Zweimal Alarm während der Hauptversammlung

(tom) Bei der Jahreshauptversammlung der Freiwillige Feuerwehr Weilimdorf standen neben den Berichten auch zahlreiche Beförderungen und Ehrungen auf der Tagesordnung. Eine Besonderheit war, dass die Kameraden während der Versammlung gleich zweimal alarmiert wurden.

Bei der diesjährigen Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Weilimdorf gab es gleich zwei Unterbrechungen – wegen “Alarm”. Noch vor dem Beginn des offiziellen Teils der Sitzung, beim gemeinsamen Essen, ging der Alarm zum ersten Mal los. Grund dafür war ein Küchenbrand in Giebel, der zum Glück schnell gelöscht werden konnte. Als die Kameradinnen und Kameraden dann wieder ins Feuerwehrhaus zurückgekehrt waren, eröffnete Abteilungskommandant Patrick Schöffner den offiziellen Teil zu dem er die stellvertretende Bezirksvorsteherin Vanessa Theiß, den neuen Leiter der Feuerwache 4 Andreas Reeh, Steffen Schilling als Vertreter des Stadtfeuerwehrverbandes sowie weitere Gäste aus den Reihen der Branddirektion begrüßen konnte. Der zweite Einsatz folgte übrignens später im Industriegebiet. Der erwies sich glücklicherweise als Fehlalarm.

Eingangs seines Berichts hielt Schöffner fest, dass die Einladung fristgerecht erfolgt sei und keine Anträge zur Änderung der Tagesordnung bei ihm eingegangen sind.
Die Feuerwehr Weilimdorf habe aktuell 104 Mitglieder, hielt Schöffner weiter fest. In der Einsatzabteilung sind 68 Feuerwehrleute aktiv, 21 Mitglieder sind in der Jugendfeuerwehr und 15 Kameraden in der Altersabteilung. „Besonders stolz sind wir auf unsere ausgezeichnete Jugendarbeit, die über mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnte für die Generierung des Nachwuchses sorgt“, so der Kommandant. Tasächlich stammen über 40 Prozent der aktiven Mitglieder aus der eigenen Jugendabteilung. Im vergangenen Jahr habe man in der Einsatzabteilung sechs Neuzugänge verzeichnen können, drei davon aus der eigenen Jugenfeuerwehr. Einige Kameraden habe man aufgrund von Wohnortwechseln, etc. leider verabschieden müssen.

Einsätze habe es im vergangenen Jahr exakt 156 gegeben, hielt der Kommandant weiter fest. Dabei sei die Wehr mit einem großen Spektum an Einsatzszenarien konfrontiert worden – von Bränden oder Verkehrsunfällen bis hin zum Gefahrstoffunfall oder der medizinsichen Erstversorgung. Im Zusammenhang mit den Einsätzen hob der Kommandant positiv hervor, dass die Feuerwehr Weilimdorf eine tagesalarmsichere und schlagkräftige Wehr sei. Zu jeder Tages- und Nachtzeit könne mindestens der Kurzzug bestehend aus dem Zugführerfahrzeug, einem Löschfahrzeug und der Drehleiter besetzt werden. In 90 Prozent der Fälle könne ein Ausrücken des gesamten Löschzuges gewährleistet werden. „Somit leisten wir im äußersten Norden Stuttgarts einen wichtigen Beitrag getreu dem SSV Prinzip – schneller, spezieller und vor allem verstärkend.“

Umso mehr tue der Weilimdorfer Wehr die im Entwurfsstadium befindliche Dienstanweisung der Ersatzfahrzeugregelung weh. Tatsächlich sei man bereits mit dem Abzug der Drehleiter im Übungs- und Einsatzdienst oft eingeschränkt. Nun drohe auch noch der Abzug des HLF10. Das HLF10 Baujahr 2011 sei nicht nur für den Ausfall gleichwertiger HLFs der Freiwilligen Feuerwehren vorgesehen, sondern auch als Ersatzfahrzeug für die HLF-A und B der Berufsfeuerwehr. Andere Freiwillige Feuerwehren mit einer Drehleiter am Standort betreffe diese Regelung nicht, da sie über ältere Hilfeleistungslöschfahrzeuge verfügen, die nicht als Ersatz für die HLFs der Berufsfeuerwehr herangezogen werden. „Dies ist für uns in Weilimdorf ein klarer Nachteil, da wir davon ausgehen müssen, dass unser HLF10 deutlich öfter abgezogen wird. Im Falle eines Abzugs kommt es zu massiven negativen Auswirkungen im Übungs- und Einsatzdienst bis hin zu der Frage, ob ein Übungsdienst mit nur einem HLF bei so einer großen Wehr, wie wir es sind, überhaupt sinnvoll aufrechterhalten werden kann“, machte Schöffner die Problematik deutlich.

