Festgottesdienst zum 40jährigen Jubiläum der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde

Festgottesdienst zum 40jährigen Jubiläum der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde

(RED) Bis in die 1950er Jahre war der „Pfaffenäcker“ noch eine „grüne Wiese“ mit Streuobstwiesen und (Pfaffen-)Ackerflächen. Es folgte ab den 1960er Jahren die Aufsiedelung des Weilimdorfer Stadtteils – und mit der schnell wachsenden Anzahl der Menschen kamen auch die Kirchen – neben der Methodistischen Kirche, die Mormonen sowie die katholische Kirche mit St. Theresia – und auch die evangelische Oswaldkirchengemeinde wurde präsent.

So kaufte die Oswaldgemeinde im Laufe der Jahre an der heutigen Wormser Straße ein paar Grundstücke auf – das anfängliche „Holzkirchle“ mit der „Predigstelle Ost” war 1960 das erste Standbein im „Pfaffenäcker“, welche bereits zwei Jahre später den Namen „Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde“ erhielt. 1980 war die „Trasse“ der Mainzer Straße noch eine Schotterpiste – doch rasch ging es mit der Aufsiedelung in den 1980er Jahren voran. Und so wurde nur 15 Monate nach dem Spatenstich am 26. Februar 1984 das heute noch stehende Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindezentrum eingeweiht. 1989 wurde die „Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde“ in die Eigenständigkeit aus der Oswaldgemeinde „entlassen“.

Festgottesdienst zum 40jährigen Jubiläum der Dietrich-Bonhoeffer-GemeindeMit einem Festgottesdienst wurde nun am Sonntag, 3. März 2024, der Start in das Jubiläumsjahr der Gemeinde gefeiert, der mit Musikstücken des Posaunenchor im Innenhof des Gemeindezentrums „eingeläutet“ wurde – denn das Gemeindezentrum verfügt bekanntlich über keinen Kirchturm und damit über keine Kirchenglocken.

Festgottesdienst zum 40jährigen Jubiläum der Dietrich-Bonhoeffer-GemeindePfarrerin Dorothea Kik führte die zahlreichen Besucher aus Weilimdorf, zu dem auch viele ehemalige Mitarbeitende hinzugekommen waren, durch den Gottesdienst, der musikalisch umrahmt wurde vom Flötenkreis und der Dietrich-Bonhoeffer-Band. Die Predigt wurde vom Kirchengemeinderat der Gemeinde ausgestaltet – und gab meditative Denkanstöße zu den sieben Worten auf der Fassade des Gemeindezentrums: Begegnung, Wertschätzung, Toleranz, Gemeinschaft, Vertrauen, Auftanken und Zuversicht.

Festgottesdienst zum 40jährigen Jubiläum der Dietrich-Bonhoeffer-GemeindeDem Festgottesdienst schlossen sich lebendige Erinnerungen „in Bild und Ton“ der Zeitzeugen Günther Schlecht, Eva Popp und Helga Grieb an. Der KGR-Vorsitzende Thomas Großer musste eingangs zwar schmunzelnd mit den Tücken der Ton-Technik kämpfen, doch die Erinnerungen und Anekdoten der Videobeiträge der Zeitzeugen waren die Wartezeit wert, in denen es um die einst so geliebte „Holzkirche“ ging, sowie die Entwicklung des eigenen „Spirit“ der „Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde“, basierend auf den Visionen und dem praktischen Handeln des Namensgeber Dietrich Bonhoeffer, der als Theologe dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus ein Gesicht gegeben hat (Bonhoeffer wurde am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg hingerichtet).

Festgottesdienst zum 40jährigen Jubiläum der Dietrich-Bonhoeffer-GemeindeGrußworte folgten den Berichten der Zeitzeugen von Bezirksvorsteher Julian Schahl, der auf Bonhoeffer verwies, der in der dunkelsten Zeit Deutschlands als herausragender Theologe mit an der Ausrichtung der Kirche nach dem Nationalsozialismus wirkte: „Dieses Gemeindezentrum wurde ein Ort der Solidarität, ein Ort der Hoffnung, für Trost und gemeinsame Freude“.

Festgottesdienst zum 40jährigen Jubiläum der Dietrich-Bonhoeffer-GemeindePfarrer Matthias Hambücher von der katholischen St. Theresia Gemeinde verwies auf seinen lange Jahrzehnte in Weilimdorf wirkenden Vorgänger Hanns Schäfer, der schon gleich zu Beginn seiner Dienstzeit feststellen musste, dass auch St. Theresia keinen eigenen Glockenturm habe. Hambücher zeigte auch auf, wie wichtig die Arbeit der Kirchen in den Pfafffenäckern ist: „Nicht nur St. Theresia entstand im Zuge der Aufsiedlung, auch – die inzwischen nicht mehr vorhandene – methodistische Gemeinde und die Mormonen fanden neben der Bonhoeffer-Gemeinde hier ihr Zuhause.“ Die Ökumene wurde 1988 vertieft, als in gemeinsamer Trägerschaft die Mobile Jugendarbeit aus der Taufe gehoben wurde, gemeinsam wurde aktiv der neue Stadtteil Pfaffenäcker mitgestaltet. „In unserer katholischen und evangelischen Kirche stehen jetzt große Veränderungen an. Ein wenig vermisse ich heute den damaligen Mut zu einem neuen Aufbruch. Miteinander sollten wir die neuen Wege gemeinsam in die Zukunft gehen!“, so Hambücher abschließend. 

Festgottesdienst zum 40jährigen Jubiläum der Dietrich-Bonhoeffer-GemeindePfarrer Dr. André Bohnet als geschäftsführender Pfarrer der Evangelischen Gesamtkirche Weilimdorf betonte in seinem Grußwort, dass ihm bei seinem Dienstantritt in Weilimdorf im Jahr 2022 der offene und entgegenkommende Charakter des Bonhoeffer-Gemeindezentrum auffiel: „Man fühlte sich hier gleich direkt willkommen. Jeder darf hier mit Fragen und Nöten kommen, die Bonhoeffer-Gemeinde ist eine bunte blühende Blume in unserer Gesamtkirchengemeinde.“ Im Zuge des weiteren Zusammenwachsens der evangelischen Kirchen in Weilimdorf soll eben dieses besondere bunte Profil mit prägend in in der neuen Gesamtkirchengemeinde sein, so Bohnet.

Festgottesdienst zum 40jährigen Jubiläum der Dietrich-Bonhoeffer-GemeindeDer Sonntag wurde beschlossen mit einer im gesamten Gemeindezentrum aushängenden Bilderausstellung zu mehr als 40 Jahren Leben der Gemeinde. Neben schwarz-weißen Fotos der Anfangszeit zeigen bunte Bilder der Gegenwart die Entwicklung und das vielfältige Gemeindeleben auf. Bei einem herzhaften Ständerling kam man bei der Betrachtung der Ausstellung gemeinsam ins Gespräch.

Im Laufe des Jubiläumsjahres der Bonhoeffer Gemeinde sind viele weitere Angebote vorgesehen, wie z.B. das clowneske Stück „Frau Seibold auf der Suche nach Gott“ mit der Clownin und Theologin Gisela Matthiae am 20. April 2024, oder auch das Sommerfest zum Gemeindejubiläum am 23. Juni 2024, zu dem eingeladen wird. Weitere Programmpunkte finden sich auch auf der Webseite der Gemeinde auf www.db-weilimdorf.de unter “Aktuell“. 

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