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Flüchtingskreis zieht positive Bilanz für 2016

Bei seiner achten Vollversammlung zog der Flüchtlingskreis Weilimdorf eine positive Bilanz für das Jahr 2016. Die Arbeitsgruppen sind aktiv, der Stand am Weihnachtsmarkt am 1. Advent ein voller Erfolg.

Werner Bossert, Sprecher des Flüchtlingskreises, begrüßte bei der Vollversammlung als “Newcomer” zum einen Anna Stano, Ehrenamtskoordinatorin der Diakonie Stuttgart und zuständig für die Dekanate Zuffenhausen mit Bad Cannnstatt, sowie Matthias Hambücher, Pfarrer u.a. in Weilimdorf für die katholischen Kirchen wie St. Theresia – aber auch für Giebel, Bergheim und Hausen in Zusammenarbeit mit der Salvatorgemeinde. Ebenso stellte sich Klaus Huzel vor: er ist Lehrer für die Anfänger- und Fortgeschrittenen Klassen der Flüchtlinge am Solitude-Gymnasium. Er betreut mit einem Lehrerteam rund 30 Jugendliche im Alter zwischen 11 und 17 Jahren, von denen 19 in der Fortgeschrittenen-Klasse sind und gute Chancen haben voraussichtlich zum Schuljahr 2017/18 in den regulären Schulbetrieb des Gymnasiums überzuwechseln – ein “B2-Niveau” bei den deutschen Sprachkenntnissen vorausgesetzt.

Ein sehr großer Erfolg war für den Flüchtlingskreis und die beteiligten Flüchtlinge der Stand am diesjährigen Weihnachtsmarkt, an dem Bastelarbeiten sowie eine afghanische Suppe angeboten wurden. Insgesamt kamen rund 1.500 Euro an Einnahmen aus den Verkäufen zusammen – eine Summe mit der man nicht gerechnet habe. Werner Bossert dankte hier sehr für das Engagement von Claudia Kobold, die die Aktion organisiert und geleitet hat.

Ebenso ein Erfolg war das Begegnungsfest am 3. Oktober 2016 in der Lindenbachhalle, zu dem mehr Weilimdorfer gekommen sind als erwartet.

Ihre Ausbildung als “Botschafter der Flüchtlinge” schließen noch diese Woche elf Flüchtlinge ab. Sie werden anschließend den Flüchtlingskreis bei der Arbeit unterstützen. Für das Zertifikat waren 12 Fortbildungen notwendig – Bossert rechnet damit dass alle elf Flüchtlinge die Abschlussprüfung bestehen werden.

Die Kleiderkammer des Flüchtlingskreises wird mit Beginn der Sanierung des “Historischen Ensemble” die Räumlichkeiten an der Oswaldkirche im Alten Schulhaus verlassen müssen. Da keine alternativen kostenfreien Räumlichkeiten zur Verfügung stehen und die Suche erfolglos blieb, wird es voraussichtlich im Mai 2017 einen Räumungsverkauf geben, die verbliebenen Waren dem Fairkauf in Feuerbach übergeben. Ein “Sozialkaufhaus” in Weilimdorf ist wegen fehlender Rechtsform des Flüchtlingskreises und mangels Finanzmittel wie Personal und Räumlichkeiten nicht machbar.

In der Sprachschulung sind derzeit 34 ehrenamtliche Helfer tätig, davon immerhin auch acht Männer. Sie bieten auch Hausaufgabenbetreuung wie grundlegende Alphabetisierung an. Die Reisachschule unterstützt diese Angebote bereits, die übrigen Schulen in Weilimdorf mangels ausreichend Helfern noch nicht ausreichend eingebunden.

Die Fahrradwerkstatt, anfangs im Jugendhaus an der Haltestelle Wolfbusch untergebracht, hat inzwischen die Räumlichkeiten im Kalhieb bezogen. Mehr als 120 Fahrräder wurden bereits an die Flüchtlinge übergeben. Derzeit ist das Fahrrad-Spendenaufkommen höher als die Ausgabe: der kalte Herbst lockt die Flüchtlinge nicht unbedingt auf den Sattel, auch ist die Lage der Fahrradwerkstatt nicht mehr so einfach erreichbar. Der Flüchtlingskreis ist jedoch der SWSG dankbar, die die Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung stellt.

Stephan Gier, Kassenverwalter des Flüchtlingskreises, zog ebenfalls eine positive Bilanz: Die Spenden flossen nicht nur in 2015, sondern auch in 2016 reichlich – wenngleich das Spendenaufkommen in den letzten Monaten erheblich nachgelassen hat. Langfristig ist das für die Arbeit des Flüchtlingskreises allerdings “suboptimal”, weshalb Gier dazu aufruft, mehr im Freundes- und Bekanntkreis für Spenden an den Flüchtlingskreis zu werben.

Erfolgreiche Projekte des Flüchtlingskreises sind u.a. der offene Kunst-Workshop “Glimpses of my Life, Augenblicke meines Lebens” mit den Flüchtlingen. Er wird erstmals am 10. Dezember um 11 Uhr am Flüchtlingsheim an der Solitudestraße in Erscheinung treten mit der Re-Animierung der ungenutzten Plakatsäule: die Zeichnung “Die Rose” von Hamed Azizi (Afghanistan), von Michi Meier als Plakatmotiv bearbeitet und von der Gruppe kuratiert und betitelt.

Seit Wochen wird der Flüchtlingskreis von den Kindern in den Flüchtlingsheimen bereits gefragt, wann endlich der Weihnachtsmann kommt – die im Dezember 2015 erfolgreiche Aktion soll baldmöglichst im Dezember wiederholt werden.

Ein WLAN-Angebot wird der Flüchtlingskreis in den Flüchtlingsheimen nicht anbieten, die Kosten der Infrastruktur sind zu hoch, die erwarteten Bandbreiten für die voraussichtliche Nutzung zu gering. Während an der Solitudestraße Dank LTE-Mast der Telekom direkt gegenüber ausreichend mobiles Internet zur Verfügung steht, ist dies in der Steinröhre nicht der Fall. Hier zeigen die Mobiltelefone bestenfalls 3G an. Hier ist der Flüchtlingskreis an der Ausarbeitung einer zufriedenstellenden Lösung für die Bandbreite.

Im Anschluss an die Vollversammlung gab es bei Häppchen und Getränken ausreichend Gelegenheit sich untereinander über die Arbeit in den Gruppen – aber auch privat auszutauschen und der Füllung der Nikolausstiefel in der Nacht entgegen zu fiebern.

Mehr zur Arbeit des Flüchtlingskreis Weilimdorf auch auf dessen Webseite.

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