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Jahresrückblick 2011 von Bezirksvorsteherin Ulrike Zich

Liebe Leserinnen, liebe Leser, in 2011 haben die Weilimdorferinnen und Weilimdorfer sich wieder in zahlreichen Beteiligungsverfahren engagiert und damit aktiv an der Gestaltung ihrer Zukunft mitgewirkt.

So fand im Februar 2011, im Sitzungssaal des Bezirksrathauses, die Abschlussveranstaltung zur „Fahrradoffensive Weilimdorf“ statt. In Zusammenarbeit mit dem Radforum Stuttgart und dem ADFC hatten sich drei Themengruppen, aus interessierten Bürgerinnen und Bürgern, fast ein Jahr lang der Verbesserung des Radverkehrs im Stadtbezirk gewidmet. Die erarbeiteten Ergebnisse wurden dabei der Öffentlichkeit vorgestellt. Bei einem „Fahrradaktionstag“ am Samstag, 28. Mai 2011, stand Weilimdorf ganz im Zeichen des Fahrrades. Hierbei wurde auch die neue Weilimdorfer Fahrradkarte präsentiert, die im Bezirksrathaus erhältlich ist und den Radlerinnen und Radlern fünf Routen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade rund um Weilimdorf anbietet.

Im Zuge des Demographischen Wandels und der Entwicklungen im Gewerbegebiet wird sich der Stadtbezirk in naher Zukunft intensiver mit der Versorgung Weilimdorfs und der Zukunft des Gewerbegebiets beschäftigen müssen. Bis 2030 wird die Bevölkerung voraussichtlich um 1.600 Personen zurückgehen, was deutliche Auswirkungen auf die Kaufkraft, damit auf den örtlichen Einzelhandel und letztlich die Versorgungslage im Stadtbezirk hat.

Zur Aufwertung des Bereichs Löwen-Markt, Kiesbett (Restfläche des Stadtbahnausbaus Ecke Pforzheimer-/Solitudestraße), fanden bereits 2010, im Rahmen einer Bürgerbeteiligung, drei Workshops statt. Deren Ergebnisse, von der Verbesserung des Platzbelags bis hin zur Neuordnung der Verkehrsbeziehungen von Bus und U-Bahn und dem Einbau eines Kreisverkehrs an der Kreuzung Pforzheimer-/Solitude-/Rennstraße, wurden inzwischen von den städtischen Ämtern aufgearbeitet und dem Bezirksbeirat im Sommer vorgestellt. Zum Doppelhaushalt 2012/13 hat der Gemeinderat die Planungsmittel zur Umgestaltung des Platzes beschlossen.

Die vieldiskutierte Erhaltung des Ensembles Altes Rathaus / Altes Schulhaus, Ditzinger Straße 3 und 5, führte mittels eines neuen Nutzungskonzeptes zu einem Sanierungsmodell in drei Stufen, dessen Finanzierung der Gemeinderat zugestimmt hat. Die erste Stufe beläuft sich auf 789.000 €. Wünschenswert wäre, wenn es gelänge, Sanierungsteilabschnitte, die später dem Gemeinwesen zugute kommen, in ehrenamtlicher Arbeit auszuführen.

Der „Treffpunkt Pfaffenäcker“ soll, auf Wunsch des Bezirksbeirats, zum „Familienzentrum“ ausgebaut werden. Neben dem Projekt „Hausaufgaben und Betreuung“ wird dort, in Kooperation mit der Wolfbuschschule, ein Mittagstisch für Grundschüler angeboten. Außerdem bietet die Einrichtung Begegnungsangebote für Menschen aller Generationen und Nationalitäten. Die Idealvorstellung ist, hier mit der Bevölkerung ein Zentrum für das gesamte Quartier Pfaffenäcker zu entwickeln.

