Neues Heimatblatt erschienen: Die Durlehausiedlung

(EJ) Die DURLEHAU-Siedlung, das erste geplante Baugebiet am Siedlungsrand Weil im Dorfs – östlich des (heute) Alten Friedhofs – blickt auf eine 100-jährige Siedlungs-Geschichte zurück.

FORUM übergibt Unterschriften für ein BÜRGERHAUS in Weilimdorf

(EJ) Am Dienstag, den 19.11. 2019 überreichten, in Anwesenheit der Weilimdorfer Bezirksvorsteherin Ulrike Zich, die Vorstände des Forums Weilimdorf, Edeltraud John und Joachim Schwarz, den Betreuungsstadträten für Weilimdorf die seit dem Stadtfest 2018 gesammelten Unterschriften für ein Bürgerhaus mit einem Veranstaltungssaal für 250 Gäste mit ansprechendem Ambiente und moderner Veranstaltungstechnik.

Gabriel Munk (Grüne), Philipp Hill (CDU), sowie Michael Schrade (Freie Wähler) und die ebenfalls anwesenden Bezirksbeiräte waren sich einig, dass der Ordner mit fast 1500 Unterschriften nicht im Stuttgarter Rathaus, sondern auf dem Bezirksrathaus „gehütet“ werden sollte. Weitere Unterschriftenlisten können dort noch abgegeben werden.

Seit Jahrzehnten wünschen sich die Weilimdorfer ein Bürgerhaus: Einen Ort, der genug Raum bietet für Kultur, Bildung und soziales Miteinander. Viele Vereine und Initiativen benötigen dringend ein hervorragend ausgestattetes Haus, um ihre wertvolle Arbeit für den Stadtbezirk fortsetzen zu können.

Bereits 2006, bei der „Zukunftsoffensive Weilimdorf“, kristallisierte sich dieser Wunsch heraus und mündete schließlich 2010 in die Gründung des gemeinnützigen Vereins „Forum Weilimdorf“, der als Sprachrohr der Bürger in Bezug auf das Bürgerhaus agiert. Mit vielen Aktionen und Teilnahme bei jedem Bürgerhaushalt und letztlich der Unterschriftensammlung sollte der Wunsch nach einem Bürgerhaus in der Politik Gehör finden.

Nach einstimmiger Unterstützung durch den Bezirksbeirat, den Jugendrat und des Vereins „Weilimdorfer Bürger und Organisationen e.V.“ (WBO), geht diese Forderung nun erneut über die Betreuungsstadträte an den Stuttgarter Gemeinderat mit der Bitte um nachdrückliche Unterstützung bei der Erfüllung des Wunsches der Weilimdorfer.

Jetzt sollten dringend Projektplanungsmittel bereitgestellt werden. Im Rahmen der „Entwicklung des Gebiets westlich der Solitudestraße“ mit der Neugestaltung des sogenannten früheren „Walz-Geländes“, also des Gebiets vom Jugendhaus bis zur Haltestelle Bergheimer Hof, bietet der Bereich der ehemaligen Geschäftsstelle des SGW die beste Möglichkeit für eine Realisierung eines Bürgerhauses mit Veranstaltungssaal in absehbarer Zeit: Das Grundstück ist bereits im städtischen Besitz. Die beantragten Mittel könnten also relativ schnell eingesetzt werden.

Die Vorstände des Forums bedankten sich bei allen Anwesenden und drückten die Hoffnung aus, dass den Weilimdorfern bald eine konkrete Planung vorgestellt werden kann.

Foto (v.l.n.r.): Mark Dürr (BZBR/AfD), Edeltraud John (FORUM)), Michael Schrade (Stadtrat FW), Gabriele Munk (Stadträtin Grüne), Ulrike Zich (Bezirksvorsteherin Weilimdorf), Joachim Schwarz (FORUM), Jürgen Raiser (BZBR FW), Gisela Knäpple. Stadtrat Philipp Hill (CDU) ist wegen eines Anschlusstermins im Gruppenbild nicht abgebildet.