Zum Thema Übungsbetrieb berichtete der Kommandant, dass im vergangenen Jahr für die Mitglieder der Einsatzabteilung insgesamt 39 Übungen und zahlreiche Fahrerschulungen angeboten wurden. 19 Mitglieder haben zudem die verschiedensten Lehrgänge besucht. Ein Highlight sei dabei sicher die Heißausbildung im I.F.R.T. gewesen. Auch die Führungskräfte der Feuerwehr Weilimdorf haben an Forbildungen teilgenommen.

Nicht unerwähnt ließ Schöffner, dass die Wehr im vergangenen Jahr vollständig mit Digitalfunkmeldeempfängern ausgestattet wurde. Anfang diesen Jahres habe die Aktive Wehr zudem eine neue Brandschutzkleidung erhalten. Und es gab auch zwei mediale Highlights. Einmal das Interview von Birgit Unger, zusammen mit Carsten Ohsberger, verantwortlich für die Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehr, bei der Landesschau und die Filmarbeiten im Rahmen der Dokureihe „Feuerwache 4 – Alarm in Stuttgart“.

Nicht unerwähnt in seinem Bericht ließ Schöffner auch Aktivitäten, wie die Bewirtung des Weilemer Herbstes, die Mithilfe beim Aufstellen der Holzütten für den Weihnachtsmarkt oder die Tage der offenen Tür Ende Juni. Und auch die kameradschaftlichen Aktivitäten wie der Jahresausflug, die Skiausfahrt oder der Besuch bei der Partnerfeuerwehr im österreichischen Amstetten fanden Erwähnung im Bericht des Kommandanten.

Abschließend dankte Schöffner seinen Stellvertretern Heiko Schroff und Tobias Weber für die gute Zusammenarbeit und allen Kameradinnen und Kameraden für ihr Engagement und ihren unermüdlichen Einsatz.

Jugendleiter Matthias Weber berichtete anschließend über die Aktivitäten des Feuerwehrnachwuchses im vergangenen Jahr. Weber nannte hier die Teilnahme am Cleanup Day genauso wie das Zeltlager der Jugendfeuerwehr Stuttgart, die Mithilfe bei den Tagen der offenen Tür oder den Erste Hilfe-Kurs in Zusammenarbeit mit dem Jugendrotkreuz Feuerbach. Die 20 Mitglieder des Feuerwehrnachwuchses hätten im vergangenen Jahr 18 Übungen absolviert, bei denen unter anderem auch die Entnahme von Löschwasser aus offenen Gewässern auf dem Programm stand.

Tanja Weichert berichtete von der Arbeit der Brandschutzerziehung, die im vergangenen Jahr vier Kindergärten bezüglich den Gefahren und dem richtigen Verhalten bei einem Brand geschult hat. Außerdem seien eine Schulklasse und zwei Waldheimgruppen bei der Feuerwehr zu Besuch gewesen. Insgesamt sei das Team 115 Stunden in Sachen Brandschutzerziehung im Einsatz gewesen und habe dafür teilweise extra frei genommen. „

Den Bericht der Altersabteilung übernahm deren Leiter Peter Schwenkkraus. Die Kameraden der Altersabteilung hätten sich zu zahlreichen Aktivitäten getroffen. Stammtischabende, Nachmittage mit Kaffee und Kuchen, ein Sommerfest oder der Ausflug gemeinsam mit der Aktiven Abteilung standen genauso auf dem Programm wie die Mithilfe bei den Tagen der offenen Tür.