Im Stadtteil Giebel soll im März 2012 die Umgestaltung des Ernst-Reuter-Platzes mit dem offiziellen Spatenstich beginnen. Die Soziale Stadt Giebel plant mit dem Bürgerverein Giebel – Bergheim, die Fertigstellung des Platzes im Juni festlich zu begehen.
In der Mittenfeldstraße wird die marode Baracke „Kinder- und Jugendhaus Giebel“ durch einen Neubau mit viergruppiger Kindertageseinrichtung und einem Raum für das Gemeinwesen ersetzt. Hierfür wurde ein Architektenwettbewerb durchgeführt und der Siegerentwurf im vergangenen Mai der Öffentlichkeit präsentiert. Der Gemeinderat hat das Vorhaben mit 1,87 Mio € Baukosten beschlossen.
Zur Verbesserung der Ausstattung des Stadtbezirks mit Betreuungseinrichtungen für Kinder hat die Salvator Kirchengemeinde bereits ihre Einrichtung in Bergheim saniert und erweitert. Derzeit wird an der Einrichtung beim Gemeindehaus in Giebel für die Kleinsten gebaut.

Weilimdorf ist derzeit der Stadtbezirk mit der höchsten Anzahl an Kindern und Jugendlichen in Stuttgart. Es fehlen 244 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren, davon 151 allein im Weilimdorfer Zentrum. Auf dem bisherigen Parkplatz in der Thaerstraße soll eine 5-gruppige Tageseinrichtung für Kinder gebaut werden. Hierzu fand bereits vor Eintritt in das offizielle Planungsverfahren eine informelle Bürgerbeteiligung mit den Bewohnern des Gebietes statt, die u. a. interessante Vorschläge für eine künftige Parkierungsregelung für das Gebiet erbrachte. Diese wurden aufgegriffen und beim offiziellen Erörterungstermin zum Bebauungsplanverfahren am 27. Oktober von der Verwaltung mit vorgestellt. Der 750m² große zweigeschossige Bau bietet ca. 75 Kindern Platz.
Mit den diesjährigen Haushaltsplanberatungen wurde deutlich, wie wichtig dem Gemeinderat das Thema Bildung ist. Die Fortführung der Schulsanierungen ist gesichert und unsere Jugendfarm erhält ein neues Farmgebäude inkl. Küche.

Bei dem im April gestarteten Projekt „Netzwerke für alle Kinder“ geht es darum, die Chancen der Kinder und Jugendlichen in Weilimdorf zu verbessern. Dazu sollten die vorhandenen und erforderlichen Strukturen, für die Begleitung und Unterstützung von Kindern, auf ihre Tragfähigkeit hin überprüft und verbessert bzw. erweitert werden. Die Ergebnispräsentation fand am 24. November statt. Als besonders wichtig hat sich die Vernetzung zwischen haupt- und ehrenamtlich Tätigen herausgestellt. Diese soll in einem an das Modell der früheren Stadtteilrunden angelehnten „Runden Tisch – Kinder und Jugend“, der sich am 29. Februar konstituiert, ihre Fortsetzung finden. Außerdem wird an einem EDV-gestützten Informationssystem für die gesamte Bevölkerung gearbeitet.

Mit Beginn des neuen Jahres wird ein neuer Jugendrat gewählt. Die erfreulich hohe Zahl der Kandida-tinnen und Kandidaten ist ein gutes Zeichen für das Interesse der Jugendlichen an politischer Beteili-gung im Stadtbezirk. Auch der Stadtseniorenrat hat sich neu konstituiert. Die Delegierten unseres Stadtbezirks sind die Herren Werner Falkenberger und Wolfgang Nufer, deren Stellvertreter Frau Edeltraud Hollay und Herr Christoph Schmid. Sie sind Ansprechpartner für alle Fragen zum Älter-werden.

Der Verbesserung des Zusammenwirkens von Jung und Alt widmet sich in Weilimdorf Frau Karine Barbé als ehrenamtliche Demographielotsin. Ihre Aufgabe liegt besonders darin, zwischen den Einrichtungen im Stadtbezirk generationsübergreifende Kooperationen herzustellen.