Neue Ausstellung in der Heimatstube startet am 03. November 2019

(EJ) Der Weilimdorfer Heimatkreis startet in seiner Heimatstube ab 03. November 2019 in der Ditzinger Straße 7 seine neue Ausstellung “Weil im Dorf vor 100 Jahren: Die Zwanziger Jahre”.

Es werden nach der Matinée am 03. November 2019 drei verschiedene Führungen angeboten:

– STARKE FRAUEN ( Frau Schultheiß PAULA DREHER , HEBAMME Helene Ludmann u.a.)

– KINDHEIT – JUGEND – FREIE ZEIT (Schüle/Kindergarten, Schule, Konfirmation, Lehre, „in Stellung“, Vereinsleben )

– DORF im WANDEL – Wichtige EREIGNISSE (1926 Straßenbahn, 1929 Gemeindevereinigung mit Feuerbach)

Anmeldungen zu den Führungen (max. 16 Gäste pro Führung) nach dem 03. November 2019 direkt bei Edeltraud John, edel.john@t-online.de oder 0711- 886905 (Zeiten können individuell festgelegt werden).

Wie die Straßenbahn nach Weilimdorf kam

(EJ) Zum 25. Mal luden die Veranstalter (Bezirksamt Weilimdorf, Naturfreunde, das Forum, Weilimdorfer Heimatkreis) zum Literarischen Spaziergang ein. Mit dem Thema “Wie die Straßenbahn nach Weilimdorf kam” stieß dieser Spazierweg bei über 60 Bürgerinnen und Bürgern auf Interesse.

Unter der Führung des ehemaligen Chefplaners der Stuttgarter Straßenbahnen AG Christoph Schmid, konnten die Gäste erfahren, wie schwierig es war, bis endlich Weil im Dorf einen Anschluss an das Stuttgarter Straßenbahnnetz erhielt. Christoph Schmid betrachtete im Wesentlichen den Zeitraum von 1832 bis 1926. Die Idee zum Bau und Betrieb einer Straßenbahn hat seinen Ursprung in New York mit einer Pferdeeisenbahn zwischen Manhattan und Brooklyn.

In Europa wurde diese Idee fortgesetzt und zwar in Paris bei den Vorbereitungen zur Weltausstellung 1889. Davon begeisterte sich der Unternehmer Georg Schöttle, bewandert als Architekt, Zulieferer von Baugeräten, so sehr, dass er bei der Regierung eine Genehmigung beantragte, für eine Strecke von seinem Wohnort in Berg bis zum Archiv am Charlottenplatz. Die Strecke war 3,3 km lang. Sie wurde am 28.07.1868 eröffnet als SPE (Stuttgarter Pferdeeisenbahn) und gilt als Geburtstag der Stuttgarter Straßenbahnen AG.

Launige Verse zum jeweiligen Thema, vorgetragen von Christoph Schmid, trugen dazu bei, dass von so vielen Fakten niemand ermüdete. In den Jahren bis 1895 war es stets die zunehmende Zahl der Fahrgäste, die den Ausbau des Straßenbahnnetzes mit neuen Linien forderte. Die Stuttgarter Topographie erschwerte allerdings die Pferdebetriebe, trotz des konkurrierenden Betriebs mit der “Neuen Stuttgarter Straßenbahn” (NSS). Auf der Suche nach anderen Antriebstechniken wurde in 1891 bis 1895 das gesamte Netz auf elektrischen Antrieb umgestellt. Umliegende Gemeinden bekundeten ebenfalls den Wunsch zum Anschluss an das Stuttgarter Netz. Die parallel im Bau befindliche Württembergische Schwarzwaldbahn von Stuttgart nach Calw war für eine kleinzellige Erschließung nur bedingt geeignet, so dass das Straßenbahnnetz unter dem Begriff “Vorortbahn” expandierte, unter anderem mit der Strecke von Cannstatt über den Pragsattel nach Feuerbach am 01.08.1905.

