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SOS-Hilferuf der Schulleiter: katastrophale Zustände in Weilimdorf

Einen eindringlicheren Hilferuf als den der Schulleiter Dr. Stegmüller (Solitude-Gymnasium, im Foto rechts), Siewert (Wolfbusch-Schule, im Foto mittig) und Weber (Realschule, im Foto vorne) kann es kaum geben: Mehr als erschreckend sind die Zustände in den weiterführenden Schulen Weilimdorfs, die in manchen Räumen noch so eingerichtet sind, wie zum Erstbezug. Und der ist bei der Wolfbuschschule immerhin schon 1936 gewesen. Bei manchen Räumen mag man eher nur noch von Ruinen sprechen:

– Sanitäre Einrichtungen, die wie in der Realschule seit 50 Jahren (damals “Neubau”) nicht renoviert wurden, 11 Jahre Zeit ließ sich das Schulamt bislang hier auch für den Austausch einer defekten Fensterscheibe, Schäden im Mauerwerk werden verputzt aber nicht frisch getüncht;

– marode Teppiche im Gymnasium, die seit der Einweihung vor 35 Jahren nicht erneuert wurden, Fenster, die mehrere Millimeter breite Spalten haben und so die Heizluft im Winterhalbjahr die Umwelt statt der Schulräume heizt;

– Parkett in der Wolfbuschschule aus dem Jahr 1936, dessen Auswechseln dringend notwendig ist, da es wegen der (giftigen) Inhaltsstoffe eigentlich Sondermüll ist, vom Dach fallen Ziegel, die notdürftig mit einem Fangnetz die Schüler vor dem Erschlagen bewahren, ein Neubau, der Risse zeigt, dessen Verglasung die Schüler an heißen Sommertagen im wahrsten Sinne des Wortes “zum kochen” bringt;

Dies nur wenige Eckpunkte einer langen Liste der Schulleiter, die am Mittwochabend dem entsetzten Weilimdorfer Bezirksbeirat präsentiert wurde. Die aufgrund der PISA-Studien ergangenen neuen Lehrpläne für weiterführende Schulen lassen sich in Weilimdorf kaum umsetzen, da die entsprechenden Räume und Materialien fehlen oder gar nicht angeschafft werden können weil kein Geld zur Verfügung steht. Es kommt alles nur einem Flickwerk und Kompromissen gleich, effizienter Unterricht nach dem Vorgaben des Kultusministeriums ist in Weilimdorf derzeit undenkbar.

Auch im Rahmen der verläßlichen Grundschule rufen die Schulleiter Siewert (Wolfbusch-Schule) und Müller-Zastrau (Montessori-GS-Hausen) um Hilfe: es fehlt an Räumlichkeiten wie Personal, die 160 bzw. 110 Schüler in der Zeit von 07.30 bis 14 Uhr betreuen zu können. Das Jugendamt schreibt Gruppengrößen von maximal 20 Kindern vor, doch die Realität sind eher 25. In der Wolfbuschschule müssen im Winter 60 Kinder in einem 60 Quadratmeter großen Raum beaufsichtigt werden. Im Sommer war es bislang möglich, gruppenweise auch das Außengelände zu nutzen, nun wird es eng.

Der Bildungs- wie Betreuungsnotstand in Weilimdorf ist nicht von der Hand zu weisen. Die Bezirksbeiräte forderten daher die Schulleiter auf, die Schäden zu dokumentieren und tiefgehende Listen zu erstellen, auch plant der Bezirksbeirat Ortsbegehungen, zu denen auch das Schulverwaltungsamt eingeladen werden soll. Wie nun allerdings die erforderlichen Mittel für die desolaten Schulgebäude schnellstmöglichst in den Haushalt der Landeshauptstadt aufgenommen werden sollen, konnten die Bezirksbeiräte auch nicht sagen. Nur mit Umschichtungen oder Krediten (“Neuverschuldung”) ist diese Misere auch nicht in den Griff zu bekommen. Es handelt sich hier eher um ein grundsätzliches Problem, das nur durch radikale Änderungen zu bewältigen ist. Aber wenigstens hat die Landeshauptstadt nun ein schickes Fußballstadion. Vielleicht sollte zumindest der Sport-Unterricht dorthin ausgelagert werden….?

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