bertram_waldbericht2010

Ein gutes Jahr mit kleinen Blessuren im Wald

Seit 2008 gehört der “Bericht zur Lage des Waldes um Weilimdorf” zum festen Bestandteil der Herbstsitzung des Bezirksbeirates. Revierleiter Rudolf Bertram (siehe Foto) zeigte mit einigen Eckpunkten die Entwicklung im Wald rund um Weilimdorf in 2010 auf: “Wir hatten ein gutes Jahr – mit kleinen Blessuren!”

“Wenn die Schwimmbadbetreuer jammern, freuts den Förster!” so Bertrams ernüchternde Feststellung zur Wetterentwicklung in “seinem” Forstrevier. Durch den langen Winter, die nur kurze Hitzeperiode und den sonst durchwachsenen Sommer gab es so gut wie kein Schadholz zum Einschlagen, aktuell beginnt der reguläre und geplante Holzeinschlag.

Herausragendes Ereignis in 2010 war die Sperrung des Fasanenwäldchens im Juli durch den Befall mit den Eichenprozessionsspinner. “Rund 600 Kilo Raupen haben wir dort abgesaugt, die Gesamtkosten bliefen sich auf rund 18.000 Euro.”, so Bertram vor den Bezirksbeiräten – und wies darauf hin, dass im Februar 2011 im Fasanenwald Baumproben entnommen werden um im kommenden Sommer keine Eichenprozessionsspinner-Plage erleben zu müssen: “Wenn wir in den Proben viele Eier finden, werden wir im April mit einem Hubschrauber den Fasanenwald mit für die Raupen schädlichen Bakterien einsprühen.” Sollte dies notwendig sein, wird die Bevölkerung von dieser Maßnahme über die Presse rechtzeitig informiert.

Schäden an den Waldwegen, insbesondere parallel zur Bergheimer Steige und an weiteren Waldwegen verursachte das abenteuerspielplatz’>weilimdorf.de berichtete bereits 2008 darüber). Diese Freizeitbeschäftigung mancher uneinsichtiger Bürger wächst sich langsam zur Plage für den Wald aus, sind die Radler doch inzwischen nicht nur auf den Hauptwegen unterwegs sondern auch auf Pfaden, Wildwechsel und im dichtesten Unterholz. “Wir sind bemüht Arbeitswege sofort nach einem Einschlag wieder zu verbarrikadieren, doch selbst Abstände von wenigen Stunden reichen schon die ersten Radspuren hier zu entdecken!” Ginge es nach Bertram persönlich, hätten alle Fahrräder ab sofort Kennzeichen und er könne damit endlich diesem Irrsinn im Wald Einhalt gebieten. Doch bis dahin sind ihm die Hände gebunden, dies wissen auch die “Waldschrabbler” und ignorieren ihr für Flora und Fauna schädigendes Verhalten. Feldschutz und Polizei kommen so gut wie nie in den Wald, die fehlende Personaldecke lässt grüßen. Bleibt nur der Aufruf nach Vernunft… doch die haben wohl viele der Mountainbiker bei ihren Touren daheim gelassen.

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