat zum Stand des Energiekonzepts „Quartier Weilimdorf Süd“ vorstellten.

Noch im Frühjahr 2021 war das Projekt „energetische Sanierung Weilimdorf Süd“ (weilimdorf.de berichtete) euphorisch gestartet – nun kamen der Krieg von Russland gegen die Ukraine und die Energiekrise samt der Inflation dazwischen. Der Allheilträger „billiges russisches Gas“ als Lösung, den extremen Energiebedarfs des Stadtviertel „Weilimdorf Süd“ zu bändigen, ist abhanden gekommen.

Die Untersuchung  des Amt für Umweltschutz, Nahwärme bzw Erdgas für Weilimdorf-Süd als Teil des integrierten Quartierskonzepts 2019 mittel Kraft-Wärme-Kopplung aus Erdgas anzuwenden, ist in 2022 „krachend gescheitert“. Nun gilt es neue Wege zu denken und zu finden, so Drausnigg und Gairing vor den Bezirksbeiräten am 26. Oktober 2022.

Der Wärmebedarf der Häuser zwischen Solitudestraße und Pfaffenäcker, zwischen Pforzheimer Straße und B295 ist gigantisch: 42,2 Gigawatt, pro Jahr. Erschwerend kommt hinzu, dass einige Straßen im zentralen Bereich sogar gar keinen Anschluss an ein Leitungsnetz haben sondern noch mit Ölheizungen ausgestattet sind. Da eine Wärmewende heutzutage nur noch mit erneuerbaren Energien durchgeführt werden kann, aber zur Deckung von einem Bedarf über 42,2 Gigawatt mit z.B. Sonnenkollektoren 70 Fußballfelder, also rund 500.000 Quadratmeter, benötigt werden, deren Umsetzung und Bau gemeinhin mehr als 10 Jahre bräuchte und Stand heute rund 30 Millionen Euro kosten würde, andere Energiegewinnung noch mehr Fläche bräuchte (wie Biogas z.B. mit einer Bedarfsfläche von 1.000 Fußballfeldern), muss nun „alles zurück auf Null“. „wir beginnen sprichwörtlich von vorne“, so Drausnigg.

Da derzeit Photovoltaikanlagen wie Solaranlagen kostentechnisch explodieren sowie Lieferzeiten von teils mehreren Jahren haben, wird den Hausbesitzern, die bislang auf eine zuverlässige Studie und Unterstützung seitens der Stadt und Stadtwerke gewartet haben, nur eines übrig bleiben: Sanieren, sanieren – und sanieren mittels Wand- und Dachdämmung wie Austausch von Fensterflächen und Haustüren. Je nach Alter der Häuser sind hier Energieeinsparungen von rund 50 Prozent oder sogar mehr möglich. Dies ist Stand heute aber der aktuell einzig machbare Weg, um den Energiebedarf von über 42 Gigawatt im Jahr deutlich zu senken wenn nicht gar zu halbieren. Mit dem dann niedrigeren Bedarf könnte wieder über Luft-Wärme-Pumpen, Photovoltaik und Solarwärme nachgedacht werden.

Erdgas soll zwar mittelfristig durch „grünen Wasserstoff“ ersetzt werden, doch damit ist frühestens ab dem Jahr 2030 zu rechnen, so die nüchterne Einschätzung von Friederike Gairing und Peter Drausnigg.

Während die Reaktionen der Bezirkbeiräte grundsätzlich nur das Wort „ernüchternde Fakten“ und „ziemlich frustrierend“ enthielten, kritisierte Torsten Tusche von der Energieoffensive Weilimdorf (EOW) die Stadtwerke Stuttgart deutlich: „Sie sind ein Energiedienstleister. Ich vermisse die Dienstleistung bei ihnen. Auch einfach zu sagen, dass man Wärmepumpen einsetzen könne, ist zu kurz gedacht. Die gesetzlichen Bestimmungen sehen einen Mindestabstand von sieben Metern zum Nachbargrundstück vor. Dies ist im Quartier Weilimdorf Süd so gut wie nirgends gegeben!“ Peter Drausnigg sicherte der EOW wie dem Bezirksbeirat zu: „Wir bleiben dran!“.

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