Soziale Stadt Giebel - Aufhebung Satzung BB 17.11.21

Bezirksbeirat stimmt Aufhebung der Satzung des Sanierungsgebietes “Soziale Stadt Giebel” zu

(RED) 15 Jahre lang war die “Soziale Stadt Giebel” im Bezirksbeirat Weilimdorf Jahr für Jahr ein ständiger Begleiter. Damit ist es nun vorbei: die Sanierung des Giebel ist abgeschlossen, das Gremium gab der Aufhebung der Satzung des Sanierungsgebietes statt.

Erstmals vorgestellt wurde das Sanierungsvorhaben dem Bezirksbeirat im November 2006, exakt 15 Jahre später wurde es nun abschließend vorgestellt – das Gremium stimmte der Beschlussvorlage für den Gemeinderat einstimmig zu. In der Summe wurden für das Projekt rund 6,7 Millionen Euro von Bund, Land und Stadt zur Verfügung gestellt – die Gelder bis auf wenige übrig gebliebene Euro auch investiert: 6,4 Millionen Euro kamen aus dem Bund-Länder-Programm “Soziale Stadt”, 65.000 Euro aus dem Verfügungsfond der Stadt Stuttgart, sowie weitere 229.785 Euro aus Finanztöpfen für Modellvorhaben (u.a. für den Stadtteilservice, den Ausbildungspakt und das Haus der Begegnung).

Martina de la Rosa vom Amt 61, Stadtplanung und und Wohnen der Landeshauptstadt Stuttgart, ließ am Abend des 17. November 2021 die verschiedenen Projekte dieser Zeit nochmals Revue passieren. Angefangen mit dem Überblick über das ursprüngliche Sanierungsgebiet des Jahres 2006 (nur Teile des Giebel) und das 2013 erweiterte Sanierungsgebiet (der gesamte Giebel). Insgesamt war das Gebiet 37,2 Hektar groß.

Einweihung Ernst-Reuter-Platz im Giebel
Abschlussfest der “Sozialen Stadt Giebel” am 22. Juni 2019. Foto: Archiv weilimdorf.de

Im Laufe der Jahre wurden Projekte angegangen – und umgesetzt – wie die Umgestaltung des Spielplatz Mittenfeldstraße, die Um- wie Neugestaltung des Kröten- und Lurchweg, als auch der Mittenfeldstraße, die Umgestaltung der Einmündung der Rappachstraße in die Engelbergstraße mit dem Fahrradstreifen, die Komplettsanierung und Neugestaltung des Ernst-Reuter-Platz (mit dem Abschlussfest am 22. Juni 2019, weilimdorf.de berichtete), der Abbruch und Neubau des Kinder- und Juigendhaus (jetzt “Giebelhaus” mit dem Familienzentrum), Einrichtung der Naturbeobachtungsstelle am Schnatzgraben, die Neugestaltung der Verbindungswege im Grünzug Nord und Süd (weilimdorf.de berichtete), aber auch die Umgestaltung der Gehwege rund um das Jugendhaus. Auch die Nahversorgung wurde verbessert: der alte Getränkemarkt an der Ecke Giebelstraße mit Mittenfeldstraße durch einen modernen Aldi-Supermarkt ersetzt.

Auch kulturell wurde vieles neu in die Wege geleitet – und hat vielfach noch Bestand, wenn auch Corona in 2020 und 2021 einige Angebote (hoffentlich nur vorübergehend) zum Erliegen gebracht hat.

So wurde u.a. ein Bürgerverein ins Leben gerufen, es gibt am Ernst-Reuter-Platz einen Bücherschrank und Schaukästen für Vereine und Parteien, für die Jugendlichen wurde eine “Jugendecke” in Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus eingerichtet, der “Weinumtrunk” jedes Jahr im September – ausgerichtet von den Gewerbetreibenden am Platz – erfreute sich (bis Corona) großer Beliebtheit. Auch der Weihnachtsmarkt auf dem Ernst-Reuter-Platz fand viel Anklang, wie auch das Apfelfest für Kinder- und Jugendliche an der Naturbeobachtungsstelle jeden Herbst.

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Aktionstag “Gesundheit”, Foto: Archiv weilimdorf.de

Für die Seniorengeneration wurde der jährliche Aktionstag “Gesundheit” ins Leben gerufen, ebenso die Aktion “Sauberer Giebel”, der Bürgerverein bot ein immer gut besuchtes Bürgerfrühstück mit Brunch an. Eingerichtet wurden auch die Angebote des “Mittagstisch” im Wohncafe und im Haus der Begegnung. Zentrale Anlaufstelle war über alle Jahre hinweg das “Stadtteilbüro von Weeber & Partner, das all die Angebote und Arbeiten umfassend koordinierte.

Bereits vor Corona “eingeschlafen” ist allerdings die “Kulturnacht im Giebel”. Was von den anderen kulturellen Angeboten nach Ende der Pandemie eine Fortsetzung erfahren wird, wird allerdings erst die Zukunft zeigen.

Abriß vieler Wohngebäude - wie hier am Lurchweg 2013. Foto: Archiv weilimdorf.de
Abriß vieler Wohngebäude – wie hier am Lurchweg 2013. Foto: Archiv weilimdorf.de

Mit das größte (optische) “Plus” ist aber die Sanierung der Wohngebäude im Stadtteil Giebel. Über die Jahre hinweg wurden – in Abstimmung mit sechs Eigentümern bzw. Wohnbaugesellschaften – im Molch- und Lurchweg, aber auch an der Mittenfeldstraße immerhin 14 rundum veraltete und nicht sanierungsfähige Mehrfamilienhäuser aus den 1950er und 1960er Jahren abgerissen, einige aber auch kernsaniert bzw. aufgestockt. Die Abrissarbeiten allein verschlungen rund eine Million Euro. So wurden insgesamt rund 960 Wohnungen modernisiert oder durch Nachverdichtung neu geschaffen. Insgesamt ergab sich ein Plus von 166 zusätzlichen Wohnungen.

Bezirksvorsteherin Ulrike Zich und Martina de la Rosa stellten abschließend fest, dass die Arbeit “nicht vergebens” war, vieles angest0ßen wurde, was auch heute noch Bestand hat. So war es den Bezirksbeiräten am Ende selbstverständlich, dem Antrag der Stadtverwaltung, das Projekt auch politisch abzuschließen, ohne Gegenstimme zuzustimmen.

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