Laufende Bemühungen der im Verkehrsschatten liegenden Gemeinden Weil im Dorf und Gerlingen zum Anschluss an die Vorortbahn an der Endhaltestelle Feuerbach, hatten – trotz vieler Streitigkeiten – schließlich Erfolg: Bau und Betrieb der Verlängerung von Feuerbach nach Weil im Dorf und Gerlingen wurde am 28.03.1914 genehmigt. Der Ausbruch des 1. WK am 28.07.1914 verhinderte allerdings die praktische Umsetzung.

Bedenken der betroffenen Akteure führten zur Erkenntnis, insbesondere Dank des vorbildlichen Oberbürgermeisters von Feuerbach, Wilhelm Geiger, zur Planung einer eigenen Straßenbahnstrecke, der Geburtsstunde der “Städtischen Straßenbahn Feuerbach” (SSF). Erste Baumaßnahmen begannen nach Kriegsende am 28.01.1926, obwohl die Genehmigung erst im Juni 1926 erteilt worden war. Unstimmigkeiten unter den Beteiligten wurden ausgeräumt durch die Aufspaltung der Strecke in Weilimdorf am Löwenplatz. Die Fahrt Richtung Gerlingen erfolgte über die Solitudestraße und die Fahrt in Richtung des damaligen Zentrums Weilimdorf (Altes Rathaus) durch die Glemsgaustraße – damals hieß sie Hauptstraße. Die Endhaltestelle in der Ortsmitte lag an der Gaststätte Adler, aber mit der Option zur Fortsetzung nach Ditzingen. Im Eiltempo erfolgte im Jahr 1926 der Bau, die Fahrzeugbestellung, Abstellung und das Personal, so dass tatsächlich am 30.12.1926 mit großer Feier bei winterlicher Kälte die Probefahrt mit den Honoratioren durchgeführt werden konnte.

Die Eröffnung der Straßenbahn war auch eine Unterstützung im Bemühen um eine Eingemeindung von Weilimdorf nach Feuerbach, die am 27.11.1928 durch ein Gesetz beschlossen wurde. Vier Monate nach Hitlers Machtergreifung zum 01.01.1933 wurde Feuerbach mit Weilimdorf allerdings zwangsweise nach Stuttgart eingemeindet. Im Jahre 1938 ist die Haltestelle am Löwenplatz baulich erweitert worden und dabei, der Abzweig zum Rathaus stillgelegt worden.

Eine Straßenbahn in der alten Ortsmitte gab es also nur 12 Jahre lang. Gibt der geplante Halt im Stadtteil Hausen Hoffnung auf eine Verlängerung nach Ditzingen? Die Option einer Verlängerung nach Ditzingen, nimmt Schmid zum Anlass für einen Blick in die Zukunft. An Hand eines Plans der SSB erläutert er die geplante Strecke zum geplanten Stadtbahnbetriebshof an der Grenze zum Gewerbegebiet Ditzingen-Ost und die Endhaltestelle der Stadtbahnliníe U13 im Stadtteil Hausen.

So könnte die Stadtbahn bis in das Ditzinger Gewerbegebiet und gar bis zur Verknüpfung des Bahnhofs Ditzingen verlängert werden. Christoph Schmid ist überzeugt, dass zum 100- jährigem Jubiläum der Straßenbahn nach Weilimdorf ebenso die Neubaustrecke nach Hausen im Jahr 2026 eröffnet werden kann. Die Vorbereitungen dazu sind im Gange.

Mit viel Beifall bedankten sich die nun gut informierte und gut unterhaltene Gäste bei Christoph Schmid.

21. Literarischer Spaziergang führte durch den Neuen Friedhof in Weilimdorf

(CS) Am 26. Oktober 2018, einem der letzten sonnigen Herbsttage, interessierten sich wiederum mehr als 30 Bürgerinnen und Bürger aus Weilimdorf für den Spaziergang durch den Neuen Friedhof.

