Gefahrgut LSU Motorstraße Copyright Andreas Rometsch

Jeder Topf findet seinen Deckel…,…notfalls mit Blaulicht und Horn

(ARO) Mit dieser Binsenweisheit könnte man den heutigen Gefahrgut-Einsatz der Feuerwehr im Weilimdorfer Industriegebiet umschreiben.

Gegen 12:30 Uhr alarmierte die Integrierte Leitstelle Stuttgart die Freiwillige Feuerwehr Weilimdorf, den Löschzug der Berufsfeuerwehr aus Feuerbach und ein Sonderfahrzeug zur Schadstoffmessung in die Motorstraße zu einer dort ansässigen Spedition.

Gefahrgut LSU Motorstraße Copyright Andreas RometschIm Gebäude war an einem IBC-Container, der 32%ige Salzsäure enthielt, der Schraubdeckel beschädigt und undicht geworden. Der stark ätzende Gefahrstoff war zwar nicht ausgetreten, es bestand jedoch die Gefahr, dass dies beim weiteren Transport des Behälters geschehen würde.

Die Mitarbeiter hatten das Gebäude bereits vorbildlich geräumt, so dass sich die Erstmaßnahmen der Feuerwehr auf das Absperren des Gefahrenbereichs beschränken konnten.

Während versucht wurde einen passenden Ersatzdeckel zu organisieren, errichtete die Weilemer Wehr zusammen mit ihren Feuerbacher Kollegen einen Dekontaminationsplatz. Dieser wurde benötigt, um die Einsatzkräfte, die den Deckel austauschen würden, nach getaner Arbeit zu reinigen.

Gefahrgut LSU Motorstraße Copyright Andreas RometschNachdem bei einem Entsorgungsbetrieb in Bad Cannstatt ein passender Verschlussdeckel gefunden wurde, übernahm ein Streifenwagen der Stuttgarter Polizei den Transport und brachte ihn mit Sondersignal nach Weilimdorf.

Dort rüsteten sich inzwischen zwei Trupps der Berufsfeuerwehr mit Chemikalienschutzanzügen aus.

Diese hochresistenten Anzüge schützen ihre Träger vor (fast) allen Chemikalien, egal ob Säure oder Lauge. Da sie hermetisch vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten werden, sind die Einsatzkräfte im Inneren des Anzugs hohen psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt. Die Einsatzdauer beträgt daher gewöhnlich auch nur etwa 15 Minuten.

Gefahrgut LSU Motorstraße Copyright Andreas RometschWeitere Kräfte der Weilimdorfer Wehr fuhren währenddessen mit dem Gerätewagen-Transport nach Feuerbach, um weitere Gerätschaften an die Einsatzstelle zu transportieren.

Nachdem beide Trupps vollständig ausgerüstet waren, ging der eine mit dem inzwischen eingetroffenen Ersatzdeckel ins Gebäudeinnere vor. Dort tauschten die beiden Feuerwehrangehörigen die beiden Deckel aus und verbrachten den beschädigten ins Freie.

Nachdem eine Kontrolle ergab, dass die beiden vor Ort eingesetzten Kräfte nicht mit der Salzsäure in Kontakt gekommen waren, konnten diese aus den schweißtreibenden Schutzanzügen „befreit“ werden.

Während bei der Feuerwehr die Aufräumarbeiten begannen, konnten die Beschäftigten der Spedition wieder gefahrlos ihre Arbeit Gefahrgut LSU Motorstraße Copyright Andreas Rometschaufnehmen.

Als abschließende Maßnahme wurde die Einsatzstelle von der Feuerwehr wieder an den Betreiber übergeben, die ehren- und hauptamtlichen Brandschützer konnten einrücken.

 

Bilder: Andreas Rometsch

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