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JobCenter Weilimdorf: komplexes Arbeitsumfeld für Weilimdorfer Arbeitssuchende

Wolfgang Breitkopf hat es wahrlich nicht leicht: Seit 2005 managt er nun im Bezirksamt Weilimdorf das Job-Center für den Stadtbezirk, doch sich permanent ändernde Rahmenbedingungen durch neue Gesetze und Urteile machen es dem Team nicht leicht, arbeitssuchende Menschen aus Weilimdorf wieder in Brot und Arbeit zu bringen. Letztlich ein statistisches Problem sorgt gar dafür, dass niemand genau weiss, wieviele Menschen eigentlich Hilfe brauchen. Da die Zahlen bislang nur für ganz Stuttgart ausgewertet werden, ist es Breitkopf nicht möglich, eine genaue Analyse für den Stadtbezirk Weilimdorf zusammenzustellen – denn diese Zahlen fallen in den Datenschutz. Letztlich schätzt Breitkopf am Mittwochabend, 13 Mai im Bezirksbeirat, dass zwischen 2.500 und 3.000 Menschen in der Betreuung des Job-Centers Weilimdorf sind.

Generell gilt auf Basis aller Zahlen aus der Landeshauptstadt, dass die globale Wirtschaftskrise in den letzten Wochen und Monaten sich an der unteren Schicht der Arbeiter und Arbeitssuchenden bemerkbar macht: von Dezember 2008 bis April 2009 erhöhte sich die Anzahl der Leistungsbezieher (ALG II) von 37.500 auf nunmehr 39.100, das sind 4 Prozent mehr. Den rasanten Anstieg der Hilfesuchenden erwartet Wolfgang Breitkopf allerdings erst für den Herbst 2009, wenn die Kündigungen und Kurzarbeiten dieser Wochen rechtsgültig werden.

Somit wird es um so schwerer, Langzeitarbeitslose und ALG II-Empfänger in einem sich verschlechternden Arbeitsmarkt unterzubringen. Allein in 2009 erhöhte sich auch der Zuschuss zum Lohn, um überhaupt lebenswert über die Runden zu kommen, um stolze 34 Prozent. Angesichts steigender Arbeitslosenzahlen werden im Durchschnitt von 100 “Fällen” effektiv nach einiger Zeit nur 8 bis 9 in den aktiven ersten Arbeitsmarkt zurückkehren (die genaue Quote liegt bei 8,7%). Ein ernüchterndes Ergebnis, doch letztlich muss gesehen werden, dass nur rund 30 Prozent aller ALG II Empfänger überhaupt vermittelbar sind, 30 % sind dauerarbeitssuchend, 30 % sind gar nicht vermittelbar (z.B. Kinder) und 10 % sind letztlich nur Ratsuchende, die auf dem Arbeitsmarkt chancenlos sind oder arbeitsunfähig.

Die Weilimdorfer Bezirksbeiräte waren der Thematik sehr angetan, versuchten durch Fragen an Wolfgang Breitkopf eine genauere Analyse zu erhalten, doch Breitkopf sind die Hände gebunden, fehlen Auswertungstools für Statistiken oder sind auch die Probleme mit den Lebensumstände der “Kunden” vielfach so breit gefächert und komplex, dass Einzelberatungen durchgeführt werden müssen, angefangen von der Schuldnerberatung bis hin zu Erziehungshilfen mit den Kindern.

Foto (Goede): Wolfgang Breitkopf vor dem Job-Center Weilimdorf im Erdgeschoss des Bezirksamtes.

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