Am unteren Eingang in der Köstlinstraße ging es mit lyrischen Versen und geschichtlichen Erläuterungen von Christoph Schmid zunächst zum Ehren- und Mahnmal für die Kriegstoten der beiden Weltkriege. Hier wird jährlich zum Volkstrauertag, nach der Gedenkfeier vom Volksbund „Deutsche Kriegsgräberfürsorge“, ein Kranz niedergelegt und das Lied „Der gute Kamerad“ gespielt. Dieses Lied wurde in der Zeit der Nationalsozialisten missbraucht zu einer – vom Volkstrauertag zum Heldengedenktag – mutierten Verherrlichung der 1935 wieder eingeführten Wehrpflicht. Dem stellte Christoph Schmid das Lied von Udo Lindenberg gegenüber „Wozu sind Kriege dar?“ – eine Anregung, wie künftig die musikalische Umrahmung bei der Kranzniederlegung gestaltet werden könnte. Udo Lindenberg, der sich mit Hermann Hesse verbunden fühlt, ist Initiator einer Stiftung zur Förderung junger Musiker und Texter, „um neue Wege gegen das Mitmarschieren in der Masse zu suchen, provokant zu schreiben und sich nicht anzupassen“, wie Lindenberg sagt.

Nur wenige Schritte weiter, besuchte die Gruppe das Grab von Fritz Bäzner, dem Weilimdorfer Schultes (Bezirksvorsteher) von 1979 bis 1989, zu dessen Amtszeit wichtige und oft strittige Vorhaben in Weilimdorf geplant und realisiert worden sind. Dabei war Bäzner außerordentlich beliebt ob seiner menschlichen Wärme, und es werden gerne allerlei lustige Anekdoten von und über ihn erzählt.

Ein besonderes Erlebnis war beim Spaziergang der Besuch der Feierhalle, wo Schmid das Gedicht „Hoffnung“ von Friedrich Schiller rezitierte. Begleitet wurde die Gruppe dieses Mal von Friedhofsaufseher Sven Prelle, der vielerlei Fragen zu den verschieden Bestattungsarten beantworten konnte, vor allem auch die steigende Nachfrage nach Baum – und neuerdings Wiesengräbern.

Zum Abschluss des Nachmittags, es dämmerte bereits, führte der Spazierweg noch zur ersten Grabstätte von Rosa Mohr vom August 1961 mit einem von der Stadt gestifteten Grabmal. Das Grab steht unter Denkmalschutz.

Die Trauerhalle, wie auch alle anderen Gebäude und die gesamte Anlage sind im August 1971 mit dem Paul-Bonatz-Preis ausgezeichnet. Die Bürgerinnen und Bürger Weilimdorfs sind stolz auf ihren Neuen Friedhof, einen der schönsten Stuttgarts. Kein Wunder, dass die Anlage immer wieder auch zum Spaziergehen genossen wird.

Einladung vom WEILIMDORFER HEIMATKREIS zur LICHTKARZ

(EJ) Die bekannte Märchenerzählerin und Autorin ULRIKE KRAWCZYK stell ihr neues Buch bei der Lichtkarz vor: Auch in diesem Jahr lädt der Heimatkreis zur Lichtkarz ein, und zwar am Samstag, 10. November 2018 und voraussichtlich am Samstag, 26. Januar 2019 – jeweils um 17:00 Uhr – in der Heimatstube im Dachstock des Alten Pfarrhauses in der Ditzinger Str. 7.

Leider ist kein Aufzug vorhanden. In der Tradition war die Lichtkarz ein beliebter Treff zwischen Martini und Maria Lichtmess. In warmen privaten Stuben traf man sich zum Spinnen und Handarbeiten, zum Geschichten erzählen und zum “Schwätzen”. Die Veranstaltung musste von der Obrigkeit allerdings genehmigt werden, die Regeln des Anstandes und der Moral mussten eingehalten werden! Ansonsten wurden Strafen vom Kirchenkonvent verhängt…

Der Heimatkreis ist erfreut, dass Ulrike Krawczyk zur Lichtkarz ihr neues Buch vorstellt:

“MÄRCHEN von SPEIS und TRANK”

“…Essen und Trinken ist ein Grundbedürfnis des Menschen…Man genießt mit Familie, Freunden und Gästen die gemeinsame Mahlzeit…Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Tatsächlich essen auch in Märchen die Helden selten alleine. Das sind eher die Gegenspieler, die durch ihren Geiz verbittert und ohne Freu(n)de leben.