Es bedarf nicht nur guter Ideen sondern auch guter Taten. Deshalb wurde in Weilimdorf seit November eine eigene Ehrenamtsbörse eingerichtet, bei der sich sowohl Menschen melden, die sich ehrenamt-lich engagieren möchten, als auch Einrichtungen, Organisationen und Vereine, die ehrenamtliche Unterstützung wünschen. Dadurch sollen die richtigen Partner im Gemeinwesen besser zueinander finden. Formulare liegen u. a. im Bezirksamt aus. Interessierte können sich auch direkt im Bezirksamt Weilimdorf, bei der Bürgerinformation im 1. OG, Zi. 102 oder über Poststelle.Weilimdorf@Stuttgart.de melden.

Von Max Raabe stammt der Text: „Bürgersinn halte ich für eine sehr gute Sache. Wir sind der Staat. Als Bürger eines Staates hat man die Verantwortung. Und zwar ausschließlich und allein. Die Politiker sind nur das Werkzeug, um den Willen der Bürger umzusetzen. Das, was der Apparat Staat nicht schafft, muss der Bürgersinn schaffen.“

33 Jahre hat der Bund der Selbständigen (BDS), der 2012 sein 100-jähriges Jubiläum feiern kann, den Weilimdorfer Weihnachtsmarkt mit großem Erfolg veranstaltet. 2011 hat sich der BDS aus personellen Gründen von dieser Aufgabe zurückgezogen. Doch konnte durch die schnelle Zusage des 2. Vorsit-zenden des Vereins Weilimdorfer Bürger und Organisationen e. V. (WBO), Herrn Bernd Klingler, und weiterer Helferinnen und Helfer, in Kooperation mit dem Bezirksamt und den dort eingesetzten Prakti-kantinnen, die erfolgreiche Fortführung des traditionellen Marktes sichergestellt werden. Ergänzend bot die „Aktionsgemeinschaft Weilimdorf am Fuße der Solitude“ ein für Kinder und Erwachsene anspruchsvolles Kulturprogramm in Tipizelten auf dem Löwen-Platz. So wird Weilimdorf auch weiterhin drei Weihnachtsmärkte verzeichnen, in Hausen, Giebel und auf dem Löwen-Markt.

Mit seinen sechs Stadtteilen lebt der Stadtbezirk von und mit den Aktivitäten und dem ehrenamtlichen Einsatz der Bevölkerung in Vereinen, Kirchen, Bürgergruppen, öffentlichen Einrichtungen und den Zusammenschlüssen der örtlichen Gewerbetreibenden. Dieses bürgerschaftliche Engagement, auf das wir ganz besonders stolz sind, spiegelt sich während des ganzen Jahres in einem außerordentlich attraktiven und vielfältigen Angebot wider. Zum diesjährigen Bürgerempfang waren deshalb wieder 50 ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger, mit Begleitung, in das Bezirksrathaus geladen. Frau Edeltraud John, Frau Helga Spieß, und Herr Fotios Pavlidis wurden mit der Ehrenmünze der Landeshauptstadt ausgezeichnet. Für 30-jährige Tätigkeit im Bezirksbeirat erhielten Frau Waltraud Illner und Herr Joachim Ludmann das Verdienstabzeichen des Städtetags Baden-Württemberg in Gold. Besonders geehrt wurde der Skatclub Pik-Bube zu seinem 50-jährigen Jubiläum und Herr Hermann Albrecht, Gründer des Vereins Kenya-Care, für sein Engagement für Kinder in Kenia. Allen Vereinen, Institutionen und Gruppen danke ich im Namen der ganzen Gemeinde für das große Engagement aller ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer zum Wohle unseres Gemeinwesens.

Informationen über die zahlreichen sportlichen und kulturellen Angebote im Stadtbezirk entnehmen Sie bitte dem Weilimdorfer Veranstaltungskalender. Zudem finden Sie Wissenswertes und Interessantes im Internet unter www.stuttgart.de/weilimdorf und www.weilimdorf.de.

Ich wünsche Ihnen, auch im Namen des Bezirksbeirats und der Verwaltung, für das Jahr 2012 von ganzem Herzen Gesundheit, Glück und persönliches Wohlergehen

Ihre

Ulrike Zich, Bezirksvorsteherin

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