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Weilimdorfer Sudetendeutsche feierten Jubiläum

Die Sudetendeutsche Landsmannschaft Weilimdorf feiert in diesem Jahr ihr 70-jähriges Jubiläum. Dazu fanden sich die Weilimdorfer Sudetendeutschen zu einer Feier im „Haus der Begegnung“ in Stuttgart-Giebel zusammen, zu der Obfrau Waltraud Illner als besonderen Gast die Weilimdorfer Bezirksvorsteherin Ulrike Zich begrüßen konnte. Für die musikalische Umrahmung des Nachmittags, sorgte „d`Weilis Blosmusik“ unter der Leitung von Patrick Böhringer, die den zahlreichen Jubiläumsgästen böhmische Blasmusik präsentierte.

Es war im Jahre 1948, als Karl Neumann die meist in Behelfsunterkünften einquartierten Sudetendeutsche in Weilimdorf zu einer Gemeinschaft zusammenführte und die Ortsgruppe Weilimdorf der Sudetendeutschen Landsmannschaft gründete. Obfrau Waltraud Illner, die seit 2011 die 70-jährige Ortsgruppe leitet, erinnerte in ihrer Begrüßung an einige Höhepunkte der Geschichte der Sudetendeutschen Landsmannschaft Weilimdorf und würdigte das Engagement der Ortsgruppe zur Pflege und zum Erhalt des kulturellen Erbes der Sudetendeutschen. So verzeichnete die neue Gemeinschaft aus Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland Anfang der 50er Jahre durch die Neubausiedlungen in Stuttgart-Giebel, Bergheim und der Landsiedlung einen starken Zuwachs an Mitgliedern. 1975 übernahm Ernst Merkl als Obmann den Vorsitz der Ortsgruppe und führte sie mit großem Engagement über drei Jahrzehnte erfolgreich durch die Zeit. Besonders hervor, hob die Obfrau auch den Einsatz der „Singgruppe“ der Weilimdorfer Sudetendeutschen, die unter der Leitung von Liesbeth Kasper über 30 Jahre die Erntedankfeste sowie die Muttertags-, Advents-und Weihnachtsfeiern der Ortsgruppe musikalisch begleitete, bis der kleine Chor altersbedingt zwischen 2008 und 2010 aufgelöst werden musste. Natürlich erinnerte Illner auch an die zahlreichen Reisen und Ausflüge der Landsmannschaft der vergangenen Jahrzehnte und vergaß dabei auch nicht den „Sudetenfasching“ zu erwähnen, der einstmals ein fester Posten im Weilimdorfer Veranstaltungskalender gewesen war.

Bezirksvorsteherin Ulrike Zich gratulierte den Sudetendeutschen in Weilimdorf zu ihrem Fest und erinnerte dabei an das Schicksal der Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg, als sie im zerstörten Deutschland eine neue Heimat finden mussten. Zugleich machte Ulrike Zich aber auch deutlich, dass die Heimatvertriebenen mit ihrer Aufbauleistung einen großen Anteil an der Entwicklung Deutschlands hätten und der Wohlstand hierzulande auch ein Verdienst der Heimatvertriebenen sei. Die Weilimdorfer Bezirksvorsteherin bedankte sich in diesem Zusammenhang auch bei den Sudetendeutschen in Weilimdorf für ihren kulturellen Beitrag, den sie schon seit Jahrzehnten mit ihren Veranstaltungen für den Stadtbezirk erbringen und gab der Landsmannschaft mit auf den Weg, dass sie über das Erreichte stolz sein dürften.

Ehrenlandesobmann Dr. Werner Nowak, der ebenso zu den Gästen der Jubiläumsveranstaltung zählte, erinnerte abschließend noch an die Leistung der einheimischen Bevölkerung, die damals aufgrund der Wohnungsnot und der damit erlassenen Wohnungszwangbewirtschaftung, Heimatvertriebene aufnehmen mussten und machte deutlich, dass es die Volksgruppe der Sudetendeutschen in den Geschichtsbüchern immer geben werde.

Text/Fotos: Helmut Heisig

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