Davon erzählen die Märchen. Aber ebenso von wundersamen Mitteln, die auf Wunsch ein Schlaraffenland auf Tisch und Teller zaubern, von magischen Speisen und zauberhaften Wandlungen, von gewitzten Helden, hungrigen Hunden und schlauen Mäusen.” Die Zuhörer tauchen mit der erfahrenen Erzählerin in die Welt der Märchen ein!

Sammlung von Unterschriften gestartet

Der Kulturkreis Weilimdorf, die Naturfreunde, das Forum und der Weilimdorfer Heimatkreis sind beim Stadtfest mit einem gemeinsamen Stand vertreten. Die beteiligten Vereine wünschen- möglichst bald- ein BÜRGERHAUS im Zentrum von Weilimdorf mit großem Kultursaal. Darüber werden die Bürger am Stand beim Stadtfest informiert.

Außerdem liegen am Stadtfest Listen für Unterschriften aus. Diese Unterschriftenlisten werden ab sofort auch von anderen Vereinen angeboten, die ebenfalls einen entsprechenden Raumbedarf haben, bzw. ein BÜRGERHAUS für Weilimdorf wünschen.

Bitte, nehmen Sie an der Unterschriften-Aktion für ein Bürgerhaus mit großem Veranstaltungssaal teil! DANKESCHÖN!

Heimatstube ab 24. Juni 2018 nur noch auf Terminvereinbarung geöffnet

Ab 24. Juni 2018 ist die HEIMATSTUBE des Weilimdorfer Heimatkreises im Alten Pfarrhaus nicht mehr regelmäßig samstags geöffnet. Es kann nun aber jederzeit ein Wunschtermin vereinbart werden, auch Führungen für Gruppen sind flexibel möglich!

Der Heimatkreis beteiligt sich auch am Kinder – Ferienprogramm.

Weitere Infos finden Sie auch auf der Webseite des Heimatkreises.

Feier an der Grabstelle von Karl Blanz

In froher Runde mit frischem Gesang von der Chorvereinigung und ihrem Dirigenten Manuel Töws, fand die Feier zu Ehren von “Karles Karle” am 29.Mai 2018 auf dem Alten Friedhof statt. Die Vorsitzende Rose Blanz begrüßte alle Anwesenden und erläuterte, inwiefern Karl Blanz (1880 – 1954) als Vorstand im Singchor des Turnvereins (bis 1934) die heutige Chorvereinung letztlich mit aus der Taufe gehoben hat.
Nach ihm waren vor allem Erwin Herrmann und davor dessen Vater Karl langjährige Vorstände der Chorvereinigung. Zu der Feier bat man Erwin Herrmann, es sich auf dem neu aufgestellten steinernen Bänkle beim frisch gerichteten Grabstein von “Karles Karle”, seiner Tochter Lotte und seiner Ehefrau Friedrike niederzulassen.
“Musik erfüllt die Welt” von Walter Schneider, “Er ist’s! – Frühling lässt sein blaues Band…” von Harry Pleva und von Brahms: ” Erlaube mir fein’s Mädchen, in den Garten zu gehen” waren die mit Sorgfalt ausgewählten Lieder, die Karl sicher sehr gefallen hätten.

Die Begeisterung für Musik und Gesang von Karl Blanz war groß, seine Liebe zur Natur paust sich in sehr vielen seiner über 200 Gedichte durch und sein Sinn für Romantik und Gefühle ist immer zart und stellenweise auch mit Humor gepaart.
Die Enkelsöhne Schnell und der Urenkel des Dichters trugen 3 ausgewählte Gedichte vor. Die Autobiographie von Karl Blanz – ursprünglich für seine Enkel aufgeschrieben -, erschien vor einem Jahr im Selbstverlag EJO – ebenso ein Gedichtband mit 80 Gedichten.

