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Geisterrad im Giebel

(ARO) Seit Freitag, dem 9. Oktober 2020, steht an einem Beleuchtungsmast an der Kreuzung Engelberg-/Rappachstraße ein komplett weiß lackiertes Fahrrad. Das Fahrrad, ein sogenanntes Geisterrad, auch Ghost Bike genannt, ist sowohl Mahnmal als auch Erinnerung.

Erinnern soll das Ghost Bike an einen 72-jährigen Radfahrer, der am 8.9.2020 bei einem Unfall mit einem Pkw schwer verletzt wurde und diesen Verletzungen leider am 16.9.2020 in einem Krankenhaus erlag. Der Verstorbene war damit der dritte tödlich verunglückte Radfahrer dieses Jahr in Stuttgart, weilimdorf.de berichtete.

Mahnen soll das Geisterrad zum einen alle Verkehrsteilnehmer gegenseitig aufeinander Rücksicht zu nehmen, aber auch die Stadt, dass sie gefährliche Kreuzungen wie diese entschärft und für ein gefahrloses Miteinander im Verkehr sorgt. Ghost Bikes kommen, wie der Name schon vermuten lässt, aus den USA, dort gibt es diese Mahnmale seit etwa 20 Jahren. In Deutschland wurde das erste Geisterrad 2009 in Berlin durch den ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) aufgestellt.

Die Trauerfahrt für den tödlich verunglückten Fahrradfahrer im Giebel wurde von der Initiative Zweirat Stuttgart organisiert, ein Zusammenschluss Stuttgarter Radfahrer, die unter anderem für die Verbesserung der Sicherheit von Velofahrern im Straßenverkehr eintreten.

Die im Stuttgarter Westen gestartete Trauerfahrt führte über die Innenstadt und Feuerbach an die Kreuzung Rappach- / Engelbergstraße. Michael Zöllner, Mitglied von Zweirat Stuttgart, gedachte in einer Gedenkrede dem tödlich Verunglückten und erinnerte daran, dass Radfahrer gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer sind, dies aber so von Auto- und Motorradfahrern oft nicht wahrgenommen wird. Neben seinem Appell für ein respektvolles Miteinander im Straßenverkehr richtete er seine Worte auch an die Verantwortlichen der Stadt, die Straßen und Kreuzungen für Radfahrer sicherer zu gestalten.

Das Geisterrad wird bis auf weiteres an dieser Stelle verbleiben, um an den Verstorbenen zu erinnern und auf die Gefahren des Straßenverkehrs hinzuweisen.

Fotos: Andreas Rometsch

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