ABC lernen ist nicht für alle Schüler dasselbe

(TOM/RED) Die Vector Stiftung mit Sitz in Weilimdorf hat das Betty-Hirschmann-Schulzentum bei der Ausstattung eines Punktschriftraums unterstützt.

Während die meisten ABC-Schützen sich in den kommenden Wochen zum ersten Mal mit Schwungübungen beschäftigen, ihren Namen zeichnen und erste Buchstaben lernen, werden einige Erstklässler des Betty-Hirsch-Schulzentrums lernen, Punkte zu erspüren und deren Anordnung zu erkennen. Denn viele von ihnen sind blind und lernen die Braille-Schrift. Dies erfordert zunächst eine detaillierte Schulung der Tastfähigkeiten und auch das Erlernen des Umgangs mit sogenannten assistiven Technologien, wie der Braillezeile am PC.

Der Lernprozess für die Punktschrift ist zeit- und übungsintensiver als das Erlernen der sogenannten „Schwarzschrift“ für sehende Menschen. Tastspiele oder Rätselangebote spielen eine wichtige Rolle. Ebenso unterstützen Materialien, Spie­le und Tastbücher das Lernen. Die Motivation zum Erlernen von Schrift wird durch das gemeinsame Lesen und Ertasten erweckt.
Dank der Unterstützung der Vector Stiftung konnte die Nikolauspflege für das Betty- Hirsch-Schulzentrum in Stuttgart einen „Punktschrift-Raum“ mit den erforderlichen Medien einrichten. Kennengelernt haben sich beide über das Stiftungsnetzwerk Region Stuttgart. Dieser Zusammenschluss von Stiftungen aus Stuttgart und der Region sowie von Freunden des Stiftungswesens geht gemeinsam gesellschaftlich relevante Themen an und fördert innovative Projekte. „Es ist wunderbar, wie das Stiftungsnetzwerk es ermöglicht, einander kennen zu lernen und Dinge gemeinsam auf den Weg zu bringen“, sagt Anne Reichmann, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Nikolauspflege. „Wir freuen uns, wenn wir die Belange blinder und sehbehinderter Menschen sichtbarer machen können. Und wir teilen gerne unser Wissen, unsere barrierefreien Räumlichkeiten und tragen zur Vernetzung bei.“

Im Stiftungsnetzwerk sind 170 Stiftungen und Förderer zusammengeschlossen. In vier aktiven Arbeitskreisen treten die Stiftungen gemeinsam in Aktion. So finanzieren im Arbeitskreis Bildungschancen rund 17 Stiftungen gemeinsame Projekte in Höhe von 1,3 Millionen Euro. Der Arbeitskreis Bildungschancen setzt sich für die Verbesserung von Bildungschancen sozial benachteiligter Kinder ein. Denn: Nur mit Bildung besteht für Kinder und Jugendliche eine echte Zukunftschance. Wenn sie die Chance auf einen Schulabschluss und eine Ausbildung bekommen, haben sie eine Perspektive auf ein selbstbestimmtes und glückliches Leben“, so Edith Wolf, ehrenamtliche Vorständin des Stiftungsnetzwerks und Vorständin der Vector Stiftung.

Mit den verschiedenen analogen und digitalen Medien können Schülerinnen und Schüler die Punktschrift erlernen und ihre Kenntnisse und Fähigkeiten stetig erweitern und festigen. Sie können Tastmemories, Punktschriftmaschinen, Braillezeilen und Punktschriftdrucker niederschwellig ausprobieren. Ganz in Ruhe kann jedes Kind mit Hilfe der Lehrkraft herausfinden, welche mediale Unterstützung individuell hilfreich sein kann. „Wir sind der Vector Stiftung sehr dankbar. Diese Ausstattung war ein großer Wunsch von uns“, sagt Simone Zaiser, die Leiterin des Betty-Hirsch-Schulzentrums. „So können wir jedes Kind individuell fördern und das Erlernen der Punktschrift noch besser ermöglichen.“

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