Bei Interesse können diese Druckerzeugnisse bei Edeltraud John, Geschäftsführerin des Heimatkreises erworben werden:
info@weilimdorfer-heimatkreis.de oder 0711- 886905.

Der Weilimdorfer Heimatkreis wird sich um den Blumenschmuck an Karles Grab kümmern. Für die kommenden 30 Jahre ist das Grab als erhaltenswert vom Kulturamt eingestuft worden. Maurus Baldermann, der für Denkstätten auf Friedhöfen zuständig ist, hat nach dem Lesen der Biographie und der Gedichte – und aufgrund des Engagements von Karl Blanz im Ort und seinen hohen Bekanntheitsgrad – dies mit Erfolg beantragt.

Foto © Bernhard Klar

Motor-Asse in Weilimdorf – Heimatkreis sagt Danke für Unterstützung

Der Weilimdorfer Heimatkreis bedankt sich herzlich beim Motorradclub AMSC Leonberg für die Präsentation einiger historischer Motorräder und Gespanne vor der Stadtbibliothek im Rahmen der Ausstellung Weilimdorfer Motor-Asse sowie beim Maibaumfest am Sonntag, 6. Mai 2018.

Auf dem zweiten Foto zu sehen: Mutter und Sohn Gellera vor dem Plakat von Julius Spiess und dessen Autohaus – gebaut in den 50er Jahren. Seit Anfang der 60er Jahre fand die CAPRI – Eisdiele Platz in den ehemaligen Schaufenstern des Autohauses. Heute ist sie nur ein paar Meter rechts davon im Haus des ehemaligen Lederwarengeschäftes von Familie Raith.

MOTOR – ASSE: die neue Ausstellung des Heimatkreis

In der Ausstellung “MOTOR – ASSE von Weil im Dorf” in der Stadtteil – Bibliothek Weilimdorf vom 27. April bis 12. Mai 2018, werden zu den gewohnten Öffnungszeiten PORTRAITS von MOTORRAD – RENNFAHRERN aus den 20er & 30er Jahren aus Weil im Dorf (damalige Schreibweise) gezeigt. Außerdem gibt es in Vitrinen etliche Pokale und Medaillen zu bestaunen.

MOTOR – ASSE von Weil im Dorf Teil 1: Motorrad – Rennfahrer der 20er & 30er Jahre_

Man erfährt, ab welchem Alter die Burschen Rennen fuhren und wo diese Rennen stattfanden. Wie sie zu den Rennen gefahren sind und welche MOTORRAD – MARKEN sie bevorzugten. Wer sich um die Rennmaschinen kümmerte oder sie gegebenenfalls reparierte. Welche Preise sie bei Rennen gewinnen konnten und wie sie ihren Lebensunterhalt verdienten.

Als Besonderheit wird die Stadtteil – Bibliothek Weilimdorf beim Maibaumfest, am Sonntag, 6. Mai 2018 ab 11:00 Uhr bis 16:00 Uhr im Eingangs- Bereich geöffnet sein und es werden auch Original – Motorräder aus den 20er & 30er Jahren von Mitgliedern des Allgemeinen Motorrad Sport Clubs zu sehen und “zu hören” sein!

__VORSCHAU Teil 2: MOTOR – ASSE von WEILIMDORF__

Die Fortsetzung der Ausstellung wird in der HEIMATSTUBE im ALTEN PFARRHAUS in der DITZINGER STRASSE 7 in der Regel samstags vom 26. Mai bis 06. Oktober 2018 zu sehen sein. Führungen für Gruppen auch auf Anfrage. Tel. 886905 (Edeltraud John). Die Ausstellung zeigt:

– RENNWAGEN der 50er und 60er Jahre – MODELLE von SAMMLERN und FANS, die SOLITUDE – RENNEN und das REVIVAL, das Vereinsleben des MSC SOLITUDE und die SEIFENKISTEN – RENNEN.
– Es geht aber auch um die MOTOR – ASSE, ohne die es gar keine Rennen gäbe, weil sie nämlich erfolgreich RENNWAGEN bauen, z.B. Motoren – Entwickler, Karosserie – Bauer, Designer und Konstrukteure.
– Von diesen “MOTOR – ASSEN” gibt es auch einige in Weilimdorf!