Vom Sportbeauftragte Christian Breuer erfuhren die Anwesenden, dass im vergangenen Jahr zahlreich Kameraden am Lebenslauf in Ditzingen und beim Silvesterlauf in Weilimdorf dabei waren . Drei Kameraden haben das Deutsche Sportabzeichen und vier Kameraden das Deutsche Feuerwehr Fitnessabzeichen abgelegt. Darüber hinaus hat ein Kamerad das Rettungsschwimmerabzeichen abgelegt und ein Teilnehmer aus Weilimdorf war bei der Firefighter Combat Challenge dabei. Abschließend lud Breuer alle ausdrücklich ein, beim donnerstäglichen Dienstsport oder beim Functional-Fitness-Training, das stadtweit für die Freiwilligen Feuerwehren angeboten wird, mitzumachen.

Kassier Jürgen Staiger verwies, wie schon im vergangenen Jahr, in seinem Bericht darauf, dass die Feuerwehr inzwischen Umsatzsteuer abführen müsse. Das habe die Kassenführung deutlich verkompliziert, weil jetzt Monatsabschlüsse und ein Jahresabschluss gemacht werden müsse, die jeweils vom Kassier und dem Kommandanten abzuzeichnen sind. Nach dem anschließenden Bericht der Kassenprüfer wurde der Kassier von der Versammlung einstimmig entlastet und Christian Ulzer anschließend als neuer Kassenprüfer gewählt.

Beförderungen
Befördert wurden in diesem Jahr zum Feuerwehrmann Benjamin Wetzel, zum Oberfeuerwehrmann Steffen Frodermann, Tamo Guhlke, Marcel Kobold, Christian Ulzer, Daniel Vajda und Tobias Voss, zum Löschmeister Denis Juric und Yannik Staiger, zum Oberlöschmeister Andreas Mader und Joachim Schön sowie zum Oberbrandmeister Steffen Vogt und Tobias Weber.

Ehrungen
Ehrungen gab es in diesem Jahr natürlich auch einige und zwar sowohl durch die Stadt als auch durch das Land. Für zehn Jahre Mitgliedschaft in der Aktiven Wehr erhielten Daniel Rommel und Martin Tränkle die Floriansmedaille der Stadt in Bronze, für 20 Jahre Mitgliedschaft in der Aktiven Wehr Patrick Schöffner und Oliver Benzinger die Flo­riansmedaille in Silber sowie für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Aktiven Wehr Jürgen Vielhauer die Floriansmedaille in Gold in besonderer Ausführung. Mit dem Feuerwehrehrenzeichen des Landes wurde für 15 Jahre Zugehörigkeit zur Feuerwehr Birgit Unger geehrt und Uwe Stemmer erhielt für 40 Jahre Mitgliedschaft von der Weilimdorfer Wehr eine besondere Auszeichnung.

Andreas Reeh berichtete in seinem Grußwort von diversen Renovierungsarbeiten, die in der Feuerwache 4 anstehen und auch davon, dass ein Gerätewagen Hygiene für alle Wehren angeschafft werden soll, damit die Einsatzkleidung zukünftig direkt am Einsatzort gewechselt werden kann. Zum Schluss seiner Ausführungen dankte er den Feuerwehrleuten im Namen der Branddirektion für ihren Einsatz und wünschte ihnen, dass sie immer gesund von ihren Einsätzen zurückkommen. Steffen Schilling schloss sich dem Dank an. Und er bedankte sich bei den Weilimdorfer Kameraden auch dafür, dass einige aus ihren Reihen bereit seien, im Stadtfeuerwehrverband Verantwortung zu übernehmen. „Das ist nicht selbstverständlich“, so Schilling

Ein großes Dankeschön gab es von der stellvertretenden Bezirksvorsteherin Vanessa Theiß. „Ihr seid Männer und Frauen der Tat und immer bereit der Bevölkerung zu helfen.“ Sie bat die Feuerwehrleute darum, diesen Dank auch an ihre Angehörigen weiterzutragen und wünschte ebenfalls allen, dass sie immer gesund von ihren Einsätzen zurückkommen.

Das Schlusswort hatte Kommandant Schöffner und der wies noch auf die Veranstaltungen in diesem Jahr hin, angefangen bei der Bewirtung des Maifests der Firma Dachtler am 5. Mai über den Besuch der Partnerwehr in Haundorf am 12. Mai, die Bewirtung des Apfelfest auf dem Obsthof Hörnle am 6. Oktober bis zur Großübung mit der Freiwilligen Feuerwehr Botnang am 23. Oktober und die Tage der offenen Tür am 5. und 6. Juli 2025. (tom)

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