Die älteren Weilimdorfer erinnern sich noch gut an die legendären Solitude – Rennen der 50er und 60er Jahre, zu denen man mit der Familie oder mit Freunden pilgerte – evtl. sogar im Wald vor dem Start der Rennen am nächsten Tag übernachtete.

Über die knatternden Kisten und mutige junge Männer, die immer wieder an waghalsigen Motorrad – Rennen in den 20er und 30 er Jahren teilnahmen, erinnern noch Festschriften, Zeitungsartikel, alte Fotos, Pokale und Medaillen – und es gibt heute noch zahlreiche Motorrad – Fans, die auch gerne alte Maschine richten und fahren.

Die jungen Rennfahrer aus Feuerbach und Weil im Dorf waren Mitglied im MSC Feuerbach, der bereits 1926 gegründet wurde. Von Anfang an war der Club eine Ortsgruppe des ADAC. Die Eingemeindungsverhandlungen zwischen Feuerbach und Weilimdorf, das damals noch zum Oberamt Leonberg gehörte, liefen bereits und waren schließlich 1929 abgeschlossen.

1922 wurde bereits das erste Bergrennen auf der Solitude gefahren. 1925 erfolgte der Start zum 1.Solitude – Rundstreckenrennen an der Schillerhöhe. Feuerbacher und Weilimdorfer Motorsportler holten sich hier die ersten Lorbeeren. Die meisten wurden auf der Solitude “vom Rennfieber gepackt”.

1929 war Eugen Gerlach der gefeierte Held. Obwohl er auf der Heimstrecke Solitude oft verlor, hatte er auf anderen Rennstrecken viel Erfolg. Zur damaligen Weltelite wurde er als Gewinner der “six days” in England.

Hermann Lang, der mütterlicherseits aus Weilimdorf stammt, gewann auf Motorrädern einen Preis nach dem anderen. Später ging er zu Mercedes – Benz und fuhr die legendären “Silberpfeile” – und arbeitete in der Entwicklung (Berühmteste Rennfahrer dieser Zeit) 1934 feierte man in Weil im Dorf das Trio Paul Schaible, Julius Spiess und Karl Holder, die bei einer 2000 km – Fahrt durch Deutschland eine Goldmedaille gewannen.

__Eugen Gerlach – “König der Kurven”

Eugen Gerlach, der bereits beim 1.Solituderennen im Sattel saß, zählte zur WELT – ELITE. Mit einer geliehener Harley- Davidson 1200 ccm eines Freundes belegte er 1922 (geboren am 01.März 1901) den 2.Platz beim SOLITUDE – RENNEN. Später hatte er dort immer Pech! Die Weilimdorfer empfingen ihn zwischen1922 und1930 mit großem Jubel, wenn er nach den Renntagen mit umgehängtem Siegerkranz durch die Straßen fuhr. Die “KNATTERKISTEN” machten großen AUSPUFF – LÄRM – und waren nicht zu überhören! Im normalen Straßenverkehr kam es auch öfter zu tödlichen Unfällen! Die Begeisterung für Motorräder war aber trotzdem sehr hoch.

Eugen Gerlach gehörte immer zur Spitzenklasse, er fuhr zunächst auf einer “KLOTZ” (1923 – 1925 war er dort Werksfahrer für 250 ccm) und hatte ebenso ab 1927 eine lange Sieger – Serie auf “STANDARD” – Maschinen mit 500 ccm. Er war – wie später auch Hermann Lang – WERKSFAHRER bei STANDARD. Gerlach fuhr auf Standard 177 km/h (Benzin waren Äther u. Rizinusöl beigemischt)

GERLACHS SIEGERLISTE umfasst 1 ½ DIN A 4 Seiten mit 65 x Platz 1, 2x Platz 2). Allein die Siege aus dem Jahr 1928 zeigen Eugen Gerlachs Können: Eilenriede – Rhönberg – Freiburger Bergrennen – Buckower Dreieckrennen – Sternberg – Taubensuhlrennen.

Sein Eilenrieder – Rekord blieb lange bestehen und “Motor und Sport” schrieb 1933: “In der Klasse der Motorräder bis 250 ccm ist man an den alten Rekord nicht heran gekommen. Umso größer muss der Respekt vor der früheren Leistung sein, die Gerlach 1928 auf “Standard” mit 88 km/Stf. Durchschnitt vollbrachte.Diesmal hatten sich neben rund zwanzig deutschen Fahrern auch einige berühmte Auslandsfahrer vergeblich bemüht, mehr zu leisten.”

Die Motorradfahrer waren immer auf sich allein gestellt. Es gab auch keinen Rennstall. Die Anfahrt musste mit dem Motorrad erfolgen, mit dem man das Rennen fuhr, d.h. man musste selber Flicken und Reparieren können. Daher waren die MOTOR- ASSE fast alle gelernte KFZ- Mechaniker! Gerlach hatte Pech beim AVUS – RENNEN, weil er einen “Plattfuss” bekam.

1929 Besonderen Erfolg hatte Gerlach aber auf einer Standard 500 ccm bei den berühmten “Six Days” in England, die er ohne Strafpunkte beendete. Er brachte eine Goldmedaille und eine goldene Uhr – überreicht von König Georg V, dem Großvater von Queen Elizabeth II nach Weil im Dorf (damals ca. 4500 Einwohner). 1930 Pech auf dem Nürburgring: Nach 24 h im harten Sattel und Stürzen folgten lange Aufenthalte im Krankenhaus.

RENNFAHRER konnten von den Rennen nicht leben! Es gab oft nur Ruhm und Medaillen Sie brauchten daher einen Brotberuf! Gerlach war KFZ-MEISTER und besaß 1930 eine eigene KFZ- WERKSTATT, später leitete er eine FAHRSCHULE in den Grubenäckern. Trotz Kriegsverlusten ist die Menge an POKALEN und Auszeichnungen, die seine Enkelin in Ehren hält, sehr beeindruckend!

18. Literarischer Spaziergang: Der Grüne Heiner und der Aussiedlerhof Ritz

Der 18. “Literarische Spaziergang – Ortsgeschichte & Gedichte” startet am Mittwoch, 18. April 2018 um 15:00 Uhr beim Umspannwerk am Fuß des Grünen Heiners und führt zum ehemaligen Auffüllberg (Lotterberg) und zu dem Aussiedlerhof der 60er Jahre ( ehemals Ditzinger Straße 12) von Konrad und Roswitha Ritz (geb. Döbel).

Wir erfahren mehr über den alten Lotterberg und die Entwicklung zum Standort einer Windkraftanlage – einem der neuen Wahrzeichen von Weilimdorf. Der einst geplante zweite Grüne Heiner wird uns auch beschäftigen, sowie der mögliche Standort eines neuen Stadtbahnbetriebshofs.

Wer sich fit genug fühlt, besteigt den Grünen Heiner – wegen der AUSSICHT -, die anderen gehen gemächlich Richtung Bauernhof. Auf dem Bauernhof können wir uns etwas erfrischen.

Die Familie Döbel – Ritz ist in den 60er Jahren aus dem engen Unterdorf ausgesiedelt. Ihr großer Bauernhof befand sich in der oberen Ditzinger Straße, in der die B 295 verlief. Konrad u. Roswitha berichten von ihren alten und neuen Problemen – wie sie für viele Bauern am Rande einer Großstadt bestehen.

Veranstalter: Bezirksamt Weilimdorf, FORUM, Heimatkreis, Naturfreunde und Stadtseniorenrat

© Fotos: Archiv des Weilimdorfer Heimatkreises e.V.